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„Seine Affäre hat mir das Herz gebrochen, aber …“


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Zeit für mich - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 28.09.2022

Zeit für Leben

Artikelbild für den Artikel "„Seine Affäre hat mir das Herz gebrochen, aber …“" aus der Ausgabe 11/2022 von Zeit für mich. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Zeit für mich, Ausgabe 11/2022

„Wir sind heute glücklicher denn je“

Simone, 61

Natürlich hatte ich gespürt, dass da etwas nicht stimmt. Er ist mein Mann und ich kenne ihn eben“, erzählt uns Simone. Simone ist nicht ihr richtiger Name. Sie will sich und vor allem ihren Mann schützen – aus Liebe. Ja, aus Liebe. „Ich liebe Frank und vielleicht sogar mehr als früher“, sagt Simone. Dass er sie betrogen hat, tue zwar noch weh. „Und das wird es wohl immer tun. Aber Frank hat auch so viele wunderbare Eigenschaften, dass ein einziger Fehler ihn nicht zu einem schlechten Menschen macht.“

„Er legte plötzlich sehr viel Wert auf sein Äußeres“

Es begann damit, dass Frank eine neue Kollegin bekam. Verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Genau wie er. Sie teilten sich ein Projekt in der Firma und verbrachten von da an jede Menge Zeit miteinander. Auch wenn die ersten Monate nichts passierte – „und das glaube ich ihm“, betont Simone –, ...

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... fing Frank an, sich zu verändern. „Er legte plötzlich viel mehr Wert auf sein Äußeres, schimpfte über sein Bäuchlein – und er ging wieder laufen. Morgens um sechs Uhr, vor dem Büro.“ Abends dagegen wurde es später. Die Überstunden vermehrten sich, „aber wenn ich ihn darauf ansprach, meinte er nur, dass das Projekt gerade sehr viel Zeit in Anspruch nimmt“. Was stimmte. Dennoch war sich Simone sicher, dass dies nur die halbe Wahrheit war. Als Frank eines Tages unter der Dusche stand, ging sie an sein Handy. Es war das erste Mal, dass sie das tat. „Und ich hasste mich dafür. Aber ich musste mir unbedingt Klarheit verschaffen.“

„Ich saß auf dem Bett und habe einfach nur geheult“

Was sie las, zog ihr den Boden unter den Füßen weg. Ihr Mann hatte eine Affäre. Dort stand es schwarz auf weiß. Es zu ahnen, ist eine Sache, die Gewissheit zu haben, eine ganz andere: „Ich saß auf dem Bett und habe nur geheult.“ Aber dann las Simone weiter und entdeckte viele Nachrichten, in denen Frank von ihr und ihren Kindern schrieb. Liebevolle Nachrichten, nicht ein einziges abwertendes Wort. Und er schrieb, dass er sich oft einsam fühlte und nach Nähe sehnte. „Ich wollte dir nie wehtun“, versuchte Frank anschließend sein Verhalten zu erklären. Es sei einfach so passiert. Sie habe ihm geschmeichelt und die Sache habe sich verselbstständigt. Doch es war nur Sex! Genau darum wollte Simone ihm verzeihen: „Und weil ich vielleicht nicht ganz unschuldig an dem Geschehenen war …“ Diese Kraft, ihrem Mann zu vergeben, hatte Doris nicht. Zu brutal war der Vertrauensbruch: „Über ein Jahr lang hatte er eine Affäre mit unserer Nachbarin“, zeigt sich Doris noch immer tief gekränkt. Denn viel schlimmer als den Betrug an sich empfand sie die Tatsache, „dass er mich wie ein dummes Weibchen hat dastehen lassen – das war so demütigend. Wie oft hatte ich am Gartenzaun mit unserer Nachbarin gesprochen, ohne zu wissen, dass sie mit meinem Mann ins Bett geht“.

Unser Neuanfang

Wenn dieser Betrug für eines gut war, dann, „dass er uns gezwungen hat, uns wieder mehr mit uns und unserer Ehe zu beschäftigen“, sagt Simone. Sie weiß heute, dass sie ihren Frank und dessen Liebe als viel zu selbstverständlich erachtet hatte: „Ich habe ihn zu selten gefragt, wie es ihm geht und welche Bedürfnisse er hat.“ Auch die Intimität war im Laufe der Jahre und des Alltagstrotts zwischen Job, Kindern und Haushalt verloren gegangen. Seit dieser Affäre haben Simone und Frank so viel Zeit miteinander verbracht wie schon lange nicht mehr: „Wir haben geredet, geweint, gestritten und erstmals wieder miteinander geschlafen. Wir sind uns so nah wie nie zuvor.“

