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SEEMANNSCHAFT: Der Wolkenatlas


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 80/2020 vom 20.07.2020

Ein Blick in den Himmel kann viel verraten. Doch welche Wolke verspricht welche Bedingungen auf See? Wir haben uns die gängigsten Wolkenformen näher angeschaut und erläutern, wie sie entstehen und was sie letztendlich für uns Segler bedeuten


Artikelbild für den Artikel "SEEMANNSCHAFT: Der Wolkenatlas" aus der Ausgabe 80/2020 von segeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: segeln, Ausgabe 80/2020

Cirrus (Ci)

Das Foto zeigt Cirrus fibratus, dessen Charakteristik die zerfaserte, dünne Struktur ist


Cirren treten meist am Rand von Hochdruckgebieten auf, wie man am rot gekennzeichneten Gebiet in der Wetterkarte sieht. Sie verheißen meist nur schwache, auf der nördlichen Halbkugel linksdrehende Winde, häufig aus Südost bis Südwest


Die zarten, fedrigen und schneeweißen ...

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... Cirren bestehen aus Eiskristallen; sie gehören zu den hohen Wolken und entstehen je nach geographischer Breite und Jahreszeit zwischen drei und 18 Kilometer über der Erde. Die faserige Struktur wird durch den Höhenwind hervorgerufen, für die charakteristischen Streifen sind heraussinkende Eiskristalle verantwortlich. „In Frauen und Cirren kann man sich irren“, lautet ein altes Sprichwort. Und so genügt bei diesen Wolken nicht nur der Blick zum Himmel, sondern auch der auf das Barometer. Steigt der Druck, so könnte der Wetterbericht so lauten: „Die Wetterlage beruhigt sich. Der Wind lässt nach und zum Abend hin sowie in der kommenden Nacht ist es vielfach nur schwachwindig. Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen eher wieder an und am kommenden Tag ist zunächst ein freundlicher Start wahrscheinlich. Im Herbst ist morgen früh Seenebel möglich. Im Frühjahr folgen oft ein zwei sonnige Tage. Niederschlag ist zunächst nicht zu erwarten. Anfangs wehen oft nordöstliche bis westliche Winde. Morgen sind eher linksdrehende Winde zu erwarten, häufig aus südöstlichen bis südwestlichen Richtungen.“

Fällt der Druck bei diesen Wolken, könnte der Wetterbericht eher so lauten: „Nach nur kurzer Wetterberuhigung ist in der kommenden Nacht und morgen mit zunehmender Bewölkung und zunehmendem Wind zu rechnen. Der Wind lässt auch nachts kaum nach und wird morgen eher weiter zunehmen. Die Temperaturen steigen zunächst eher noch etwas an. Der Wind weht morgen häufig aus südöstlichen bis südwestlichen Richtungen. Bei zunehmender Schwüle sind im Sommer am kommenden Tag Gewitter möglich

Häufig folgende Wolken

Cirrostratus, Altostratus, im Sommer auch Altocumulus, Cumulus, Cumulonimbus

Cirrostratus (Cs)

Am rechten Bildrand ist eine durch die Eiskristalle in Cirrostratus verursachte Lichtbrechung zu sehen


Cirrostratus, dessen Aufzugsbereich in der exemplarischen Wetterkarte rot gekennzeichnet ist, geht häufig einer Warmfront voraus. Fällt jedoch das Barometer und dreht der Wind rück, sollten Sie sich auf schweres Wetter vorbereiten


Wie ein milchiger, strukturloser Schleier legt sich Cirrostratus zuweilen über den ganzen Himmel. Diese Eiswolken sind so dünn, dass Sonne oder Mond fast ungehindert hindurch scheinen. Brechung und Reflexion des Sonnen- oder Mondlichtes führen oft zur Bildung eines Hofes oder farbigen Ringes, Halo genannt. Das durch Cirrostratus scheinende Sonnenlicht kann für empfindliche Augen unangenehm sein.

