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Segelurlaub leicht gemacht


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segeln - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 19.01.2022

Dufour 32

Artikelbild für den Artikel "Segelurlaub leicht gemacht" aus der Ausgabe 2/2022 von segeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Testdaten

Testrevier: Frankreich, La Rochelle

Testbedingungen: 3-4 Windstärken, später 2

Konzept: Fahrtenyacht für Einsteiger

Preis: Ab 99.600 Euro (exkl. MwSt.)

Die neue Dufour 32 feierte auf der In-Water- Bootsmesse Grand Pavois in La Rochelle im Oktober Premiere. Im Yachthafen Les Minimes lagen entsprechend viele frische Modelle. Doch der neuen Dufour gelang es trotzdem, sich mit einigen ungewöhnlichen Ideen vom Wettbewerb abzusetzen. Besonders die Heckpartie fällt ins Auge. Anstelle eines festen Spiegels hängt eine aufblasbare Badeplattform am Heck. Zum Abklappen muss die Crew nur ein paar Leinen fieren.

Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Plattform außerdem vom Heck lösen und als Mini-SUP verwenden – oder zusammenlegen und verstauen. Das offene Heck soll den Zugang im Hafen erleichtern. Damit verbunden ist die platzsparende Pinnensteuerung.

Diese passt zu einer weiteren Idee: Optional ...

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... ist ein Cockpittisch zu haben, der auch als Basis für eine Liegefläche zwischen den Duchten verwendbar ist. Verstaut wird der Tisch umgedreht am Cockpitboden. Denkbar einfach ist die Installation des zugehörigen Sonnensegels, das die Liegefläche im Cockpit beschattet: zwei Stützen am Heckkorb, ein Spanngurt um die Baumnock, zwei Spanngute um die Wanten – fertig.

Bei der Großschot entscheidet man sich dann am besten für die Variante mit der festen Part auf dem Aufbau. Die lose Part kommt in diesem Fall von vorne im Cockpit an und geht auf die Winschen. Wer es sportlicher mag, kann zusätzlich einen Fußpunkt im Cockpit wählen. Dann läuft die feste Part am Baum weiter bis zur Nock und endet dort an einem Auge. Wenn man den Fußpunkt im Cockpit nutzen will, pickt man dort und an dem Auge an der Baumnock eine Talje ein und kann damit den Feintrimm erledigen.

Ungewöhnliche Details

Doch nicht nur die geräumige Heckpartie der Dufour 32 fällt auf. Auch der Baum erscheint ungewöhnlich. Optional wird er auf beiden Seiten von je einer schräg abstehenden Luftkammer verkleidet, so dass sich im Querschnitt ein auf der Spitze stehendes Dreieck ergibt. Die Luftkammern bilden das Segelkleid. Dufour nennt das „Sail In Boom“, also Segel im Baum. Das Sail In Boom soll die Handhabung des Segels beim Reffen und Bergen vereinfachen. An der Oberseite wird das Fach mit Reißverschlüssen verschlossen.

Ein drittes Kennzeichen fällt im Grunde erst unter Deck auf: das große Volumen. Mit 3,33 Meter ist die Yacht sehr breit. Auch die Stehhöhe von 1,85 Meter ist groß für ein Boot dieser Länge. Trotzdem wirkt die Yacht von außen im ersten Moment nicht besonders plump oder hochbordig. Den Gestaltern von Felci Yacht Design gelingt es, mit langen Fensterflächen in Aufbau und Rumpf nicht nur für Licht unter Deck zu sorgen, sondern das Boot auch optisch zu strecken.

Technische Daten

Kontakt: Dufour Yachts 11 Rue Blaise Pascal 17180 Périgny Frankreich Tel.: +33 5 46 30 07 60 Web: www.dufour-yachts.com E-Mail: info@dufour-yachts.com

An Deck

Eine Menge neue Ideen

1. Das Laufdeck ist breit und frei

2. Das Sail-in-Boom-Konzept dient als Ersatz für Lazybags und macht Reffbändsel überflüssig

3. Eine Selbstwendefock vereinfacht das Kreuzen

4. Die aufblasbare Badeplattform dient auch als Mini-SUP und lässt sich aufgerollt verstauen

5. Das Cockpit ist weitgehend frei von Tauwerk

6. Bei Bedarf lässt sich eine Talje für den Feintrimm der Großschot anschlagen

7. Der Cockpittisch kann auch als Basis für eineLiegefläche dienen

8. Unterwegs lagert der Cockpittisch umgedreht am Boden

9. Stauraum bietet die Backskiste

Beim Verlassen des Hafens weht der Wind mit drei bis vier Beaufort, in Böen mehr. Das Handling ist auch bei unsteten Bedingungen einfach und sicher. Fast alles lässt sich aus dem Cockpit regeln. Fallen, Trimmleinen und Strecker liegen am Niedergang unter der recht hohen Sprayhood. Das Boot liegt angenehm leicht auf dem Ruder. Es bringt eine kleine Luvgierigkeit mit. Mit dem Teleskopausleger lässt sich die Dufour 32 selbst von der hohen Kante aus gut steuern.

