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Serie: Die traditionelle Südtiroler Kräuterapotheke


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Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 19.11.2021

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Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 6/2021

Genau dann, wenn wir uns nach der Sonne sehnen, streckt der Huflattich als eine der ersten Pflanzen, die im Frühjahr blühen, seine Blütenköpfe vorsichtig aus der Erde. Verlässlich entfalten die auf schuppigen Stängeln sitzenden, goldgelb wie die Sonne leuchtenden Blüten ihre volle Pracht bereits im Februar. Man wird Blüten und Blätter nie gleichzeitig finden, denn erst nach der Blütezeit erscheinen die herzförmigen, beidseitig von einem weißlichen Haarfilz überzogenen Blätter. Diese Besonderheit hat dem Huflattich den Volksnamen „ filius ante patrem“ (lat. „der Sohn vor dem Vater“) beschert und weist darauf hin, dass die Blüten vor den Blättern erscheinen.

Den deutschen Namen Huflattich hat er wegen seiner hufeisenförmigen Blätter, der lateinische Name „Tussilago“ leitet sich von „tussis“ für „Husten“ und „ago“, was bedeutet „ich vertreibe, treibe aus“, ab und weist auf das Einsatzgebiet des ...

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... Huflattichs – den Husten – hin. „Farfara“ soll abgeleitet sein von „far“ (Getreide) und „ferre“ (tragen). Weitere Volksnamen Deine Gesundheit sind: Brustlattich, Januar/Feb Heilblatt, Teebliaml, Rosslattich, Huastenblattl, Huastenbliaml, Tabakkraut, Rosshuff, Huafblattl und Labaschen. Huflattich ist eine genügsame Pionierpflanze und nahezu überall in Europa, Westasien und Nordafrika verbreitet, in Nordamerika gilt er sogar als invasiver Neophyt. Gewöhnlich wächst er am Ufer von Flüssen, Bächen, Gräben und Kanälen, in neu angelegten Böschungen siedelt er sich als eine der ersten Pflanzen an. Er liebt feuchte, kalkhaltige, alkalische Böden und auf zinkhaltigen Böden kann er viel von diesem Metall aufnehmen.

Auffallend ist sein hoher Gehalt an Salpeter in seiner Asche. Salpeter gab es früher in Apotheken als Salpeterpapier zu kaufen, ein mit Kalisalpeterlösung getränktes Filterpapier. An Asthma, Bronchitis und schwerem Husten Erkrankte zündeten dieses Papier an, um die entstehenden Dämpfe einzuatmen. Die Salpeterdämpfe senken die Krampfbereitschaft und helfen den Schleim abzuhusten. Huflattichblätter wurden früher auch wie Tabakblätter verwendet und geraucht.

Bereits seit der Antike gehört Huflattich zu den bruar verbreitetsten united Heilpflanzen der Volksmedizin, einmal bedingt durch seine erprobte Wirkung als Mittel gegen diverse Erkrankungen der Atemwege, und sicherlich auch deshalb, weil die Pflanze nahezu allerorts zu finden war und ist.

In einem alten Kräuterbuch steht: „Dient wider alle Leiden der Brust, Enge des Atems, Keuchen und Husten. Man mag die Blätter sieden und die Brühe trinken oder das Pulver in süßem Weine einnehmen. Die grünen Blätter zerstoßen und übergelegt, lindern die Hitze und heilen den Rotlauf. Der Absud dient auch als Waschwasser für wunde, brennende Stellen der Haut.“

Der Huflattich gehört zu den sogenannten Muzilaginosa, den Schleimstoffdrogen. Die in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe legen sich in einer hauchdünnen Schicht über die Schleimhaut.

Rezepte

Huflattich- Essigauszug

Eine Handvoll Huflattichblüten und Blätter mit einem halben Liter Bio-Apfelessig übergießen und 10 Tage ausziehen lassen, dann abfiltern und verdünnen. Haarspülung: 1:10 mit Wasser verdünnt. Haartonikum zum Einmassieren: 1:2 mit Wasser verdünnt. Gesichtswasser: 1:5 mit Wasser oder noch wirksamer mit Rosenhydrolat verdünnt.

