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Service: I Kopfhörer fürs Home-Studio: Monitoring, Mixing, Mastering – der richtige Kopfhörer für dein Home-Studio


ear in - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 21.02.2020

Youtube, Vlog, Podcast … Nie war es so leicht, selber Videos, Musik oder Sprachbeiträge zu produzieren. Ton aufnehmen, kontrollieren, bearbeiten, mischen, Videos synchronisieren, ein Voice Over einsprechen – alles geht. Das Wichtigste aber, wenn es darum geht, mit Ton zu arbeiten: Du brauchst einen guten Kopfhörer!


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Bildquelle: ear in, Ausgabe 2/2020

Im Profibereich werden für die unterschiedlichen Einsatzbereiche gern verschiedene Kopfhörer verwendet. Im Home-Studio hast du aber andere, meist weniger optimale Arbeitsbedingungen. Umso wichtiger ist die richtige Wahl. Auf Folgendes solltest du achten.

Geld

Eins vorab: Mit etwas Kreativität ...

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... kannst du auch mit geringem Technikaufwand tolle Ergebnisse erzielen. Wenn du Smartphone und Computer besitzt, kommst du schon mit ein bisschen Zubehör und der richtigen Freeware richtig weit. Auf der anderen Seite kannst du einen Haufen Geld in Kameras, Mikrofone, Interfaces und sonstige Ausrüstung stecken. Nach oben gibt es da fast keine Grenzen. Das Beste ist: Mit einem Kopfhörer zwischen 100 und 200 Euro bist du für so gut wie alle Fälle perfekt ausgestattet.

Klang

Kopfhörer für die Musikproduktion müssen neutral klingen – ganz einfach, weil du bei der Produktion kaum überschauen kannst, mit welchen Geräten dein Publikum deine Videos, Songs oder Podcasts hört. Das reicht vom schwachbrüstigen Smartphone-Lautsprecher über superbasspotente Kopfhörer bis hin zur High-End-Anlage. Verwendest du bei deiner Arbeit selber einen Kopfhörer mit einer starken Bassbetonung, wird dein Mix für alle, die weniger bassbetont hören, dünn klingen. Verwendest du andersherum einen Kopfhörer, der sehr dünn klingt, wirst du beim Mischen den Bass aufdrehen. Wenn dann zum Abhören noch Kopfhörer oder Lautsprecher verwendet werden, die den Bass betonen, wird das Ganze schnell zu viel. Auf der sicheren Seite bist du also auf jeden Fall, wenn du selber mit einem möglichst neutralen Klang arbeitest.

Schallisolierung

Wenn du dich selber aufnimmst und deine Stimme dabei hören möchtest, brauchst du Kopfhörer mit einer hohen Schallisolierung. Ansonsten nimmt dein Mikro neben dem, was du hineinsprichst, auch auf, was deine Kopfhörer wiedergeben. Das ist genau das, was du gerade ins Mikro spricht und was über die Kopfhörer ausgegeben wird und was das Mikro wieder aufnimmt und so fort. Das Ganze wird zu einer Endlosschleife, die sich zu einem hohen Pfeifton aufschaukelt. Rückkopplung nennt man das, und die macht eine Aufnahme unmöglich. Deshalb sollte von dem, was dein Kopfhörer wiedergibt, möglichst wenig nach außen dringen. Und deshalb ist ein Kopfhörer mit einer hohen Schallisolierung wichtig. Eine hohe Schallisolierung bieten geschlossen konstruierte Kopfhörer, die speziell fürs Monitoring während der Aufnahme entwickelt wurden.
Im professionellen Tonstudio benutzt man zum Mischen und Mastern gerne offene oder halboffene Kopfhörer. Das liegt daran, dass solche Modelle früher häufig einen besseren Klang boten. Im Home-Studio sind geschlossene Kopfhörer aber besser. Die haben den Vorteil, dass sie dich umgekehrt auch vor Außengeräuschen abschirmen und du dich besser auf die Bearbeitung deiner Aufnahme konzentrieren kannst. Denn zu Hause hast du sicher keine so ruhige Umgebung wie im Profistudio.

