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SERIE: RICHTIG HANDELN


Motorrad ABENTEUER - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 14.08.2019

Bei Beschwerden unterwegs sollte man nicht auf Trostpflaster zurückgreifen, sondern auf das was wirklich hilft – vor allem in Notsituationen.


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Erste Hilfe ist bei einem Notfall zwingend notwendig – falsch handelt nur, wer nicht hilft.


Fotos: Jeremy Rott

Blut, Schweiß und Tränen – das hat wohl jeder schon mal in den anstrengenden Stunden hinter dem Lenker verspürt. Es ist eben doch nicht immer alles nur schön. Vielleicht machen wir es uns auch manchmal zu schwer und sollten besser auf unseren Körper hören, wenn uns das eine oder andere Gebrechen plagt. Häufige Beschwerden beim Motorradfahren und was man ...

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... dagegen tun kann, sowie Handeln in Notsituationen – darauf gehen wir hier näher ein:

Erkältung Eine Erkältung hatte jeder schon mal. Sie kommt häufig vor und wird meist von leichtem Fieber begleitet. Leider gibt es kein Medikament gegen Erkältung. Auch der Glaube, dass Vitamin C hier hilft, stimmt nicht. Eine regelmäßige Einnahme verkürzt die Krankheitsdauer bestenfalls um einen Tag.

Unser Tipp: Omas alte Hausmittel, zum Beispiel inhalieren mit heißem Wasserdampf, mit evtl. Salz, Kamille oder Pfefferminzöl. Das lässt sich gut abends in der Unterkunft umsetzen. Außerdem haben sich abschwellende Nasentropfen bewährt, um nachts auch durch die Nase atmen zu können(siehe Teil 1 der Serie: Reiseapotheke) . Schmerzen und Fieber bekämpft man am besten mit Paracetamol oder Ibuprofen.

Was ist mit Antibiotika? Diese wirken nur bei Erkrankungen, die durch Bakterien hervorgerufen werden. Eine Erkältung wird aber meist durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika nicht helfen. Ein guter Hinweis, ob Bakterien oder Viren die Auslöser sind, ist die Farbe dessen, was wir aus der Nase befördern: glasig, durchsichtig – dann sind vermutlich Viren die Übeltäter, gelblich-grünlicher Schleim lässt dagegen auf Bakterien schließen.

Eine echte Grippe erkennt man daran, dass sie innerhalb von Stunden zuschlägt. Von jetzt auf gleich fühlt man sich elend krank und sie verläuft sehr viel heftiger als eine Erkältung. Hier ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Lässt sich das Fieber mit Schmerzmitteln nicht senken, oder tritt es zusammen mit einer oder mehreren Beschwerden wie Durchfall, Hautveränderungen, Schmerzen beim Wasserlassen oder Störungen des Bewusstseins auf, dann sofort zum Arzt. Beschwerden dieser Art bedürfen in der Regel weiterer Abklärung bzw. eine weiterführende Behandlung als nur mit Schmerzmitteln.

Halsschmerzen Mit Halsschmerzen steht es leider ähnlich wie mit der Erkältung. Ursache sind zumeist Viren und so lassen sich nur die Beschwerden behandeln, nicht die Krankheit. Was kann ich also tun? Wärme wirkt wohltuend. Das erreicht man z.B. mit feuchten Halswickeln (feuchtes Tuch um den Hals und ein Trockenes darüber – die Körperwärme lässt das feuchte Tuch warm werden, was als angenehm empfunden wird).

Unser Tipp: In der Apotheke gibt es gut und günstig desinfizierende Gurgellösungen, z.B. Chlorhexidin-Mundspüllösung.

Herpes ist jedem ein Begriff, aber nur manche bekommen ihn. Für jene, die immer mal wieder von den schmerzhaften Bläschen heimgesucht werden und sich fragen, was sie denn falsch gemacht haben, heißt die Antwort: nichts! Leider ist die vorherrschende Meinung immer noch, dass selbst schuld ist, wer sich damit ansteckt. In Wahrheit trägt fast jeder Mensch den Virus in sich – bei manchen führt er zu Lippenherpes, bei manchen nicht, die Gründe sind nicht vollständig geklärt. Der »Ausbruch« liegt häufig an verstärkter Sonneneinstrahlung, Wechsel von Wärme und Kälte, Stress, körperliche oder seelische Belastungen. Kein Wunder also, dass das häufig während einer Motorradreise auftritt.

Unser Tipp: Zumindest in Deutschland gibt es rezeptfrei sogenannte antivirale Salben (mit dem Wirkstoff Aciclovir, z.B.: »Zovirax«). Diese verkürzen die Krankheitsdauer um wenige Tage, allerdings nur, wenn sie innerhalb der ersten 24 Stunden nach Auftreten der ersten Anzeichen aufgetragen werden.

Reise-Durchfall – die Beschwerde Nr.1. Leider kann der Erkrankte nicht viel machen, wenn Montezuma einmal zugeschlagen hat, außer es im wahrsten Sinne des Wortes »auszusitzen«. Dringend notwendig ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Unser Tipp: Rehydrationslösungen beinhalten auch gleich die Elektrolyte im richtigen Verhältnis. Hat man das unterwegs nicht zur Hand lässt sich mit Wasser, Zucker und Salz eine vereinfachte Lösung auch leicht selbst herstellen(siehe Teil 1 der Serie: Reiseapotheke) . Die ist übrigens auch nicht schlecht nach einer durchzechten Nacht, was dann aber wohl eher unter den Punkt Kopfschmerzen fällt. Was nicht zu empfehlen ist sind Kohletabletten (dafür gibt es keine überzeugenden Ergebnisse) und Anti-Durchfall-Mittel (in der Fachsprache Antidiarrhoika wie z.B. Loperamid). Denn was raus muss, soll auch raus. Grund für den reisebedingten Durchfall ist oft die Lebensmittelvergiftung(siehe Teil 3 der Serie: Lebensmittelvergiftung) .