Cirrostratus entsteht durch erhöhte Luftfeuchtigkeit in der oberen Troposphäre und ist oft Teil der Aufzugsbewölkung an Warmfronten. Wenn Sie beobachten, dass Cirren sich zu Cirrostratus verdicken oder sich um Sonne oder Mond ein Hof oder eine Halo bildet, wird mit einiger Sicherheit bald windigeres und regnerisches Wetter folgen. Fällt parallel das Barometer, dreht der Wind rück und frischt auf, sollten Sie sich auf schwereres Wetter vorbereiten oder einen Hafen aufsuchen. Wenn Cirrostratus in die mittelhohe Wolkenart Altostratus übergeht, nähert sich eine Warmfront an. In diesem Fall wird der Wind auffrischen und langsam nach Südwest drehen

Ein typischer Wetterbericht könnte folgendermaßen lauten: „Die ruhige Wetterlage geht zur Neige. Häufig ziehen aus westlichen Richtungen die dichten Wolken einer Warmfront auf. Für morgen ist mit Niederschlag zu rechnen. Der Wind lässt nachts nur wenig nach und nimmt morgen eher zu. Fällt der Luftdruck rasch, ist im Herbst mit Sturm zu rechnen. Häufig weht der Wind aus südlichen Richtungen und dreht vorübergehend rück. In den Folgetagen dreht der Wind häufig auf Südwest bis West. Unbeständiges Wetter und kühlere Temperaturen sind oft die Folge. Im Sommer ist für übermorgen auch hochsommerliches Wetter mit südlichen Winden möglich

Häufig nachfolgende Wolken

Altostratus

Die zarten weißen Flecken, Felder und Schichten des Cirrocumulus können auf aufziehendes Gewitter hinweisen


Cirrocumuli gehen einer Kaltfront voraus. Die Wolken treten am nördlichen und westlichen Rand von Hochdruckgebieten auf und lassen auf eine instabile Wetterlage schließen


Dünne, weiße Flecken, Felder oder Schichten ohne Eigenschatten sind die charakteristischen Merkmale dieses Wolkenbildes. Cirrocumulus entsteht durch vertikale Luftbewegungen in Höhen zwischen 6.000 und 10.000 Meter Höhe. Sie zeigen an, dass in den Schichten darüber kältere Luftmassen herangeführt werden und deuten auf Absinkprozesse hin, die oft aus Cirrostratus den Cirrocumulus entstehen lassen. Diese Wolken treten recht selten und dann eher am nördlichen und westlichen Rand von Hochdruckgebieten auf. Cirrocumulus weist Ähnlichkeiten mit dem mittelhohen Altocumulus auf, ist allerdings feiner und dünner als Altocumulus.

Tritt Cirrocumulus allein oder zusammen mit anderen hohen Wolken auf, so deutet dieses auf eine nicht mehr stabile Hochdrucklage hin. Dabei ist es typischerweise zunächst noch freundlich und trocken. Für die kommenden Tage ist vor allem im Sommer eine Gewitterlage nicht unwahrscheinlich. Die Temperaturen steigen bis zur Ankunft der Gewitter tagsüber weiter an. Der Wind weht typischerweise schwach bis mäßig und dreht oft von nördlichen auf südöstliche Richtungen ein. Ein Wetterbericht könnte folgendermaßen lauten:

Das freundliche Sommerwetter setzt sich zunächst noch fort. Doch wandert das sich abschwächende Hoch langsam nach Osten ab. Morgen erreicht uns dann von Westen her eine Gewitterstörung. Dabei nimmt der Wind in der kommenden Nacht weniger ab als in der letzten. Morgen frischt er auf und weht dann vor allem nachmittags in Böen auch stark vielfach aus südöstlichen bis südlichen Richtungen. Die Temperaturen steigen morgen noch weiter an, ehe sie übermorgen nach Gewittern eher zurückgehen.“

Häufig folgende Wolken

Cirrus, Cumulus, Altocumulus Castellanus

Altostratus (As)

Sonne oder Mond erscheinen bei Altostratus-Bewölkung wie durch eine Milchglasscheibe


Altostratus-Wolken bilden sich meist östlich von Tiefdruckgebieten, wenn ausgedehnte Luftschichten langsam bis in große Höhen aufsteigen. Anfangs wehen oft südöstliche Winde, die im weiteren Verlauf zunehmen und drehen


