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Sein Karriere-Motto Geburt, Fußball, Tod


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 23.02.2022

SERIE TEIL 28

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 8/2022

Klopp winkt den Fans vom Balkon des Mainzer Staatstheaters nach dem geschafften Aufstieg mit dem FSV in die Bundesliga 2004 zu

Als Jürgen Klopp (54) im Oktober 2004 den Seminar-Raum der Kölner Sporthochschule betrat, stutzten einige der Kurs-Teilnehmer. Sofort fiel sein T-Shirt ins Auge, das er während eines Referats und einer anschließenden Diskussionsrunde beim Fußball-Lehrer-Lehrgang trug. Darauf standen drei Wörter auf Englisch nebeneinander: Birth, Soccer, Death (au Deutsch: Geburt, Fußball, Tod). Spätestens von da an war nicht nur DFB-Chefausbilder Erich Rutemöller (77) klar: Im Leben seines Schülers gibt es zwischen der Geburt und dem Tod nur eine Leidenschaft und ein Karriere-Motto: Fußball.

Genau diese fanatische Liebe hat aus Klopp das gemacht, was er heute ist: einer der größten Trainer aller Zeiten. Einer, der mit Mainz 05, Borussia Dortmund und dem FC Liverpool drei Klubs wachküsste und mit den „Reds“ als Höhepunkt in seiner bisherigen Karriere 2019 die Champions League gewann.

Klopp fiel früh als ...

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... großes Talent auf, nachdem er in Mainz am 28. Februar 2001 vom Abwehrspieler erst zum Interimsund nach dem geglückten Zweitliga-Klassenerhalt zum Chef- Coach befördert wurde. Darum ließ sich der DFB 2004 auch zur „Lex“ Klopp überreden.

Bei der Ausbildung zum Fußball-Lehrer machte der Verband eine Ausnahme. Der seinerzeit mit Mainz in die Bundesliga aufgestiegene Klopp musste nicht jeden Tag wie die anderen Kurs-Teilnehmer an der Sporthochschule in Köln präsent sein. Um mit seiner Mannschaft regelmäßig arbeiten zu können, wurden seine zu absolvierenden Stunden über das Jahr auf zwei Lehrgänge verteilt. Dabei sorgte „Kloppo“, wie ihn Freunde, Wegbegleiter, die Branche und die Fans gern nennen, nicht nur mit markigen T-Shirt-Sprüchen für Aufsehen. Sondern auch damit, was aus seiner Sicht ein Trainer verfolgen muss, um erfolgreich zu sein. Dabei formulierte er Leitlinien, das belegen Protokolle von früher:

+„Ich will der Trainer sein, den ich gerne selbst gehabt hätte.“

+„Die Einstellung des Spielers zum Wettkampf zu entwickeln, das ist auch Trainer-Aufgabe.“

+ „Frust nicht an den Spielern auslassen.“

+ „Teamwork und Vertrauen sind ganz wichtig.“

Was seine Spiel-Philosophie betrifft, hatte Klopp klare Vorstellungen. Er ist Anhänger des Draufgänger-Fußballs. Als Spieler in Mainz geprägt von Taktik-Fuchs Wolfgang Frank († 62), sprach er in den Sitzungen beim DFB gerne von „Mittelfeld-Pressing- Zone“ und „Pressingopfer“. Die Kollegen waren beeindruckt, Klopp hatte trotz der Zusatzbelastung neben seinem Job als Vereinstrainer Spaß am Lehrgang. Nur über eines ärgerte er sich, berichten Kurs-Teilnehmer: seine Note in Psychologie. Er bekam kein „sehr gut“. Dabei hatte Klopp an der Universität in Frankfurt/Main ein Diplom-Sport-Studium erfolgreich abgeschlossen und galt als überragender Motivationskünstler.

