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Sechs leistungsfähige Surf-Apps: BESSERE BROWSER


connect - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Jeder surft mit seinem Smartphone im Internet. Doch statt den Browser des Handyherstellers zu nutzen, sollten Sie besser auf potentere Alternativen setzen: Wir zeigen sechs Surf-Apps, die durch mehr Funktionsumfang, Datenschutz oder Personalisierung bestechen.


Artikelbild für den Artikel "Sechs leistungsfähige Surf-Apps: BESSERE BROWSER" aus der Ausgabe 5/2018 von connect. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: connect, Ausgabe 5/2018

Der Internet-Browser ist so ziemlich die essenziellste App auf dem Smartphone. In den Grundfunktionen unterscheiden sich die verschiedenen Exemplare nur noch selten: Einen Inkognito-Modus, bei dem der Verlauf nicht aufgezeichnet wird, oder die Möglichkeit, Webseiten offline abzuspeichern, bieten fast alle. Neben den Anwendungen der Gerätehersteller ...

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... findet sich aber auch ein bunter Strauß an Drittanbietersoftware in Googles Play- und Apples App-Store, mit denen Sie komfortabler durchs Web kommen. Diese Apps bieten besseren Datenschutz, eine geräteübergreifende Synchronisation, einen Werbeblocker oder sie sparen Datenvolumen. Vorzüge, bei denen ihre vorinstallierten Kollegen oft passen müssen.

Alternativen für mehr Surfkomfort

Vier der sechs Alternativen, die wir Ihnen vorstellen, sind aus dem PC-Umfeld be kannt – wenn Sie das gleiche Tool auf Rech ner und Smartphone nutzen, profitieren Sie mittels Kontoverknüpfung vom Datenaus tausch. Eine der App sorgt für mehr Privatsphä re. Eine ist besonders klein und ein Tipp für alle, deren Smartphone-Speicher am Limit ist. An wendung Nummer sechs schließlich verschleiert dank Proxyservice die Herkunft Ihrer Suchanfrage – und das bei jedem Browser.

Die Einstellungen sind übersichtlich. Man kann mit Bing oder Yahoo auch eine andere Suchmaschine wählen.


Markiert man ein Wort, aktiviert Chrome die Google-Suche und übersetzt auch Fremdwörter.


Opera

Der Browser aus Norwegen bietet von Haus aus einen Werbeblocker und kann mobile Daten sparen.

Opera ist zu Unrecht ein lichkeiten für den Nutzer Außenseiter unter den Browsern, denn er verpackt viele Funktionen und Einstellungen in einem ansprechenden Design. Ohne dass man erst Erweiterungen installieren muss, bietet die App einen Adblocker und verhindert, dass sich beim Surfen ungefragt Pop-ups öffnen. Auch das Browser-Layout lässt sich anpassen. Davon profitieren vor allem Phablet- und Tablet-Nutzer, weil daraufhin die Symbol leiste am unteren Rand verschwindet und geöffnete Tabs wie am PC über der Adressleiste anzeigt werden.

Neben einer Synchronisations-Funktion für Lesezeichen und Co bietet Opera auch einen Datensparmodus, der Bilder und Videos komprimiert. Praktisch ist hierbei, dass Sie sogar die Qualität der Fotos einstellen können. Notfalls lassen sich auch einfach alle Bilder von den Webseiten verbannen.

Öffnen Sie einen neuen Tab, erscheint ein Feed mit aktuellen Nachrichten. Mit Wischgesten zur Seite navigiert man durch einzelne Themenbereiche. Diese lassen sich in den Einstellungen den eigenen Interessen anpassen. So ist Opera für alle, die sich mehr Einstellungen oder einen Werbeblocker wünschen, eine gute Alternative. Mit Chromes Geschwindigkeit kann er aber nicht mithalten.

+ bietet viele Einstellungen
+ Bildqualität lässt sich anpassen
+ Werbeblocker
- nicht der Schnellste

Google Chrome

Mit dem Browser-Klassiker surft man schnell und intuitiv. Viele Zusatzfunktionen bietet er aber nicht.

