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SESAM, ÖFFNE DICH!


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 03.06.2022

Smarte Türschlösser

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 12/2022

Wer das Kind auf dem Arm hat oder mit schweren Einkaufstüten bepackt heimkehrt, wünscht sich oft eine dritte Hand, um den Schlüssel zu finden und die Haustür aufzusperren.

Die dritte Hand liefert zwar auch ein smartes Türschloss nicht, es schließt aber die Tür auf Wunsch automatisch auf, sobald Sie sich dem Eingang nähern – und es hat auch sonst einige smarte Funktionen auf Lager. Sorgt das tatsächlich für mehr Komfort und obendrein für ein Plus an Sicherheit?

COMPUTER BILD hatte sieben Geräte im Test und sagt, was die digitale Einlasskontrolle taugt.

1WAS GENAU SIND SMART LOCKS?

Ein Smart Lock (deutsch: „cleveres Schloss“) sorgt zu Hause für ein echtes „Schlüsselerlebnis“ – und das ganz ohne Schlüssel. Wer sich ohnehin gerade eine neue Haustür zulegt, kann ein Smart Lock gleich einbauen lassen.Aber es geht natürlich auch einfacher:

Für alle, die zur Miete wohnen oder schlichtweg ...

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... weniger Geld ausgeben wollen, gibt’s clevere Zylinder oder Aufsätze zum Nachrüsten. Darin steckt ein batteriebetriebener Motor, der künftig den innen eingesteckten Schlüssel im Schloss dreht. Damit gelingt das Öffnen und Schließen der Haustür per Handy-App, Sprachsteuerung oder sogar vollautomatisch, sobald ein Bewohner heimkommt oder das Haus verlässt. Dank Zugangsberechtigung für Gäste und Dienstleister taugen die Smart Locks auch als intelligente Türsteher.

2 PASST DAS AUF MEINE TÜR?

Meist ja. Alle Smart Locks im Test sind Nachrüstlösungen, die eine bestehende Schließanlage aufpeppen. Sie passen praktisch an jede Haus- oder Wohnungstür.Auf diese Punkte müssen Sie achten:

■ Der Schließzylinder: Da bei allen Testkandidaten innen dauerhaft ein Schlüssel steckt, empfiehlt sich ein Schließzylinder mit „Not- und Gefahrenfunktion“.

Der ist oft bereits verbaut, aber eben nicht immer. Vorteil: Hier lässt sich im Notfall immer auch von außen aufschließen. Praktisch, falls Handy oder Schloss mal der Saft ausgeht (siehe Frage 5). Geeignete Zylinder gibt’s im Baumarkt (30 Euro) oder passgenau beim Smart-Lock-Hersteller.

■ Die Tür: Mit neuen Türen drohen kaum Probleme. Massive Türen und Holzrahmen, etwa in Altbauwohnungen, sind oft verzogen und lassen sich nur schwergängig schließen. Wer beim Aufsperren an der Tür drücken, ruckeln oder ziehen muss, sollte sie vom Tischler neu justieren lassen. Dann hat es das Smart Lock einfacher.

■ Motor: Bei schweren Türen empfiehlt sich zudem ein Modell mit starkem Motor. In diesem Test waren Tedee und Nuki am kräftigsten.

3 IST DIE MONTAGE AUFWENDIG?

Keine Bange, die Installation dauert in der Regel keine zehn Minuten. Und: Sie müssen keine Löcher bohren oder an der Tür herumzimmern. Einfach Montageplatte anbringen, Schlüssel einstecken, Smart Lock draufsetzen, fertig! Eine detaillierte Anleitung finden Sie rechts auf dieser Seite.

In die schlanken Lösungen von Tedee und Dana Lock passt kein kompletter Schlüssel, hier müssen spezielle Schließzylinder ran.

Anders bei Abus: Da trennen Sie mit einer Metallsäge den Kopf ab! Übrig bleibt der zackige Schlüsselbart. Wichtig: Der muss ein Stück aus dem Zylinder herausragen, damit das Smart Lock beim Drehen zupacken kann.

4 WIE KRIEGE ICH DIE TÜR AUF?

Das Handy dient künftig als Schlüssel und Steuerzentrale. Alle Smart Locks im Test lassen sich kinderleicht einrichten und bedienen – bei Nuki sogar ohne Benutzerkonto. Vorbildlich! Alle verbinden sich per Bluetooth direkt mit dem Smartphone und lassen sich bequem mit der jeweiligen App steuern: Per Wisch oder Fingertipp aufs Display schließt oder öffnet sich die Haustür.Von innen genügt oft ein Druck auf die Knöpfe oder ein Dreh am Knauf.