Das stellten schnell auch die Fans von Borussia Dortmund fest, Klopps zweiter Trainerstation. „Ich verspreche, wir hauen alles raus, was wir draufhaben“, sagte er bei seinem Start 2008, um beim BVB nach dem Sturz ins Mittelmaß neue Euphorie zu entfachen.

Klopp, der vom Hamburger SV vor 14 Jahren wegen seiner zu legeren Art abgelehnt worden war, hielt Wort. Es ging aufwärts. In seiner ersten Saison wurde er mit der Borussia Sechster, ein Jahr später Fünfter. Die Bosse waren begeistert von ihrem Trainer, 2010 boten sie ihm einen neuen Vertrag bis 2014. „Jürgen sagte zu mir: ,Wir verlängern jetzt, aber irgendwann möchte ich zu einem Klub, mit dem ich Meister werden kann‘“, verrät Marc Kosicke (50), Klopps langjähriger Berater und Freund, SPORT BILD.

Das wurde er – ein Jahr später sensationell mit Dortmund. Weil Klopp seine Spielidee weiterentwickelte, er ließ beim BVB Vollgas-Fußball spielen. Mit Gegenpressing an der vordersten Linie, mit schnellem Umschaltspiel nach Ballgewinn. Mit dieser laufintensiven Marschroute revolutionierte er den Bundesliga- Fußball und begeisterte die eigenen Fans und neutralen Zuschauer.

Klopp wurde beim BVB zur heißen Trainer-Aktie

Dazu formte er Spieler wie Robert Lewandowski (33), Mats Hummels (33), Mario Götze (29) oder Kevin Großkreutz (33) zu Stars. Es folgten das Double 2012 und der Einzug ins Champions- League-Finale gegen den FC Bayern (1:2) im Jahr 2013. Klopp hatte mit seiner strategischen und emotionalen Art aus der abgestürzten Borussia wieder eine Top-Adresse gemacht, während seiner Zeit entstand beim BVB der Slogan „Echte Liebe“.

Klopp wurde schnell zur heißesten Trainer-Aktie in ganz Europa. Um regelmäßige Einkünfte musste er sich keine Sorgen mehr machen. Das war mal anders. Auf Rat von Kosicke sollte er als beliebter Experte beim ZDF 2008 aufhören, wenn er sich als dauerhafter Bundesliga- Trainer sieht. Was er tat. Aber:

Wochenlang war unklar, welchen Verein er nach seinem angekündigten Abschied aus Mainz trainieren wird. Darum sagte Klopps Frau Ulla zu Kosicke bei Pizza Salami scherzhaft: „Du hast unsere ganzen Einnahmen gekillt. Du hast jetzt Druck.“ Heißt: Kosicke musste ihm einen neuen Job besorgen, was ihm mit dem BVB gelang.

Mittlerweile ist er mehrfacher Millionär – und vor Job-Angeboten kann er sich nicht retten. 2014 wollte Manchester United den Bessermacher unbedingt verpflichten – und warb mit einer emotionalen Geste um seine Dienste. Die Bosse der „Red Devils“ beauftragten einen Chauffeur des Vereins, mit dem Auto die 940 Kilometer von Manchester nach Dortmund zu Klopps Haus zu reisen, um ihm eine zehn Kilogramm schwere Vereins-Chronik zu übergeben. Neben dem seltenen Exemplar überreichte der Fahrer dem umworbenen Deutschen noch einen Brief der Man-United-Führung. Inhalt: „Wir wollen, dass du bei uns das nächste Kapitel schreibst.“

Klopp war gerührt, es kam zu den erbetenen Gesprächen mit Ed Woodward (50) aus der Chefetage. Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke (62) wusste Bescheid und hätte Verständnis für einen vorzeitigen Abschied seines Skat-Freundes auf die Insel gehabt.

Am Ende gab Klopp den Engländern einen Korb. Weil er einigen Spielern versprochen hatte, mit ihnen in die neue Saison zu gehen. Es war Klopps letzte Spielzeit, vom Erlebten glich sie sportlich und emotional einer Achterbahnfahrt.