Altostratus gehört zu den mittelhohen Schichtwolken, befindet sich in 2.000 bis 6.000 Meter Höhe und bedeckt wie ein dicker, grauer Schleier den Himmel. Ein Tiefdruckgebiet liegt eher westlich des Beobachters. Bei der Vorhersage, ob es nördlich oder südlich vorbei zieht, hilft die Beobachtung des Windes. Anfangs weht vielfach Südostwind. Dreht er in den kommenden Stunden auf Ost oder sogar Nordost, könnte der Wetterbericht so lauten:

Die Bewölkung nimmt weiter zu, in der kommenden Nacht muss auch mit Niederschlag gerechnet werden. Das herannahende Tief zieht möglicherweise südlich vorbei und so besteht zumindest die Chance, dass kein Dauerregen folgt. Der Wind dreht im weiteren Verlauf eher weiter in Richtung Nord und morgen oft auf Nordwest. Morgen und übermorgen sind nördliche bis westliche Winde häufig, nicht selten sehr böig und im Herbst stürmisch. Nimmt die Bewölkung jedoch in den kommenden Stunden deutlich zu, ist bei östlichen bis nordöstlichen Winden eher mit länger anhaltenden Niederschlägen zu rechnen.“ Dreht der Wind rechts, ist folgendes zu erwarten: „Von Westen zieht ein Tief heran, dessen Ausläufer in den kommenden Stunden Niederschläge erwarten lassen. Die Bewölkung nimmt zu, in einigen Stunden folgen Sprühregen und Regen. Der Wind nimmt zu und dreht im Regen oft auf Südwest. In den kommenden Tagen kommt es oft zu unbeständiger Witterung mit Wind und Regen. Nimmt der Wind in den nächsten Stunden rasch zu, ist im Herbst schwerer Sturm zu erwarten. Die Temperaturen gehen zurück. Im Sommer ist nach kurzer Wetterverschlechterung, bei wenig fallendem, später steigendem Druck und auf Süd bis Südost drehendem Wind mit steigenden Temperaturen zu rechnen.“

Häufig nachfolgende Wolken:

Nimbostratus

Cumuluswolken, im niedrigsten Stockwerk angesiedelt, können sich zu kräftigen und schnell anwachsenden Wolkengebilden Verdichten


Unter Cumulus-Bewölkung wechseln sich Sonne und Wolken ab. Es bleibt trocken. Nachmittags können die Wolken dichter werden. Sehen Sie diese Wolken an einem Sommertag vormittags zusammen mit Cirren, sind für den Nachmittag Schauer und Gewitter nicht ausgeschlossen. Der Wind weht meist mäßig und ändert seine Richtung nur wenig

Cumulus congestus: Vor allem mittags und nachmittags türmen sich diese Schauer bringenden Wolkenberge auf. Sie treten oft auf der Vorderseite einer Gewitterstörung in feucht-warmer Sommerluft auf, aber auch auf der Rückseite einer Kaltfront in der einfließenden hochreichenden Kaltluft. Weht der Wind aus südlichen bis östlichen Richtungen und ist es schwül-warm, dann ist folgende Entwicklung sehr wahrscheinlich: Die Wolken wachsen rasch weiter. Aus der zunehmenden Bewölkung entwickeln sich Schauer, später auch Gewitter. Die Temperaturen steigen nur noch langsam an und können bei abendlichen Gewittern binnen weniger Minuten um zehn Grad zurückgehen. Der Wind frischt auf und weht zunehmend böig. Mit den Schauern und Gewittern sind heftige Böen und eine Winddrehung auf Südwest bis West möglich

Weht der Wind aus Nordwest bis West, können sich zwar auch Schauer und Gewitter entwickeln, doch schwächen sich diese am Folgetag deutlich ab. Im Herbst kann vor allem auf Nord- und Ostsee der erste Nachtfrost folgen

Häufig nachfolgende Wolken

Cumulonimbus, Cirrus

Cumuli entstehen in Konvektionsströmen, die sich bei starken Temperaturunterschieden in den unteren Schichten ausbilden. Cumuli congestus (li.) kommen in feucht-warmer Sommerluft auf der Vorderseite von Gewitterzonen und auf der Rückseite von Kaltfronten vor. Die kleinen und flacheren Cumulus humilis (re.) deuten auf nicht allzu kräftige Konvektion hin


Altocumulus (Ac)

