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Senden: Grünpflanzen aus Düren


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 07.12.2019

Im Agrarbereich ist Düren, eine Stadt zwischen Köln und Aachen mit rund 90.000 Einwohnern, eher bekannt für Zuckerrüben als für tropische Grünpflanzen. Auf letztere haben sich die Brüder Karl-Heinz und Stefan Senden spezialisiert. Sie produzieren in ihrem Gartenbaubetrieb ein breites Sortiment grüner Zimmertopfpflanzen, saisonal ergänzt um Beet- und Balkonpflanzen. Karl-Heinz Senden führteHeinrich Dreßler durch die am Ortsrand gelegenen Gewächshäuser.


Seit ein bis zwei Jahren ist eine zunehmende Nachfrage nach Grünpflanzen zu beobachten, sagte Senden. Zuvor hatte der Markt viele Jahre stagniert. ...

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Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 12/2019

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... Vielleicht ist durch die aktuelle Umweltdiskussion Grün in der Wohnung wieder mehr gefragt, vermutete der Unternehmer. Auch junge Leute scheinen wieder mehr Wert auf ein Wohnambiente mit pflanzlichen Accessoires zu legen – Stichwort „Urban Jungle“. Sowohl größere Solitärpflanzen als auch kleinere Exemplare für die Tischdekoration profitieren nach Sendens Erfahrung von diesem Umdenken der Verbraucher.

1 Karl-Heinz Senden beobachtet seit ein bis zwei Jahren eine zunehmende Nachfrage nach Grünpflanzen. Zum Angebot gehört auch die Trendpflanze Alocasia ‘Zebrina’


2 In jeden Topf kommt ein betriebseigenes Etikett mit dem Landgard-Label „Deutsche Gärtnerware“ und dem Slogan „Grüner wohnen mit Senden“, hier bei Alocasia ‘Zebrina’


Fotos: Heinrich Dreßler

3 In den Gewächshäusern ist eine große Vielfalt an Arten und Sorten zu finden. Im Herbst und Winter stehen sie zum Abhärten für eine hohe Pflanzenqualität bei 16 bis 17 °C


4 Philodendron kultiviert Senden in mehreren Sorten auch an Moosstäben, darunter eine Variante mit silbrigem Laub


Chlorophytum ‘Princess Mabel’


Große Monstera im 28er-Topf


Homalomena als Solitärpflanze


Zwei 900-kW-Holzhackschnitzel-Kessel

Die Gewächshäuser, die keine technischen Besonder - heiten aufweisen, werden CO2 -neutral mit Holzhack - schnitzeln beheizt. Es gibt zwei Kessel mit jeweils 900 kW Leistung, der ältere dient als Reserve. Die Bodenbeete sind durchgehend mit einer Bodenheizung ausgestattet, dies ist laut Senden für die Grünpflanzen erforderlich. Da die Bodenheizung aber nicht ausreicht, gibt es zusätzlich eine Oberheizung. Die Grünpflanzen stehen im Sommer bei 24 bis 25 °C, im Herbst und Winter zum Abhärten bei 16 bis 17 °C. Das Abhärten ist bei den Grünpflanzen, die verhältnismäßig lange im Betrieb stehen, ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die Qualität, betonte Senden.

Die relative Luftfeuchte in den Gewächshäusern liegt bei 80 bis 90 Prozent. Alle Häuser sind mit einer Sprühnebelanlage ausgestattet, um zum Kulturstart die Luftfeuchte anheben zu können. Eine Belichtung ist nicht vorhanden, da sie bei den Grünpflanzen keinen Nutzen bringen würde. In den Gewächshäusern ist ein Schattierschirm installiert, je nach Kultur (zum Beispiel beiAlocasia ) wird im Sommer zusätzlich außen Schattierfarbe aufgebracht.

Die Grünpflanzen wachsen in einem Standard-Substrat für diese Kultur. Die Töpfe stehen weitgehend auf dem Boden auf Mypex-Gewebe über einer abdichtenden Folie, zu einem kleinen Teil auf Tischen. Bewässert wird im Ebbe-Flut-Verfahren mit Brunnenwasser. Die Kulturtechnik musste sich Senden selbst erarbeiten, was auch mit Fehlschlägen verbunden war. Heute liegen viele Erfahrungswerte vor. Bei neuen Kulturen sind immer wieder Tests erforderlich, gerade was den Einsatz von Hemmstoffen angeht. Die Rezepte sind daher selbst ausgetüftelt.