Der BVB stürzte in der Serie 2014/15 nach der Hinrunde auf den vorletzten Platz ab. Zwei Gründe waren dafür entscheidend: Die im Sommer mit Deutschland Weltmeister gewordenen Hummels, Großkreutz, Roman Weidenfeller (41) und Erik Durm (29) verpassten einen Großteil der Vorbereitung und hingen mental aufgrund des großen Erfolgs mit der Nationalmannschaft wochenlang durch.

Und Top-Torjäger Lewandowski war vor der Saison ablösefrei zum FC Bayern gewechselt. Dortmund verlor zehn von 17 Partien, gewann nur vier. Klopp spielte im Dezember deshalb mit dem Gedanken, vorzeitig seinen Platz zu räumen.

Aber dann spürte er wieder – diesen Antrieb. Für seinen BVB. Zu Vertrauten sagte Klopp: „Zum Glück haben wir in Deutschland noch die Winterpause.“

TRAINERSTATIONEN

START MIT DER EINTRACHT-D- JUGEND

EINTRACHT FRANKFURT (D-Jugend) 1988 – 1989

1. FSV MAINZ 05 02/2001 – 2008

BORUSSIA DORTMUND 2008 – 2015

FC LIVERPOOL seit 10/2015

SPORT BILD 8.2022

Der Trainer war davon überzeugt, seine Mannschaft wieder in die Spur zu bekommen. Dazu half ihm ein prägendes Erlebnis während einer Trainer-Fortbildung in der sportlich schwierigen Phase. Er traf dort eine Reihe von Kollegen, die ohne Job waren. Klopp stellte schnell für sich fest: „Die hätten gerne meine Probleme. Vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm, wie es bei mir läuft.“

Mit diesem Rückenwind führte er den BVB aus dem Tabellenkeller noch in die Europa League und ins DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg. Das Happy End mit dem vierten Titelgewinn blieb aus, die Schwarz-Gelben verloren – nach der 0:2-Endspiel-Niederlage ein Jahr zuvor gegen Bayern – 1:3. Schon im Vorfeld stand fest: Klopp wird den BVB verlassen und ein Jahr Pause machen. Mit seiner Frau Ulla wollte er viel reisen, ein USA- und ein Karibik- Trip waren geplant, dazu ein Ski-Urlaub. Darum schlug er im Sommer 2015 auch Angebote aus: von West Ham United, der Berliner Hertha, die ihn bereits 2008 wollte, SSC Neapel, Olympique Marseille, von Vereinen aus China, Katar, Russland und Mexiko.

Doch dann klingelte wenige Wochen später das Telefon von Kosicke, Liverpool wollte Klopp verpflichten. Dieser war sofort Feuer und Flamme. Die „Reds“, deren Stadion-Hymne „You’ll Never Walk Alone“ auch in Mainz und Dortmund gesungen wird, hatten ihn schon als Kind fasziniert. Von der Strahlkraft, Tradition und Aura ist Liverpool für ihn einer der größten Klubs der Welt.

Bei Verhandlungen in New York wurde der Deal perfekt gemacht. Denn der Investor, die „Fenway Sports Group“ (FSG), hat seinen Sitz in Boston (USA). Als es ums Finanzielle ging, überließ Klopp seinem Freund Kosicke die Entscheidungs- Hoheit und ging durch den Central Park spazieren. Doch die Gespräche verzögerten sich, Klopp wurde ungeduldig und schrieb seinem Agenten folgende SMS: „Jetzt verbock es bitte nicht.“

Was Kosicke nicht tat.

Seit dem 8. Oktober 2015 ist Klopp nun Liverpool-Trainer, er übernahm den Verein als Tabellen- Zehnten und musste viel Aufbauarbeit leisten, damit fünf Jahre später die „Reds“ den langersehnten Meistertitel gewinnen konnten – nach 30 Jahren Wartezeit.

