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Serbien – Dobri Dani auf dem Balkan


Tipps-for-Trips - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 02.09.2019

Im Zentrum der südosteuropäischen Balkanhalbinsel liegt Serbien, ein Binnenland mit höchst unterschiedlichen Regionen und sehenswerten geschichtlichen und landschaftlichen Hotspots. Die mächtige Donau durchfließt als Lebensader den nördlichen Teil, viel Grün und Wald prägt den naturnahen Bereich südlich der Hauptstadt Belgrad.


Artikelbild für den Artikel "Serbien – Dobri Dani auf dem Balkan" aus der Ausgabe 9/2019 von Tipps-for-Trips. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Tipps-for-Trips, Ausgabe 9/2019

Belgrad an der Donau © vladimirnenezic-stock.adobe.com


© xbrchx-stock.adobe.com


Novi Sad

Novi Sad, zweitgrößte Stadt Serbiens, ist die Hauptstadt der autonomen Provinz Vojvodina, in der 26 verschiedene Volksgruppen leben und die sich dementsprechend vielsprachig gibt. Das Gebiet gilt ...

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... als Getreidekammer Serbiens. Die Grenze zu den übrigen Landesteilen Serbiens verläuft meist ständig entlang der Donau. Der größte Teil gehört zur Pannonischen Tiefebene, in Ost-West-Richtung erstreckt sich das nur 500 m hohe Mittelgebirge Fruška Gora, mit dem ältesten, seit 1960 bestehenden Nationalpark Serbiens. 54 verschiedene Baumarten mit der größten Konzentration von Lindenbäumen wachsen dort, dazu 700 verschiedene Heilkräuter. Viele gefährdete Tierarten wie Luchse, Mufflons, Hirsche und Wildschweine nutzen ungestört ihren Lebensraum. Die Bewohner Novi Sads lieben ihre Ausflüge hierher, auf dem Weg entlang der Felder und Straßendörfer verkaufen die Einheimischen an ihren Ständen frisches Obst, ausgezeichneten Honig und fruchtigen Sirup. 16 historische Klöster gibt es in der Umgebung zu besichtigen, unter anderem das 1504 gegründete Kloster Novo Hopovo in der Nähe des Örtchens Irig. Ein eindrucksvoller Weinweg führt dort vorbei, der diesen Landstrich von Norden bis Süden durchzieht, markiert mit einem doppelten Sonnen-Emblem. Es symbolisiert die Reflektion der Sonnenstrahlen auf dem Wasser der Donau, die Trauben erhalten so zweifach Sonne und enthalten dadurch mehr Zucker. Neben Rheinriesling, Sauvignon Blanc und Chardonnay, Rotweinen, Rosés und Schaumweinen wird auch der berühmte weiße und rote „Bermet“-Süßwein gekeltert, als Aperitif oder Dessertwein seinerzeit schon auf der „Titanic“ serviert. Im gemütlichen Weinhaus Kovačević können die Gäste bei einer Weinprobe die Produkte aus der Region kosten, dazu wird authentische serbische Küche und gleichzeitig auch der wunderschöne Blick über die weitläufigen Weinberge geboten. Ein behäbiger Menschenschlag lebt hier, freundlich und gemächlich, von den übrigen Serben liebevoll „Lala“ genannt. Entschleunigung pur. 350.000 Einwohner zählt die Universitäts-und Provinz hauptstadt Novi Sad, die sich derzeit für die „UNESCO Weltkulturhauptstadt 2021“ rüstet. Bereits dieses Jahr zeigt sie sich als „Europäische Jugendhauptstadt“ (Opens2019) mit unzähligen Aktivitäten, Festivals und aufregendem Nachtleben für Jugendliche. Eine von insgesamt sieben historischen Festungen entlang der Donau in Serbien ist die hiesige Petrovaradin-Burganlange mit Museum und dem Wahrzeichen der „Betrunkenen Uhr“. 88 Jahre betrug die Bauzeit, heute finden dort Rockfestivals statt, Künstler zeigen ihre Arbeiten, Cafés und Restaurants thronen hoch oben über der Donau. Unterhalb der Festung liegt sich das Restaurant Carda Aqua Doria mit Flussfischspezialitäten in schönem Ambiente.

