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SEMIPROFESSIONELLE MONITORE: Farben-Profis für Zuhause


PC Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

Hobby-Fotografen und Bildbearbeitungs-Profis brauchen Bildschirme, die Farben exakt darstellen. Ideal dafür eignen sich Displays aus dem semiprofessionellen Bereich. Viel müssen sie nicht kosten. Los geht es im Test schon ab 340 Euro.


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Bildquelle: PC Magazin, Ausgabe 10/2019

Monitore für die semiprofessionelle Bildbearbeitung gibt es in allen Größen und Ausstattungsvarianten. Doch halten die Displays bei der Bildqualität auch tatsächlich das, was sie versprechen? Am Beispiel von fünf aktuellen Geräten zwischen 27 und 34 Zoll zeigen wir, welche Leistung und Ausstattung Sie erwarten können, und wo es sich lohnt, zuzugreifen. Unser Testquintett ...

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... besteht aus dem Acer Pro Designer PE320QK, Benq PD2720U, LG 34WL85C-B, Philips P-Line 329P9H und Samsung S27H850QFU. Die Geräte kosten zwischen 340 und 960 Euro.

Acer Pro Designer PE320QK: beste Bildqualität ab Werk

Der 31,5 Zoll große Acer Pro Designer PE320QK zeigt äußerlich klar, dass bei ihm die Bildqualität oberste Priorität hat. Dem Profi-Monitor liegt eine Blende bei, die sich mit wenigen Handgriffen an der Kopfseite und den beiden kurzen Seiten des Gehäuses befestigen lässt. Sie verhindert, dass Licht von der Seite auf das 3.840 x 2.160 Pixel auflösende IPS-Panel fällt und so die Farbdarstellung verfälscht.

Werksseitig hat Acer den PE320QK für den sRGB-Farbraum eingestellt. Weil Farbtemperatur sowie die Farb- und Graustufenwiedergabe bei unserem Testgerät nahezu perfekt getroffen waren, konnten wir den Acer ohne jede weitere Konfiguration sofort für die Bild- und Videobearbeitung einsetzen und wurden mit einer sehr knackigen und scharfen Darstellung belohnt.

HDR10-Bildmaterial kann der im Mittel 282 cd/m² helle PE320QK darstellen, wenn er an einem Windows-10-PC ab OS-Version 1709 oder höher hängt. Genau auf diesen Anwendungsfall gemünzt ist der HDR-Bildmodus, der den DCI-P3-Farbraum zu über 90 Prozent abdeckt. In den drei Bildmodi sRGB, HDR und DCI-P3 lassen sich Farbtöne und Farbsättigung über ein 6-Achsen-Farbmanagement (Rot, Grün, Blau, Gelb, Magenta, Cyan) bei Bedarf noch feinabstimmen. Seine UHD- beziehungsweise 4K-Auflösung stellt der Acer über DisplayPort 1.2, 2x HDMI 2.0 oder über USB-C (im Alternate Mode als zweiter DisplayPort) jeweils mit bis zu 60 Hz dar. Gleichzeitig kann der USB-C-Port daran angeschlossene Mobilgeräte aufladen und dient außerdem dazu, den 4-fach-USB-3.0- Hub in Betrieb zu nehmen.

Benq PD2720U: 4K-Farbraumprofi mit starker Ausstattung

Mit dem PD2720U stellt Benq einen für Grafiker, Architekten und 3D-Künstler maß- geschneiderten Bildschirm vor. Die hohen Ansprüche der Zielgruppe will der 27 Zoll große IPS-Monitor durch seine CalMANund Pantone-Zertifizierung erfüllen, beides Industriestandards in der Bildverarbeitungs- Branche. Dadurch liefert der PD2720U laut Benq nicht nur eine authentische und naturgetreue Farbwiedergabe ab, sondern eignet sich auch für das Zusammenspiel mit Pantone-zertifizierten Farbausgabegeräten, versorgt passende Drucker also mit akkuraten Farbdaten. Die Farbräume sRGB, AdobeRGB und Rec.709 soll der Benq zu 100 Prozent abdecken, den DCI-P3-Farbraum zu 96 Prozent.

Im Test beeindruckt der 3.840 x 2.160 Pixel auflösende 4K-Monitor mit starker Farbwiedergabe und scharfer Darstellung. Der PD2720U überzeugt zudem durch eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung der Bildfläche (96,9 %) und eine gute Helligkeit von durchschnittlich 299 cd/m². „Out of the Box“ war bei unserem Testexemplar aber noch etwas Luft nach oben, denn bei den Gamma- und Delta-E-Werten sowie der Farbtemperatur lag der Benq trotz Werkskalibrierung noch leicht neben der Spur – unerheblich für den Alltagseinsatz, aber noch etwas zu ungenau für Experten-Ansprüche.

