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Seerosen Die Königin der Wasserpflanzen


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aquaristik - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 03.08.2022
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Bildquelle: aquaristik, Ausgabe 5/2022

Eine sehr schöne Züchtung, die tropische Seerose: Nymphaea ?Tanzanite?.

„Seerosen lenken das Auge des Betrachters auf sich!“

40 Arten und viele Sorten

Seerosen haben durch ihre großen Blätter eine dominante Stellung im Aquarium. Sie lenken das Auge des Betrachters auf sich, vor allem, wenn es sich um gemusterte Seerosenblätter handelt. Mich fasziniert besonders die Nymphaea minuta, da sie unter und über Wasser blüht.

Es gibt in der Natur circa 40 Arten und unzählige Sorten von Seerosen, die in verschiedene Gruppen und mehrere Untergattungen unterteilt sind. Unsere einheimischen, winterharten Seerosen gehören in die Untergattung Nymphaea, zu der nur fünf Arten zählen, während alle anderen Arten aus den Tropen und Subtropen stammen. Zu ihnen gehört auch der Tigerlotus, die bekannteste Aquarienseerose, aus der Untergattung Lotos.

Wann blühen Seerosen?

Blüten werden gezeigt, wenn ausreichend Licht über einem offenen Aquarium vorhanden ist. Um die Blütenbildung zu induzieren, ...

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... kann man das Wasser im Winter etwa 2-3 °C kühler halten und dann wieder auf 25-28 °C erhöhen. Gleichzeitig sollte die Beleuchtungsdauer von acht auf elf bis zwölf Stunden erhöht werden.

„Mich fasziniert besonders die Nymphaea minuta, da sie unter und über Wasser blüht.“

Die Kleinste

Die kleinste Seerose, Nymphaea thermarum, wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt und ist wahrscheinlich in der Natur schon ausgestorben. In einigen Botanischen Gärten und bei wenigen Privatleuten existiert sie aber noch. Allerdings ist sie für die Aquarienhaltung ungeeignet, denn nur der Wurzelbereich darf im Wasser stehen, Blätter und Blüten stehen darüber. Die Blüten messen keine zwei Zentimeter, die Blätter vielleicht vier Zentimeter im Durchmesser.

Die Besondere

Auch erst vor gut 20 Jahren wurde eine Seerose entdeckt, die sich sehr gut für größere Aquarien eignet: Nymphaea minuta. Trotz ihres Namens, der „klein“ bedeutet, kann sie ihre Blätter bis in über einen Meter Höhe wachsen lassen.

Das Besondere an dieser Seerose ist aber, dass sie nicht nur unter und über Wasser blühen kann, sondern dass sie sich auch unter Wasser selbst besamt. Das gibt es bei keiner anderen Seerose. Und selbst wenn die Blüte unter Wasser nicht aufgeht (was gar nicht selten vorkommt), bildet sie dank Eigenbefruchtung trotzdem Samen.

Tipp

ImPrinzip kann man Seerosen in jedem Aquarium einsetzen. Hat man Knollen, kann man sie in einem kleinen Gefäß vorkeimen lassen. Sie werden so eingepflanzt, dass die Knolle gerade mit dem Substrat bedeckt ist. Hat man Jungpflanzen, werden diese auch mit den Wurzeln eingesetzt, wie andere Wasserpflanzen.

ImPrinzip kann man Seerosen in jedem Aquarium einsetzen. Hat man Knollen, kann man sie in einem kleinen Gefäß vorkeimen lassen. Sie werden so eingepflanzt, dass die Knolle gerade mit dem Substrat bedeckt ist. Hat man Jungpflanzen, werden diese auch mit den Wurzeln eingesetzt, wie andere Wasserpflanzen.

In entsprechend großen Aquarien kann diese Seerose deswegen größere Bestände bilden, die öfter mal ausgelichtet werden müssen. In kleineren Aquarien kann sie kümmern.