Wer ein Android-Smartphone hat, bekommt Chrome frei Haus mitgeliefert. Wahrscheinlich ist er deshalb der meistgenutzte mobile Browser. Sowohl seine Grundfunktionen als auch die Surfgeschwindigkeit gelten als Maß der Dinge. Letztere scheint dabei ungeschlagen: Im Vergleich mit Firefox und Co scheint Chrome die Seiten immer etwas flotter aufzubauen. Die Bedienung ist gut gelöst, aber nicht sofort eingängig. Tabs lassen sich beispielsweise über eine Wischgeste in der Adressleiste wechseln – oder indem man von oben nach unten über eben diese wischt. Das muss man erst mal wissen.

Wer sich mit seinem Google-Konto anmeldet, synchronisiert automatisch Lesezeichen, Verlauf und Tabs über mehrere Geräte. Besucht man eine Webseite häufig, lässt sich diese auch als Shortcut-Icon zum Startbildschirm des Smartphones hinzufügen. Bei Bedarf merkt sich die App zudem Passwörter und füllt automatisch Formulare aus. Das erspart Tippen auf kleinen Displays.

Im Datensparmodus wird der Surfverkehr über Googles Server geleitet. Die komprimieren alle Inhalte einer Seite, bevor Ihr Gerät sie ausspielt. Bei langsamen Verbindungen surfen Sie dadurch etwas schneller. Ob man freilich alles an Google schicken will, ist eine andere Frage.

+ sehr schneller Browser
+ direkte Übersetzerfunktion
- mit 138 MB recht groß
- wenig Anpassungsmöglichkeiten für den Nutzer

Favorisierte Seiten lassen sich in einem neuen Tab direkt aufrufen. Außerdem sind dort aktuelle Trendthemen zu sehen.


Wie viele Daten habe ich gespart? In den Einstellungen der App gibt eine Statistik Auskunft.


Firefox

Firefox punktet mit vielen Funktionen und der Möglichkeit, Add-ons zu installieren.

In einem neuen Tab erreicht man die wichtigsten Funktionen mittels Wischgesten.


Das Einstellungsmenü von Firefox ist recht komplex und weit verzweigt.


Auf dem PC war Firefox lange Zeit der meistgenutzte Browser. Nach einem Kopfan-Kopf-Rennen mit Chrome verlor er jedoch letztes Jahr die Oberhand. Auch die mobile Version kann Chrome in Sachen Verbreitung nicht das Wasser reichen. Dabei bietet die Firefox-App mehr Personalisierungsmöglichkeiten und einen größeren Funktionsumfang als die Konkurrenz von Google.

So können Sie etwa eine Gastsitzung einrichten, wenn Sie Ihr Gerät zum Surfen aus der Hand geben; Ihre persönlichen Zugangsdaten, die Historie und Lesezeichen werden dann ausgeblendet. Nach dieser Sitzung löscht die App automatisch alle Browser-Daten des Gastes. Um die Funktion zu aktivieren, öffnen Sie das Menü, wählen „Extras“ und dann „Neue Gastsitzung“. Auch in Sachen Datenschutz bietet Firefox von Haus aus viele Einstellungen – etwa die Option, alle Browserdaten zu löschen, sobald man die App schließt. Außerdem kann der Browser verhindern, dass Ihre Aktivitäten im Netz verfolgt werden.

Ein Alleinstellungsmerkmal sind jedoch die Add-ons, die Sie über das Menü herunterladen können, um der App noch mehr Funktionen zu verpassen (siehe unten). Die Suche danach ähnelt sehr der Desktop-Ver sion des Browsers, doch die Auswahl an Erweiterungen, die auch beim mobilen Pendant funktionieren, ist leider etwas geringer.

Natürlich bietet Firefox auch alle Standardfunktionen wie das Synchronisieren von Tabs, Lesezeichen, Verlauf und Zugangsdaten. Private Tabs und ein News Feed sind ebenfalls vorhanden. Nützlich ist, dass man wie am PC eine persönliche Startseite festlegen kann. Das erleichtert den schnellen Zugriff auf die Lieblingsseite oder Suchmaschine. Bei Letzterer können Sie sogar datenschutzfreundliche Alternativen wie Duckduckgo oder Qwant wählen. Chrome bietet diese große Auswahl leider nicht.