Ziehen schon am Morgen Wolken mit charakteristischer Zinnen- und Türmchen-Form heran, ist Vorsicht geboten. Altocumuli castellanus entstehen in einer labilen Atmosphäre. Sie deuten auf kältere Luftmassen in der Höhe und eine bodennahe, zunehmend wärmere Luftmasse hin. Im Sommer können Schauer und


Altocumulus gehört zu den mittelhohen Wolken und wird gebildet von Flecken, Schichten oder Feldern von Wolken, die häufig weißgrau bis grau aussehen. Altocumulus kann sich wie eine lockere Decke über den Himmel erstrecken, Bänke oder Büschel bilden

Altocumulus kann durch das Aufgleiten einer ausgedehnten Luftschicht am Rande einer Aufgleitzone, aber auch aus anderen Wolkenformen wie Altostratus oder Nimbostratus Entstehen

Altocumulus castellanus: Dieser Form des Altocumulus sollten Segler besondere Aufmerksamkeit schenken. Diese Wolken sind zu erkennen an ihrem schießschartenbeziehungsweise zinnenförmigen Relief, aus dem hohe Türme herauswachsen können. Sie deuten schon morgens an, dass die Atmosphäre sehr labil geschichtet ist und die feuchten und warmen Luftmassen in der Lage sind, sehr schnell aus tieferen Schichten in höhere und deutlich kältere Schichten aufzusteigen. Zieht also am Morgen schon diese Bewölkung auf, sollte im Tagesverlauf mit einem Gewitter gerechnet werden, das sich folgendermaßen aufbaut

Im weiteren Verlauf ist eher mit zunehmender Bewölkung zu rechnen. Um die Mittagszeit können sich mächtige Quellwolken bilden. Nachmittags und abends sowie in der kommenden Nacht muss in den Sommermonaten mit Schauern und teils kräftigen Gewittern gerechnet werden. Beachten Sie die mögliche Unwetterwarnungen im Tagesverlauf. Der Wind frischt im Verlauf eher rasch auf, in Gewitternähe sind Sturmböen möglich. Die Temperaturen erreichen heute den Höhepunkt der Hitzewelle und gehen morgen deutlich zurück. Im Mittelmeerraum ist für den Folgetag kaum mit Temperaturrückgang zu rechnen.“

Häufig nachfolgende Wolken

Cumulus, Cumulonimbus, Cirrus

Stratus (St)

Stratusbewölkung tritt häufig zwischen Warmund Kaltfront im sogenannten Warmsektor auf. Sie entsteht in einer stabilen Schichtung mit starker Horizontalströmung, wenn sich also warme, wasserdampfreiche Luftmassen über kalte Luft am Boden schieben


Trübes, ungemütliches Winterwetter wird meist durch tief hängende oder fast bis zum Boden reichende Stratus-Bewölkung begleitet. Als einförmig-graue, dicke Wolkenschicht lässt Stratus häufig nicht einmal die Sonne durch. Wenn sie sichtbar ist, dann wie eine helle Scheibe mit klaren Umrissen. Stratusbewölkung bildet sich durch Abkühlung unterer Luftschichten, typisch im Winter über kaltem Land und im Frühling oder Sommer über der kalten Meeresoberfläche. Stratus kann auch als Hochnebel auftreten. Stratus ist eine typische Wolkenform, die zwischen Warmund Kaltfront im sogenannten Warmsektor auftritt. In diesem Bereich führen weiträumige Hebungsprozesse zur Bildung einer tiefen Stratusdecke. Oft fällt aus Stratus Sprühregen und Regen. Die trübe Witterung kann wenige Stunden, aber auch Tage andauern. Erst bei steigendem Luftdruck ist mit einer Änderung der Wetterlage zu rechnen. Steigt das Barometer, so dreht der Wind oft in Richtung Südwest bis Nordwest, die Wolkendecke reißt auf. Der Wind nimmt vorübergehend eher zu, im Herbst treten oft stürmische Nordwestwinde mit Schauern auf.