„Damit beginnt das Smarthome bereits an der Haustür. Echt praktisch!“

Timo Schurwanz Redakteur

Ganz schön smart: Statt den Schlüsselbund zu zücken, haben Sie die Haustür künftig per Handy im Griff. Aber da geht noch mehr: Per Smart Lock machen Sie etwa auch das Wochenendhaus fit für die schlüssellose Ferienvermietung.

Wem das zu umständlich ist, der aktiviert bei allen außer Abus die „Auto Unlock“-Funktion der App.

Sie erkennt das Smartphone, sobald es in der Nähe ist, und entriegelt prompt die Tür. Das klappte recht zuverlässig: Sobald sich die Tester mit dem Handy in der Tasche dem Smart Lock näherten, sperrten sie die Tür auf. Das Surren des Motors war oft schon im Treppenhaus zu hören. Dabei werkeln Nuki und Homematic deutlich lauter als die leisen Abus, Yale und Tedee. Wichtig zu wissen, falls Sie früh morgens oder spät nachts die Kinder nicht aus dem Schlaf reißen wollen.

Auf Wunsch ziehen alle Schlösser auch die Türfalle, damit die Tür nicht nur aufschließt, sondern auch gleich einen Spalt aufschwenkt. Richtig smart wird es bei Nuki, Homematic und Tedee dank „Lock’n’Go“: Mit der Funktion ist es auch möglich, automatisch abzuschließen. Beim Betreten oder Verlassen der Wohnung sperrte das Schloss selbstständig hinter den Testern zu, sobald die Tür zugeschlagen war.

5 WAS,WENN DER AKKU LEER IST?

Damit der digitale Zugang funktioniert, brauchen sowohl Smart Lock als auch Handy immer etwas Saft im Akku. Beruhigend: Die Akkus der Schlösser hielten im Test bei täglich zehn Schließvorgängen und einer leichtgängigen Tür zwischen gut 100 Tagen (Homematic, Yale) und einem knappen Jahr (Abus,Tedee) durch.

Bei schwergängigen Türen hat der Motor allerdings mehr zu tun:

Hier sank die Akkulaufzeit bei Dana Lock auf schmale zwei Wochen. Nur Tedee schaffte es auf 155 Tage – ein Spitzenwert!

Bevor das Schloss streikt, gibt es bei allen Schlössern rechtzeitig Batteriewarnungen aufs Smartphone. Nur wer die wochenlang ignoriert, hat ein Problem. Im Zweifelsfall hilft immer noch der gute alte Schlüssel, sofern sich der Zylinder zugleich von außen und innen drehen lässt.

Sie vergessen ständig, Ihr Smartphone aufzuladen oder wollen das Schlüsselbund nicht ausschließlich durch Handy und App-Steuerung ersetzen? Hier helfen etwa Keypad oder Funkfernbedienung (siehe ganz rechts).

Solches Zubehör bieten alle Hersteller gegen Aufpreis an. Damit kommen auch die Kids ins Haus, die noch kein eigenes Handy haben. Und sollte etwa das Kind die Fernbedienung mal verlieren, lässt sie sich einfach in der App deaktivieren.

6 GEHTDAS AUCHVON UNTERWEGS?

Wer aus der Ferne oder per Alexa aufs Smart Lock zugreifen will, bindet es ins heimische WLAN ein. Den Zugang hat das Nuki 3.0 Pro gleich eingebaut, alle anderen Modelle erfordern dagegen die Bridge des jeweiligen Herstellers.

Dabei handelt es sich um kleine Plastikwürfel, die in der Nähe des Smart Locks in eine Steckdose im Flur müssen. Dann leitet die Bridge Schließbefehle, die Sie unterwegs per Handy absetzen, ans smarte Schloss weiter. Praktisch, falls sich etwa die Kinder ausgesperrt haben und nach Eintritt verlangen.

Der WLAN-Zugang ermöglicht auch Sprachsteuerung. Das Abschließen der Tür übernehmen Amazons Alexa oder der Google Assistant auf Zuruf. Das Öffnen ist hingegen durch eine PIN-Abfrage abgesichert, damit sich Einbrecher nicht allein per Sprachbefehl Zutritt verschaffen können. Nuki, Tedee und Yale hören auch auf Apples Siri. Die öffnet die Tür aber nur, wenn man sie auf iPhone oder iPad dazu auffordert und sich dann per Touch- oder Face-ID identifiziert.