+ großer Einstellungs- und Funktionsumfang
+ unterstützt Add-ons
+ Gastsitzungen
-Menü teilweise unübersichtlich

ADD-ONS FÜR FIREFOX

Simple Gesture

Diese Erweiterung bringt ein großes Plus an Bedienkomfort. Mittels Wischgesten lassen sich Aktionen wie Tab- oder Seitenwechsel steuern. Alle Gesten können Sie natürlich wunschgemäß anpassen.

Tap Translate

Übersetzungshilfe gefällig? Es reicht, das entsprechende Wort oder einen Satz zu markieren. Danach lässt sich über das „T“ eine Übersetzung abrufen, die sich übrigens ausgesprochen flüssig liest.

uBlock Origin

Mit diesem Addon surfen Sie ohne störende Werbung. Über die Einstellungen klammern Sie mit einer Whitelist Webseiten vom Blockieren aus.

Über das Symbol in der Mitte lässt sich die aktuelle Seite auf den PC übertragen.


Überraschende Features lässt der Browser in den Einstellungen vermissen.


Brave

Brave schützt von Haus aus Ihre Privatsphäre, ohne dass Sie erst eine Erweiterung installieren müssen.

Der mutige Löwe navigiert Sie zudem ziemlich flink durchs Netz: Seiten laden schnell und ohne Verzögerung. Außerdem schützt Sie die App vor nervigen Pop-ups und Werbung, sogar lokale Werbung wird umschifft. Laut den Entwicklern soll dadurch auch ein Schutz vor Malware gewährleistet sein, die sich in manchen Anzeigen versteckt. Zusätzlich blockiert Brave Cookies von Drittanbietern und sperrt bei Bedarf auch Java- oder Flash-Scripte aus. Hierbei müssen Sie aber gegebenenfalls nachregulieren, da dies einen Einfluss auf die Funktionen von Webseiten haben kann.

Ebenfalls praktisch ist der mitgelieferte Schutz vor Browser-Fingerprinting. Bei dieser Technik wird der Nutzer anhand von Sprachinformationen, Bildschirmauflösung, Prozessorinformationen oder Schriftarten auf seinem Smartphone eindeutig identifiziert. Cookies oder die IP-Adresse sind für dieses Tracking irrelevant.

Um die Sicherheit weiter zu verbessern, beherrscht der Browser die HTTPS-Aufwertung: Er fordert immer die verschlüsselte Version einer Webseite an, falls eine vorhanden ist. Alle Seiten werden dadurch aber nicht automatisch in eine sichere Verbindung umgewandelt; ein grünes Schloss in der Adresszeile signalisiert Schutz.

+ sehr schnell
+ viele Datenschutzeinstellungen
+ große Suchmaschinenauswahl
- kein Datensparmodus

Microsoft Edge

Überraschendes bietet Microsofts Browser nicht, dennoch ist er für einige Nutzer interessant.

Sie nutzen Windows 10 auf Ihrem PC? Dann ist die mobile Version von Edge vielleicht etwas für Sie. Wie bei der Konkurrenz lassen sich Favoriten, die Leseliste und Top-Seiten zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren – ein Microsoft-Konto vorausgesetzt. Wenn es der Nutzer wünscht, füllt die App auch automatisch Formulare aus oder speichert Passwörter ab. Praktisch ist, dass man Webseiten vom mobilen Browser auf den PC und umgekehrt senden kann – eine Funktion, die in der Form bei anderen Apps nicht zu finden ist und nahtloses Surfen zwischen verschiedenen Geräten ermöglicht.

Öffnet man einen neuen Tab, erwarten einen nicht nur selbst konfigurierbare Top-Seiten, sondern auch ein News-Feed von MSN. Über die Suchleiste kann man übrigens direkt QR-Codes scannen und eine Sprachsuche starten.

Nützlich ist auch der Lesemodus von Edge, der sich bei entsprechenden Inhalten aktivieren lässt. So wird ein Artikel nicht nur übersichtlicher dargestellt, sondern auch in einer einheitlichen serifenlosen Schrift angezeigt. Für augenschonendes Lesen am Abend können Sie in den Einstellungen das Design auch auf Dunkel ändern. Im Lesemodus steht dann weiße Schrift auf grauem Hintergrund.