Bauform

Beim reinen Monitoring kannst du gut auf In-Ear-Monitors (IEM) zurückgreifen. Für die Tonbearbeitung sind Over-Ear-Kopf hörer besser. Da In-Ears im Gehörgang sitzen, schalten sie den Teil, den Gehörgang und Ohr muschel zum Schallempfinden beitragen, aus. Und auch, wenn du einen IEM hast, der dich klanglich zufriedenstellt und den du als neutral empfindest, kann das bei einem anderen Menschen ganz anders sein. Da es bei der Arbeit im Home-Studio darauf ankommt, mit einem möglichst neutralen Klang zu arbeiten, solltest du einen Kopfhörer verwenden, der Gehörgang und Ohrmuschel einbezieht.

Tragekomfort

Wenn du einen Kopfhörer über mehrere Stunden auf den Ohren hast, wirst du feststellen, dass dem Tragekomfort eine ganz andere Bedeutung zukommt, als wenn du zu Hause oder unterwegs Musik hörst. Umso wichtiger, dass du dir einen Kopfhörer aussuchst, den du lange tragen magst. Das ist wohl der schwierigste Punkt, da du im Geschäft selten die Möglichkeit hast, einen Kopfhörer mehrere Stunden auszuprobieren. Im Idealfall kannst du dir aber einen Kopfhörer für ein paar Tage ausleihen. Viele Geschäfte bieten das an. Gerade Onlinehändlern gegenüber ist es fair, erst einmal einen Test-Kopfhörer anzufordern, statt ein neues Gerät zu bestellen und es dann zurückzusenden. Wenn dir der Kopfhörer wirklich gefällt, schickst du das Testgerät zurück und bekommt ein neues, originalverpacktes Teil.

Sonstiges

Impedanzmonster mit 300 Ohm und mehr, wie sie früher gerne im Studio verwendet wurden, sind selten geworden. Wenn du mit mobilem, akkubetriebenem Equipment oder einem USB-Mikrofon mit eingebautem Kopfhöreranschluss arbeitest, solltest du darauf achten, dass dein Kopfhörer eine niedrige Impedanz, unter 100 Ohm, und einen hohen Wirkungsgrad, über 100 dB, aufweist, damit die eingebauten Verstärker den Kopfhörer souverän treiben können. Die meisten netzbetriebenen Geräte haben genug Reserven, um auch elektrisch anspruchsvolle Kopfhörer problemlos zu versorgen.
Wenn du einen Kopfhörer lange benutzt, gehen am ehesten Kabel und Ohrpolster kaputt. Entsprechend ist ein austauschbares Kabel eine gute Sache. Austauschbare Ohrpolster sind darüber hinaus auch angenehm, weil du sie leichter reinigen kannst. Und wenn du deinen Kopfhörer mit anderen teilst, ist es auch angenehm, wenn jeder seinen eigenen Satz Ohrpolster besitzt. Hier kann dann auch jeder eigene Präferenzen setzen. Der eine mag (kunst-)lederbezogene Polster, der andere einen Veloursbezug. Aber Achtung: Die Polster wirken sich auch auf Klang und Schallisolierung des Kopfhörers aus.

AKG K702

Der AKG K702 gehört zu den absoluten Studioklassikern. Er ist ein offener Kopfhörer. Damit sind seine Schallisolierungswerte eher niedrig. Fürs Monitoring während der Aufnahme kannst du ihn deshalb nur begrenzt verwenden. In Verbindung mit einem Sprechermikrofon, das nicht ganz so sensibel ist, kannst du ihn dennoch benutzen, ohne dir Rückkopplungen einzufangen. Ansonsten gibt sich der K702 „alten“ Tugenden verpflichtet, die allerdings kein bisschen veraltet sind. Da ist zunächst die Passform. Die wirklich großen Gehäuse mit den üppigen Velourspolstern sitzen so was von bequem über den Ohren, dass mir sofort die Assoziation zu einem Fernsehsessel kommt. Dazu kommt die selbst justierende Kopfbügelkonstruktion von AKG. Kaum ein anderer Kopfhörer sitzt sofort, nachdem man ihn aufgesetzt hat, entspannter auf dem Kopf. Das ist zwar nichts zum Headbangen, doch wenn dir etwas vom Pult gefallen ist, kannst du dich bedenkenlos danach bücken, der AKG bleibt zuverlässig auf dem Kopf sitzen.