Als Klopp erstmals auf das Trainingsgelände Melwood kam und die Kantine betrat, dachte er, im falschen Film zu sein. Zum Frühstück gab es für die Spieler eine Auswahl von typisch englischem Frühstück: Würstchen, Bohnen, Speck, Spiegelei. Eine seiner ersten Entscheidungen war, das Essverhalten seiner Spieler zu verändern. Aus Deutschland holte er die Ernährungsberaterin Mona Nemmer in seinen Stab. Jetzt gibt es morgens statt fettiger Speisen Müsli mit mehr als 20 Zutaten.

Nicht die einzige Änderung gleich zu Beginn. Als sich Klopp über den Zustand der Flutlichtmasten auf dem Übungsgelände erkundigte, bekam er die Auskunft, dass diese fast gar nicht benutzt werden. Denn das Training findet ja immer um 11 Uhr statt. Klopp war irritiert. Weil die Anstoß-Zeiten in der Premier League und im Europapokal unterschiedlich sind, lässt er auch zu unterschiedlichen Zeiten trainieren, damit die Spieler ihren Bio-Rhythmus anpassen können.

Liverpool kaufte für Klopp sogar neue Flutlichtmasten

Folge: Liverpool kaufte für Klopp ein neues Flutlicht, denn das alte war nicht ausreichend.

Schnell sprach sich in England herum, dass Klopp ein Perfektionist ist, der auf jedes Detail achtet. Darum scharte er viele Experten um sich. Sogar einen Einwurf-Trainer hat er: den Dänen Thomas Grønnemark (46). Ex-Liverpool-Star Dirk Kuyt (41) verrät, dass Klopps Arbeitsweise Vorbild für die Uefa-Pro-Lizenz- Trainer-Ausbildung ist.

„Er hat ein unglaubliches Auge für Details, das wurde uns gelehrt. Zu nennen ist auch seine Präzision bei der Vorbereitung auf Spiele, die ist unglaublich. Die meisten Manager versammeln ihre Mannschaften vor Heimspielen sehr früh im Stadion. Aber nicht Jürgen. Er will die Reise nach Anfield (dort ist Liverpools Heimstätte; d. Red.) so spät wie möglich antreten. Das bedeutet, dass die Spieler gerade noch Zeit haben, ihre Stutzen mit Klebeband zu umwickeln und die Hose und ein Hemd anzuziehen. Sie werden dadurch nicht abgelenkt, sind fokussiert“, sagt der Niederländer zu SPORT BILD.

Dennoch musste Klopp über drei Jahre auf seinen ersten Titel mit Liverpool warten. Denn er schien ein Trauma nicht loszuwerden: seit dem famosen 5:2 gegen die Bayern 2012 im DFB- Pokal keine Endspiele zu gewinnen. Nach 2014 und 2015 als BVB-Trainer folgten Final- Niederlagen 2016 mit seinem neuen Klub im Liga-Pokal gegen Manchester City (2:4 nach Elfmeterschießen) und in der Euro League gegen den FC Sevilla (1:3) sowie 2018 in der Champions League gegen Real Madrid (1:3).

Doch Klopp musste sich keine Sorgen um seinen Job machen, obwohl die durchschnittliche Verweildauer eines Trainers in der Premier League weit unter drei Jahren liegt. Die Investorengruppe FSG stand hinter ihm. Klopp war sich sicher, den Bann zu brechen, denn in Dortmund und zuvor in Mainz hatte er drei Jahre Anlaufzeit gebraucht, um große Erfolge zu feiern. Mit dem FSV verpasste er 2002 und 2003 den Erstliga-Aufstieg. Klopp zeigte schon in jungen Jahren Nehmer-Qualitäten und führte Mainz 2004 in die Bundesliga.

Die Geduld zahlte sich auch in Liverpool aus, als die „Reds“ am 1. Juni 2019 in Madrid das Champions-League-Finale 2:0 gegen Tottenham für sich entschieden, zum sechsten Mal in der Vereins- Geschichte den Henkelpott gewannen und tags drauf in Liverpool von 500 000 Anhängern beim Triumphzug durch die Stadt gefeiert wurden. Allen voran Klopp.

