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Seenotkreuzer erinnert an tragisches Unglück


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 20/2020 vom 27.01.2020

Es war ein tragisches Unglück, das sich vor 25 Jahren am Abend des 1. Januar 1995 ereignet hat: Bei der Havarie des Borkumer Seenotrettungskreuzers „Alfried Krupp“ kamen zwei Rettungsmänner ums Leben. Der Hooksieler Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ erinnert bis heute daran: Er trägt den Namen des damals von der See von Bord gerissenen Vormanns.


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Der Hooksieler Seenotkreuzer „Bernhard Gruben“ erinnert an den vor 25 Jahren in einem Einsatz ums Leben gekommenen Vormann der „Alfried Krupp“.


(Foto: Theo Kruse)

Die Havarie der „Alfried Krupp“ gilt als eine der größten Tragödien des Seenotrettungswesens. Es war eine wilde Sturmnacht, als vier Rettungsmänner der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Richtung Niederlande ausliefen: Sie beteiligten sich an der Suche nach einem holländischen Seenotretter, der beim Hilfseinsatz für einen manövrierunfähigen türkischen Frachter über Bord gegangen war. Keiner der Vier hätte erwartet, dass er selbst um sein Leben würden kämpfen müssen.


„Bernhard Gruben“ trägt den Namen des vor 25 Jahren bei einem Einsatz über Bord gegangenen Vormanns der „Alfried Krupp“


Die „Alfried Krupp“ war auf dem Rückweg um 22.14 Uhr von einer Grundsee überrollt worden und durchgekentert. Unsinkbar und selbstaufrichtend konstruiert, drehte sich der Seenotkreuzer zwar schwer beschädigt auf ebenen Kiel zurück, doch Maschinist Theo Fischer, 51 Jahre alt aus Ditzum, war dabei über Bord gegangen. Er hatte mit Vormann Bernhard Gruben (53) aus Neuharlingersiel im oberen offenen Fahrstand gestanden. Aus der Grundsee aufgetaucht, entdeckten die Männer, dass der Maschinist fehlte. Vormann Gruben war verletzt, Rettungsmann Diederich Vehn hatte den Fuß gebrochen, Bernhard Runde war ebenfalls verletzt. Der Kreuzer war manövrierunfähig: Beim Durchkentern waren die Maschinen ausgefallen, der Mast zerdrückt, Wassereinbruch und Kommunikation lahmgelegt.

90 Minuten später war ein Rettungshubschrauber zur Stelle. Vom Vorschiff aus versuchten die Männer, die Windenschlinge zu greifen - vergeblich. Der Vormann schickte seine Leute zurück ins sicherere Deckshaus - ihn selbst nahm eine weitere Sturzsee mit, die urplötzlich über der „Alfried Krupp“ hereinbrach. Es dauerte einige Stunden, bis ein deutscher und ein niederländischer Rettungskreuzer zur Stelle waren, um die beiden Überlebenden zu retten und die havarierte „Alfried Krupp“ am Haken nach Eemshaven zu schleppen. Drei Tage lang durchpflügten andere Rettungskreuzer die See auf der Suche nach den Vermissten - vergebens.

Bernhard Grubens Leiche wurde Ende Februar am Strand von Juist geborgen. Maschinist Theo Fischer blieb bis Mitte August verschollen, dann wurde seine Leiche nördlich von Borkum entdeckt und geborgen. Aus dem tragischen Unglück der „Alfried Krupp“ vor 25 Jahren zog die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger die Konsequenz, dass alle Schiffe nur noch geschlossene Fahrstände haben. Die „Alfried Krupp“ wurde damals instandgesetzt, sicherheitstechnisch modernisiert und wieder auf Borkum stationiert. Nach 32 Einsatzjahren wird sie im Frühjahr 2020 durch die zurzeit in Bau befindliche „Hamburg“ abgelöst. An den vor 25 Jahren verunglückten Vormann Bernhard Gruben erinnert der 1997 in Dienst gestellte und in Hooksiel stationierte Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“. Auch nach Theo Fischer wurde ein Rettungskreuzer benannt; er ist in Darßer Ort stationiert.

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