Häufig nachfolgende Wolken

Nimbus, Stratocumulus, Cumulus

Wetterberuhigung am Ende des Tages. Stratocumulus-Bewölkung verspricht freundlicheres Wetter


Stratocumulus, die „Haufenschichtwolke“, ist die in unseren Breiten am häufigsten auftretende Wolke. Sie gehört zur Familie der tiefen Wolken. Sie von Altostratus und Cumulus zu unterscheiden, kann schwerfallen. Stratocumulus ist etwas abgeflachter als Cumulus und setzt sich aus ballen-, schollen- oder walzenartigen Formen zusammen. Ihre abgeflachte Form entsteht durch wärmere Luftschichten, die das Wachstum der Wolke nach oben begrenzen. Stratocumulus tritt oft in den Abendstunden auf, typischerweise am Ende eines Tages mit großen und durch vertikale Winde angetriebenen Wolken sowie oft nach Schauern und Gewittern. Bilden sich diese Wolken und steigt parallel das Barometer, so nähert sich ein Hochdruckgebiet an und das Wetter beruhigt sich für mindestens 12 Stunden. Bei abendlichem Aufzug stehen die Chancen für eine ruhige Nacht gut. Diese Aussagen gelten allerdings nur, wenn nicht Anzeichen von schlechtem Wetter wie fallender Luftdruck oder Aufzug von Cirrostratus und Altocumulus auftreten

Ein typischer Wetterbericht zu Stratocumulus- Bewölkung könnte folgendermaßen lauten: „Auf der Rückseite einer abziehenden Kaltfront setzt nun oft zunehmender Hochdruckeinfluss ein. Zum Abend hin ist Wolkenauflösung und abflauender Wind zu erwarten. Die Temperaturen der kommenden Nacht können empfindlich kühler werden als in den letzten Nächten. Der Wind weht häufig anfangs noch frisch aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen, kann abends und nachts aber abflauen. Morgen wird es eher freundlicher und gab es heute noch Schauer, so ist es dann eher trocken. Im späten Herbst und Winter ist vor allem an den Küsten der Nord- und Ostsee in der kommenden Nacht mit der Ausbildung einer Hochnebeldecke zu Rechnen

Häufig folgende Wolken

Cumulus

Stratocumulus- Bewölkung tritt häufig an der Rückseite einer abziehenden Kaltfront auf, wie in den roten Markierungen zu sehen. Ist parallel zur Wolkenbildung ein Barometer-Anstieg zu beobachten, so nähert sich ein Hochdruckgebiet an


Nimbostratus (Ni)

Nimbostratus entsteht durch das Aufgleiten massiver Warmluft auf die davor liegende, bodennähere Kaltluft. Länger anhaltende und kräftige Niederschläge sind die Folge. Im Verlauf ist der Durchzug einer Kaltfront wahrscheinlich


Klar zu erkennen - aus dieser Wolke fällt kräftiger Regen. Als dunkelgraue, formlose Masse bedeckt Nimbostratus den Himmel. Die typische Regenwolke besteht aus großen Mengen feuchter Luftmassen, die langsam und großflächig aufsteigen. Die Sonne bleibt unsichtbar. Die Wolke hängt sehr tief, ihre Basis liegt oft unter 300 Meter. Sieht man unter einer dicken, dunklen Stratusdecke dunkle Fetzen heranziehen - auch Fracto- Nimbus genannt - muss man sich unter diesen auf Schauer einstellen

Zieht Nimbostratus herauf, so kann folgender Wetterbericht zutreffend sein: „In den kommenden Stunden bleibt es meist bedeckt, typisch sind langanhaltender Regen oder Schnee. Der Wind ändert Richtung und Stärke zunächst eher wenig. Im Verlauf ist der Durchzug einer Kaltfront wahrscheinlich, in deren Einfluss kräftige Niederschläge und stürmische Böen auftreten können. Der Wind dreht morgen eher auf südwestliche bis nordwestliche Richtungen. In den folgenden Tagen ist wechselhaftes und windiges Schauerwetter möglich.“

Häufig nachfolgende Wolken

Stratus, Stratocumulus

Böenwalze

Böenwalzen treten vornehmlich an Kaltfronten, Troglinien und schweren Gewittern mit heftigen Windböen, teilweise in Orkanstärke auf


Bedrohlich und dunkel kommen sie daher und verkünden nichts Gutes. Wenn in der Gewitterwolke heftiger Niederschlag einsetzt, produziert dieser kalte Fallwinde, die aus der Wolke heraus in die Richtung strömen, wo die Warmluft aufsteigt. So bewegt sich die Böenwalze fort. Vorderseitig der Böenwalze steigen die wärmeren Luftmassen auf. Mit den Böen folgt die kalte Luft hinter der Walze. Bei Durchzug können diese Sturm- und sogar Orkanstärke erreichen. Es besteht daher höchste Gefahr für Schiff und Crew. Sturm, Hagel, Starkregen und Gewitter müssen für die kommenden Minuten und Stunden erwartet werden. Die Temperaturen können mit dem Niederschlag um bis zu zehn Grad zurückgehen.

