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SELF ESTEEM EIN POPSTAR SCHWIMMT SICH FREI


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The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 08.03.2022

Artikelbild für den Artikel "SELF ESTEEM EIN POPSTAR SCHWIMMT SICH FREI" aus der Ausgabe 4/2022 von The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe, Ausgabe 4/2022

Rebecca Lucy Taylor alias Self Esteem beim Fotoshooting für The Red Bulletin in England. Hier persifliert sie einen Fotobrauch aus Hollywood: Jeder junge, heiße männliche Star muss sich einmal im Anzug in den Pool schmeißen.

Gegen Ende des Songs „I’m Fine“, der ersten Nummer auf Rebecca Lucy Taylors aktuellem Album „Prioritise Pleasure“, hört man Gesprächsfetzen einer Gruppe von Frauen, die über Sicherheit an öffentlichen Plätzen reden. „Ich gehe immer mit den Schlüsseln in der Hand nach Hause“, sagt die eine über die Geheimwaffe in ihrer Faust. „Es hört sich dumm an“, erwidert eine andere, „aber meine Freundinnen und ich beginnen wie Hunde zu bellen, sobald eine Gruppe von Männern auf uns zukommt. Nichts jagt Männern mehr Angst ein als eine offenbar geistesgestörte Frau.“ Die Musik schwillt an, und wir hören eine weibliche Stimme wie einen Hund bellen und wie einen Wolf heulen; kein Zweifel, im Schrank dieser Frau fehlen ein paar Tassen.

Dann setzt ein ohrwurmverdächtiger Beat ein, das Album erwacht explosiv zum Leben.

Willkommen in der Welt von Self Esteem (zu Deutsch: Selbstwertgefühl), einem kampf lustigen ...

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... Pop-Projekt, hinter dem die 35-jährige Künstlerin Rebecca Lucy Taylor steckt. Mit ihren zu einem Künstlernamen kondensierten Ängsten schreibt sie Lieder, die das patriarchalische Narrativ zerfetzen und von allen Aspekten weiblicher Erfahrungen erzählen – von der nächtlichen Angst auf dem Heimweg über die Scham, wenn die Rede aufs Kinderkriegen kommt, bis hin zur Präsenz im eigenen Körper. Alles von einem sexy griffigen Pop in Szene gesetzt, der dir Tanzbeine macht.

Ihr aktuelles Album löste im Netz geradezu überschäumende Zustimmung aus. Sinngemäß zusammengefasst: endlich eine Künstlerin, die sich ohne Umschweife mit sexueller Identität und männlicher Gewalt befasst. „Das ist der Popstar, auf den ich mein ganzes Leben lang gewartet habe“, postete Autorin Bryony Gordon, 41. „Mit Self Esteem im Ohr hab ich das Gefühl, dass ich durch Mauern rennen kann“, ergänzte ein weiblicher Fan auf Twitter.

Auf das „Daumen hoch“ der Fans folgte die Bestätigung der Kritiker: Vom „Rolling Stone“ bis hin zur „New York Times“ setzte es Lobeshymnen für das Album, das auch in den einschlägigen Musikcharts konstant nach oben kroch. „BBC Introducing“ kürte Taylor zum „Artist of the Year 2021“; anlässlich der Attitude Awards holte sie sich den „Best New Artist 2021“ ab. Weitere Trophäen: „Album of The Year 2021“ („The Sunday Times“), „Song of The Year 2021“ („The Guardian“), und unlängst kam die prestigeträchtige Brit-Award-Nominierung für die Wahl zum „Best New Artist 2022“ dazu.

„Sieht so aus, als wäre ich jetzt eine große Nummer“, sagt Taylor im Gespräch mit The Red Bulletin und lacht. „Ich meine, ich hab ja immer gewusst, dass ich super bin, aber es ist nett, dass es jetzt auch andere Leute sagen.“ Wir haben uns anlässlich ihrer UK-Tour getroffen, ein Kalender voller Termine wartet auf sie. „Wegen der Pandemie hieß es immer:

Werden wir jemals wieder auftreten? Also kann ich jetzt nicht darüber jammern; aber es sind verdammt viele Gigs.“ Die Tickets zu ihren Shows gehen weg wie warme Semmeln, im Netz raufen sich Fans geradezu darum.

