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Seen-Sucht


Ratgeber Frau und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 27.08.2021

MIT DEM WOHNMOBIL AN DEN BODENSEE

REISE

Artikelbild für den Artikel "Seen-Sucht" aus der Ausgabe 9/2021 von Ratgeber Frau und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ratgeber Frau und Familie, Ausgabe 9/2021

Meersburg ? traumhafte Lage am Ufer des Bodensees

Ein paar Angler warten geduldig auf den großen Fang. Rund 40 Zentimeter lang können die beliebten Bodensee-Felchen werden, deren Schuppen silbrig glänzen. In sicherem Abstand stakst ein Reiher durchs Schilf, auf der Suche nach kleinen Fischen.

Der Bodensee ist ein beliebtes Ziel, auch bei Campern. Naturnah, beschaulich und weit weniger überlaufen ist die Höri, die urwüchsige Halbinsel zwischen Radolfzell und dem schweizerischen Stein am Rhein. Am besten erkundet man die Gegend mit dem Rad. Während das Wohnmobil in Radolfzell stehen bleibt, wo es gleich zwei Wohnmobilstellplätze in Seenähe gibt.

Die Ruhe genießen

Auf dem Bodensee-Radweg geht es heute um den Untersee. Vor dem Friedhof in Horn liegt dem stillen Betrachter der Untersee mit der Insel Reichenau zu Füßen. Im Hintergrund lassen sich sogar die Alpen blicken. Schneereste sitzen wie kleine weiße Hauben ...

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... auf ihren Gipfeln. Zeit zum Durchschnaufen. Die Gedanken kommen zur Ruhe. Zurück auf dem Rad, taucht das Strandbad Horn auf, das direkt am Campingplatz liegt. Abkühlung gefällig? In Gaienhofen verlockt der Garten des Mia- und Hermann-Hesse-Hauses zu einem Blick über den Zaun: Rosmarin und Salbei verströmen ihren herben Duft. Im benachbarten Hemmenhofen wohnte der Maler Otto Dix (1891–1969). Sein Haus und der weitläufige Garten thronen über dem See. Auch hier riecht es nach Sommer: Die Duftrosen, in Rosa, Gelb, Rot und Weiß betören die Besucher des heutigen Museums.

Bald stellt sich ein angenehmer Radrhythmus ein. Vollauf zufrieden mit sich und der Welt, den Blick immer wieder aufs glitzernde Wasser gerichtet, geht es weiter am Ufer entlang. Nur so schnell, dass Zeit zum Schauen und Genießen bleibt.

Mediterranes Flair

In Wangen erregt ein kleines schilfgedecktes Holzhaus am Ufer die Aufmerksamkeit der Vorbeikommenden. Das nachgebaute Pfahlhaus entführt Sie ins 5. bis 1. Jahrtausend vor Christus. Die Pfahlbauten, die hier gut verborgen im Wasser schlummern, gehören zu den ältesten am Bodensee und sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Das Rad fliegt nur so nach Kattenhorn hinunter, wo die schmucken Häuschen und grünen Oasen für mediterranes Flair sorgen. Bienen und Hummeln schwirren durch die Luft auf ihrem Weg zu den bunten Blumen in den Gärten. Der kleine Vorort von Öhningen ist ein richtiges Kleinod. Die evangelische Petruskirche (bekannt wegen der Glasfenster von Otto Dix) steht an der Straße – von der Blasiuskapelle am See fällt der kleine zwiebelähnliche Turm ins Auge.

Kurz vor der Schweizer Grenze geht der See in den Rhein über. Die Fahnen an der Rheinbrücke flattern. Schnell ist sie überquert. Auf einer Mini-Insel steht das Kloster Werd – unbedingt im Labyrinth abtauchen. Der rötlich gestreifte Inselkater beobachtet einen dabei.

Wer nach den knapp 25 Kilometern genug hat, dreht um und radelt über Ramsen und das Hinterland zurück zum Stellplatz in Radolfzell. Für alle anderen geht es am Schweizer Ufer ein Stück den Berg hinauf, vorbei an Obstplantagen und Weinbergen, wo sich die ersten Beeren zeigen. Gottlieben am Seerhein ist mit rund 300 Einwohnern das kleinste Dorf am Untersee – herrschaftliche Riegelbauten und die Gottlieber Hüppen, feinste Konditorkunst aus Schokolade, laden zu einer Pause ein.