Ganz Profi-like lassen sich Kabel und Ohrpolster austauschen. Neben dem serienmäßigen glatten Drei-Meter-Kabel gibt es als Zubehör noch ein Fünf-Meter-Spiralkabel und ein glattes Kabel von 1,80 Metern Länge. Alle Kabel haben eine 3,5-Millimeter- Klinke mit aufschraubbarem 6,3-Milllimeter-Adapter. So gehört das. Mit 63 Ohm liegt der AKG K702 schon im mittleren Impedanzbereich. Er läuft dank 105 dB Wirkungsgrad noch problemlos an mobilen Geräten. Sein angestammter Einsatzort ist jedoch ganz klar am Mischpult beziehungsweise an der DAW.
Der Klang des AKG K702 ist genauso perfekt entspannt wie seine Passform. Die Musik klingt weiträumig, es gibt viel Platz, in dem sich die Töne und Klänge in jedem Detail entfalten können. Tonal ist er dabei sehr ausgewogen. Auch ohne Bassbetonung reicht er weit und klar-kontrolliert in den Frequenzkeller. Die Mitten sind deutlich und hoch aufgelöst. Mit dem K702 entgeht dir wirklich kein Detail. Das Gleiche gilt für die Höhen. Auch hier bietet der K702 eine tolle Auflösung. Und er sagt einem sehr klar, wo man besser noch mal einen Deesser einsetzt bzw. Diesen nachjustiert.
Insgesamt ist der AKG K702 noch immer eine Referenz in Sachen Studiokopfhörer. Wenn man sich anguckt, was viele „Referenzkopfhörer“ heute kosten, ist er ein regelrechtes Schnäppchen. Wenn du einen offenen Kopfhörer mit hohem Tragekomfort und neutralem Klang suchst, bist du mit dem AKG bestens beraten.

Audio-Technica ATH-M70x

Audio-Technica ist in der Studioszene für seine Mikrofone bekannt. Oft haben Mikrofonhersteller auch exzellente Kompetenzen in Sachen Kopfhörer. Umgekehrt ist das seltener der Fall. Der bekannteste Audio-Technica- Kopfhörer ist vermutlich der ATH-M50x, der vor allem als Monitor recht beliebt ist. Hier bietet er einen coolen, sehr bassbetonten Sound – den du zum Mixen und Mastern allerdings weniger gebrauchen kannst. Universeller und leider auch deutlich teurer ist der ATH-M70x. Der ist ebenfalls geschlossen gebaut und bietet damit eine gute Schallisolierung. Mit 35 Ohm und 97 dB Wirkungsgrad funktioniert er auch an mobilem, akkuversorgtem Equipment. Gleich drei Kabel legt AT dem Kopfhörer bei: ein 1,2-m- bis 3,0-m- Spiralkabel, ein gerades 3-m-Kabel und ein gerades 1,2-m-Kabel. Dazu gibt es sogar noch einen Transportbeutel.
Die Passform des ATH-M70x ist klasse. Der Kopfbügel hat einen weiten Verstellbereich, die Gelenke können weit gedreht werden. Bis hin zu – ich sage mal „normal großen“ Ohren bieten Gehäuse und Ohrpolster genug Platz. Wenn du sehr große Ohren hast, solltest du ausprobieren, ob du dich längerfristig mit dem ATH-M70x anfreunden kannst.
Was auf jeden Fall passt, ist der Klang, zumindest wenn du einen neutralen Kopfhörer suchst, der sich auch fürs Mixing und Mastering eignet. Hier sammelt der Audio-Technica ATH-M70x mächtig Punkte. Er liefert einen echt tiefen und dabei klaren und präzisen Bass. Darüber schließen sich ein klarer Grundton und saubere Mitten an. Das ist erstklassig durchhörbar, neutral, präzise und detailreich. Auch in den Höhen spielt der AT extrem klar und sauber. Das Klanggeschehen ist dabei „halbnah“. Es gibt Kopfhörer, bei denen man dichter dran ist, und welche, die weiträumiger klingen. Der AT liegt hier in der goldenen Mitte.

Der Audio-Technica ATH-M70x hat seinen Preis. Dafür erfüllt er ideal alle Anforderungen, die man an einen hochwertigen Kopfhörer fürs Home-Studio stellen kann.

