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Seasonals auf CoT-Daten


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 24.06.2021

WELTNEUHEIT BEI DEN SAISONALITÄTEN

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Bildquelle: Traders, Ausgabe 7/2021

Der Preis von Benzin steigt in der Regel im Frühjahr, wenn die Driving Season in den USA beginnt und die Menschen nach dem Winter wieder vermehrt Auto fahren. Dort sind auch die Preise von Orangensaft im Winter sehr sensibel, weil es in den Anbaugebieten zu Frost kommen kann - und im Spätsommer können Hurrikane über die Plantagen fegen. Solche klimatischen Phänomene treffen immer auf dieselben Monate - und deshalb können wir uns die Saisonalitäten zunutze machen: Wir schauen was der Kurs oft in einem bestimmten Zeitabschnitt in der Vergangenheit gemacht hat, mit der Hoffnung, dass er es wieder tut. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, den bei manchen Märkten ist die Saisonalität so stark, dass sie in der Preisstruktur der Terminkurven zu sehen ist und so nicht durch eine Kursbewegung zustande kommt, sondern durch das Rollen von einem in den anderen Kontraktmonat ...

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CoT und Saisonalität

Wie lassen sich nun Saisonalität und CoT-Daten verbinden? Zunächst schauen wir, wie die verschiedenen Händlergruppen im Durchschnitt der letzten Jahre positioniert waren. Das Ziel ist es, dadurch ihr Verhalten besser zu verstehen und Regelmäßigkeiten zu finden. Wir könnten beispielsweise sehen, dass die Commercials immer vor dem Sommer riesige Positionen in einem bestimmten Markt halten und diese dann nach dem Sommer wieder auflösen. Wir können das Verhalten also besser analysieren, um so bevorstehende Trends zu antizipieren. In Bild 1 sehen Sie die CoT-Daten-Saisonalität von Gold über die letzten 15 Jahre. Der Wert ist immer zum 01. Januar auf null normiert. Die x-Achse zeigt die einzelnen Monate an, wobei die Abbildung rechts über den Jahreswechsel hinausgeht, sodass auch der weitere Verlauf in den ersten drei Monaten des Folgejahrs erkennbar wird. Auf der y-Achse sind in grün die Positionierungen der Commercials Netto und in blau die der Non-commercials Netto dargestellt, wobei k immer für 1000 steht. Da die Nonreportables oft nur um die fünf Prozent aller Positionen halten, sind die Commercials und die Non-commercials fast spiegelverkehrt.

Hohe Werte bei den Commercials Netto stehen für Long, niedrige für Short. Dabei sollten wir uns nur sehr markante Veränderungen in den Daten - und auch nur über einen längeren Zeitraum von mindestens zwei Monaten - ansehen, alles andere wäre zu viel Zufall. Auffallend ist, dass die Commercials Netto im letzten Quartal ihre Positionen sehr stark erhöhen beziehungsweise Short-Positionen schließen (was auch zu steigenden Preisen führen kann), um sie dann kurz vor dem Jahresende bis Ende Februar extrem stark zu reduzieren, bevor sie dann wieder zu steigen beginnen. Im letzten Quartal sind also gute Verkaufsgelegenheiten in Gold, bevor der Markt dann im ersten Quartal stark steigt. Um festzustellen, ab wann die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Markt seine Richtung dreht, empfiehlt sich die Kombination mit den „normalen“ Saisonalitäten.

Die Veränderungen in den CoT-Daten müssen nicht immer mit der beschriebenen Kursrichtung übereinstimmen. Es kann auch passieren, dass die Positionierung der Commercials Netto steigt - und der Markt ebenfalls. Das ist aber nicht die Normalität: In der Regel fallen die Commercials-Netto-Werte mit steigenden Kursen. Sollte ein Markt sich aber in einer Angebotsverknappung, also einer sogenannten Backwardation, befinden, kann das umgedrehte Szenario durchaus passieren. Daher ist es sinnvoll, sowohl die normalen Saisonalitäten als auch die CoT-Daten-Saisonalitäten zu betrachten - natürlich kombiniert mit den Terminkurven.

In Bild 2 ist die CoT-Daten Saisonalität der letzten 20 Jahre von Rohöl zu sehen. Hier können Sie ebenfalls sehr starke Saisonalitäten ausmachen: Anfang November bis Ende April fallen die Positionen der Commercials Netto dramatisch, bevor sie dann direkt im Anschluss bis Ende Oktober wieder stark ansteigen. Das sind sehr relevante Abschnitte über einen längeren Zeitraum von zwei Monaten und haben eine sehr große Aussagekraft. Gute Kaufgelegenheiten kommen, wenn es in den CoT-Daten-Saisonalitäten der Commercials Netto ein lokales Hoch gibt, wie Anfang November zu sehen. Gute Verkaufsgelegenheiten ergeben sich bei dem lokalen Tief der Commercials Netto Ende April. Aber Vorsicht: Nach CoT-Daten Saisonalität sah Rohöl zwar ziemlich Short aus, die Terminkurve darf dabei aber nie außer Acht gelassen werden. Sie zeigte eine Backwardation, sodass es sich umgekehrt eher empfahl, nach Long-Einstiegen zu suchen.

Fazit

Der Erfolg an der Börse ist ein Zusammenspiel aus sehr guten Inputs wie den CoT-Daten, Terminkurven, Saisonalitäten, Volume Profile und den CoT-Daten Saisonalitäten. Wenn man sich damit intensiv auseinandersetzt und lernt, die Daten richtig zu lesen und für das eigene Trading zu nutzen, kann das den Unterschied zwischen einem guten und einem dauerhaft profitablen Trader ausmachen.

CoT-Daten

Der CoT-Report ist ein Bericht, der jeden Freitag von der CFTC, einer unabhängigen US-Behörde, herausgegeben wird, die die Futures und Optionsmärkte reguliert und überwacht. CoT bedeutet Commitment of Traders und gibt Aufschluss über die Positionierung der großen Händlergruppen.

Commercials: Institutionen oder Individuen, die mit Hilfe der Terminmärkte ihre Positionen im Cashmarkt absichern, also hedgen. Darunter finden sich sowohl Produzenten wie Farmer oder Bergwerke als auch Verbraucher wie Großbäckereien oder Fluggesellschaften. Die Commercials haben keinerlei Positionslimits und müssen - wenn überhaupt - auch nur sehr geringe Margins hinterlegen.

Non-commercials: Händler, die aufgrund der Anzahl an gehandelten Kontrakten meldepflichtig sind, aber nicht die Kriterien eines Hedgers erfüllen. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Händler mit einer spekulativen Motivation, die durch ihre Transaktionen Gewinne einfahren wollen - beispielsweise Fonds, Hedgefonds oder Vermögensverwalter.

Nonreportables: Alle Händler, die nicht meldepflichtig sind. Hier finden sich sowohl Händler mit spekulativer Absicht als auch jene, die Absicherungsgeschäfte in einer Größenordnung unterhalb der Meldepflicht tätigen.

Adrian Kömel

Adrian Kömel ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Das war sein letzter Artikel, den er kurz zuvor zum Druck freigegeben hatte. www.suricate-trading.de


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