+ nahtloser Wechsel zwischen Smartphone und PC
+ schnell
- wenig Anpassungen

Ein Tipp auf das Löwen-Symbol zeigt, wie viel Werbung Brave auf einer Seite blockt.


Die Datenschutzeinstellungen bei Brave sind sehr vielfältig.


Mit Via kann man Screenshots erstellen, Webseiten speichern oder eine Übersetzung starten.


Wer mag, kann mit den Lautstärketasten scrollen – was allerdings ziemlich schnell geht.


Opera VPN

Etwas mehr Privatsphäre: Diese App ist zwar kein Browser, aber gut für anonymes Surfen geeignet.

Mit dieser App holt man sich etwas mehr Privatsphäre aufs Smartphone und umgeht Standortbeschränkungen – egal, mit welchem Browser man surft. Das VPN im Namen ist jedoch etwas irreführend, denn die App ist vielmehr ein Proxy-Dienst, der sich weniger dem Datenschutz, sondern vielmehr der Anonymisierung verschrieben hat. Eine verschlüsselte VPN-Verbindng gibt es also nicht.

Der Nutzer kann aber einen virtuellen Standort aus fünf Ländern wählen, über den der Internetverkehr läuft. Außerdem verhindert ein Ad-Tracker, dass aufgerufene Webseiten das Surfverhalten ausspionieren können. Das soll laut Opera nicht nur im Mobilfunknetz, sondern auch in WLAN-Verbindungen funktionieren.

Einen leichten Beigeschmack hat die App jedoch: Sie verhindert zwar, dass einen aufgerufene Webseiten im Netz verfolgen, sie kann aber auch selbst Daten sammeln. Ein Blick in die Datenschutzbestimmungen offenbart, dass das Unternehmen Ihr Surfverhalten theoretisch für Werbung in der Anwendung nutzen kann. Allzu sensible Seiten sollten Sie also nicht besuchen. Um Werbetrackern und Standortrestriktionen zu entgehen, ist die App jedoch gut geeignet.

+ hilft gegen Werbetracker
+ umgeht Standorteinschränkungen
+ keine verschlüsselte VPN-Verbindung
- könnte Surfverhalten für Werbung nutzen

Via

Diese App braucht nicht nur wenig Speicher, sie ist auch schnell und gefällt mit aufgeräumtem Design.

Bei der Surfgeschwindigkeit kann Via mit Chrome mithalten: Webseiten bauen sich mindestens so schnell auf wie bei der großen Konkurrenz. Dabei glänzt die App mit ihrer geringen Größe von nur rund 1 MB. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler viele Funktionen in ihren Browser gepackt.

So findet sich zum Beispiel ein Werbe- und Pop-up-Blocker. Bestimmte Seiten lassen sich mit Regeln auch von der Blockade ausnehmen. Für alle, die auch abends gerne surfen, ist der Nachtmodus eine praktische Sache: Ist er aktiviert, wechselt die Farbe der Adresszeile in Schwarz und der Bildschirm wird abgedunkelt – das schont die Augen. Doch damit hört die Funktionsliste nicht auf: So kann man über die Lautstärketasten scrollen, Java deaktivieren oder die Adressleiste nur bei Bedarf einblenden, was für mehr Platz auf dem Display sorgt. Außerdem können Sie dem Browser verbieten, Bilder im mobilen Netz zu laden und damit Ihr Datenvolumen entlasten. Und wer einen aufgeräumten Browser mag, der stellt einfach ein, dass alle Tabs nach dem Beenden des Programms gelöscht werden.

Um der App eine individuelle Note zu verleihen, können Sie der Startseite eines neuen Tabs ein eigenes Hintergrundbild oder persönlichen Text verpassen.

+ geringe Größe
+ schlankes Design
+ ruft Webseiten schnell auf
-Menüs nicht einheitlich in Deutsch

Singapur, USA oder doch Kanada? Sie entscheiden, aus welchem Land die Webseite angefragt wird.


Die App soll auch für Sicherheit in WLAN-Netzen sorgen.