Im Pflanzenschutz sind Spinnmilben und Thripse die Hauptschädlinge, letztere mit wachsender Bedeutung bei abnehmender Auswahl an Pflanzenschutzmitteln. Woll - läuse lassen sich laut Senden gut unter Kontrolle halten. Seit 2018 setzt der Betrieb neben chemischen Präparaten auch Nützlinge ein, die er von Sautter & Stepper bezieht, dies soll noch ausgeweitet werden.

Per Rundverkehr in Cash-and-Carry-Märkte

In der Vermarktung gelangt ein Teil der Grünpflanzen über den Rundverkehr in die Cash-and-Carry-Märkte von Landgard, diesen Absatzweg hatte auch der Vater schon immer genutzt. Seit zwei Jahren vermarktet der Betrieb die Grünpflanzen zusätzlich über die Uhr.

Neu ist der Direktabsatz an Gartencenter, wobei die Abwicklung über Landgard läuft. Karl-Heinz Senden berich - tete, dass Einkäufer an der Uhr auf das Angebot des Betriebes aufmerksam geworden waren und sich daraufhin vor Ort die Ware angesehen und auch ausgesucht und bestellt hatten. Die georderten Pflanzen liefert der Betrieb bei Landgard in Lüllingen an, eine Direktlieferung zum Kunden wäre auch möglich. Der eigene beheizte Lkw, den Stefan Senden fährt, fasst 43 CC-Container. Dadurch können die Brüder ihre gesamte Ware selbst ausliefern.

Die Grünpflanzen haben von Dezember bis März Hauptsaison. Vor der Vermarktung werden sie mit Blattglanz-Spray behandelt. Alle Grünpflanzen stehen in taupefarbenen Kunststofftöpfen der Marke Thomsen von Modiform, die eine breite Oberkante aufweisen. Die Töpfe wirken hochwertig und schaffen im Handel bei Abnahme größerer Chargen ein einheitliches Bild, erklärte Senden.

In jeden Topf kommt ein betriebseigenes Steck- oder Stab - etikett mit dem Landgard-Label „Deutsche Gärtnerware“ und dem Slogan „Grüner wohnen mit Senden“, hinterlegt mit gezeichneten Blättern. Der Betrieb will mit dem Etikett eine Marke etablieren. Die Abstimmung des Layouts mit Landgard sei wegen der Vorgaben des Vermarkters nicht ganz einfach gewesen. Nach Einschätzung von Senden ist der Betrieb der einzige Produzent von Grünpflanzen mit dem Label „Deutsche Gärtnerware“. Die Etiketten seien bei den Kunden im Gartencenter-Bereich gut angekommen, sagte Senden. Geplant ist die Verwendung von Trays aus Pappe, diese müssen aber eine ausreichende Haltbarkeit aufweisen. Ebenfalls geplant ist ein neuer Internetauftritt unter www.gärtnerei-senden.de.

Beet- und Balkonpflanzen im bedruckten Topf

Bei den Beet- und Balkonpflanzen, die die Lücke zwischen dem Verkauf der Grünpflanzen und ihrem erneuten Kulturstart im Mai/Juni füllen, läuft die Vermarktung etwas anders, sie ist überwiegend regional ausgerichtet. Der Betrieb kultiviert ein breites Sortiment vegetativ vermehrter Beet- und Balkonpflanzen im bedruckten Teku-12er-Topf. Dieser zeigt auf der Grundfarbe Orange die Silhouetten des Kölner und Aachener Doms und den Text „CO2 -neutral gewachsen“ sowie „Vom Gärtner … aus Ihrer Region“.

Neben dem Direktabsatz von Beet- und Balkonpflanzen an den Fachhandel, bei dem Vorbestellungen möglich sind, nutzt der Betrieb den Landgard-Rundverkehr mit einem Schwerpunkt auf dem Cash-and-Carry-Markt in Bonn. Dort gebe sich das Personal viel Mühe und die Zusammenarbeit klappe sehr gut, betonte Senden.

Zudem beliefert der Betrieb rund ein Dutzend Obi-Märkte in der Region Köln/Bonn/Aachen als „Lückenfüller“. Die Ware ist nicht vorbestellt, sie steht auf Abruf bereit. Wenn Obi einen kurzfristigen Bedarf hat, kann der Betrieb durch die räumliche Nähe sehr schnell liefern – dieser Absatzweg hat sich nach Auskunft von Senden gut etabliert.