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SEDEF ADASI #hamamnights


FAZE - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 01.01.2020
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Bildquelle: FAZE, Ausgabe 1/2020

SEDEF ADASI

Sie ist schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr: Sedef Adasi versteht ihr Handwerk als DJ sowie Promoterin, macht sich Gedanken über die aktuelle Situation der Clubkultur und ist seit mehr als einem Jahr Resident in Münchens BLITZ Club. Die gebürtige Augsburgerin hat einen ganz besonderen Sinn für außergewöhnliche, hypnotisierende Sets, die durch ihren facettenreichen Aufbau begeistern. Ihre musikalischen Reisen strotzen nur so vor euphorischem Techno, House-Klassikern und spacigem Disco-Sound, teils kombiniert mit Anklängen exotischer Beats. Sedef ist DJ mit Herz und hat das Nachtleben ...

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... ihrer Heimatstadt auf eine ganz neue Ebene gebracht. Heißbegehrt sind ihre HAMAM Nights – eine Partyreihe, bei der man wortwörtlich ins Schwitzen kommt. Wir haben mit Sedef Adasi über ihren musikalischen Hintergrund, ihren Anspruch an Partys und Musik sowie über ihre Idee von Clubkultur gesprochen. Ein Interview.

Wie hast du deine Liebe zur elektronischen Musik entdeckt und mit welcher Art von Musik bist du aufgewachsen?
Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, ist das Erste, was ich sehe, unsere große schwarze Hi-Fi-Anlage, Platten, Kassetten und CDs aus aller Welt. Ich bin mit Musik von Baris Manco und DAF bis hin zu Madonna aufgewachsen. Gefühlt war fast jedes Genre dabei.

Anhand deines Künstlernamens kann man erahnen, dass deine Wurzeln außerhalb Deutschlands liegen. Woher kommt er und steckt dahinter eine besondere Bedeutung?
Meine Eltern stammen aus Ex-Jugoslawien. Wir zählen aber zu einer türkischen Minderheit aus dem Balkan. Zu meinem Künstlernamen gibt es eigentlich nicht wirklich eine besondere Geschichte. Sedef ist mein Vorname. Als ich auf der Suche nach einem Künstlernamen war, habe ich bei Google meinen Vornamen eingegeben. Der erste Treffer, der mir angezeigt wurde, war eine Insel bei Istanbul – Sedef Adasi, die Perlmuttinsel. Mich als Insel zu tarnen, fand ich eine gute Idee.

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?
Das ist eine Frage, die ich selbst nicht so auf den Punkt beantworten kann. Auf jeden Fall würde ich meinen Stil als divers bezeichnen, er liegt irgendwo zwischen Housemusik, Acid, Techno, Electro und, und, und.

Was bedeuten Techno und Clubbing für dich?
Techno ist für mich rhythmisch-orientierte Musik und Clubbing im Optimalfall ausgelassenes Feiern.

Vor mehr als zwei Jahren fand die erste Party deiner Veranstaltungsreihe HAMAM Nights im City Club in Augsburg statt. Mittlerweile steigen die legendären Partys aber nicht nur in Augsburg, sondern auch in vielen anderen Szene-Clubs Deutschlands. Mit welcher Intention sind die HAMAM Nights entstanden und was war deine Idee dahinter?
Ich habe oft auf Partys aufgelegt, bei denen mir die richtigen Vibes gefehlt haben. Dann dachte ich mir, ich sollte vielleicht selbst etwas auf die Beine stellen. Ich war mir unsicher und hatte Angst, zu versagen, weil es ja oft eine ganze Crew braucht, um eine Party zu organisieren. Von nichts kommt aber nichts und so habe ich mich dazu entschieden, es einfach zu versuchen. Ich habe mir viele Gedanken über Clubkultur und Partynächte gemacht und mir dann zum Ziel gesetzt, die Dinge, an denen es mir persönlich fehlte, besser zu machen bzw. zu verändern. Die Idee war es, einen Ort zu schaffen, an dem man ausnahmslos man selbst sein kann. Die Leute sollen sich wohlfühlen, loslassen können und verschiedene Kulturen sollen vereint sein. Oft nehmen die Leute ihren Alltagsballast mit in den Club und verstellen sich. Das soll auf meiner Party anders sein. Denn bei HAMAM gilt: Come as you are, jeder ist ein Habibi und herzlich willkommen.

Du bist seit mehr als einem Jahr auch Resident im BLITZ Club in München. Was hast du als Newcomer im Rahmen deiner Residency erlebt?
Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, besonders das Familiäre und Freundschaftliche in der BLITZ-Crew schätze ich sehr. Die Münchener Crowd ist außerdem klasse, sie lässt sich auf neue Dinge ein, sodass man als DJ musikalisch viel ausprobieren kann. Das macht unheimlich viel Spaß und es wird entsprechend auch nie langweilig. Und die Akustik im BLITZ ist einfach ganz besonders: Jeder, der mal dort gewesen ist, weiß, wovon ich rede. Und natürlich bin ich jetzt umso verwöhnter, was Soundsysteme generell angeht.

Welcher von den Clubs, in denen du bereits aufgelegt hast, hat dir bislang am besten gefallen und in welchem fühlst du dich am wohlsten?
Ganz klar: Unser City Club in Augsburg ist der schönste Club der Welt. Also, zumindest für mich. Es ist nicht nur ein Club, sondern eine Institution. Café, Club, Theater, Studios und Yoga vereinen sich in der Konrad-Adenauer-Allee 9. Es ist eine Art Zuhause für viele Augsburger. „We live for the culture, not from the culture“, wie wir immer sagen. Shoutout an die CC_GANG_FAMILY_HABIBI!

Wie verlief das Jahr 2019 für dich? War es mit Highlights gespickt?
2019 war ein sehr spannendes Jahr für mich, das viele großartige Gigs, Städte und Eindrücke zu bieten hatte. Zu meinen Favoriten zählen das 4GB Festival in Tiflis, meine erste US-Tour und last, but not least das Lighthouse Festival in Porec – pure family vibes!

Und gibt es schon Pläne für 2020, die du verraten kannst?
Ich weiß nicht, ob ich das schon verraten darf, aber ich mach es jetzt einfach mal. Neben den HAMAM Nights werde ich dieses Jahr das Auto.Matic.Open kuratieren. Das ist ein Ein-Tages-Festival in Augsburg. Meine Mentoren Stefan Sieber und Tobias Schmid haben mir das Zepter übergeben. Ich freue mich sehr, dass ich dieses tolle Festival weiterführen darf. Wir treffen uns also am 4. Juli alle in Augsburg, gell, Habibi?

Bis jetzt lassen sich nur zwei Tracks von dir finden. Hast du vor, in diesem Jahr mehr zu produzieren, und können wir uns vielleicht bald auf ein EP von dir freuen?
Ich produziere schon seit einer ganzen Weile. Wie ich sehe, sollte ich mehr von mir online stellen! Ich verrate mal so viel an dieser Stelle: Momentan bin ich sehr fleißig und ihr dürft euch ganz bald auf Neues von mir freuen.


Foto: Betremariam Tebebte ·www.soundcloud.com/sedefadasi