Beyerdynamic DT770 Pro

Der DT770Pro von Beyerdynamic ist so etwas wie ein Klassiker unter den Profi-Kopfhörern. Das liegt sicher an seinem freundlichen Preis bzw. Daran, dass du für die rund 160 Euro, die Beyerdynamic aktuell für das Teil aufruft, einiges geboten bekommst. Das ist ein Full-Size- Kopfhörer, der unglaublich komfortabel sitzt. Auch wenn das Design nicht das modernste ist, die Passform ist zeitlos bequem. Unter den austauschbaren Ohrpolstern herrscht viel Platz für deine Ohren, der Kopfbügel ist bequem gepolstert und der Verstellbereich des Kopfbügels ist groß. Mit 270 g ist er für seine Größe auch ziemlich leicht. Darüber hinaus bietet er einen ausgewogenen, recht neutralen Klang, der sich fürs Mischen und Mastern eignet. Dank seiner geschlossenen Bauweise und der hohen Schallisolierung ist er auch als Monitor-Kopfhörer ideal.
Ein netter Nebeneffekt der üppig großen Gehäuse ist, dass du die beiden Gehäuse dicht aneinanderlegen kannst. Wenn der Kopfhörer spielt, dringt dann kaum Schall nach außen. Das ist praktisch, denn wenn man ihn bei der Arbeit mal absetzt, musst du nicht die Lautstärke runterdrehen, wenn du Ruhe brauchst, um etwa mal zu telefonieren.
Beyerdynamic bietet den DT770Pro in drei Versionen mit 32, 80 und 250 Ohm an. Die 32-Ohm-Version, die ich empfehlen würde, da sie am leichtesten zu treiben ist und auch an jedem akkubetriebenen Gerät läuft, wird mit Kunstleder-Ohrpolstern und einem 1,6 Meter langen, glatten Kabel geliefert, das gut für den Einsatz am Desktop geeignet ist – Der 3,5-mm-Klinkenstecker kommt mit einem aufschraubbaren 6,3-mm-Adapter.
Mein Hauptkritikpunkt am DT770 Pro ist das Kabel. Denn während der Kopfhörer ansonsten wirklich professionell ist – man kann die Ohrpolster austauschen oder auch das Kopfpolster zum Saubermachen abnehmen – ist das Kabel fest montiert.
Insgesamt ist der Beyerdynamic DT770Pro definitiv ein absolut empfehlenswerter Kopfhörer fürs Home-Studio. Es gibt ihn seit 30 Jahren und ich bin zuversichtlich, dass es ihn auch die nächsten 30 Jahre noch geben wird.

Fostex T40RP

Fostex ist schon lange im Geschäft. Recht früh brachte das japanische Unternehmen Kopfhörer mit magnetostatischen Treibern auf den Markt, die Fostex „Regular-Phase“- Treiber (RP) nennt. Bis heute setzt Fostex die RP-Technologie in seinen Studio-Kopfhörern ein. Aktuell hat Fostex drei Studio-Kopfhörer der RP-Serie im Programm: den offen konstruierten T20RPmk3, den geschlossenen T40RPmk3 sowie den halboffenen T50RPmk3. Die geschlossene Bauform bietet die beste Schallisolierung und ist deshalb für mich das fürs Home- Studio geeignete Modell. Fostex charakterisiert den offenen T20RPmk3 als „Deep Bass“-Modell, dem T40RP bescheinigen die Japaner einen „Focused Bass“ und den halboffenen bezeichnen sie als „Flat and Clear“.