Großes Volumen

Auf der hohen Kante ist außerdem das große Volumen spürbar. Man sitzt für eine Yacht von 32 Fuß Länge relativ hoch über dem Wasser. Die optionalen Polster sind mit Kederschienen befestigt. So lassen sie sich leicht an die jeweilige Sitzposition schieben. Eine Etage tiefer kann man sich bequem anlehnen. Trotz der recht hohen Sprayhood ist die Sicht voraus an der Seite vorbei ziemlich gut. Auch der Durchgang an Deck nach vorne ist dank der außen liegenden Püttinge frei. Unter den Unterwanten muss man sich etwas hindurchbücken. Die Ankerlast am Bug ist gut dimensioniert, hier passen unterwegs auch noch ein paar Fender mit hinein.

Bei um die 16 Knoten Wind kommt die Dufour 32 auf einem Kurs etwas vorlicher als Halbwind auf eine Geschwindigkeit von um sieben Knoten. Das Boot trägt ein 9/10-Rigg mit zwei stark gepfeilten Salingen ohne Achterstag. Die Testyacht ist mit Performance-Segeln ausgestattet, die weiter ausgestellt sind als die Standardsegel aus Dacron. Eine Selbstwendefock erleichtert das Kreuzen. Die Genua ist eine Option. Vollzeug ist am Testtag etwas zu viel. Der Wendewinkel wird zu groß, um sich zügig von der Küste frei zu kreuzen.

Jetzt kann sich das Sail-In-Boom-Konzept bewähren. Mit dem Ein-Leinen-Reffsystem lässt sich die Segelfläche von der Plicht aus gut verkleinern. Das überschüssige gereffte Tuch liegt auch in dem recht böigen Wind problemlos zwischen den Luftkammern und muss nicht beigebändselt werden.

Nach dem Reffen kommt die Dufour 32 auf einen Wendewinkel von rund 90 Grad und macht noch um die sechs Knoten. Später nimmt der Wind auf etwa acht Knoten ab, und das optional erhältliche Code Zero kommt zum Einsatz. Damit erreicht die Yacht auch in dem schwächeren Wind noch sechs Knoten. Sie bleibt auch mit dem größeren Vorsegel leicht zu beherrschen. Dank des Cockpitlayouts mit der Liegefläche im Sinn ist die Bewegungsfreiheit auch in Manövern gut. Es fehlt allerdings an Ablagen für das Tauwerk.

Offener Raum

Unter Deck machen sich die relativ großen Fensterflächen bemerkbar: Es fällt viel Licht in den Salon. Der Durchgang zum Vorschiff lässt den Raum groß wirken. Bei Bedarf ist die Doppelkoje im Vorschiff mit einer Falttür abtrennbar. Dufour bietet drei verschiedene Ausstattungslinien mit eigenen Farbkonzepten an. Das Grundlayout sieht wie folgt aus: An der Backbordseite befindet sich eine L-förmige Pantry, davor eine Sitzbank. Gegenüber an Steuerbord ist eine Nasszelle, davor die andere Sitzbank. Dazu kommt die Doppelkoje im Vorschiff und eine weitere in der Achterkabine an Backbord.

Unter Deck

Offener Raum

1. Der Salon ist hell und offen. Das Vorschiff ist mit einbezogen, sodass der Raum groß wirkt. Für mehr Privatsphäre ist die Doppelkoje durch eine Falttür abtrennbar.

2. Die Dufour 32 kommt ohne eigene Navigationsecke. Platz für Instrumente und Schalttafel ist im Salon.

3. Die Achterkabine bietet Platz für zwei Personen, aber die Koje ist etwas ungewöhnlich in L-Form um den Niedergang herum gebaut.

4. Die Nasszelle ist für ein Boot dieser Länge erfreulich geräumig und bietet sogar eine offene Garderobenstange, an der nasses Ölzeug trocknen kann.

Die Pantry ist mit zwei Flammen, einem Schrank und zwei Ablagen nicht für große Vorratshaltung und aufwändige Gerichte gedacht. Sie ist eher geeignet, um es sich leicht zu machen und etwas aufzuwärmen. Es passt ins Konzept, dass Dufour keine Navigationsecke eingeplant hat. Es gibt weder einen eigenen Sitz für den Navigator noch einen eigenen Kartentisch. Wer schreiben oder eine Karte ausbreiten möchte, macht das am Salontisch. Dufour ist nicht die erste Werft, die sich der Tatsache anpasst, dass die Navigation zunehmend am Tablet stattfindet. Außerdem ist die Dufour 32 nicht auf lange Schläge, sondern auf unkomplizierten Urlaub ausgelegt. An Steuerbord oberhalb der Sitzbank ist Platz für Instrumente und Schaltpanel.