„Ich liebe schwere Beats, großes Kino und weitflächige Sounds.“

Manche flehen Taylor sogar per Private Message um Hilfe an. „Ich kenne in dieser Beziehung tatsächlich keine Grenzen. Als altruistische Waage ist meine erste Reaktion immer: O Gott, kann ich irgendwie helfen?“, sagt sie lachend. „Wenn Leute mir eine Nachricht schicken und es traurig genug rüberkommt, antworte ich letztlich mit so was wie: Ich setz dich auf die Gästeliste. Jetzt ist meine Gästeliste randvoll mit Leuten, die ich noch nie gesehen habe!“

Von erlebter Gewalt zum explosiven Album

Als Taylor vor fünf Jahren ihre Solokarriere begann, hatte sie keine soziale Agenda, sie wollte einfach nur sexy Popmusik machen. Ihr erstes Album, „Compliments Please“, machte aber schnell klar, dass hier keine Schaumschlägerin am Werk war. Schon die erste Single, „Your Wife“, zeigte ihre beeindruckenden Qualitäten als Texterin, mit dem zweiten Hit, „Girl Crush“, schaffte sie es als eine wichtige Stimme der queeren Community (sie outete sich 2013 als bi sexuell) in den Mainstream. „Ich war ein totaler Fan des Albums ‚Anti‘ von Rihanna, also dachte ich: Hey, das stehle ich ganz einfach“, scherzt sie. „Doch dann kam der Punkt, als mir klar wurde, wozu ich selbst fähig bin, und meine Musik wuchs wie von selbst in eine andere Richtung.“

Der herausragende Song des neuen Albums – „I Do This All the Time“ – ist eine Mischung aus gesprochenen Versen, unterbrochen von Chören, die eine eingängige Melodie intonieren. „Es ist die mutigste Nummer, die ich je gemacht habe, und ein echter Gamechanger für mich“, sagt Taylor.

„Ich wollte nie Hintergrundmusik für Dinnerpartys machen. Das interessiert mich einfach nicht. Hinzu kommt, dass ich schwere Beats liebe und fetten Bass, ich liebe großes Kino, weitflächige Sounds.

Wirf das alles in einen Topf, und du kriegst letztlich …“, sie kichert, „… dieses Chaos.“

Energie und Intensität werden das ganze Album hindurch im Überfluss gereicht. Schon mit dem Einstiegslied „I’m Fine“, das sich mit erlebter sexueller Gewalt befasst, ist die Absicht klar. „Verstehst du den Schmerz, den du verursachst, wenn ein Körper für dich nur Sport ist?“, singt sie. Herausragend auch das augenzwinkernde „Moody“ („launisch“, Anm.), ein Einspruch gegen die stereotype Beschreibung weiblicher Charakterzüge.

„Ich weiß jetzt, dass du verrückt wirst, wenn du eine Lüge lebst.“

Die Songs riefen im Publikum ein Echo hervor, das Taylor nicht vorhergesehen hatte. „Es ist interessant, wie viele Menschen damit etwas anfangen konnten“, sagt sie. „Für mich – als Teenager und in meinen Zwanzigern – war das alles so verdammt hart. Ich konnte nicht verstehen, was mit mir nicht stimmte. Wenn ich es jetzt schaffe, all das in halbwegs eloquenter Weise zu verknüpfen, damit ein anderes Girl wie ich, das sein Leben hasst, zu denken beginnt: Moment mal, vielleicht bin ich okay, vielleicht sollte ich versuchen, zu mir selbst zu stehen … das ist mir wirklich wichtig.“

In der Tat scheint es eine ganze Menge Girls zu geben, die bereit sind, Rebecca Lucy Taylor zuzuhören. „Es ist so nett, wenn sich jemand die Zeit für eine Nachricht nimmt und mir mitteilt, dass meine Musik geholfen hat“, erzählt sie. „Neulich habe ich mit einem Mann geplaudert, der Teenie-Töchter und welche in den Zwanzigern hat. Er war super emotional drauf und sagte, wie froh er sei, dass ich mache, was ich tue, und dass ich etwas für seine Töchter geschaffen habe.“ Einen Augenblick wird Taylor ernst. „Es ist eine Art Macht – ich darf gar nicht zu lange darüber nachdenken, das bringt mich nur durcheinander.“ Aber dann kichert sie wieder und gesteht: „Ich liebe es, wenn alte Männer weinen.“