Der Wirkungsgrad des T40RPmk3 ist eher niedrig: 91 dB gibt Fostex an. Und auch wenn die Impedanz mit 50 Ohm auch eher niedrig ist, würde ich ihn nicht für schwachbrüstige mobile Geräte wie Smartphone oder Kamera empfehlen. Zum Lieferumfang gehört zwar neben einem langen 3-Meter- Kabel mit großer Klinke ein kurzes Kabel mit abgewinkelter 3,5-mm-Klinke, wie man sie gerne mobil verwendet, ich würde den Kopfhörer mobil jedoch ausschließlich an Geräten einsetzen, die über einen vergleichsweise kräftigen Kopfhörerverstärker verfügen. Die Ohrpolster lassen sich abnehmen, es ist allerdings kniffelig, sie wieder aufzuziehen. Trotzdem – im Zweifelsfall lassen sie sich ersetzen.
Unter den flachen Ohrpolstern herrscht vergleichsweise wenig Platz für die Ohren, die automatisch auf Tuchfühlung mit dem Stoff der Treiberabdeckung gehen. Daran kann man sich gut gewöhnen, denn die sonstige Passform ist gut. Der breite Kopfbügel ist weich gepolstert, der Anpressdruck moderat, sodass der Kopfhörer trotz seiner 315 Gramm Gewicht bequem auf dem Kopf sitzt. Der Verstellbereich des Kopfbügels ist groß, die Mechanik und das Kabel leise.
Wenn du angesichts des „Focused Bass“ denkst, der T40RPmk3 würde zu den bassbetonten Kopfhörern gehören, liegst du falsch. „Focused“ bezieht sich eher auf die Qualität als die Quantität: Der Bass kommt knackig und präzise auf den Punkt. Insgesamt gehört der Fostex jedoch zu den im Bass eher zurückhaltenden Kopfhörern. Auch in den Höhen gibt er sich eher sanft als aggressiv. Der Fokus liegt auf den Mitten. Hier spielen die magnetostatischen Treiber ihre Stärken aus und liefern ein detailreiches, hervorragend aufgelöstes und dynamisches Klangbild. Das Geschehen spielt sich dabei vergleichsweise dicht vor den Ohren ab.
Insgesamt ist der Fostex T40RPmk3 ein absolut professioneller Kopfhörer den ich dir unbedingt empfehlen würde, wenn du deinen Schwerpunkt auf die Aufnahme und Produktion von Sprache bzw. Stimme legst.

German Maestro 8.35 D

Hinter German Maestro steckt ein deutscher Traditionshersteller. Das sieht man dem 8.35 D auf den ersten Blick weniger an. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass er vollkommen aus Plastik zu bestehen scheint. Wobei gegen moderne Kunststoffe nichts einzuwenden ist. Sie sind robust, gut zu reinigen und leicht. German Maestro gibt das Gewicht des 8.35 D mit gerade einmal 220 g an. Ohne Kabel, wohlgemerkt. Denn das 3,5 Meter lange Spiralkabel mit 3,5-Millimeter-Stecker und geschraubtem 6,3-Millimeter-Adapter gehört zu den dicksten und solidesten, die ich je an einem Kopfhörer gesehen habe. Und es ist fest mit dem Kopfhörer verbunden. Alternativ gibt es den 8.35 M, der ein abnehmbares, 1,5 Meter langes, glattes Kabel mit 3,5-Millimeter- Klinkenstecker hat. Mit einer Impedanz von 35 Ohm und einem Wirkungsgrad von 101 dB eignet sich der Kopfhörer gut für den Einsatz an mobilen Geräten. Die Passform ist zunächst ungewöhnlich. Die Ohrpolster sind nicht besonders dick. Durch den ovalen Ohrausschnitt im runden Polster bieten die Polster eine breite Auflagefläche, dafür wenig Platz für die Ohren. Die Stoffabdeckungen über den Treibern berühren fast immer die Ohren. Das stört kaum, weil alle Materialien weich sind. Zusammen mit dem ausgewogenen Anpressdruck sitzt der 8.35 D sogar ausgesprochen bequem. Die Ohrpolster sind am Rand einfach über die Gehäuse gezogen, sodass man sie abnehmen kann. Um sie wieder aufzuziehen, braucht man allerdings Geduld.
Nach einem ersten Fremdeln wegen der plastilinen Erscheinung und der ungewöhnlichen Passform habe ich mich ziemlich schnell mit dem German Maestro 8.35 D angefreundet. So kompakt, wie er auf dem Kopf sitzt, klingt er auch. Man ist ungeheuer nah dran und bekommt eine Menge von dem mit, was klanglich passiert. Das ist gewöhnungsbedürftig, ermöglicht jedoch eine tolle und sehr exakte Kontrolle von Aufnahme, Wiedergabe oder Mix. Der Bass ist knackig und kontrolliert, ohne zu Übertreibungen zu neigen. Die Mitten sind klar, vielleicht ein wenig gnadenlos, denn der German Maestro 8.35 D bringt wirklich alles unmittelbar an die Ohren. Auch die Höhen sind klar, dank einer dezenten Zurückhaltung jedoch auch auf lange Zeit gut zu vertragen. Dabei legt er sich dynamisch gut ins Zeug, ohne nervös zu klingen.
In einigen Aspekten ein Außenseiter, überrascht der German Maestro 8.35 D mit einem ernsthaft professionellen, langzeithörtauglichen Klang und bequemem Sitz. Dringende Empfehlung, wenn du gerne dicht am Klang dran bist.