Rotgelbes Farbenmeer

Durch das Wollmatinger Ried, das bedeutendste Naturreservat hier am See, kommen die Radler nach Konstanz. Ein Stückchen weiter, in Allensbach, zwitschern die Vögel. Von den Bänken der Uferanlage sieht man die Insel Reichenau. Das Himbereis der Eisdiele „Schuhmacher“ schmeckt herrlich nach Himbeeren. Herbert Schuhmachers Leidenschaft ist seit 60 Jahren die Eisherstellung. So wie die Kugel Eis, geht auch die Radtour zu Ende – noch zehn Kilometer bis Radolfzell. In der Ferne taucht bereits der Kirchturm des Münsters Unserer Lieben Frau auf, mit 82 Metern der höchste am See.

Zurück auf dem Marktplatz stimmen die Glocken des Münsters ihr abendliches Geläut an. Wen es noch nicht ins Wohnmobil zieht, der sitzt im „Strandcafé Mettnau“ beim Sonnenuntergang in der ersten Reihe.

Das letzte Sonnenlicht taucht das Hegau in ein rotgelbes Farbenmeer und ist bald hinter den Hügeln verschwunden. Wer noch nicht genug hat, bleibt noch einen Tag auf der Mettnau stehen. Das Tolle am Ausflug mit dem Wohnmobil ist, Pläne, sofern es sie gibt, jederzeit ändern zu können: Man bleibt stehen oder fährt einfach weiter.

Auf zur Insel

Der nächste Stopp bietet sich bereits nach 20 Kilometern an, wo man die B 33 auch schon wieder verlässt. Auf die Insel Reichenau führt eine 1300 Meter lange Pappelallee. Die Bäume spenden angenehmen Schatten. Links und rechts ruht der See, auf dem sich die Sonnenstrahlen brechen. Dann passiert man auch schon die Kirche St. Georg. Ihre Wandbilder entstanden Ende des 10. Jahrhunderts und gehören zu den frühesten Zeugnissen ihrer Art nördlich der Alpen. Nur wenige Meter entfernt befindet sich der fast schon legendäre Fischimbiss „Bei Riebels“. Das Gemüse, das es als Beilage gibt, ist knackig und frisch! Der Bodensee steht für Genuss: Gemüse, Felchen und Wein. Das Münster St. Maria und Markus ist nicht zu übersehen und die älteste Kirche der Insel. Das Kloster wurde nach seiner wechselhaften Geschichte 1757 aufgelöst. Heute keltert dort der Winzerverein den Reichenauer Wein; täglich geöffnet – außer sonntags.

Bereits im Jahr 818 wuchsen auf der Insel die ersten Weinstöcke, die lange Zeit die Existenz der Familien sicherten – bis der Gemüseanbau die Reben mehr und mehr verdrängte. An den sanften Hängen mit Blick aufs Wasser gedeihen Weiß-, Grau-, Spätburgunder und Rosé. Inmitten der Rebhänge liegt der Aussichtspunkt Hochwart, ein Café mit Galerie und einem grandiosen Rundumblick: über die Insel und den See. Am Inselende ragen die beiden Türme von St. Peter und Paul mit ihren roten Ziegeldächern in den Himmel. Hier steht die letzte der drei romanischen Kirchen der Insel. Der Tag neigt sich dem Ende zu und das Wohnmobil hält am Campingplatz Sandseele, direkt am Wasser. Was für ein Sommerabend. Die Sonne senkt sich über dem Hegau, während eine sanfte Brise übers Wasser streift. Auf der Restaurantterrasse sind die Plätze begehrt. Aber am Wasser stehen ein paar Bänke und Tische, dazwischen liegen Baumstämme. Kleine Wellen plätschern ans Ufer. Mit einem Glas Inselwein in der Hand kommt die Leichtigkeit wie von selbst. Auf der gegenüberliegenden Uferseite verschwindet langsam die Turmspitze der Kirche von Horn. Dann verschluckt die Dunkelheit auch die beiden Palmen am Strand des Campingplatzes.

See-Wechsel

Vom Untersee geht es über den Bodanrück, eine stille Halbinsel zwischen Untersee und Überlinger See, nach Bodman. „Driving Beats“ – es gibt tatsächlich Apps mit Musik zum Cruisen – passen zum Roadtrip und dem Freiheitsgefühl auf vier Rädern. Hier am nordwestlichen Teil des Obersees liegt der Skulpturengarten von Peter Lenk. Die Werke des Bildhauers sorgen für Diskussionsstoff. Die Wand des Seeums ziert sein „Narrenschiff “, ganz oben ist ein Klavierspieler zu sehen, inspiriert von der Situation auf der Titanic kurz vor ihrem Untergang. Vorne tanzen und feiern Vorstandsvorsitzende der Automobilbranche. So hat Lenkden Dieselskandal mit seinem Kunstwerk verewigt.