Der Tigerlotus

In der Aquaristik ist vor allem eine Art seit Langem verbreitet: der Tigerlotus Nymphaea lotus aus der Untergattung Lotos, zu der nur noch zwei weitere Arten gehören. Ihr weiterer Name „Ägyptische Weiße Seerose“ enthält einige weitere Angaben.

Literatur

Bec d, Dieter & Harro Hier ni u (2006):

Seerosen – Blütenzauber im Gartenteich.

Dähne Verlag, Ettlingen, 220 pp. 26,80 €

Bec d, Dieter (2020):

Seerosen-Fibel – Schönheiten für Teich und Kübel.

Dähne Verlag, Ettlingen, 144 pp. 19,80 €

Dennursprünglich soll sie aus Ägypten stammen, kommt aber wohl auch in vielen anderen Teilen Afrikas vor. Eingebürgert ist sie heute auch in Nord- und Südamerika zu finden.

In einem kleinen See in Rumänien liegt das möglicherweise einzige natürliche Vorkommen der Variante Nymphaea lotus var. thermalis, das bereits 1799 entdeckt wurde. Vorkommen in Warmquellen in Ungarn und anderen Ländern beruhen wohl auf Aussetzen durch Aquarianer oder zu Zuchtzwecken. Die Blüten erscheinen in der Nacht und schließen sich am späten Vormittag wieder. Die drei Vertreter dieser Untergattung sind also nachtblühende Arten.

Die Naturform hat meist sattgrüne, ungemusterte Blätter. Allerdings gibt es auch Exemplare mit einer starken Blattmusterung, wie sie für viele tropische Seerosen typisch ist. Diese Blätter können sowohl rot als auch grün sein. Durch gezielte Auslese wurden verschiedene noch farbkräftigere Varianten erzielt, wie auf den Fotos zu sehen.

Gelegentlich wird die rote Variante unkorrekt als Nymphaea lotus var. rubra angeboten, das ist aber eine andere Art aus der gleichen Untergattung und ebenfalls nachtblühend, allerdings ist die Blütenfarbe ein leuchtendes Rot.

Die Blüte des Tigerlotus ist reinweiß. Leider erscheint sie nur selten im Aquarium, dieses muss dazu unbedingt oben offen sein.

Pflege im Aquarium

Eigentlich kann man Seerosen schon in einem 60-l-Aquarium einsetzen, wenn man sie immer wieder einkürzt. Sie sind dort allerdings sehr dominant. Ansonsten sind sie in Aquarien ab 100 cm Kantenlänge am besten aufgehoben. Man kann sie zentral einsetzen, dann sind sie „der“ Blickfang, aber auch an einer Seite, wenn man mehr Abwechslung in der Bepflanzung haben möchte.

Der Tigerlotus und die anderen im Aquarium gepflegten Seerosen sind Sonnenanbeter. Sie brauchen viel Licht, am besten Sonnenlicht, zumindest zeitweise sollte es ins Aquarium scheinen. Auch eine kräftige LED-Beleuchtung (möglichst tageslichtweiß, 5500-6500 K) kann dazu führen, dass die Blätter nicht an die Oberfläche wachsen.

Das ist nämlich meist unerwünscht. Sollte es doch passieren, kann man die Blätter einfach so tief wie möglich abschneiden. Sind allerdings nur hochwachsende Blätter vorhanden, darf man sie nicht beschneiden, die Pflanze würde sonst eingehen. Da hilft nur mehr Licht.

Düngung und Wachstum

Der Tigerlotus wird oft als Knolle oder kleine Pflanze geliefert. Die Knollen können in den Bodengrund gesteckt werden, aber nur leicht mit Substrat bedeckt. Bis die Pflanzen die meist auf den Angebotsbildern gezeigte Pracht zeigen, dauert es dann schon noch mehrere Monate. Wichtig ist auch eine gute Nährstoffversorgung, hier kann man mit Düngekugeln oder -kegeln im Bodengrund arbeiten.

Wenn die Seerose zu groß ist, kann man sie auch teilen oder die Ableger, die an Ausläufern des Rhizoms wachsen, an anderer Stelle ansiedeln.

Empfehlung

Optimal für die Pflege sind Temperaturen um 25 °C, die einigermaßen konstant sein sollten. Starke Schwankungen und kühle Temperaturen werden nicht gut vertragen. Die Wassertiefe darf beim Tigerlotus bis über einen Meter betragen, ähnlich wie bei N. minuta.

Tropische Seerosen

Tropische Seerosen haben ein großes Spektrum an Farben, Formen und Größen. Die größte Seerose, die zwar auch zu den Seerosengewächsen gehört, aber nicht sehr nahe mit den kleineren Arten verwandt ist, ist Victoria cruziana, gefolgt von der ebenfalls sehr großen V. amazonica. Deren beider Blattdurchmesser kann bis zu 1,7 m betragen, der Durchmesser der nur nachts erscheinenden, weißen bis rosafarbenen Blüte liegt bei bis zu 40 cm. Die Blätter sind durch Hohlkammern so stabil, dass sie kleine Kinder tragen können.

Diese auch Riesenseerosen genannten Arten werden oft in Botanischen Gärten gehalten, gerne auch als Kreuzung. Samen können über das Internet erworben werden und auch Privatleute können sich – mit einem beheizten Teich – an der Haltung versuchen.

Eigentlich sind die tropischen Arten genauso gut für das Aquarium geeignet wie jetzt schon der Tigerlotus. Aber bisher haben sich nur wenige dafür interessiert. Im Teichbereich dagegen gibt es viele Fans, die aber das Problem der Überwinterung haben, weil das im Freiland nicht klappt.

Weitere tropische Seerosen

Die meisten tropischen Seerosen werden im Sommer im Gartenteich gepflegt. Im Aquarium fehlt ihnen oft ausreichend viel Licht. Trotzdem wäre es durchaus reizvoll, es einmal mit ihnen zu versuchen, denn sie zeigen wunderbare Blütenfarben.

Viele Sorten werden im späten Frühjahr für den Teich angeboten. Wenn man sie über den Sommer im Teich hält, kann man durchaus versuchen, sie in einem hellen Aquarium zu überwintern. Lässt man die Blätter an die Wasseroberfläche wachsen, um die Blütenbildung zu induzieren, sollte man unbedingt darauf achten, dass a) ausreichend Platz nach oben ist und b) kein Schwitz- oder Spritzwasser (vom Filter) auf die Blätter tropft, das mögen Seerosen generell nicht.

Seerosen gehören in den Tropen zu den wenigen Pflanzen, die auch in extremem Schwarzwasser mit nur wenigen Zentimeter Sichttiefe vorkommen, da sie mit den Schwimmblättern Fotosynthese betreiben können.

Geschützt

Unsere einheimischen Seerosen – Nymphaea alba, N. candida und N. tetragona – eignen sich nicht für die Haltung im Aquarium. Sie gehören auch zu den bedrohten Arten und stehen unter dem Schutz der Bundesartenschutzverordnung. Sie dürfen nicht der Natur entnommen werden.

Bezugsquellen:

Seerosen für das Aquarium werden im Fachhandel und im Internet angeboten. Der Tigerlotus wird meist als Knolle oder Jungpflanze angeboten. Interessiert man sich für N. minuta, kann man Pflanzen kaufen, die schon eine gewisse Größe haben. Die Preise liegen bei wenigen bis zu etwa 10 €/Knolle oder Pflanze. Will man andere tropische Seerosen ins Aquarium bringen, kann man sie aus Samen züchten (die für wenige Euro im Internet angeboten werden) oder – meist im Frühjahr – bei Seerosenhändlern beziehen (die sich auch im Internet finden lassen). Hier muss man je nach Sorte und Größe etwas mehr anlegen, zwischen 15 und 40 €.