BUCH-TIPPS

„Die Scheidung war wie eine Befreiung“

Doris, 57

Loslassen

Drei Jahre ist es nun her, dass Doris ihren Mann verließ. „Dabei tat er alles, um es wiedergutzumachen“, nimmt sie den Vater ihrer Kinder in Schutz. Er stand fast täglich vor ihrer Tür, bat sie um Verzeihung. „Aber da war zu viel kaputt.“ Doris hatte lange überlegt, wie es überhaupt so weit kommen konnte. „Und ob ich was falsch gemacht hatte. Ich glaube, es lag daran, dass wir nicht auf Augenhöhe agierten. Ich war Hausfrau und Mutter, hatte mich völlig von ihm abhängig gemacht.“ Genau das wird Doris nie wieder passieren: „Ich habe jetzt mein eigenes Leben und fühle mich frei wie nie!“

„Ich konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen“

Das Tragische ist: Dass ihn nach 25 Jahren Ehe eine andere Frau sexuell reizt, „kann ich sogar nachvollziehen. Und ich hätte ihn deswegen nie verlassen. Aber wie konnte er mir so dreist ins Gesicht lügen? Monatelang! Das war nicht mehr der Mann, in den ich mich verliebt hatte. Ich konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen“. Als die Liaison aufflog, schnappte sich Doris ihre Koffer und zog zu ihrer Tochter. „Inzwischen habe ich meine eigene Wohnung – und mein neues Leben fühlt sich toll an.“ Für Uschi Glas war diese Demütigung ihres Mannes doppelt hart, denn der Seitensprung fand quasi im Scheinwerferlicht statt. Paparazzi hatten 2002 ihren heutigen Ex-Mann Bernd Tewaag mit dessen heimlicher Freundin fotografiert. Die Schauspielerin erfuhr von der Geliebten aus der Zeitung: „Vielleicht halten mich einige für eine naive Kuh, aber ich habe bis dahin wirklich keine Sekunde an Bernie gezweifelt“, sagte Uschi damals. Übel nahm sie ihrem Ex vor allem, dass er sie eiskalt ins Messer hat laufen lassen. „Das war so ein Schock!“

„Nach der Scheidung wollte ich nie mehr einen Mann“

Und das Ende ihrer Ehe. „Diesen Vertrauensmissbrauch verzeihe ich meinem Mann nicht. Niemals!“, polterte sie. Nach so einem Betrug könne sie nicht zur Tagesordnung übergehen. „Eher lass ich mich scheiden und bleib allein.“ Uschi ließ sich scheiden, aber allein blieb sie nicht. Seit 2005 ist sie mit Unternehmer Dieter Hermann glücklich verheiratet. „Dabei war das Thema Mann für mich erledigt, ich wollte nie wieder einen.“ Bis mit ihrem Dieter dann doch der Richtige kam…

„Ich hätte nie gedacht, mich noch mal zu verlieben“

Uschi, 78

Happy End

Nach der Tränen-Trennung hatte sie 2004 ihren Dieter auf dem Golfplatz kennengelernt. Dass er acht Jahre jünger ist als sie, fand sie anfangs erschre- ckend, aber ihm sei das egal gewesen: „Was zählt, ist die Liebe, die wir füreinander empfinden.“ Uschi war es auch, die ihm den Heiratsantrag gemacht hatte. Sie fand es unerträglich, dass er in der Öffentlichkeit „nur“ ihr Begleiter war. „Also habe ich ihn gefragt, ob es nicht schöner wäre, wenn wir auf der gleichen Ebene wären – und das hieß: heiraten!“

Tipps von der Expertin

„Reden ist der Schlüssel“

Ein Seitensprung verletzt jeden inneren Anteil, vom inneren Kind bis zur inneren Frau. Es ist daher völlig okay zu trauern, wütend zu werden, zu weinen, ihn hinauszuwerfen, ihn zu hassen – und es ist okay, ihn weiterzulieben und ihn wiederhaben zu wollen. Aber egal, wie: Bitte, liebe Frau, suchen Sie sich Hilfe! Betrogen zu werden, erschüttert jede Beziehung in ihren Grundmauern.

Vergeben ist möglich, ja, aber erst, nachdem man die Wut und den Schmerz über diesen Verrat und den grundlegenden Bruch in der Beziehung genügend gefühlt und betrauert hat. Ein Seitensprung ist immer das Ende einer Beziehung. Sie kann neu beginnen, doch das Ende muss verarbeitet, verstanden und in Frieden gebracht werden, bevor neues Vertrauen möglich ist.

Ob solch eine Krise der Neustart für eine vielleicht sogar ehrlichere Beziehung sein kann, hängt davon ab, ob die Frau in der Lage ist, auch ihren Anteil zu erkennen und zu tragen. Nur wenn es gelingt, alle Beweggründe des Fremdgehens zu erkunden und zu verstehen, hat die Beziehung eine zweite Chance. Das heißt: reden, reden, reden! Aber wenn der Betrüger sein Verhalten nicht ändern will, sollte die Frau gehen. Dann ist Trennung die einzige Voraussetzung für die Heilung der seelischen Wunde.