Differenzen beenden ihre Lebenslüge

Self Esteem ist keineswegs Taylors erstes Projekt in der Musikindustrie. Die Indie-Szene kennt ihr Gesicht seit über einem Jahrzehnt. Sie war eine Hälfte des Soul-Rock-Duos Slow Club, das sie zusammen mit dem Gitarristen Charles Watson 2006 in Sheffield gegründet hatte. Die Band war recht erfolgreich, während ihrer elfjährigen Existenz spielten sie fünf hoch gelobte Alben ein, das brachte eine solide Fangemeinde (u. a. Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe). Hinter den Kulissen jedoch funktionierte die Partnerschaft nicht so gut, 2017 hatte Taylor von der Gruppe genug. „Ich war schon mit siebzehn in der Band, und im Lauf der Jahre wurde klar, dass ich mich veränderte, eine Art Monster des Selbstvertrauens wurde“, sagt sie. „Ich hatte das Gefühl, dass ich den Räumen, die ich betrat, die Luft nahm, dass ich für meine Umgebung zur Bürde wurde.“

Sie hatte zunehmend Probleme, die Rolle des „bescheidenen, hübschen Mädchens in der Band“ zu spielen, um die Wünsche einer männlich dominierten Industrie zu erfüllen. „Es ist nichts Schreckliches passiert“, sagt sie, „es gab keinen Bösewicht, es passierte allmählich. Ich hatte ständig das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Ich war nicht glücklich.“

Ihre Erfahrungen mit der Band inspirierten zum Teil ihre erste Single „I Do This All the Time“ – die Texte sind voll mit Sachen, die der Tourmanager von Slow Club gesagt hatte. „Zieh dieses kurze Kleid an, Darling, das ist alles, was du tun musst“, heißt es emotionslos im Lied, und „wenn du das nicht machst, landest du bei McDonald’s“. Und auch: „Du bist ein gutes Mädchen, ein gutes dralles Mädchen.“ Dazu kam, dass „ich ständig das Gefühl hatte, Ehrgeiz und Erfolg seien etwas Schlechtes“, erklärt sie. „Im Zuge unseres dritten Albums kamen wir ins Fernsehen, dort blühte ich so richtig auf, aber der Rest der Band hasste das.“ Kunstpause. Rebecca Lucy Taylor überlegt sich den nächsten Satz genau.

„Es war, als ob die Dinge, die ich wollte, irgendwie widerlich waren; das machte mich fertig. Wir kamen ins Fernsehen, und ich genoss das so richtig, es war genau meine Kragenweite, aber für die Band war es schlecht.“ Sie macht wieder eine kleine Pause. „Das hört sich jetzt so lächerlich an! Kein Wunder, dass ich so eine verdammt miese Laune hatte. Aber ich dachte wirklich, hm, vielleicht bin ich ein Arschloch, vielleicht bin ich keine echte Musikerin, weil ich das so sehr mag.“

Als Self Esteem kann Taylor ihren Pop-Ambitionen freien Lauf lassen. Ihre neue Musik ist das Gegenteil des sanften Liedermachens Marke Indie, nämlich großer, dramatischer, donnernder Pop, der voll ins Ohr geht. „Ich weiß jetzt, dass du verrückt wirst, wenn du eine Lüge lebst. Und ich lebte eine Lüge“, erinnert sie sich mit Schrecken an ihre Zeit mit Slow Club. „Wenn ich heute vor der Kamera stehe, wünsche ich mir manchmal, dass ich das schon vor zehn Jahren gemacht hätte. Ich glaube, ich hätte mich wohler in meiner Haut gefühlt! Aber ich muss mich daran erinnern, dass so was nichts für Menschen unter 25 Jahren ist. Die Reise ist es, die dich zu dir bringt.“

Jetzt ist sie ironischerweise mit Mitte dreißig eine der ältesten Künstlerinnen, die für die „Best New Artist“-Kategorie der Brit Awards nominiert wurden. „Was immer auch passiert, als 35-jährige Frau für die Brit Awards nominiert zu werden macht mich stolz“, twitterte Taylor nach ihrer Nominierung. „In einer Industrie, die von jungen Frauen besessen ist, gibt mir das Berge.“

Eine Drag-Queen-Show als Wendepunkt

Den ersten Schritt der Reise in Richtung ihrer Verwandlung machte Rebecca Lucy Taylor bereits vor zehn Jahren, damals überschlugen sich die Ereignisse: das Ende einer Beziehung, ein Nervenzusammenbruch, und im Fernsehen lief die amerikanische Reality-Show „RuPaul’s Drag Race“, ein Wettkampf der Drag Queens. „2012 hatte ich einen wirklich schrecklichen, klassisch missbräuchlichen Boyfriend und verbrachte praktisch das ganze folgende Jahr damit, Diäten zu machen und ‚Drag Race‘ zu schauen“, sagt sie und lacht bitter.