Die mitgelieferte Blende reduziert beimAcer Pro Designer PE320QK das seitlich einfallende Licht und verhindert so, dass die Farbdarstellung verfälscht wird.


Mit seinen Tasten und dem Dreh-Drück-Knopf am Hotkey- Puck ist derBenq PD2720U sehr leicht einzustellen.


Ein Drama ist das aber nicht: Wer den PD2720U für die professionelle Bearbeitung von Foto- und Videomaterial einsetzt, dürfte ohnehin zu einem Colorimeter greifen, um die Bildparameter noch weiter Richtung Optimum zu rücken.

Der PD2720U verlässt sich nicht auf seine Bildqualität als einziges Zugpferd, sondern macht auch bei Ergonomie und Ausstattung keine halben Sachen. So gibt es zum Beispiel eine automatische Pivot-Erkennung sowie die sogenannte DualAnzeige. Sie unterteilt das Bild mittig in zwei Bereiche und stellt auf jedem einen eigenen Bildmodus dar – sehr praktisch, wenn man zum Beispiel zwei Farbmodi eines Bildes direkt miteinander vergleichen will.

Bei den Anschlüssen punktet der Benq mit einem KVM-Switch und umfangreichen Schnittstellen, darunter DisplayPort, 2x HDMI, 2x USB-C und einem USB-3.1-Hub. Als besonderen Lieferumfang gibt es den kreisrunden, kabelgebundenen Hotkey Puck, der neben Schnellwahltasten und Steuerkreuz als weitere Fernbedienung fungiert.

LG 34WL85C-B: heller 34-Zöller mit Curved-Panel, aber ohne USB-C

LG hat den 34WL85C-B für die Ansprüche von Medienschaffenden entwickelt und damit ins Schwarze getroffen. Der 3.440 x 1.440 Pixel auflösende Curved-Monitor bietet mit seiner 34 Zoll großen Bildfläche (Bilddiagonale 86,4 Zentimeter) den meisten Platz für Inhalte, sorgt durch seine 1900R-Wölbung gleichzeitig aber auch effektiv dafür, dass die Übersicht nicht verloren geht.

Wie von LG versprochen, deckt der durchschnittlich 362 cd/m² helle 34WL85C-B nahezu 100 Prozent des sRGB-Farbraums ab und gefällt durch werksseitig gut abgestimmte Bildparameter. Dabei bewegt sich die Farb- und Graustufendarstellung zwar nicht ganz im Idealbereich, lässt sich durch eine 6-Achsen-Farbkontrolle aber präzise nachjustieren. Wie die Monitore von Acer und Benq, beherrscht auch der 34WL85CB eine Farbtiefe von 10 Bit und kann damit HDR10-Inhalte unter Windows darstellen. Auf der Haben-Seite stehen außerdem eine OSD-Steuerung per Joystick, starke Stereolautsprecher mit 2x 7 Watt Leistung und ein mit dem Tool Dual Controller softwareseitig nachrüstbarer KVM-Switch.

Für eine noch bessere Wertung fehlen dem 34WL85C-B nur Kleinigkeiten, doch die kosten ihn in den einzelnen Kategorien wertvolle Zähler. So vermissen wir unter seinen bequem an der Rückseite erreichbaren Anschlüssen einen USB-C-Port, der ihm einiges von der Vielseitigkeit seiner Rivalen nimmt. Zweiter Malus: Trotz Profi-Ausrichtung setzt der LG bei den Garantieleistungen mit zwei Jahren und einem Bring-in- Service nur auf das Minimalprogramm, während es bei der Konkurrenz durchwegs drei Jahre Garantie gibt.

Philips P-Line 329P9H: Testsieger mit 4K-Auflösung, Webcam und LAN-Port

Der 31,5 Zoll große Philips P-Line 329P9H soll Anwender beim produktiven Arbeiten unterstützen und fährt dazu eine große Palette an Funktionen auf. In der Summe spielt er dadurch nicht nur bei der Ausstattungs- und Ergonomie-Wertung ganz vorne mit, sondern zeigt auch bei der Bildqualität und insbesondere der Energieeffizienz kaum Schwächen. Wir konnten daher gar nicht anders, als die Bestnote zu vergeben. Auf seinem IPS-Panel stellt der 329P9H die 4K-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel dar und bewegt sich bei der Helligkeit (durchschnittlich 328 cd/m²) und dem Kon-trastverhältnis (1513:1) sehr nahe bei den Herstellerangaben von 300 cd/m² beziehungsweise 1300:1. Anwender können sich auf einen fast optimal voreingestellten Monitor freuen, der eine 100-prozentige Abdeckung des sRGB-Farbraums erreicht. Bei AdobeRGB sind jedoch bestenfalls 87 Prozent drin, weshalb Profis mit dem Benq PD2720U eine Spur besser bedient sind.

