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Selbst gemachte: „Lollipops“


caridina - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 11.11.2020

Ganz einfach Dauerlutscher für Garnelen herstellen


Artikelbild für den Artikel "Selbst gemachte: „Lollipops“" aus der Ausgabe 4/2020 von caridina. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: caridina, Ausgabe 4/2020

Ich versuche, meinen Tiere ein geeignetes Biotop zu bieten.


Auch meine Tigergarnelen bekommen die Futter-Sti cks.


Vor drei Jahren setzte ich mein erstes Garnelenbecken auf. Mitt lerweile habe ich fünf Aquarien, und das sechste ist schon in Planung. Als Garnelenliebhaber versuche ich, meinen Tieren das Bestmögliche zu bieten: ein opti mal für sie geeignetes natürliches Biotop im Aquarium, ausgewogenes und gesundes Futt er - überhaupt von allem das Beste.

Wie die meisten Garnelenhalter kauft e ich anfangs das Futt er im Laden, aber bald entschied ich mich, ...

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... mein eigenes Futt er zusammenzustellen. Nach monatelangen Recherchen entschied ich mich, es eher schlicht zu halten und auf natürliche Vitamine und Nährstoff e aus Gemüse, Früchten und Blätt ern zurückzugreifen.

Der Einfachheit halber trocknete ich meine Zutaten, pulverisierte sie und verarbeitete sie zu Lollis. Das geht gut und macht Spaß. Meistens hilft mir meine Tochter dabei - ihr könnt euch sicher vorstellen, wie meine Küche dann aussieht!

ERNTE IM GARTEN

In der Folge zeige ich euch, wie man Garnelenlollis selbst herstellt. Ich fütt ere damit alle meine Garnelen: die Bienengarnelen, meine NeocaridinadavidiVarianten, meine Tigergarnelen und meine zukünft igen Tibees natürlich auch. Machmal ergänze ich mein selbst gemachtes Futt er durch Garnelenfutt er aus dem Handel und Bacter AE.

Ich verwende Gemüse (Spinat, Paprika, Zucchini, Tomate, Karott en, Brokkoli, Kürbis) und Blätt er von Brennnesseln oder Löwenzahn. Ich ernte diese Dinge in meinem Garten beziehungsweise in der Natur. Sie dürfen auf keinen Fall mit Pesti ziden behandelt werden, das könnte für Garnelen tödlich enden. Wer keinen Garten hat, kann das entsprechende Gemüse natürlich auch kaufen - Gemüse aus Bioanbau sollte bevorzugt werden. Auch Blätt er von Bäumen eignen sich, selbst gesammelt oder bereits ferti g getrocknet aus einem OnlineShop, wie Walnuss, Apfelund Birnenlaub, die Blätt er von Wildkirschen, Haseln, Maulbeeroder Moringabäumen.

Das Gemüse für die Futter-Sti cks sollte aus dem eigenen Garten oder Bioanbau kommen.


Heute zeige ich, wie man Spinat-Sti cks herstellt.


1 Zunächst werden die Spinatblätter im Ofen getrocknet.


2 Nach dem Trocknen abkühlen lassen, damit letzte Feuchti gkeit entweicht.


3 Mit dem Mixer werden die Blätter pulverisiert.


DIE HERSTELLUNG

Für diese Anleitung verwende ich Spinatblätt er. Sie werden - wie alle Ausgangsstoff e - zunächst im Ofen oder an der frischen Luft getrocknet. Im Ofen geht‘s aber deutlich schneller. Dazu lege ich sie locker auf ein Backblech und trockne sie mehrere Stunden lang bei 50 bis 55 Grad, bis sie ganz trocken und brüchig sind. Je nach Ofen kann das unterschiedlich lang dauern. Abkühlen lassen, damit der letzte Rest Feuchti gkeit entweicht.

Dann zermahle ich sie im Mixer zu feinem Pulver. Wer mag, mischt noch Spirulina oder Garnelenfutt er darunter; nicht zu viel, damit das Futt er nicht zu reichhalti g wird. Ich verwende meistens nur das reine Gemüsepulver. In einem luft dicht verschließbaren Behälter hält sich das Pulver monatelang, sodass man gut auch etwas auf Vorrat produzieren kann.

Für die Lollis verwende ich Schaschlikspießchen aus dem Lebensmitt elbedarf.


Für die Lollis verwende ich Schaschlikstäbchen aus dem Lebensmitt elbedarf. Sind sie zu lang fürs Nanoaquarium, schneidet man sie auf die passende Größe zurecht.

4 Die mit Eiklar benetzten Stäbchen werden mittels der Löff elmethode mit dem Pulver beschichtet.


5 In den Zwischenschritten kann man die Stäbchen gut in Styropor „parken“, wenn man sie nicht in der Hand hält.


6 Nach dem Bestreuen und Trocknen tauche ich die Futter-Sti cks noch einmal in Eiklar.


Als Kleber verwende ich verquirltes Ei klar, das ich auf einen Teller gebe - es ent hält ein paar wenige Proteine für die Garnelen und hält das Pulver gut am Stäbchen. Diese werden nun eingetaucht und danach mit dem Gemüsepulver bestreut. Sehr gut geht auch die Löff elmethode: Hier häuft man Gemüsepulver auf einem Löffel auf und fährt mit dem Stäbchen durch, sodass das Pulver an allen Seiten haft en bleibt. Damit nicht zu viel Pulver verloren geht, stellt man einen Behälter unter.

MEHR ARBEIT, ABER SPASS

Nun lasse ich die Stäbchen 24 Stunden lang trocknen. Danach tauche ich sie nochmals in verquirltes Eiklar, damit das Pulver auch wirklich gut am Stäbchen haft et.

Im letzten Schritt werden die Lollis auf einem Backblech liegend für ca. 510 Minuten bei 150 °C im vorgeheizten Backofen gebacken, damit das Eiklar richti g fest wird. Abkühlen lassen und ab ins Aquarium damit. Das freie Ende steckt man in den Bodengrund und beobachtet die Garnelen beim gemütlichen Futt ern.

Ich fütt ere je 30 Garnelen alle drei Tage mit einem solchen Lolli und nehme nicht gefressene Reste nach zwei bis drei Stunden wieder aus dem Aquarium, damit sich die Wasserqualität nicht verschlechtert. Den Bodengrund braucht man danach nicht abzusaugen, wenn man sauber gearbeitet hat, die Reste bleiben einfach auf dem Stäbchen haft en.

Natürlich hat man mit den selbst gemachten Lollis etwas mehr Arbeit, aber man weiß genau, was drin ist, und das Ge pansche macht tatsächlich auch Spaß. Viel Freude beim Ausprobieren!

7 Zum Trocknen backt man die Stäbchen noch einmal für wenige Minuten im Ofen.


Foto: © Cporid - stock.adobe.com