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Sein kleines Mädchen kann ihn nicht vergessen


Meine Stars von damals - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 16.07.2020

Die musikalische Norwegerin hat nicht nur mit der Schlager-Legende gesungen und Filme gedreht. Roy war wie ein großer Bruder für Anita. Sie hatten auch privat eine ganz enge Verbindung zueinander …


Exklusiv-Interview mit Anita Hegerland

ROY BLACK

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Artikelbild für den Artikel "Sein kleines Mädchen kann ihn nicht vergessen" aus der Ausgabe 4/2020 von Meine Stars von damals. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Meine Stars von damals, Ausgabe 4/2020

1971: Mit ihrem Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“ landeten Roy und Anita einen Hit


Auf einer Blumenwiese lachten Anita und Roy mit der Sonne um die Wette


Anita und Roy hatten immer viel Spaß zusammen


Für die kleine Anita Hegerland war Roy Black in den 70er- Jahren wie ein großer Bruder


1968: Roy mit seinem Hund, seiner Mutter Elisabeth, dem ...

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... Bruder Walter und seinem Vater Georg Höllerich


1967: Geduldig gab Roy Black seinen Ver


Roy mit seiner Rock-’n’-Roll-Musikgruppe „Roy Black and his Cannons“


Die Fischerhütte war Roy Blacks Rückzugsort


Einfühlsam und sentimental – Anita Hegerland (59, „Schön ist es auf der Welt zu sein“) vergleicht Roy Black († 48) mit Elvis Presley († 42). Ein passender Vergleich – denn Schlagerstar Roy Black starb genauso einsam und unerwartet wie die große Rock-’n’-Roll- Legende. Ein kurioser Zufall, denn Roy Black wollte eigentlich nicht Schlager, sondern lieber Rock ’n’ Roll singen.

Anita war damals erst 10 Jahre alt

In einem Interview für Meine Stars von damals erinnert sich Anita Hegerland an ihren guten Freund und Kollegen Roy Black. Als kleines Mädchen, sie war gerade mal zehn Jahre alt, sang sie 1971 mit Roy Black das Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“. Die norwegische Sängerin weiß es noch wie heute: „Ich bin nach Deutschland gekommen, und wir haben gemeinsam in Köln das Lied aufgenommen. Ich werde mich immer an Roys Freundlichkeit und seine Geduld erinnern. Er hatte immer Zeit für mich und wollte immer hören, wie es mir in der Schule ging“,schmunzelt Anita. Auch über ihre Heimat wollte Roy viel wissen. „Er war sehr interessiert an Norwegen, er liebte die Berge und das Angeln. Wir haben oft darüber gesprochen. Auch über unsere Hunde.“

Das Gefühl der großen Freiheit

Die Liebe zur Natur und die Tierliebe verbanden Roy und Anita. Sie erinnert sich: „Er liebte das Leben im Freien genau so sehr wie ich. Das gab ihm auch das ultimative Gefühl von Freiheit. In seiner Fischerhütte mit seinem Hund zusammen musste er nicht Roy Black sein, sondern war einfach Gerd Höllerich“ (so sein bürgerlicher Name). Roy verriet Anita, dass er seine Zeit dort auch oft mit seinem Bruder Walter oder einem Freund verbracht habe.

Sie weiß es noch gut: „Roy war ein richtiger Philosoph und liebte es, über das Leben zu diskutieren. Wir haben 14 Jahre zusammengearbeitet. Es war eine fantastische Zeit voller Spaß und mit viel Erfolg. Roy war für mich der netteste Mensch auf diesem Planeten.“ Doch Anita sah nicht nur als kleines Mädchen mit Bewunderung zu Roy Black auf. Auch als junge Frau, als sie mit ihm 1980 Liebeslieder sang, schätzte sie seine Meinung sehr.

Seine Anita hat Roy Black gerne auf Händen getragen


In den 70er-Jahren drehten Anita Hegerland und Roy Black auch erfolgreich Schlager-Filme zusammen


Stolzer Papa: Roy Black mit seinem Sohn Torsten


1978: Roy Black und seine Frau Silke auf dem Münchner Filmball


Roy mit seinem Hund „Tollkihn“ am See vor der Fischerhütte


Ein Liebespaar waren die zwei niemals

Viele hätten die beiden gern als Liebespaar gesehen, doch bei diesem Gedanken muss Anita schmunzeln: „Wir waren immer nur gute Freunde. Er war wie ein Bruder für mich. Natürlich war er ein attraktiver Mann, alle Frauen liebten ihn. Aber ich glaube, er hatte das Gefühl, dass er sich bei mir entspannen und mit mir über alles reden konnte. Er sagte immer zu mir: ,Du bist so bodenständig und ruhig.‘ Das hat ihn sehr beeindruckt – vor allem, wenn wir vor einem großen Publikum standen.“

