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SERVICE KRITIKERSPIEGEL 2020


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 03.12.2020

POP

Artikelbild für den Artikel "SERVICE KRITIKERSPIEGEL 2020" aus der Ausgabe 1/2021 von Stereo. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereo, Ausgabe 1/2021

Franz Schöler


Die zehn besten Alben 2020

1. Perfume Genius „Set My Heart On Fire Immediately“: Melodische Pop- und Rock-(Melo) Dramen zelebriert in höchst ausgefallenen Arrangements.
2. Melody Gardot „Sunset In The Blue“: Die Sängerin mit dem erotisch vibrierenden Alt exquisit aufgenommen.
3. Terry Allen and the Panhandle Mystery Band „Just Like Moby Dick“: Spätwerk des Americana-Exzentrikers mit einigen sehr morbiden Songs.
4. Phoebe Bridgers „Punisher“: Autobiografi-scher Songzyklus mit berührenden poetischen Momenten.
5. Gillian Welch & Dave Rawlings „All The Good Times“: Traditionals und große ...

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aus dieser Ausgabe

1. Perfume Genius „Set My Heart On Fire Immediately“: Melodische Pop- und Rock-(Melo) Dramen zelebriert in höchst ausgefallenen Arrangements.
2. Melody Gardot „Sunset In The Blue“: Die Sängerin mit dem erotisch vibrierenden Alt exquisit aufgenommen.
3. Terry Allen and the Panhandle Mystery Band „Just Like Moby Dick“: Spätwerk des Americana-Exzentrikers mit einigen sehr morbiden Songs.
4. Phoebe Bridgers „Punisher“: Autobiografi-scher Songzyklus mit berührenden poetischen Momenten.
5. Gillian Welch & Dave Rawlings „All The Good Times“: Traditionals und große Songs (u.a. von John Prine und Bob Dylan) als pure Folk-Essenz.
6. Brandy Clark „Your Life Is A Record“: Delikat mit Bratsche, Trompete, Dobro, Violinen, Cello und Saxofon arrangierte Americana/ Country-Songs.
7. Sarah Jarosz „World On The Ground“: Musikalische „Last Picture Show“ der in Texas geborenen Folk-Sängerin.
8. Shirley Collins „Heart’s Ease“: Die Grande Dame der britischen Folk Music mit einem souveränen Spätwerk.
9. Gretchen Peters „The Night You Wrote That Song: The Songs Of Mickey Newbury“: Grandiose Interpretationen von Klassikern der Songwriter-Legende.
10. Loudon Wainwright III „I‘d Rather Lead A Band“: Brillant arrangiertes, gar nicht mal so nostalgisches Big-Band-Vergnügen.

Andreas Kunz


1. Rose Cousins „Bravado“: Höchst persönlicher Zyklus von feinsinnig arrangierten Songs zwischen Folk, Country und Pop – originell, aber dabei niemals sperrig.
2. The Pretenders „Hate For Sale“: Die Songessenz auf drei Minuten destilliert – Chrissie Hyndes kurzweiliges neues Werk changiert zwischen Rock, Punk, Reggae, Ballade und R 'n' B.
3. J.S. Ondara „Folk N´ Roll Vol 1. – Tales Of Isolation“: Schönes wie eindringliches Folk-Album in der Tradition von Bob Dylan & Co.
4. Rufus Wainwright „Unfollow The Rules“: Nach Ausflügen ins Opernfach kehrt der Singer/ Songwriter zum flamboyanten Edel-Pop zurück.
5. Leonard Cohen „Thank You For The Dance“: Kurz vor seinem Tod begann Leonard Cohen, gemeinsam mit seinem Sohn an einem neuen Album zu arbeiten. Das von Adam Cohen vollendete Werk ist ein würdiges Vermächtnis.
6. Gretchen Peters „The Night You Wrote That Song – The Songs Of Mickey Newbury“: Emotional vielschichtiges Tribute-Album an eine hierzulande zu Unrecht vergessene Country/ Rock-Legende.
7. „AngelHeadedHipster“: Rock-Größen wie Nick Cave oder U2 verbeugen sich mit diesem Tribute-Album vor Marc Bolan/T. Rex.
8. Jason Isbell and the 400 Unit „Reunions“: Das ehemalige Mitglied der Drive-By Truckers mit dem vielleicht besten Americana-Album des Jahres.
9. Eagles „Live From The Forum MMXVIII“: Großartiges Konzert einer großartigen Band.
10. Christopher Paul Stelling „Best Of Luck“: Der Singer/Songwriter und Gitarrist mit einem schönen, von Ben Harper produzierten Werk.

Persönliche Neuentdeckungen

Vicki Kristina Barcelona „Pawn Shop Radio – The Songs Of Tom Waits“: Klassiker vom Girl Group Trio ungemein originell arrangiert/interpretiert.
Another Sky „I Slept On The Floor“: Debüt des Londoner Quartetts mit ausnehmend talentierter Frontfrau.

Pokey LaFarge „Rock Bottom Rhapsody“:
Der Exzentriker kombiniert hinreißend Stile wie Ragtime, Western Swing und traditionellen Blues und beschwört damit den Geist alter Zeiten.