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Abseits der Sehenswürdigkeiten findet man in der Innenstadt eine belebte Fußgängerzone mit Scharen von jungen Leuten. Eine große Anzahl von Kirchen weist auf die vielen Glaubensrichtungen Serbiens hin (serbisch-orthodox, griechisch-katholisch, christlich-reformiert und jüdisch). Im Museum of Vojvodina werden in der archäologischen, historischen und ethnologischen Sammlung die Spuren der materiellen und geistigen Kultur der Vojvodina von der Altsteinzeit bis zum 20. Jahrhundert aufbewahrt und ausgestellt. Eine Zeitreise durch die Jahrhunderte. Im 2018 eröffneten und stylischen Kulturzentrum Svilara, beheimatet in einer ehemaligen Seidenfabrik, stehen kulturelle Ausstellungen und Workshops auf der Tagesordnung. Hier im Zentrum findet man auch Grünmärkte mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Umgebung.
Außer mit dem Auto - die Straßenschilder im Land sind übrigens kyrillisch und lateinisch beschrieben, sodass eine Orientierung ganz leicht ist - kann man nach Novi Sad auch über den Busbahnhof anreisen, von dem aus ein reger in-und ausländischer Fernverkehr abgewickelt wird. Und mit Kreuzschiffen über die Donau geht es auch.

Belgrad

Entlang der Donau verläuft der Fahrradweg EuroVelo 6, der Novi Sad mit der Hauptstadt Belgrad verbindet, die wiederum über insgesamt 70 km Fahrradwege verfügt. Zwei Millionen Einwohner zählt sie, bestehend aus 17 sogenannten „Gemeinden“ (Stadtteilen). „Beograd“ gilt für Touristen als sehr sicher. Am Zusammenfluss von Donau und Save steht die imposante Festung Beogradska Tvrđava. Hoch über der Stadt belegt sie die wechselvolle Geschichte und die strategische Bedeutung für das das römische, byzantinische, osmanische, serbische und österreichische Reich. Heute sind hier mehrere Museen, der Zoo mit dem weltweit ältesten bekannten Alligator „Muja“ und der seit 160 Jahren ausgedehnte Park Kalemegdan untergebracht. Überhaupt gehören zu Belgrad viele grüne Parks wie auch der Park der Freundschaft, mit zahlreichen Bäumen, von Prominenten gepflanzt. Ganz in der Nähe das 1965 eröffnete Museum of Contemporary Art, das eine Kollektion von Kunst aus dem ehemaligen Jugoslawien und Serbien zeigt. In Belgrad überspannen neun Brücken die Donau mit ihren 57 Fischarten. Der Hafen für Kreuzfahrtschiffe liegt direkt an der Mündung der Save.
Belgrad glänzt ebenfalls mit vielen Gotteshäusern wie etwa die Kirche des Heiligen Sava. Sie wird erst seit 1985 aufgebaut, soll noch 2019 fertiggestellt werden. Seit Februar dieses Jahres ist allerdings schon die sehenswerte und beeindruckende Krypta mit ihren wunderschönen Fresken und Ikonen zu bewundern. Wer die Stadt kulinarisch kennenlernen möchte, der bucht am besten eine Food&Culture Tour, die auch in deutscher Sprache durchgeführt wird. Dabei sollte man auch ein Glas des Tamjanika Weines probieren. Die Rebsorte gilt als Königin unter den Weinen Serbiens, wird im Holzfass gelagert und nur in Serbien und Nordmakedonien angebaut. Der Abend gehört dem Szeneviertel um die Skadarska-Straße. Mit zahlreichen Restaurants (Tipp: Mali Vrabac), Bars und Tavernen und seiner „Altstadt-Straßenmusik“, verbreitet der Stadtteil ein ganz besonderes Flair.

Serbische Landschaften

Und jetzt wieder hinaus aufs Land in die nahe Umgebung: Eine halbe Stunde südlich von Belgrad erstreckt sich rund um den Ort Sopot eine wildromantische Waldregion. Am 511 m hohen Avalaberg mit seinem markanten Fernsehturm schlängeln sich wunderschöne Wanderwege. Landwirtschaftliche Höfe sind hoch oben auf den Hügelspitzen verstreut, kleine Felder drum herum – malerisch und pittoresk. Alte Aluminiumminen lohnen einen Besuch und vom Turm aus kann man über die grüne Waldlandschaft bis hin nach Belgrad sehen. Die bäuerlich geprägten Menschen sind äußerst freundlich und hilfsbereit, Reisende werden gerne auf ein Schnäpschen ins Privathaus eingeladen.