Anita vergisst nie: „Als ich später als Teenager nach Deutschland kam, wollten die TV-Produzenten, dass Roy und ich in den Shows zusammen romantische Songs singen. Dabei fühlte ich mich am Anfang etwas verlegen, doch dann haben Roy und ich darüber gelacht.“

Anita weiß, dass Roy Black seine Fans glücklich machen wollte, deshalb nahm er vieles in Kauf: „Roy hatte eine fantastische Stimme und eine charismatische Ausstrahlung. Er beeindruckte die Menschen sehr, genauso wie Elvis Presley. Es hat mich immer so beeindruckt, wie nett Roy mit allen umging, die wir in all den Jahren getroffen haben. Für jeden hatte er immer ein freundliches Wort. Deshalb liebten ihn die Leute so sehr.“

Doch wie es tief in seinem Herzen aussah, wusste niemand. Anita gab er den Rat, dass sie unbedingt auf ihre Gefühle und auf ihren gesunden Menschenverstand hören solle. Ausgerechnet Roy Black gab Anita einen Rat, den er selber nicht befolgte.

Gefangen in einer Kultfigur

Der sympathische Sänger und Schauspieler aus Straßberg bei Augsburg war in der Kultfigur Roy Black gefangen. Niemand weiß bis heute, ob der zu allem Leid auch noch herzkranke Künstler (er hatte zwei neue Herzklappen) seinen Schwermut am Ende in Alkohol ertränkt hat. Grund genug hätte Roy Black dafür gehabt: Zu seinem Seelenkummer plagten ihn große Geldsorgen.

1985: Roy Black mit Anita Hegerland in der NDR-Talkshow


Kuschelstunde: Anita (16) mit ihrem Hund „Addi“


Anita mit Greta und Noah (von Mike Oldfield) sowie Lebensgefährte Jock mit dem gemeinsamen Kind Kaja


Mit ihrer Tochter Kaja trat Anita Hegerland schon in Musik-Shows auf


Ein Jahr vor seinem Tod: Roy Black in der Hauptrolle in der RTLSerie „Ein Schloss am Wörthersee“


Selbst aus der Kirche sei er ausgetreten, um die Kirchensteuer zu sparen. Dass soll sogar seine Ex-Frau Silke Höllerich († 56) in ihrem Buch „Roy Black – Wie er wirklich war“ bestätigt haben.

Silke war von 1974 bis 1985 mit ihm verheiratet und schenkte ihm Sohn Torsten (43).

Seine zweite Liebe fand der Künstler in seiner Lebensgefährtin Carmen Böhning (55). Sie brachte vier Wochen vor seinem einsamen Tod am 9. Oktober 1991 seine Tochter Nathalie (28) zur Welt. Dazu meint Anita Hegerland traurig: „Ich hätte mir gewünscht, dass er mit seinen beiden Kindern ein glückliches und langes Leben hätte führen können. Er wäre zweifellos ein wunderbarer Vater gewesen. Es ist furchtbar traurig, dass er seine Tochter, die ja noch ein Baby war, als er starb, nicht mehr aufwachsen sehen konnte.“

Anita Hegerland, selbst Mutter von drei Kindern, hat Roy Black zum letzten Mal im April 1985 in einer NDR-Talkshow in Hamburg gesehen. Er plante, nach Skandinavien zu kommen und eine große Live-Tour mit ihr zu machen. Da sie aber im gleichen Jahr ihre Zusammenarbeit mit dem britischen Musik-Star Mike Oldfield (67, Anita war von 1987 bis 1993 mit ihm verheiratet) startete, ist es leider nicht dazu gekommen.

In Anitas Herzen hat Roy stets einen Platz

„Natürlich habe ich oft an ihn gedacht und habe mit ihm telefoniert“, sagt Anita – doch sie haben sich nie wieder getroffen. Als Anita die Todes-

Nachricht erfuhr, war sie wie gelähmt: „Es war ein Schock für mich, von Roys plötzlichem Tod zu hören. Ich konnte und wollte es einfach nicht glauben. Ich war so unendlich traurig, weil er so voller Leben war. Ich finde es so traurig, dass er alleine gestorben ist.“ Bis heute trägt Anita, sein kleines Mädchen, die Erinnerungen an ihren „Bruder“ Roy – einen „beliebten Künstler und großartigen Menschen“ – in ihrem Herzen!

Haben Sie das gewusst…?

Die Kinder von Roy Black haben ihren eigenen Weg gefunden: Sein Sohn Torsten Höllerich lebt heute in Kolumbien und ist selber Vater eines Kindes. Roys Tochter Nathalie Böhning lebt mit ihrer Mutter, Holzkünstlerin Carmen, zusammen im Ruhrgebiet. Nathalie hat Design studiert und entwirft Katzenmöbel, mit denen sie sogar den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen hat.


Fotos: action press, B.Bischoff (2), ddp images (5), Getty Images (4), INTERFOTO (2), picture alliance (4)