Audiophile Perlen

James Elkington „Ever-Roving Eye“: Gitarrenvirtuose mit superb musiziertem/produziertem zweiten Solo-Album.
Jason Isbell and the 400 Unit „Reunions“: Auch für die Verhältnisse von Produzent Dave Cobb außergewöhnlicher Wohlklang.

Unter der Regie von Produzentenlegende Larry Klein entstand das betörende Easy-Listening-Juwel „Sunset In The Blue“ von Melody Gardot. Vergleichbar audiophil, aber musikalisch mehr in die Tiefe gehen Leonard Cohens Vermächtnis „Thank You For The Dance“ und Gretchen Peters´ Hommage „The Night You Wrote That Song“ (s.o.).

Editionen des Jahres

The Band „The Band – 50th Anniversary Super Deluxe Edition“: Meisterwerk des Ensembles in exemplarisch gelungenen Stereo- und Surround-Remixes.

Bruckner: Sinfonie Nr. 7; Bernard Haitink (Berliner Philharmoniker, 2 LPs): Interpretatorisch und klanglich beeindruckende Direktschnitt-Aufnahme inklusive edlem, 72-seitigem, großformatigen Hardcover-Buch. Vergleichbares gab es im Popbereich anno 2020 nicht.

Jazz

Berthold Klostermann


1. Pablo Held „Ascent“: Organisches Zusammenspiel eines der führenden Pianotrios im Lande mit einem vierten Mann – dem Nylon-String-Gitarristen Nelson Veras.
2. Ambrose Akinmusire „On The Tender Spot …“: Als Trompeter wie Komponist bleibt der Mann ohne Vergleich. Experimentell, virtuos und niemals vorhersehbar.
3. John Scofield „Swallow Tales“: Der Top-Gitarrist huldigt seinem ebenfalls beteiligten Freund und Mentor Steve Swallow (80) mit dessen eigenen Stücken. Kongenial.
4. Nils Wogram „Bright Lights“: Ein Soloprogramm für Posaune, kurzweilig und doch anspruchsvoll.
5. Susan Weinert Rainbow Trio „Der Baum vor meinem Fenster“: Filigraner Kammerjazz für Akustik-Trio – das Vermächtnis einer unverwechselbaren Gitarristin.
6. Jackie Terrasson „53“: Mit drei Rhythmusteams und lauter Originals (plus einmal Mozart) fächert der Pianist eine breite Palette auf. Und unterhält auf hohem Niveau.
7. Aka Moon „Opus 111“: Zum Beethoven-Jahr eine Hommage der anderen Art, inspiriert von Klaviersonate Nr. 32 op. 111.
8. Kurt Rosenwinkel Trio „Angels Around“: Eine Handvoll Klassiker des Modern Jazz, aufgefrischt vom Top-Gitarristen der Post-Scofield/ Frisell/Metheny-Generation.
9. Potsa Lotsa XL „Silk Songs For Space Dogs“: Eigenes Repertoire mit Bezügen zur Jazzavantgarde um 1960.
10. Joe Haider Sextet „As Time Goes By“: Nostalgisch ist nur der Titel, die Drei-Generationen-Band des Ü-80-Grandseigneurs swingt und groovt wie junge Spunde.

Charlie Porter „Immigration Nation“: Mehrteilige Suite für ein Quintett in bester Post-Bop-Manier als musikalisches Plädoyer für ethnische und kulturelle Vielfalt.
Immanuel Wilkins „Omega“: Erstaunlich reifes Debüt des 22-jährigen Altisten aus Philadelphia, tief verankert in afroamerikanischer Kultur.

Nils Petter Molvær & Mino Cinelu „SulaMadiana“: Zwei Meister ihres Fachs (Trompete/ Perkussion) in fantastischen Klangwelten zwischen Hightech und Archaik.
Matthieu Saglio „El camino de los vientos“:
Französisch-spanischer Cello-Virtuose mit Gästen auf „windigem Pfad“ zwischen Flamenco, Weltmusik und Jazz.

Die „Revisited“-Serie von ezz-thetics: Hier präsentiert der altgediente schweizerische Label-Chef Werner X. Uehlinger (HatHut) essenzielle (Live-)Aufnahmen der Jazzavantgarde aus den 1960er-Jahren in liebevoll-exquisiter Aufmachung.