Es ist ein Mix aus allem, was Klopp auszeichnet, wieso er vor allem in Liverpool als Messias verehrt wird. Dabei hat er nie die Bodenhaftung verloren. Das belegt auch diese Anekdote: Jährlich richtete Kosicke eine Weihnachtsfeier für seine Klienten und Partner aus. In der Regel war das in seiner Heimatstadt Bremen, man traf sich zum Fußballspielen und einem späteren gemütlichen Beisammensein. Auch Klopp war regelmäßig dabei.

Doch als er nach England ging, fehlte ihm die Zeit, denn über Weihnachten und Neujahr wird in der Premier League gespielt. Also schlug er vor, die Weihnachtsfeier mal in England stattfinden zu lassen. Klopp lud 2018 Kosicke und dessen Mandanten wie Ex-Nationalspieler Torsten Frings (45), dessen Trainer- Kollegen Michael Frontzeck (57) oder Torsten Lieberknecht (48) nach Liverpool ein. Erst zu einem Premier-League-Spiel seiner Mannschaft, danach ging es mit dem Liverpooler Mannschaftsbus Richtung Trainingsgelände. Dort wurde gekickt, anschließend in einem Hotel gefeiert. Die Mitreisenden waren fasziniert, von Klopp, vom Mythos Liverpool.

Bis 2024 hat Klopp einen Vertrag bei den „Reds“. Danach – so sein Plan will er sich eine Auszeit nehmen und mit Ulla reisen. Das hat er seiner Frau versprochen. Ob er dann nochmals als Trainer zurückkehrt? „Ich werde ein Jahr pausieren und mich danach fragen, ob ich den Fußball vermisse“, sagte er nach dem Gewinn der Premier League. „Wenn ich das verneine, dann war es das mit dem Trainer Jürgen Klopp.“

Eher ist jedoch davon auszugehen, dass er schnell wieder da sein wird. So wie es während des Trainerlehrgangs auf seinem T- Shirt stand. Dann aber mit großer Wahrscheinlichkeit als Nationaltrainer einer großen Fußball-Nation wie England oder Deutschland.

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Das ist Jürgen Klopp

Jürgen Norbert Klopp wurde am 16. Juni 1967 in Stuttgart geboren. In der 2. Liga bestritt der Verteidiger für Mainz 325 Spiele. 2001 wurde er dort Trainer, 2008 wechselte er zum BVB, 2015 zum FC Liverpool. Größte Erfolge: Champions- League-Sieger mit Liverpool und englischer Meister, dazu Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger mit dem BVB. Zweimal Fifa- Welttrainer (2019, 2020), 2019 erhielt er den SPORT BILD-Award als Trainer des Jahres. Klopp ist ein begehrtes Werbegesicht: Er hat sieben Sponsoren-Verträge (Opel, Erdinger, DVAG, Adidas, Nivea, Wilson und Sky).

ERFOLGE

1. FSV MAINZ 05

• AUFSTIEG IN DIE BUNDESLIGA: 2004

BORUSSIA DORTMUND

• DEUTSCHER MEISTER: 2011, 2012 VIZEMEISTER: 2013, 2014

• DFB-POKAL: 2012 FINALIST: 2014, 2015

• DFL-SUPERCUP: 2013, 2014

• CHAMPIONS-LEAGUE-FINALIST: 2013

FC LIVERPOOL

• ENGLISCHER MEISTER: 2020

• VIZEMEISTER: 2019

• CHAMPIONS-LEAGUE: 2019, FINALIST: 2018

• FIFA-KLUB-WELTMEISTER: 2019 UEFA-SUPER-CUP: 2019

• EUROPA-LEAGUE-FINALIST: 2016 LEAGUE-CUP-FINALIST: 2016