Schmerzhafte Verspannungen im Nacken und Rücken lassen sich mit Wärme gut therapieren.


Schmerzende Gelenke, Rückenschmerzen, steifer Nacken – das gehört zu längeren Touren wie Pech zum Schwefel. Ursache sind Muskelverspannungen durch lange einseitige Belastung. Das führt zu Sauerstoffmangel in den Muskelpartien und letzten Endes zu deren Verhärtung. Wir müssen diesen Effekt also wieder umkehren – das bedeutet, die Durchblutung zu fördern. Das erreicht man durch Wärmeanwendungen, zum Beispiel mit Wärmflaschen oder Kissen.

Unser Tipp: für den echten Krad-Nomaden gibt es die handliche Lösung für die Jackentasche: Wärmecremes, z.B. Finalgon. Auch sie wirken stark durchblutungsfördernd. Weitere Möglichkeiten sind gezielte Dehnübungen oder die Selbst-Massage mittels Tennisball/Wasserflasche zwischen Wand und Rücken. Durch Auf-und Abwärtsbewegungen werden die verhärteten Muskelstränge wieder weicher.

Der Notfall oder: das nackte Überleben. Leider kann uns auch das auf der Reise passieren. Und genauso selbstverständlich wie wir erwarten, in einer Notsituation Hilfe zu bekommen, so sind wir (sogar gesetzlich) verpflichtet, zu helfen.

Das plötzliche »Umkippen« kann verschiedene Gründe haben. Die Ursache ist aber gar nicht so wichtig, entscheidend ist das primäre Ziel: die Zeit ohne Wiederbelebungsmaßnahmen möglichst gering zu halten oder anders ausgedrückt: so schnell wie möglich drücken! Das rettet Leben! Es gilt Zeit zu überbrücken, bis der Rettungsdienst eintrifft, denn diese Minuten sind absolut entscheidend. Also nicht in Panik geraten und folgendes einfaches Rezept befolgen:

PRÜFEN : Sehe ich eine Person am Boden liegen, muss ich sie ansprechen und an den Schultern rütteln, um das Bewusstsein zu prüfen. Keine Reaktion? Dann laut um Hilfe rufen. Als nächstes die Atmung kontrollieren. Dazu den Kopf leicht überstrecken, auf die Atemzüge hören und den Brustkorb beobachten. Liegt eine deutliche und regelmäßige Atmung vor, dann sollten wir die Person in die stabile Seitenlage bringen. Besteht allerdings der Verdacht, die Person atmet nicht oder nur unregelmäßig…

RUFEN : Sofort einen Notruf absetzen, oder absetzen lassen. Inzwischen muss auch hier nicht mehr lange nachgedacht werden, denn die 112 gilt in ganz Europa, ohne Vorwahl und kostenfrei! Der Notruf kann häufig sogar dann noch abgesetzt werden, wenn das Handy »keinen Empfang« anzeigt. Wer sich im außereuropäischen Ausland aufhält, sollte die Notruf-Nummern abspeichern. In sehr entlegenen Gebieten ohne Mobilfunkabdeckung hilft nur noch das Satellitentelefon oder ein GPS-Tracker (z.B. Spot Gen 3), der ein Notsignal samt Standort absetzen kann. Wem das zu teuer ist, der kann das Equipment auch bei diversen Anbietern mieten.

DRÜCKEN : Sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Keine Sorge, wenn derjenige nicht bewusstlos ist, wird er sich früh genug melden. Man kann definitiv nichts falsch machen: Die Mitte des Brustkorbs mit gestreckten Armen ca. 5 cm weit eindrücken, 100 mal pro Minute. Nach 30 Mal drücken 2 Mal beatmen. Wer bei einem Fremden eine Mund-zu-Mund-oder Mund-zu-Nase-Beatmung nicht durchführen möchte, sollte wenigstens drücken, denn es befindet sich noch Sauerstoff im Körper.

Unser Tipp: Um den richtigen Rhythmus von 100 pro Minute zu erreichen, hilft das Lied »Stayin’ alive« der Bee Gees. Passt auch gut vom Text her.

Es ist mehr als verständlich, dass man in einer Notfallsituation geschockt ist und Angst hat, etwas falsch zu machen. Da aber das einzig wirklich Falsche das Nichts-Tun ist, hilft vielleicht das: Wer bekommt schon mal die Möglichkeit, einem anderen Menschen das Leben zu retten?

BISHER ERSCHIENEN:

Medizin Teil 1: Reiseapotheke
MotorradABENTEUER 2/2019

Medizin Teil 2: Erste-Hilfe-Set
MotorradABENTEUER 3/2019

Medizin Teil 3: Lebensmittelvergiftung
MotorradABENTEUER 4/2019

PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN

Prüfen, ob die Person bewusstlos ist und nicht mehr atmet.
Rufen – Notruf 112 absetzen! Drücken – schnelle und feste Herzdruckmassage mittig auf dem Brustkorb.
Wer Angst hat, das in der Notfallsituation zu vergessen, kann sich eine handliche Visitenkarte für den Geldbeutel kostenlos bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestellen, unter www.bzga.de Infomaterialien Wiederbelebung.