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Service: Wie ist die derzeitige Lage an den Tauchbasen?


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 14.07.2020

»Wir warten auf unsere Gäste«, lautet der Grundtenor der Tauchbasen zur derzeitigen Situation. Hier schildern sie Erlebnisse und Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.


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Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 8/2020

Ende Mai hatte der maltesische Premierminister Abela erklärt, dass der Flughafen Malta am 1.7.2020 wieder für den touristischen Reiseverkehr geöffnet werden solle. Das ist nun passiert. Nach den Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen werden nun die Eincheck- und Tauchabläufe organisiert. Beispielsweise gibt es eine spezielle Covid-19-Gesundheitserklärung. Bei den Ausfahrten sind inklusive Guide nur sechs Personen erlaubt. Es sind spezielle ...

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... Desinfektionsmaßnahmen für Basisräume und Equipment vorgeschrieben. Taucher, die an Covid-19 erkrankt waren, müssen ein aktuelles ärztliches Tauchtauglichkeitsattest vorlegen, das nach der Genesung erstellt wurde. Taucher, die über 60 Jahre alt sind, müssen allerdings schon immer eine aktuelle Tauchtauglichkeitsbescheinigung vorlegen. Durch den Lockdown haben sehr viele Leute ihren Job verloren, kein Einkommen mehr, und etliche Existenzen wurden auch vernichtet. Das waren und sind die schlimmsten Auswirkungen.«

Gorden Klisch & Valerija S. Vlasov, Basenleitung Extra Divers, Malta

Am 15. März 2020 war der spanische Lockdown. Unsere Gäste konnten dann zwar noch ihren Balkon mit Meerblick genießen, aber leider nicht mehr tauchen. El Hierro hatte nur einen einzigen »importierten« Covid-19-Fall. Deshalb gelten für uns Sonderregelungen. Wir dürfen schon seit Mitte Mai wieder tauchen – allerdings fehlen uns die Gäste wegen der weltweiten Reisewarnung und der abgesagten Flüge. Wir hoffen, dass wir im Juli wieder starten können. Auch bei uns gibt es ein Regelwerk, was alles beachtet werden muss. Es wurde von den Tauchbasen zusammen mit anderen Organisationen wie z.B. SSI und DAN erarbeitet und von der Tourismusbehörde veröffentlicht. Unsere Gäste müssen hauptsächlich die Hygieneregeln beachten (Hände-Desinfektion, Equipment-Montage und Umziehen mit zwei Meter Abstand zueinander). Da wir in der glücklichen Lage sind, einen Innenhof zu haben, passiert in unserer Basis sehr wenig in geschlossenen Räumen. Auf dem Tauchboot gibt es derzeit noch eine Beschränkung auf sechs Gäste. Unser Shopbereich bleibt vorerst geschlossen, die Anmeldung und Bezahlung wird so papierund kontaktlos wie möglich gestaltet. Für unser Personal dagegen bedeuten die Auflagen sehr viel Mehraufwand zur Reinigung von Ausrüstung, Basis und Boot. Da unser kleines Dorf quasi vom Tourismus lebt, ist es wirtschaftlich gesehen furchtbar. Hilfen vom Staat wurden zwar versprochen, sind aber bis jetzt nicht angekommen. Weder bei den Unternehmen noch bei den Menschen. Die totale Ausgangssperre war natürlich auch psychisch sehr belastend. Nicht einmal die Hunde durften raus und herumrennen. Jetzt, da wir wieder loslegen könnten, hoffen alle auf baldige Ankunft neuer Gäste, damit die Unternehmen überleben können.«

Dula Blohm, Basenleiterin Extra Divers El Hierro, Kanarische Inseln

Wenn wir wüssten, wann es endlich wieder losgeht, wäre vieles einfacher. Jetzt folgen höchstwahrscheinlich Kontrollen des Tourismusministeriums für jede Tauchbasis. Und bis man dann sein »Zertifikat« in der Hand hat, werden sicherlich auch noch ein paar Tage vergehen. Einige Hotels dürfen bereits für einheimische Touristen wieder öffnen, bei einer maximalen Belegung von 25 Prozent. Dies soll dann auf 50 Prozent erhöht werden. Allerdings unter strengen Auflagen. Wann die ersten internationalen Touristen wieder einreisen dürfen, steht noch nicht fest. Wenn wir wieder öffnen, geschieht dies natürlich mit strengen Hygiene- Maßnahmen. Teile der Tauchausrüstung müssen nach jedem Tauchgang desinfiziert werden, ebenfalls alle Oberflächen, die von verschiedenen Menschen berührt werden. Kartenzahlung wird bevorzugt. Wir werden die Basis durch Bänder absperren müssen, so dass es Einbahnstraßen gibt und sich nur zwei Personen gleichzeitig in einem Raum aufhalten können. Wenn möglich, soll das Einchecken online erfolgen. Das Tragen von Masken wird verpflichtend sein. Da haben wir schon vorgesorgt und wiederverwendbare, waschbare Masken mit Logos produziert, die bei uns käuflich erworben werden können. Für das Counterpersonal sind wir gerade in der Entwicklung von selbstgemachten Gesichts- Schildern aus laminierter Folie, um eine Glasscheibe am Counter zu umgehen. Schwierig wird es bei den Fahrten zum Tauchplatz. Da ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden muss, brauchen wir mehr Fahrzeuge, um Gäste zum Tauchplatz zu fahren (in Dahab machen wir vorwiegend Landtauchgänge). Die Ausrüstung muss schon vor der Abfahrt von jedem Taucher selbst montiert und aufgeladen werden, damit sie von möglichst wenigen Personen berührt wird. Wir werden uns da noch einige Gedanken machen müssen und sehen, wie wir das alles umsetzen können. In Ägypten gibt es kein Sozialsystem und keine Hilfe vom Staat. Keine Arbeit heißt also kein Einkommen. Nicht für uns, die bei Extra Divers angestellt sind, sondern für alle einheimischen Beduinen und Ägypter, die durch den Lockdown ihre Arbeit verloren haben. Dazu gehören Shopbesitzer, Restaurantbesitzer, Angestellte in Restaurants und Shops, Taxifahrer, Fahrer für Tauchbasen und Flughafentransfers und viele mehr. Dies hat zur Folge, dass einige Familien nicht mal mehr Geld haben, um sich zu ernähren. Es gibt einige Menschen, die privat Spendengelder sammeln und damit den Ärmsten der Armen Lebensmittelpakete zukommen lassen. Auch wir sind involviert und haben Spendengelder von unseren treuen Stammgästen bekommen und auch selbst unsere ausgediente Kleidung gespendet.