Häufig folgende Wolken:

Cumulonimbus, Stratocumulus, Cirrus

Cumulonimbus (Cb)

Cumulonimbus gehören zu den vertikalen Wolken, das heißt, sie erstrecken sich über mehrere Stockwerke und können zu mächtigen Wolkengebilden anwachsen


Cumulonimbus erscheint als massige, sehr hohe und schnell wachsende Quellwolke. Im oberen Abschnitt weist sie glatte, faserige Abschnitte auf. Ist sie im unteren Teil flach und ambossartig, steht ein Gewitter bevor

a) Hitzegewitter: Die Gewitter verlagern sich meist aus westlichen Richtungen in Richtung Osten. Dabei sind teils schwere Gewitter mit Hagel und Sturmböen zu erwarten. Vor allem aus der Südostseite einer solchen Gewitterzelle sind die Böen besonders heftig und stellen eine Gefahr für Segler dar. Weht der Wind aus südöstlichen bis südlichen Richtungen und liegt die Gewitterzelle von Ihnen aus betrachtet in Richtung Westen bis Nordwesten, ist die Wahrscheinlichkeit für Starkregen, Hagel und Sturmböen besonders hoch. Der Wind dreht nach den Gewittern dann oft auf südwestliche bis westliche Richtungen. Die Temperaturen können nach einem heißen Tag binnen weniger Minuten um zehn Grad sinken

Tauchen diese Wolken von Ihnen aus betrachtet im Südwesten oder Süden auf und dreht der Wind aus südlichen bis südöstlichen Richtungen teilweise auf Ost, besteht die Chance, dass die Gewitterzelle südlich an Ihnen vorbei zieht und der Wind bei kräftigen Gewitterzellen sogar über Nordost und Nord auf West drehen und sich vorübergehend bis zu Windstille abschwächen kann. Wenn in den kommenden zwei Stunden kein Regen einsetzt, ist es möglich, dass auch kein weiterer Regen folgt. Der Temperaturrückgang in der Nacht ist nur mäßig. Häufig nachfolgende Wolken sind Cirrus, Stratocumulus, Altocumulus, Cumulus

Rückseitengewitter: In klarer kalter Luftmasse vor allem im Spätsommer und Herbst: Auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs ist mit nordwestlicher Strömung Kaltluft herangeströmt. Diese ist vor allem in der Höhe besonders kalt. Das Wasser ist vom Sommer noch warm, und so können diese gewaltigen Wolkentürme entstehen. Bei rasch wechselnder Bewölkung ist mit zum Teil kräftigen Schauern zu rechnen. Im Herbst ist Graupel möglich. Der Wind weht oft frisch und in Böen stark bis stürmisch aus oft westlichen bis nördlichen Richtungen. In Schauernähe sind Sturmböen nicht selten. Einzelne Gewitter sind möglich. Für die kommenden Tage sind zwei Entwicklungen typisch. Vor allem im späten Herbst ist eine kühle, ruhige und eher windschwache Hochdrucklage nicht selten. Im Spätsommer und frühen Herbst sind eine rasche Erwärmung und auf südwestliche Richtungen drehende Winde häufig

Häufig nachfolgende Wolken

Cirrus, Stratocumulus, Altocumulus, Cumulus

Cumulonimbus ist eine typische Gewitterwolke. Hitze- und Kaltfrontgewitter (links) ziehen auf der nördlichen Erdhalbkugel meist von West nach Ost. Sie bringen die massigen Quellwolken des Cumulonimbus mit sich. Rückseitengewitter (rechts) treten auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs mit der von Nordwesten heranströmenden Kaltluft auf


Fotos: segeln-Archiv

Fotos: Wikimedia Commons, L. Nagel, Carlo Borlenghi/Regattanews.com