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SERIE: Hauptstadt der Sünde


TV Digital XXL-Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 20/2018 vom 21.09.2018

„Babylon Berlin“ ist die aufwendigste Serie der deutschen TV-Geschichte. Was Sie über das historische Krimidrama wissen sollten


Artikelbild für den Artikel "SERIE: Hauptstadt der Sünde" aus der Ausgabe 20/2018 von TV Digital XXL-Ausgabe. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TV Digital XXL-Ausgabe, Ausgabe 20/2018

Erleben eine Stadt im Rausch: Rath (Volker Bruch) und Ritter (Liv Lisa Fries)


Gefährliche Spiele: Wolter (Peter Kurth) mit Raths Neffen (Ivo Pietzcker)


Explosive Lage: Am 1. Mai

1929 schlägt die Polizei Proteste brutal nieder


SO 30.9.

Babylon Berlin
DAS ERSTE 20.15 UHR
KRIMI Start des Historiendramas von Tom Tykwer (1. und 2. Staffel) On Demand

Man kann nicht behaupten, Tom Tykwer mache es sich gern leicht bei der Arbeit. Der Weltbestseller „Das Parfum“ etwa galt rund 20 Jahre als ...

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Man kann nicht behaupten, Tom Tykwer mache es sich gern leicht bei der Arbeit. Der Weltbestseller „Das Parfum“ etwa galt rund 20 Jahre als unverfilmbar, bis ihn Tykwer 2006 erfolgreich fürs Kino adaptierte. Beim Epos „Cloud Atlas“ jonglierte er 2012 als Co-Autor und -Regisseur mit sechs Handlungssträngen, die ein halbes Jahrtausend umspannen. Und das Drama „Nairobi Half Life“ (2012) produzierte er in Kenia, unter anderem auf Suaheli. Als filmische Herausforderung ist Tykwers neuestes Projekt „Babylon Berlin“ dennoch einzigartig: Es ist die größte Serie, die es bisher im deutschen Fernsehen gab.
Knapp 40 Millionen Euro kosteten Staffel eins und zwei des historischen Kriminaldramas, das im Berlin der 1920er-Jahre spielt. Rund 300 Drehorte und über 200 Sprechrollen fährt die Serie auf – wobei Tykwer es nicht unbedingt „Serie“ nennen würde. „Für mich ist es ein zwölfstündiger Kinofilm, der im TV läuft. Es war undenkbar, das alles allein zu schreiben und zu inszenieren“, sagt er zu TV DIGITAL. Tykwers Co-Autoren und Co-Regisseure sind Achim von Borries („Was nützt die Liebe in Gedanken“) und Henk Handloegten („Liegen lernen“). „Manchmal haben wir“, so Tykwer weiter, „mit drei Teams parallel an unterschiedlichen Orten gedreht.“

Vorlage für die Story ist der Kriminalroman „Der nasse Fisch“. Berlin, 1929: Der junge Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) ist neu in der Stadt und erlebt sie als einen Ort der Extreme, eine Metropole zwischen bitterer Armut und dekadentem Nachtleben. Auch politisch ist Berlin ein Pulverfass. Vor dieser Kulisse beginnt Rath die Ermittlungen in einem mysteriösen Fall, in dem Exilrussen eine besondere Rolle spielen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Wolter (Peter Kurth) und der Stenotypistin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) gerät der Kommissar immer tiefer in einen Strudel aus Intrigen und Verrat.
Absolute Hauptfigur aber ist Berlin selbst. Zum Ende der 1920er ist die Hauptstadt der Weimarer Republik im Rausch, Berlin gilt als eine der aufregendsten Metropolen der Welt. Kunst und Kultur florieren, ein Nachtleben voller Exzesse zieht viele in seinen Bann. Drogen und Pornografie sind auf dem Vormarsch. Zeitgleich eskaliert in Berlin aber auch die Gewalt in den Straßen. Politische Proteste von Kommunisten und Nationalsozialisten enden immer häufiger blutig.

Letzte Anweisungen: Co-Regisseur Tom Tykwer (l.) erklärt Darstellern und Drehteam die nächste Szene


Alles nur Fassade: Vier alte Straßenzüge wurden in der Neuen Berliner Straße in Babelsberg nachgebaut


All das zeigt auch die durchaus komplexe Serie: „Babylon Berlin“ ist kompromisslos, authentisch und drastisch. In virtuos inszenierten Bildern wird der Zuschauer in das wilde Nachtleben der Weltstadt eingeführt, Sex, Drogen und Transvestiten inklusive. Mindestens genauso beeindruckend ist aber auch das stimmungsvoll rekonstruierte „schmutzige“ Berlin der Arbeiterklasse, wo etwa Hauptfigur Charlotte Ritter mit einem halben Dutzend Familienmitgliedern auf engstem Raum zusammenhaust.
Das fesselnde Szenario ist vielleicht die größte Stärke der Serie, die bereits in 160 Länder verkauft wurde. Die Weimarer Republik erweist sich als überraschend moderne Ära. Zudem wirkt sie – anders als etwa die Naziund DDR-Zeit – filmisch noch extrem unverbraucht. Kein Wunder, dass es für die dritte Staffel von „Babylon Berlin“ bereits grünes Licht gab. Doch auch in Zukunft wird die Krimihandlung hier immer nur Mittel zum Zweck bleiben. Denn die Serie zeichnet das Sittengemälde einer schicksalhaften Epoche, es geht um das tragische Ende der Goldenen Zwanziger. Das Goldene Zeitalter der deutschen TV-Serien wiederum könnte gerade begonnen haben.


FOTOS: BATIER/X FILME (5), HIRSCHBERGER/DPA PICTURE-ALLIANCE