Huflattichwürze

Indianer trocknen und verbrennen die Huflattichblätter und verwenden die so gewonnene Asche als gesunde kaliumreiche Würze anstelle von Salz.

Husten-Blütenhonig

Man kann für die Bevorratung übers Jahr einen Husten-Blütenhonig ansetzen, indem man in ein großes Einmachglas im Frühjahr eine Schicht Huflattichblüten und Honig darüber gibt. Im Laufe des Jahres folgen Schichten von Schlüsselblumenblüten, Veilchenblüten, Lungenkrautblüten und Königskerzenblüten mit jeweils Honig dazwischen. Immer darauf achten, dass die Blüten mit Honig bedeckt sind. Das Glas sollte auf eine warme, sonnige Fensterbank gestellt werden und ca. 30 Tage nach der letzten Blüteneinlage kann man den Honig von den ausgezogenen Blüten abfiltern und in kleine Gläschen abfüllen.

Im nächsten Heft geht es weiter mit dem Ruprechtskraut.

mildern die Schmerzempfindlichkeit und Reizbarkeit, lassen die Entzündung abklingen und auch den Hustenreiz. Daneben enthält er Gerbstoffe, die die Schleimhäute festigen, Mineralstoffe, die sie aufbauen und Salpeter, der die Bronchien erweitert und so das Abhusten erleichtert. Huflattich-Tee aus den getrockneten Blüten und/ oder Blättern ist ein traditionelles Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit, Bronchitis oder Asthma. Äußerlich hat sich die Wirksamkeit von Huflattich ebenfalls bewährt. Eine zusammenziehende, desinfizierende, wundheilende Wirkung bei Hautentzündungen, Krampfadern, Unterschenkelgeschwüren lässt sich erzielen, indem man die frischen angequetschten Blätter als Umschlag auf ein Tuch gibt, dann wie einen Wickel fest um das Bein legt und über Nacht wirken lässt. Zubereitungen mit Huflattich eignen sich als Gesichtswasser, Kompresse oder Gesichtsdampfbad, zur Pflege von unreiner, entzündeter und fettender Haut, bei schnell fettenden Haaren und Schuppen. Er wirkt antiseptisch, klärend und vermindert die übermäßige Talgdrüsenproduktion.

Magisches:

Wenn man die Äcker, auf denen viel Huflattich wächst, am Fronleichnam-Samstag umackert, dann bleibt er aus.

Gut zu wissen:

Da der Huflattich Pyrrolizidinalkaloide enthält, die in hohen Dosen Leberschäden hervorrufen können, wurdeer von der Kommission E als giftig eingestuft. Die in der Volksheilkunde üblichen Dosierungen liegen weit unterhalb der Gefahrengrenze und bei der normalerweise empfohlenen innerlichen Anwendung, zum Beispiel von zwei bis drei Tassen Tee über einer Dauer von maximal drei Wochen, ist die Konzentration gering und vernachlässigbar. Eine interessante Information kommt diesbezüglich außerdem von der Wiener Pharmazeutin Dr. Roxana Lebada. Sie wurde mit dem Herba-Preis ausgezeichnet, weil sie herausfand, dass Huflattich nur dann Alkaloide ausbildet, wenn er unter Stress steht. Die schädlichen Substanzen entstehen laut den Kräuterexperten Siegrid Hirsch und Felix Grünberger nur in alten Pflanzen, die nicht mehr genügend Nährstoffe finden oder an Wassermangel leiden. Sicherheitshalber sollten während der Schwangerschaft/ Stillzeit innerlich keine Huflattich-Zubereitungen verwendet werden.

Bisher erschienen: Baldrian, Rostrote Alpenrose, Meisterwurz, Schafgarbe, Lärchenbalsam, Zirbe, Frauenmantel, Isländisches Moos, Arnika, Gelber Enzian, Edelweiß, Edelraute, Latschenkiefer und Honigklee.

Weitere Informationen zu den Südtiroler Kräutern finden Sie auf dem Kräuterblog der Südtiroler Kräuterfrauen unter: www.kräuterkraft.it und www.alpenerbe.it