Sven Thielmann


1. Stefano Bollani „Piano Variations On Jesus Christ Superstar“: Das berühmte Musical en miniature als rasant schillerndes Vergnügen voller Spielwitz.
2. Lorenzo Feliciati/Michele Rabbia „Antikythera“: Psychedelisch intensiver Klangzauber samt Entdeckung eines über 2000 Jahre alten Wunderwerks.
3. Terri Lyne Carrington + Social Science „Waiting Game“: Zwei Facetten einer starken Musikerin – aktuelle Black Music kontrastiert von filigranem Kammer-Jazz.
4. Graupe/Ceccaldi/Lillinger/Ceccaldi „qÖÖlp“: Irrsinniger Saitenzauber über beinharten Beats, was alle Konventionen spektakulär sprengt.
5. Previte/Saft/Cline „Music From The Early 21th Century“: Ein ekstatisches Freudenfest für Liebhaber ultrafetter Hammond-Sounds.
6. Eivind Aarset & Jan Bang „Snow Catches On Her Eyelashes“: Ihre sphärisch-hypnotischen Tracks sorgen für wohlig-warme Trance – einfach traumhaft.
7. Jazzrausch Bigband „Beethoven’s Breakdown“: Rein akustisch fabrizierter Techno, der Beethoven genial auf den Dancefloor bringt – play it loud.
8. Ahmad Jamal „Ballades“: Das erste Solo-Album des 89-jährigen Pianisten mit zehn delikaten Miniaturen in subtil schillernder Farbpracht.
9. Rymden „Space Sailors“: Genialer Mix aus abgedrehten Rhythmen, filigranen Melodien und erinnerungsprallen Texturen, der modernen Electro-Jazz neu definiert.
10. Somi „Holy Room“: Schatzkammer voller funkelnder Preziosen, herzergreifend zwischen zartester Balladen-Seligkeit und druckvoller Big-Band-Pracht.

Sam Gendel „Satin Doll“: Der kalifornische Saxofonist jagt legendäre Jazzklassiker radikal durch den Schredder – extrem schräg und hochspannend.
Sophie Tassignon „Mysteries Unfold“: Grandios geschichtete Vokalkunst voller Poesie und Klangpracht, deren Intensität staunen lässt.

Myriam Alter & Nicolas Thys „It Takes Two“: Wundersam filigrane Piano-Melodien, die von mächtigen, feinfühlig inszenierten Basslinien perfekt ergänzt werden.
Benjamin Moussay „Promontoire“: Ungemein präsent leuchten in kostbaren Miniaturen selbst feinste Nuancen von Moussays stupender Tonformung am Flügel.

Ella Fitzgerald „The Lost Berlin Tapes“: Nach satten 58 Jahren gibt es nun erstmals die klanggewaltige Dokumentation ihres Konzerts vom 25. März 1962 im Sportpalast. Ella war in Top-Form, ihr abwechslungsreicher Auftritt magisch – ein Must-have-Album.

Klassik

Arnt Cobbers


1. Beethoven: Violinkonzert; L. Neudauer, Cappella Aquileia, M. Bosch (cpo): Die Diskografie dieses Klassikers um etwas Eigenes zu erweitern, ist ein Kunststück – das hier gelingt.
2. The Diabelli Project (DG): Rudolf Buchbinder spielt den Zyklus mit der Erfahrung von sechs Jahrzehnten und initiierte weitere Variationen.
3. Febel: 18 Studien über Bachs Kunst der Fuge (Sony): Bachs Klangexerzitien verwandelt in dramatische Klangpoesie. Eindrucksvoll gespielt von Yaara Tal und Andreas Groethuysen.
4. Ives: Lieder und Kammermusik; J. Sophie Wagner, S. Schleiermacher, Ensemble Avantgarde (MDG): Eine Wundertüte voller Überraschungen vom Altmeister der US-Avantgarde.
5. Memento. Schubert: „Der Tod und das Mädchen“; Mendelssohn: Streichquartett; vision string quartet (Warner): Die vier Wilden aus Berlin spielen auf ihrem Debüt zwei Klassiker – exzellent.
6. Prokofjew: Lieder und Romanzen; M. Gritskova, M. Prinz (Naxos): Ein wunderbarer Querschnitt durch einen meist übersehenen Liederkosmos.
7. Ullmann: Klavierkonzert, Sonaten; A. Treutler, RSB, S. Frucht (Berlin Classcis): Einer der Großen des 20. Jahrhunderts wird langsam (wieder) entdeckt.
8. Verdi: „Otello“; Kaufmann u. a., Santa Cecilia, A. Pappano (Sony): Es gibt kaum noch Opern-Gesamteinspielungen im Studio. Diese aber ist ein Muss, nicht nur dank Jonas Kaufmann.
9. Vivaldi: Klarinettenkonzerte; Concerto Köln (Sony): Arrangeur Andreas N. Tarkmann sei Dank. Höchst virtuos gespielt von Martin Fröst.
10. Westhoff: Suiten für Violine solo; P. Nikitassova (Ricercar): Die Bach-Vorläufer in „historisch korrekter“ Haltung gespielt. Umwerfend.

Kreek: The Suspended Harp Of Babel; Vox Clamantis, Jaan-Eik Tulve (ECM): Von Esten Cyrillus Kreek (1889-1962) hatte hierzulande vermutlich noch niemand was gehört. Das sollte sich ändern, wie diese CD beweist.

Beethoven: Die Streichquartette; Quaturo Ebène (Erato): Eigentlich keine editorische Leistung, dafür eine logistische und interpretatorische: Die vier Franzosen haben Beethovens 16 Streichquartette auf allen fünf Kontinenten gespielt und live aufgenommen. Großartig!.

Alle Alben sind als CD und Download erhältlich. Weitere Medien kennzeichnen wir wie folgt: