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Serie: Ihre Lippen waren Fluch und Segen zugleich


Frau mit Herz - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 12.01.2019

Liebe Leserin, lieber Leser, mit unserer Frau mit Herz-Serie erfüllen wir Ihnen Herzenswünsche. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!


Unvergessen

Artikelbild für den Artikel "Serie: Ihre Lippen waren Fluch und Segen zugleich" aus der Ausgabe 3/2019 von Frau mit Herz. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau mit Herz, Ausgabe 3/2019

An der Seite von Peter van Eyck, erlebt sie 1949 mit „Hallo, Fräulein“ den Höhepunkt ihrer Karriere


MARGOT HIELSCHER (†)

Margot Hielscher, Lisa Lesco, Ruth Burckhardt, Anneliese von Eschstruth (v.l.) und Zarah Leander (M.) in „Das Herz der Königin“ (1940)


Margret Homeyer, Margot Hielscher und Jutta Speidel (v.l.) in „Rivalen der Rennbahn“ (1988)


Selbstbewusst und voller Lebensfreude strahlte die Schauspielerin Margot Hielscher (†97) seit den 40er-Jahren in die ...

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... Kamera. Ihre breiten, vollen Lippen waren eine Faszination und zogen jeden Zuschauer regelrecht in ihren Bann. Doch was heute als Schönheitsideal gilt, war für das junge Talent früher Fluch und Segen zugleich …

Margot Hielscher fiel durch ihre fülligen Lippen auf, keine Frage. Doch während Schauspielkolleginnen wie Marika Rökk (†90) das zeitgenössische Schönheitsideal des kleinen runden Kirschmundes prägten, und von vielen Seiten Witze über Hielschers Mund gemacht wurden, ließ sich das Nachwuchstalent nicht einschüchtern. Sie nutzte diese Aufmerksamkeit und hielt ihren Mund nicht klein. Ganz im Gegenteil, sie sperrte ihn weit auf und sagte, was ihr in den Sinn kam. Seit dem Ende der 40er-Jahre sorgte sie mit ihrem Selbstbewusstsein für Aufsehen und galt schnell als „Frau, die weiß, was sie will“.

Sie kam auf Umwegen zur Schauspielerei

Am 29. September 1919 erblickte die gebürtige Berlinerin das Licht der Welt. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie eine Ausbildung als Kostümbildnerin und Modedesignerin. Auf diese Weise kam sie zwangsläufig mit dem Filmbusiness in Kontakt und fand mit der Zeit Gefallen an der Schauspielerei. Voller Hingabe absolvierte sie in der Hoffnung, bald vor der Kamera mitwirken zu können, eine zweite Ausbildung als Sängerin und Schauspielerin. 1939 war es soweit und sie wurde während ihrer Tätigkeiten als Kostümbildnerin am Set des Films „Das Herz der Königin“ entdeckt. Prompt erhielt sie noch für diesen Film ihre erste Rolle als Hofdame neben der schwedischen Schauspielerin Zarah Leander (†74). Mehrere Rollen in verschiedenen Liebeskomödien wie „Auf Wiedersehn, Franziska“ (1941), in denen sie auch als Sängerin Gehör fand, folgten. So avancierte sie während des Zweiten Weltkriegs zu einer der beliebtesten Darstellerinnen des deutschen Films! Ihren Karriere-Höhepunkt erlebte sie jedoch erst 1949 nach dem Krieg in „Hallo, Fräulein“ an der Seite von Peter van Eyck (†55). Besonders die weiblichen Zuschauer waren von Margot Hielschers Herbheit, die im Gegensatz zum damaligen Rollenbild der Frauen stand, angetan.

Auch privat fand die Charakterdarstellerin zu dieser Zeit ihr großes Glück. Noch während der Dreharbeiten lernte sie 1949 den Filmkomponisten Friedrich Meyer (†78) kennen und verliebte sich. Knapp zehn Jahre später heiratete das Paar und führte in ihrer Wahlheimat München bis zum Tod von Friedrich Meyer 1993 eine kinderlose, aber glückliche Ehe. In den 50er-Jahren hatte sie zunehmend Erfolg als Sängerin und vertrat Deutschland sogar gleich zweimal beim „Grand Prix de la Chanson“. Mit „Telefon, Telefon“ erlangte sie 1957 den 4. und 1958 mit „Für zwei Groschen Musik“ den 7. Platz, sodass sie bis heute als eine der erfolgreichsten Teilnehmerinnen aus Deutschland gilt.

Die Schauspielerin mit Karlheinz Böhm in „Salto Mortale“ (1969)


1957 trat die Sängerin beim „Grand Prix de la Chanson“ mit dem Lied „Telefon, Telefon“ an und belegte den 4. Platz


Über 30 Jahre lebte sie mit ihrem Ehemann Friedrich Meyer glücklich zusammen


Auch mit fast 70 Jahren blieben die vollen Lippen das Markenzeichen der beliebten Entertainerin


Als hinreißende Dame überzeugte Margot Hielscher seit den 40er-Jahren mit ihrem großen Selbstbewusstsein die Zuschauer


Sie prägte die Rolle der Frauen

Auch in den 60er-Jahren riss ihr Erfolg nicht ab. Sie erhielt ihre erste Talkshow „Zu Gast bei Margot Hielscher“, in der sie sich schlagfertig mit anderen Showgrößen, wie beispielsweise Romy Schneider (†43) oder Gert Fröbe (†75), unterhielt und das Publikum begeisterte. Wurde sie einst wegen ihrer vollen Lippen verspottet, galten diese mittlerweile als ihr erotisches Markenzeichen und verhalfen ihr unter anderem rückblickend zu einer jahrzehntelangen Karriere als Rundum- Entertainerin.

Zuletzt lebte Margot Hielscher von der Öffentlichkeit zurückgezogen in ihrem Bungalow am Herzogpark in München, in dem sie am 20. August 2017 kurz vor ihrem 98. Geburtstag friedlich einschlief. „Ich bin so müde“, sollen ihre letzten Worte gewesen sein, die sie mit ihren auch bis zuletzt vollen Lippen formte.