Herzlich eingeladen sind sie auch in der Craft-Bier-Brauerei Kabinet bei Sopot. Dort experimentiert ein junger Braumeister mit Craft-Bieren. Die Labels sind grafisch modern und witzig gestaltet, 85 verschiedene Geschmacksrichtungen kann er mittlerweile anbieten. Die Biere schmecken beispielsweise nach Vanille, Kaffee oder Mango. Wirklich schön ist es hier, wenn der Verkoster bei ausgezeichnetem und köstlichem serbischen Essen mit atemberaubendem Blick bis hinüber zum Berg „Kosmaj“ schaut.
Wer mag, kann jetzt auf dem Weg zur Festung Golubac im Osten des Landes eine Übernachtungspause am Silbersee in Srebrno Jezero einlegen. Im Restaurant des Silver Lake Resorts Danubia wird heimischer Fisch serviert, direkt am Wasser dieses Sees, der aus einem Altarm der Donau entstanden ist (Tipp: Mückenschutz nicht vergessen). Die Straße durch die Dörfer sind gesäumt von prächtigen Villen – Bauten von Einheimischen, die ihr Brot im europä-ischen Ausland verdienen. Beim kleinen Ort Golubac schließlich, am Anfang der Schlucht „Eisernes Tor“, hat die Donau die stattliche Breite von 6,5 Kilometern und eine Tiefe von 94 Metern erreicht. Eine „dramatische“ Landschaft und der Nationalpark Derdap mit 1.200 verschiedenen Pflanzen und interessanter Tierwelt auf der serbischen Seite – gegenüber liegt bereits Rumänien – laden zum Wandern und Radfahren von einer halben bis zu sechs Stunden ein. Übernachten kann man im Städtchen, es gibt schöne private Appartements und Zimmer, teilweise mit Frühstücksangebot. Das Restaurant Zlatna ribica bietet bürgerliche Balkanküche vom Feinsten. Sehr markant ist die mittelalterliche Festung Golubac, auch Taubenburg genannt, mit zur Verfügung gestellten EU-Geldern vorbildlich rekonstruiert und restauriert. Geschichte wird hier lebendig: Serben, Ungarn, Osmanen und Österreicher zerstörten und bauten die strategisch wichtige Burg abwechselnd immer wieder auf. Heute finden dort temporäre Kunstausstellungen statt. Eine Anmeldung zur Besichtigung ist im modernen touristischen Informationszentrum auf dem Gelände erforderlich.

© cge2010-stock.adobe.com


Oben: die Festung Kalemegdan in Belgrad; Unten: Die Donau am Eisernen Tor

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oben: die Burg Golubac rechts: römische Ausgrabung Viminacium © Barbara Kagerer


120 km sind es von hier aus nach Belgrad, auf dem Weg lohnt noch ein Besuch in der antiken Ausgrabungsstätte „Viminacium“, dem heutigen Kostolac in der Nähe von Požarevac, zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert eine wichtige römische Grenzstadt. Seit 1975 kümmert man sich intensiv um die Archäologie: bis heute wurden auf dem Gebiet der alten Stadt etwa 14.000 Gräber freigelegt und über 30.000, teils sehr gut erhaltene Objekte aus der römischen Kaiserzeit geborgen. Bisher sind nur 2% des Viminaciums sichtbar. In der Nähe der Ausgrabungsstätte wurde 2009 das nahezu unversehrte Skelett eines Steppenmammuts entdeckt. Der Fund ist zwischen einer Million und 400.000 Jahre alt. An derselben Stelle wurde 2012 ein wissenschaftlich bedeutender Mammutfriedhof mit sieben Skeletten gefunden. Leider kann man die Tiere derzeit nicht besichtigen.

Als Binnenland grenzt Serbien im Norden an Ungarn, im Osten an Rumänien und Bulgarien, im Süden an Nordmazedonien und Albanien bzw. an das Kosovo, im Südwesten an Montenegro und im Westen an Bosnien, Herzegowina und Kroatien. Im Juli und August steigt das Thermometer auf bis zu 38° C, die Winter hingegen sind meist sehr kalt und schneereich. Auf die Balkanhalbinsel reist man deshalb am besten in den Herbstmonaten, die Serbien noch sehr lange milde Temperaturen und trockenes Wetter bescheren.

MEHR INFORMATION

Wohnen in Novi Sad 7
Fisch-Restaurant, Novi Sad: www.carda.rs
Café-Restaurant, Novi Sad: www.terasa.rs
Weinhaus Kovačević, Irig: www.restorankovac.com
Wohnen in Belgrad: www.markhotelbelgrade.com
Restaurant Belgrad: www.malivrabac.rs
Craft Beer-Brauerei Sopot: 7
Wohnen Srebrno Jezero:www.srebrnojezero.com
Restaurant, Golubac: www.kafanazlatnaribica.com
Food&Culture Tour Belgrad: www.foodtourbelgrade.com

Diese Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung der Nationalen Tourismusorganisation Serbien