Pioneer DJ HRM-6

Pioneer DJ bietet neben DJ-Kopfhörern auch Studio-Kopfhörer an. Der HRM-6ist ein solide gemachter, geschlossener Kopfhörer, der mit drei austauschbaren Anschlusskabeln geliefert wird. Die Kabelzuführung ist einseitig auf der linken Seite, das Kabel ist also nur Linkshändern im Weg. Mit einer Impedanz von 45 Ohm und hohem Wirkungsgrad ist der Pioneer DJ HRM-6 auch gut für akkubetriebene Geräte geeignet.
Wenn du den Pioneer DJ HRM-6 in die Hand nimmst, ist dir ziemlich schnell klar, dass ein JD-Kopfhörer als Basis dient. Die Gelenke sind groß und sehr beweglich. So kann man den Kopfhörer für den Transport zusammenfalten oder die Gehäuse so verdrehen, dass man gut mit einem Ohr hören kann, wie DJs das gerne machen. Insgesamt sitzt der Pioneer DJ vergleichsweise stramm auf dem Kopf. Die Polster sind zwar wunderbar weich, doch bei längeren Hörsessions wird mir persönlich der Anpressdruck etwas unangenehm. Der stramme Sitz sorgt zusammen mit den nur 265 g Gewicht (ohne Kabel) für einen sehr sicheren Halt auf dem Kopf. Auch bei schnellen Kopfbewegungen verrutscht nichts. Das Platzangebot unter den Ohrpolstern ist okay, aber kaum üppig.
Der Vorteil der üppigen Ohrpolster ist, dass sich zusammen mit dem höheren Anpressdruck eine hervorragende Schallisolierung ergibt. Kritik muss der HRM-6 für seine Kopfbügelverstellung einstecken. Die ist so leichtgängig, dass sich die Einstellung ständig selber verstellt. In der Praxis ist es ärgerlich, wenn man beim Aufsetzen jedes Mal den Kopfbügel justieren muss.
Klanglich geht der DJ HRM-6 schon in Richtung Spaß. Er lässt eine klare Bassbetonung hören, die insgesamt noch im akzeptablen Bereich liegt. Du solltest dir bei der Arbeit mit dem Pioneer bewusst sein, dass der Kopfhörer die tiefen Frequenzen schon ein Stück weit anschiebt. Dafür kommt er auch unglaublich tief in den Frequenzkeller runter. Die Gesamtabstimmung ist recht präsent, man ist dicht an der Musik dran. So kommen Details gut zur Geltung und der Charakter ist lebendig-dynamisch.
Der Pioneer DJ HRM-6 ist ein schöner Kopfhörer mit sicherem Sitz, hoher Schallisolierung und lebendigem Klang. Insgesamt würde ich ihn vor allem fürs Monitoring empfehlen. Fürs Mastern würde ich allerdings eher den größeren Pioneer DJ HRM-7 einsetzen.