Zu den bequem erreichbaren Anschlüssen desLG 34WL85C-B gehört leider kein USB-C-Port.


Biometrie inklusive: Die versenkbare 2-Megapixel-Webcam desPhilips P-Line 329P9H besitzt ein Mikrofon und erlaubt es Anwendern, sich per Gesichtserkennung (Windows Hello) am Windows-Konto anzumelden.


So wie derSamsung S27H850QFU unterstützt fast jeder Monitor im Testfeld eine Pivot-Funktion.


Zu den Highlights des 329P9H gehören der USB-C-Hub und eine ausfahrbare Webcam. Ersterer ist deshalb etwas Besonderes, weil sich darüber neben den vier USB-3.1-Ports auch der im Philips integrierte Gigabit- LAN-Anschluss in Betrieb nehmen lässt. Dadurch kann der Monitor zum Beispiel als Docking-Station für Notebooks verwendet werden und sie über die USB-C-Verbindung auch gleichzeitig aufladen. Eine weitere praktische Funktion ist die zwei Megapixel auflösende Pop-up-Webcam, die Windows Hello unterstützt und es damit erlaubt, sich per Gesichtserkennung am Windows- 10-System anzumelden.

Im Test ungeschlagen blieb der 329P9H bei der Energieeffizienz. Im Betrieb fordert der Monitor vergleichsweise sparsame 42 Watt vom internen Netzteil, kann den Energieverbrauch durch seinen PowerSensor aber noch weiter senken. Dieser Infrarotsensor erkennt, ob sich ein Benutzer vor dem Monitor aufhält und reduziert bei dessen Abwesenheit automatisch die Helligkeit. Zudem kann man ihn wie den Acer Pro Designer PE320QK per Netzschalter bei Bedarf auch komplett vom Netz trennen.

Samsung S27H850QFU: günstiger und heller Allrounder mit USB-C

Der S27H850QFU ist genau richtig für professionelle Arbeitsumgebungen, sagt Samsung und hat nicht zu viel versprochen. Zwar ist der S27H850QFU mit 340 Euro alles andere als preiswert für einen 27-Zöller, hat Standard-Displays aber einiges bei Bildqualität und Ergonomie voraus.

Im Testlabor zeigt der 2.560 x 1.440 Pixel auflösende Samsung Bildparameter nahe dem Idealbereich und stellt Inhalte sehr kontrastreich dar (1458:1). Fast ohne Fehl und Tadel ist auch die Blickwinkelstabilität des technisch zu IPS verwandten PLSPanels, das auch aus extremen Seitenansichten noch gut ablesbar bleibt, ohne dass sich Farben dabei merklich verändern. Mit einer Luminanz von durchschnittlich 337 cd/m2 entfaltet das Display auch in sonnenhellen Räumen mehr als ausreichend Leuchtkraft. Sein an drei Seiten extradünner Displayrahmen macht den Samsung zum Blickfang, aber nicht zum Blender: Zu den Tugenden des S27H850QFU zählen ein in alle Richtungen verstellbarer Standfuß inklusive Pivot-Funktion, eine komfortable OSD-Bedienung per Joystick, ein augenschonender Blaulicht-Modus sowie die Möglichkeit, per DisplayPort-1.2-Ausgang ein zweites Display in WQHD-Auflösung und 60 Hz anzusteuern.

Bildsignale empfängt der Samsung über HDMI, DisplayPort 1.2 und den USB-C-Port, der auch den USB-Hub steuert und Mobilgeräte aufladen kann. FreeSync-Support und die niedrige Reaktionszeit von 7 ms machen den S27H850QFU sogar spieletauglich, wenngleich der Input Lag mit 16,9 Millisekunden nicht optimal für schnelle Actionspiele ist und konstruktionsbedingt nicht mehr als 60 Hz beziehungsweise Frames drin sind.