In diesem Jahr lebte sie bei ihren Eltern im englischen Norden. „Es war eine bizarre Zeit in meinem Leben, in der ich offenbar meinen Verstand verloren hatte und nicht mehr wusste, wer ich war“, sagt sie. „Dann begann ich ‚Drag Race‘ zu schauen, eine Show, wo du gewinnst, wenn du am besten posierst.“

Mit all den affektierten Phrasen und dem eitlen Hochglanz traf die Show bei Taylor einen Nerv. „In meinem ganzen Leben, Boyfriend inklusive, hieß es: ‚Halt die Klappe, sei ruhig, benimm dich!‘, verstehst du?“, erklärt Taylor. „Sowohl privat als auch beruflich wurde es negativ bewertet, wenn ich versuchte, so großartig wie möglich zu sein. ‚Drag Race‘ servierte die gegenteilige Botschaft, und das machte etwas mit mir.“ Das Zelebrieren der prallen Weiblichkeit in der Show weckte die wahre Taylor. „Ich hab große Titten und einen riesigen Arsch, und ich hab mich dafür mein Leben lang geschämt“, sagt sie, „aber in ‚Drag Race‘ wurde das verherrlicht. Eine große, üppige Frau zu sein, darum geht es eigentlich in der Show. Endlich erlaubte ich mir zu denken: Warum umarme ich ihn eigentlich nicht, diesen Körper, für den ich mich immer geschämt habe?“

„Es fühlt sich so verdammt gut an, diese normative Weiblichkeit zu verarschen.“

Auch jetzt, zehn Jahre danach, verrät ein Blick auf Taylors Bühnenpräsenz noch immer den Einfluss von „Drag Race“. In einer Show tritt sie als satinpinke Popsirene auf, in der Nacht darauf erscheint sie in einem komisch überzeichneten Leoparden-Outfit, dann wieder in einem androgynen schwarzen Anzug. „‚Drag Race‘ hat enthüllt, wie grotesk klassische Weiblichkeit ist – dieses Konzept, von dem sie uns lehrten, dass es erstrebenswert sei“, sagt Taylor und lacht. „Es fühlt sich so verdammt gut an, diese normative Weiblichkeit zu verarschen und das, was von dir erwartet wird.“

Hat sie also jetzt Frieden mit ihrem Körper geschlossen? „Ich ringe noch immer damit, aber manchmal sag ich mir: Das geb ich mir jetzt, und ich setze Dinge, für die ich mich eigentlich schäme, zu meinem Vorteil ein, um die Botschaft zu vermitteln“, erklärt sie. „Das Video zu ‚How Can I Help You‘ zeigt nur meine pralle Oberweite, während ich Schlagzeug spiele. Ich wusste, das würde eine Menge Zugriffe bringen, aber das Lied selbst ist eine verdammt feministische Predigt.“

Wenn Rebecca Lucy Taylor bei ihrer „Prioritise Pleasure“-Tour die Bühne betritt und die Unterhaltung der anfangs zitierten Frauengruppe aus den Lautsprechern tönt, ist es nicht mehr nur eine Frau, die wie ein Hund bellt und wie ein Wolf heult – jede einzelne Frau im Publikum macht mit. „Die Self-Esteem-Fans sind an meiner Seite“, sagt Taylor. „Bei Slow Club gab es nur Trennung, nicht nur zwischen mir und der Band, sondern auch zwischen uns und dem Publikum. Daran war keiner schuld, es war nur ich, die da versuchte, irgendwo reinzupassen, wo ich nie reinpassen würde.“ Sie macht wieder eine Pause. „Aber jetzt habe ich das Gefühl, meine Leute gefunden zu haben. Diese Leute sind ebenso dick und deprimiert und verrückt wie ich.

Zusammen sind wir unheimlich groß. Das schafft eine schöne Feedback-Schleife der Liebe. Das verändert das Leben.“

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