Shure SRH1840

Der Shure SRH1840 sprengt den hier gesetzten Preisrahmen deutlich. Trotzdem gebührt diesem Klassiker eine Erwähnung. Immerhin dürfte der amerikanische Shure einer der am weitesten verbreiteten Mastering- Kopfhörer sein.
Der SRH1480 ist offen konstruiert. Die äußeren Gehäuseabdeckungen bestehen lediglich aus einem sehr luftigen Lochgitter. Entsprechend gering ist seine Schallisolierung und damit seine Eignung als Monitorkopfhörer. Mit seinen 65 Ohm Impedanz und 98 dB Wirkungsgrad fühlt er sich an einem ernsthaften Kopfhörerverstärker wohler als an mobilen Geräten. Kabel und Ohrpolster sind, wie sich das für einen Profikopfhörer gehört, austauschbar. Ein Paar Ersatz-Ohrpolster sowie ein Ersatzkabel gehören neben einer soliden Transportbox zum Lieferumfang. Die Kabelführung ist hier ausnahmsweise einmal beidseitig. Bis auf den schmalen Chromring um die Gitter der Gehäuseabdeckungen scheint die gesamte Konstruktion des SRH1480 auf das Wesentliche reduziert zu sein. Mit 268 Gramm fällt das Gewicht für einen großen Over-Ear vergleichsweise niedrig aus. Entsprechend haben die zwei schmalen Polster unter dem Doppelsteg des Kopfbügels wenig zu tragen. Dazu kommt, dass der Anpressdruck nur gering sein muss, um sicheren Halt auf dem Kopf zu gewährleisten. Das alles zusammen ergibt einen hohen Tragekomfort. Lediglich unter den Gehäusen könnte für große Ohren ein wenig mehr Platz herrschen. Klanglich spielt der SRH1840 die Vorteile seiner offenen Konstruktion voll aus. Er klingt sehr entspannt und weiträumig. Der Bass geht tief hinunter, ist gut konlangtrolliert und spart sich jeden unangenehmen Druck, der bei geschlossenen Konstruktionen gerne aufkommt. Auf der anderen Seite könnte der eine oder andere kritisieren, dass beim Shure der letzte „Punch“ fehlt. Prinzipiell ist der Bass des SRH1840 eher auf der weicheren Seite anzusiedeln. In den Mitten punktet der SRH1840 durch ein hohes Auflösungsvermögen. Auch im Grundton gibt es eine Tendenz zu einer etwas weicheren Abbildung. Tiefe Männerstimmen kommen einen Hauch gesoftet rüber. Wobei das schon Kritik auf sehr hohem Niveau ist. In den Höhen agiert der große Ami präzise und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das schafft eine tolle Durchhörbarkeit. Grob- wie feindynamisch lässt der Shure nichts anbrennen – er macht ansatzlos größte Dynamiksprünge mit und zeichnet auf der anderen Seite feinste Dynamikabstufungen auf.
Auch wenn er hier eine Außenseiterposition einnimmt – wenn du auf der Suche nach einem ultimativen Mastering-Kopfhörer bist, solltest du den Shure SRH1840 unbedingt in Betracht ziehen.

Ultrasone Pro 780i

Auch die deutsche Edel-Kopfhörerschmiede Ultrasone hat verschiedene Kopfhörer für den professionellen Einsatz im Angebot. Der Pro780i erfüllt dabei weitgehend die hier aufgestellten Anforderungen. Der geschlossene Kopfhörer mit einer Impedanz von 35 Ohm und einem Wirkungsgrad von 96 dB läuft auch noch gut an mobilen Geräten und kann damit auch „on location“ fürs Monitoring benutzt werden. Die kunstledernen Ohrpolster kann man austauschen; alternativ kann man auch Ohrpolster mit Veloursbezug erwerben. Das glatte, 2,5 m lange Kabel, das zum linken Gehäuse führt, ist fest angebracht. Zum Lieferumfang gehört ein 4 m langes Verlängerungskabel.
Mit seinen weit verdrehbaren Gelenken erinnert mich der Pro780i an einen DJ-Kopfhörer. Die Gehäuse sind vergleichsweise klein. Unter den Ohrpolstern reicht der Platz für normal große Ohren aus. Hast du große Ohren, heiß es ausprobieren. Der Ultrasone bietet einen sicheren Halt auf dem Kopf und sitzt dabei noch bequem. Der Kopfbügel hat einen weiten Verstellbereich, nervt allerdings damit, dass er die eingestellte Weite nicht hält und man ihn folglich nach jedem Absetzen neu einstellen muss. Die Schallisolierung ist gut. Auch Kabelgeräusche sind kaum ein Thema. Dafür überträgt der Kopfhörer Geräusche, die entstehen, wenn man ihn anfasst oder mit ihm anstößt, recht unmittelbar ans Gehör. Klanglich dominiert eine Bassbetonung, die sich bis in den Grundton hineinzieht. Wobei der Ultrasone kein ausgesprochener Tiefbass-Spezialist ist. Ganz unten geht es wieder zurückhaltender zu. Kickbässe kommen dafür gut, Stimmen werden durch den Grundton präsenter, Sänger und Sängerinnen bekommen etwas mehr Brustvolumen. Nach oben hin nimmt sich der Pro780i dann dezent zurück. Insgesamt ist er damit sehr langzeithörtauglich, liegt allerdings tonal auf der wärmeren Seite und muss sich gefallen lassen, als nicht ganz neutral durchzugehen. Ich denke, man kann sich jedoch ganz gut in den Charakter des Ultrasone einhören. Auflösung und Dynamik liegen auf einem guten Niveau.
Mit dem Pro 780i bietet auch Ultrasone einen Kopfhörer für den Einsatz im Home- Studio an.