Fazit: Mission erfüllt

Mit exzellenter Bildqualität, Ausstattung und Energieeffizienz liefert der Testsieger Philips P-Line 329P9H das beste Gesamtpaket im Vergleich ab. Der Test zeigt auch, dass semiprofessionelle Bildbearbeitung nicht zwangsläufig heißt, dass ein entsprechender Monitor viel kosten muss. Der 340 Euro günstige Preis-Leistungs- Sieger Samsung, der 27 Zoll große Samsung S27H850QFU, erzielt eine genauso starke Bildqualität wie seine mindestens doppelt so teuren Konkurrenten. Die haben ihm dafür höhere Auflösungen wie UWQHD und 4K sowie, je nach Gerät, auch eine größere Bilddiagonale und teilweise auch einiges mehr an Features voraus. Will man sich die Profilierung per Colorimeter sparen, heißt unsere Empfehlung Acer Pro Designer PE320QK, denn der 31,5-Zöller brachte im Test das am besten voreingestellte IPS-Panel mit und wurde so der verdiente Sieger bei der Bewertung der Bildqualität. Braucht es nicht unbedingt USB-C, ist auch der LG 34WL85C-B eine gute Wahl. Seinen Rivalen hat er zudem die mit 34 Zoll größte Bilddiagonale sowie ein Curved-Panel voraus.

Testverfahren Semiprofessionelle Monitore

Jeder semiprofessionelle Monitor muss sich den Testkategorien Bildqualität (50 %), Ergonomie (20 %), Ausstattung (10 %), Energieeffizienz (10 %) und Service (10 %) beweisen.

Die fünf Testkategorien im Detail

Bei der Bildqualität ermitteln wir unter anderem die Helligkeit, den Kontrast und die Farbtemperatur mit dem Spektralradiometer CS-2000 von Konica Minolta und der Software CalMAN Studio. Bei der Ausstattung zählen die Schnittstellen und Extras wie 10 Bit Farbtiefe, HDR oder ein USB-Hub Um viele Ergonomie-Punkte einzufahren, sollte ein Monitor flexibel aufstellbar sein und einen Blaulichtfilter besitzen. Bei der Effizienz zählen die Lichtleistung pro Watt sowie die Leistungsaufnahme im Betrieb und im Stand-by. Beim Service bewerten wir die Garantiedauer.

Das Spektralradiometer CS- 2000 ermittelt präzise Werte für Helligkeit, Kontrast und Farbtemperatur.


Manuel Masiero, Autor PC Magazin


Expertenmeinung

Semiprofessionell, das klingt nach zweiter Wahl. Doch für den Heimeinsatz ist dieses Attribut genau richtig. Ein semiprofessionelles Display schneidet bei der Bildqualität nicht schlechter ab als ein Profi-Monitor. Ein Profi ist es genauso, nur eben in einem anderen Anwendungsgebiet. Ein semiprofessionelles Display konzentiert sich vorrangig auf den sRGB-Farbraum, den Standard- Farbraum für Fotos und Videos im Web, auf dem Fernseher oder Beamer. Was Profi-Monitore auszeichnet, ist die Unterstützung des deutlich größeren AdobeRGBFarbraums. Der ist jedoch nur wichtig, wenn es etwa um das Anfertigen von Druckvorlagen geht.

Monitor optimal einstellen per Colorimeter

Für eine farbechte Darstellung benötigt ein Monitor zwei Dinge: eine Kalibrierung und eine Profilierung. Ein Colorimeter erledigt beides vollautomatisch.

Ein Colorimeter vermisst den Monitor und erstellt das passende Farbprofil gleich mit.


■ Mit einem Colorimeter, auch Spektralfotometer genannt, können Sie jedem Monitor ohne großen Aufwand zu einem präzisen Farbmanagement verhelfen. Bildschirm-Farben lassen sich mit einem solchen Gerät besonders schnell und präzise vermessen und gegebenenfalls Richtung Optimum geraderücken, was es zu einer sehr guten Wahl für Bildbearbeitungs- Profis macht. Die Kosten bleiben dabei überschaubar: Professionelle Colorimeter, etwa das X-Rite i1Display Pro oder der Datacolor Spyder 5 Elite, gibt es schon für rund 200 Euro.

■ Sensor und Profilierungs-Tool

Ein Colorimeter setzt sich aus einem Mess-Sensor und einer Profilierungs- Software zusammen. Der Sensor wird an den USB-Port des Rechners angeschlossen und anschließend in der Mitte des Bildschirms platziert. Dort misst er die Farben und Grauwerte des Displays und übermittelt sie an die Profilierungs-Software. Diese vergleicht die Messwerte mit den Idealwerten und generiert daraus ein Farbprofil. Je nach eingestellter Genauigkeit beziehungsweise Sample-Größe kann dieser Vorgang einige Minuten dauern. Das neue Farbprofil ersetzt nun das Standard-Farbprofil, das Windows automatisch für jeden Monitor verwendet. Es berücksichtigt die individuellen Monitoreigenschaften und sorgt so für eine farbechte Darstellung.