Eine mittelschwere Wanderung mit weitem Blick führt vom Strandbad in Bodman (mit Abstellmöglichkeit fürs Wohnmobil) zum Bisongehege auf den Bodanrück und hinauf auf 700 Meter Höhe. Rund 20 Bisons, zottelige Wildrinder, grasen friedlich auf den Weiden. Das Hofgut Bodenwald lädt zur Einkehr ein. Herrlich erfrischend ist das anschließende Bad im Naturfreibad. Übernachtet wird im Wohnmobilhafen im gegenüberliegenden Ludwigshafen. Im Hafen hängt das Triptychon „Ludwigs Erbe“. Peter Lenks Gesellschaftssatire rechnet mit der menschlichen Habgier ab. Seine Werke begegnen einem immer wieder auf der Tour entlang des Sees. Zur blauen Stunde gibt es Pasta, während am Himmel die ersten Sterne funkeln.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Wohnmobil nach Überlingen auf den Campingplatz Nell. In Überlingen präsentiert sich dieses Jahr die erste Landesgartenschau des Bodensees (30.4.–17.10.) – Corona-bedingt mit einem Jahr Verspätung: Neue Grünanlagen, innerstädtische Gärten und ein farbenfrohes Blumenmeer im und ums Wasser laden zum Flanieren, Staunen und Verweilen ein.

Mit etwas Glück entdeckt man hier auch einen Waldrapp. Dann unbedingt rechts ranfahren und halten. Ein Vorteil, wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist – denn der Weg ist das Ziel! Am Hinterkopf trägt der „schräge Vogel“ schwarze Büschel, vorne hat er eine rote Stirnglatze und einen langen dünnen Schnabel. Vor rund 400 Jahren war er fast ausgestorben. Über die letzten Jahre wurden die Tiere hier am See von Ziehmüttern aufgezogen und ausgebildet. Sogar über die Alpen, ins Winterquartier in die Toskana, begleiteten die Ziehmütter ihre Schützlinge und zwar im Ultraleichtflugzeug. Da jedes Tier einen GPS-Sender trägt, kann ihr Flug mitverfolgt werden.

Kaum zehn Kilometer entfernt liegt das älteste Freiluftmuseum Deutschlands: die Pfahlbauten. Die kleinen Holzhütten auf Stelzen schmiegen sich eng aneinander und nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise – über 10 000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Zum Stellplatz in Meersburg sind es nur wenige Minuten. Mit dem Bus kommt man ganz bequem von hier in die Altstadt, die ebenfalls eine geschichtsträchtige Vergangenheit hat. Sie sollten lieber etwas mehr Zeit zum Bummeln einplanen.

Wer gleich nach Konstanz weiter möchte, ist in 15 Minuten mit der Autofähre am gegenüberliegenden Ufer. Allzu schnell kommt der Hafen von Konstanz in Sicht. An der Einfahrt steht eine riesige Statue, die zwei zwergenhafte Männchen hält. Die „Imperia“ von Peter Lenk ist neun Meter hoch und 18 Tonnen schwer und erinnert an das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418.

Relativ ruhig und direkt am Wasser sitzt man bei Kaffee und Kuchen im Schloss Seeheim, das direkt vor dem Strandbad von Konstanz liegt. Zum Übernachten geht es ans Klausenhorn, einer kleinen Landzunge, die sich zwischen den beiden Fischer- und Bauerndörfern Dingelsdorf und Wallhausen in den Bodensee schiebt. Auch am Bodensee gibt es noch ruhige Plätzchen: zum Innehalten, Bestaunen und Stehenbleiben.

Gut zu wissen

Am See liegt der Stellplatz auf der Insel Mettnau in Radolfzell in der Strandbadstraße 32. Duschen, WC und kostenloses WLAN bietet der größere Platz, der auf der Mettnau liegt, ganz seenah.

Auf dem familiären Campingplatz in Horn treffen sich Kunst, Natur und Kultur, www.gaienhofen.de/de/tourismus/unterkuenfte/ campingplaetze Auch der Campingplatz Wangen liegt direkt am See und hat ein Strandbad, https://indlekofer.jimdo.com Auf der Insel Reichenau stehen auf dem Campingplatz sogar Palmen, www.sandseele.de Der erste Wohnmobilhafen am See in Bodman- Ludwigshafen macht seinem Namen am Wasser alle Ehre, www.der-erste-wohnmobilhafen-am-see.de In Überlingen hat der Campingplatz Nell Seezugang, www.campingplatz-nell.de Der Wohnmobilstellplatz in Meersburg hat Busanbindung in die Altstadt, www.meersburg.de/de/ Tourismus/Übernachten/Wohnmobilparkplatz Zwischen Dingelsdorf und Wallhausen liegt der Campingplatz Klausenhorn am Wasser, www.camping-klausenhorn.de