Ein weiteres Problem sind die vielen Straßenhunde und -katzen, die bisher von Abfällen der Restaurants gelebt haben. Die müssen nun gefüttert werden, damit sie nicht verhungern. Auch hier helfen Spendengelder, die von der Tierschutzorganisation »Animal Welfare Dahab« gesammelt werden. Für alle Tauchbasen bedeutet dieser Lockdown natürlich einen enormen finanziellen Verlust, der so schnell nicht wieder eingefahren werden kann, da nach der Wiedereröffnung ja nicht viele Tauchgäste zusammen zum Tauchplatz fahren dürfen. Das bedeutet höhere Ausgaben für Guides und Fahrzeuge. Es stellt sich auch die Frage, wie lange es dauern wird, bis der Tourismus wieder richtig anläuft. Das kann sich noch einige Monate hinziehen.«

Silvia Martin, Basenleiterin Extra Divers Dahab, Ägypten

Wir werden in Bezug auf Tauchen und Service keine Einschränkungen haben. Allerdings werden die Prozesse und Abläufe den gesetzlichen Anforderungen angepasst. Hygienekonzepte und Abstandsregeln werden greifen. Als Divecenter werden wir uns einschränken und die Boote nicht voll auslasten. Es gibt kein Gedränge auf den Booten – ein Vorteil für unsere Gäste. Ein Lockdown in einer künstlichen Stadt wie Port Ghalib heißt: Außer Apotheken und Supermarkt ist alles geschlossen. Die meisten Bewohner sind zu ihren Familien gefahren. Distanz wird schnell zur sozialen Distanz. Das Gute: Die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikel ist uneingeschränkt. Es bleibt der finanzielle Schaden.

Frank Faehland, Basenleiter Extra Divers Port Ghalib, Ägypten

Die letzten Gäste sind auf den verschiedenen Inseln Anfang April 2020 von den Malediven abgereist, und bisher können wir noch kein konkretes Datum für die Wiedereröffnung nennen. Es wird aber sicher bald etwas passieren. Die Resorts fangen an, sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten. Wie wir natürlich auch. Mit allen Sicherheitsmaßnahmen, um zu garantieren, dass alle Gäste höchstmöglichen Komfort und Sicherheit haben. Wir müssen sehen, welche Veränderungen da im Detail auf uns zukommen und welche Auflagen es geben wird. Das schlimmste für uns war bis jetzt, dass leider keine Gäste mehr auf den Malediven sind, die wir zum Tauchen begleiten dürfen. Aber das ganze hat auch einen positiven Effekt: Mehr und mehr Berichte erreichen uns von Schildkröten, die vermehrt auf die Inseln kommen und wieder Eier legen. Die Korallen sind in einem guten Zustand und erholen sich, große Fischschwärme werden gesichtet. Wir freuen uns schon auf die ersten Gäste.«

Kai Hromadko, General Manager der Euro Divers Malediven

Unsere beiden Basen im Grand Hotel und im Utopia Beach Club in Ägypten haben seit dem 23.3.2020 keine Gäste mehr vor Ort. Einige Airlines wollten ab dem 2. Juli wieder regelmäßig Flüge nach Hurghada anbieten. Allerdings muss erst abgewartet werden, wie die Einschätzung des Auswärtigen Amtes bezüglich Ägypten ausfallen wird, und ob Gäste wieder ohne Einschränkungen einreisen können. Sollte dies möglich sein, könnte es ab Juli wieder internationale Gäste in den Hotels geben. Sicherlich werden auch hier die allgemeinen Abstandsregeln eingehalten werden müssen. Wir werden unsere Tauchpläne so anpassen, dass es zu keinen großen Gruppenansammlungen kommen wird. Auch werden wir die Anzahl der Gäste auf unseren Tagesbooten verringen, um so einen Mindestabstand einhalten zu können. Desweiteren wird unser Team hinsichtlich der Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen geschult, um einen sicheren Service gewährleisten zu können. Hier folgen wir neben nationalen Bestimmungen auch den Empfehlungen von DAN und PADI. Da wir zu 100 Prozent vom Tourismus abhängig sind, ist das Ausbleiben der Gäste und der damit verbundene Ausfall jeglicher Einnahmen die schlimmste Auswirkung. Glücklicherweise sind bei uns in der Gegend nur sehr wenige Corona-Fälle bekannt. Auch die Gesamtanzahl hält sich offiziell in Ägypten im Vergleich zu anderen Ländern noch im Rahmen. Allerdings leben unsere Angestellten und deren Familien komplett von Einnahmen durch den Tourismus, und das trifft diese und auch uns am meisten.«

Marion und Bernhard Lang, Basenleiter Euro Divers Utopia Beach Club, Ägypten


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