Rumpffenster im Salon

Der Salon wirkt dank der Fensterflächen hell. Ein Luk und zwei Fenster befinden sich im Dach des Aufbaus. Zwei weitere Fenster liegen in dessen Seitenwänden. Schließlich gibt es zwei Rumpffenster, die im Sitzen einen Ausblick auf Augenhöhe erlauben. Hinter den Lehnen der Sitzbänke befinden sich Ablageflächen, darunter gibt es Stauraum, der sich für Taschen oder Vorräte eignet. Zwischen Niedergang und Tisch fehlt im Grunde eine Haltemöglichkeit, aber – wie schon bemerkt – es ist kein Hochseeschiff.

Der Tisch ist schön groß. Die breiten Seitenteile lassen sich nur aus- und einklappen, wenn nie- mand daran sitzt. Der Clou an diesem breiten Tisch: Abgesenkt stellt er eine Verbindung zwischen den beiden Sitzbänken dar, so dass sich eine zusätzliche Liegefläche herstellen lässt. Ihr Nachteil besteht darin, dass sie den Durchgang zum Vorschiff komplett versperrt. Allerdings ist das Bett, das in Querrichtung entsteht, das längste an Bord und könnte für größere Crewmitglieder attraktiv sein.

Kommentar I segeln-Tester Jan Maas

Neue Ideen für neue Kunden

Was an der Dufour 32 auffällt, ist der Mut, eine Segelyacht neu zu denken. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass manche Details wie die fehlende Navigationsecke von Traditionalisten nicht goutiert werden.

Tatsächlich sind manche Gesichtspunkte des neuen Ansatzes gut zu bedenken. Zum Beispiel der begrenzte Stauraum. Man muss sich schon genau überlegen, was man mitnimmt. So ist die Dufour 32 eher ein Boot für den Sommertörn als für Schwerwetter.

Allerdings ist genau das das Konzept: eine Segelyacht für unkomplizierte Urlaube. Da zahlt sich der Mut der Werft aus: Das Sail In Boom erleichtert die Handhabung wirklich. Die schwimmende Badeplattform macht Spaß.

Interessant ist die Dufour 32 vor allem für Leute, die neu zum Segelsport kommen. Menschen, die einen einfachen Zugang suchen und keine lang gepflegten Vorstellungen darüber mit sich herumtragen, was eine Segelyacht alles können und haben muss.

Denn auch wenn sich die große Breite der Dufour 32 in der Doppelkoje im Vorschiff auszahlt, dürften bei ihrer Länge von 1,85 Meter manche Leute anstoßen oder überhängen. Neben der Koje im Vorschiff befinden sich zwei Schränke samt Ablage. Unter der Koje befinden sich Tanks. Sperriges Staugut wie Taschen sollten besser im Salon verschwinden.

Fazit

Gut segelnde Einsteigeryacht mit Raum für unkonventionelle Ideen

Pro

• Schwimmende Badeplattform

• Viel Volumen unter Deck

• Gute Nasszelle für die Größe

• Cockpittisch wird Liegefläche

Contra

• Knappe Kojenmaße

• Fehlende Ablagen im Cockpit

• Stauräume sind knapp

• Kleine Schwächen im Finish

Der Dufour 32 gelingt es, sich mit ungewöhnlichen Ideen vom Wettbewerb abzusetzen

Zwischen Koje und Falttür ist gerade eben Platz für die Beine, wenn man auf der Koje sitzt. Die Tür stellt also eher Privatsphäre her als eine eigene Kabine.

In der Achterkabine sieht es ähnlich aus. Der Stauraum ist auf Schrank und Ablage beschränkt. Unter der Doppelkoje befinden sich Tanks. Die Koje selbst ist länger als die im Vorschiff, aber etwas ungewöhnlich geformt: ein dickes L, um Niedergang und Motorkiste herum gebaut. Die größte Länge misst 1,95 Meter, aber die schmalste Stelle ist nur 1,11 Meter breit. Das ist für zwei Erwachsene unter Umständen etwas wenig. Aber man kann ja auf die Salonkoje ausweichen.

Positive Überraschung

Die Nasszelle überrascht positiv. Hier zahlt sich wieder das für eine Länge von 32 Fuß hohe Volumen aus. Hinter den Spiegeln verbirgt sich vergleichsweise viel Stauraum. Es gibt sogar eine Garderobenstange mit Platz für nasses Ölzeug. Die Jacken und Hosen hängen offen, können also gut trocknen. Das ist nicht bei jeder Yacht dieser Größe berücksichtigt. Natürlich gibt es auch eine Dusche, ob der Größe aber nicht abtrennbar. Ob das so bequem ist? Aber es gibt immerhin die Möglichkeit.

Die Verarbeitung ist insgesamt ganz ordentlich, wie zu erwarten bei einem Großserienbau. Zum Teil sind nicht entgratete Sägekanten an den Innenseiten der Schränke und Schapps zu finden. Ein Teil der Innovationen der Dufour 32 steht auf der Optionsliste. Dazu zählen der Sail In Boom und der Cockpittisch. Das bedeutet, dass der Basispreis niedrig ist und schnell steigt. Der Gerechtigkeit halber sei ergänzt, dass dieses Verfahren auch bei anderen Herstellern üblich ist.

Getestet von Jan Maas