Wer andere Smarthome-Geräte im Haus hat, kombiniert das Smart Lock damit. So lässt sich etwa automatisch die Tür entriegeln, sobald der Rauchmelder Alarm schlägt, oder abends automatisch abschließen, wenn der Letzte das Licht ausknipst.

7 WIE KOMMEN GÄSTE REIN?

Die Schwiegermutter kommt früher als verabredet? Der Handwerker steht vor der Tür, und niemand ist zu Hause? Auch das lösen die digitalen Schlösser smart:

Per Smartphone samt App lassen sich virtuelle Schlüssel erstellen und verteilen. Dazu folgen Gäste oder Dienstleister der Einladung und laden die App des Herstellers. Die Zugangsberechtigung ist wahlweise dauerhaft nutzbar, oder der Hausbesitzer erteilt sie nur einmalig oder regelmäßig zu bestimmten Zeiten. Ein- und Ausgang der berechtigten Personen dokumentiert die App, beides ist so für die Bewohner jederzeit nachvollziehbar.

8 UNDIM MEHR-FAMILIENHAUS?

Blöd, wenn Bewohner im Mehrfamilienhaus die eigene Wohnungstür smart bedienen können, unten für die Haustür aber noch einen Schlüssel brauchen.

Dafür hat nur Nuki ein Lösung parat: Der Opener ist ein Türöffner für Gegensprechanlagen. Er arbeitet mit den meisten Klingelanlagen zusammen und lässt sich mit etwas Geschick mit dem Türtelefon der Wohnung verkabeln.

Dort aktiviert er stellvertretend für den Bewohner den Summer und ermöglicht das smarte Öffnen der Eingangstür im Mehrfamilienhaus.

[tsz]

SO EINFACH KLAPPT DER EINBAU

FAZIT

Ein smartes Update fürs heimische Türschloss lohnt! Mit dem Handy in der Tasche öffnet und schließt sich die Haustür wie von selbst und trotzdem sicher. Der Komfort hat seinen Preis: Wer auch WLAN für Fernzugriff oder Keypad will, legt fix ein paar Hundert Euro hin. Der Schlüsselmeister im Test ist Nuki.

Der Marktführer lockt mit niedrigen Preisen und viel Zubehör. Wer es schick, schlank und ausdauernd mag, greift zu Newcomer Tedee.

Türschloss prüfen

Schauen Sie, ob das vorhandene Türschloss passt. Falls nicht, ist ein Austausch des Zylinders fällig. Der ist fix erledigt.

Platte rauf, Schlüssel rein

Per Schrauben oder Klebepad fixieren Sie die Halterung auf dem Zylinder. Stecken Sie nun den Schlüssel ins Schloss.

Aufsatz drüberstülpen

Nun setzen Sie das Smart Lock auf die Halterung, bis es einrastet.

Der Schlüssel verschwindet im Schlitz.

Smart Lock einrichten

Per Handy nehmen Sie das Schloss in Betrieb.

Beim Kalibrieren lernt es Ihre Tür kennen und ist dann einsatzbereit. Fotos: Herstelleerr; Montage: COMPUTER BILD

IST DAS SICHER?

Viele scheuen Smart Locks, weil sie Sicherheitsbedenken haben oder Einbrüche befürchten. Das Risiko ist beim Smart Lock in der Praxis aber nicht höher als bei „dummen“

Schlössern. Die Gründe:

■ Diskret: Der Aufsatz ist von außen gar nicht sichtbar, und die Sicherheit des Schließzylinders bleibt unangetastet.

■ Kein Angriffsziel: Ohnehin ist das Schloss selbst selten das Ziel von Einbrechern. Sie stemmen eher die Tür auf. Da helfen nur stabile Türbeschläge und Schließriegel.

■ Versichert: Für die meisten Versicherungen schwächt ein Smart Lock nicht die geforderte Zugangskontrolle. Hakelig wird’s, sobald außen ein Keypad fürs Öffnen per PIN-Eingabe am Türrahmen klebt und sich keinerlei Einbruchsspuren an der Tür finden.

■ Verschlüsselt: Die Hersteller der Smart Locks geben an, beim Betrieb keine persönliche Nutzerdaten zu erheben und die Funkverbindungen Ende-zu-Ende zu verschlüsseln. Auch für ihre Clouds (etwa fürs Fernsteuern) versprechen sie hohe Sicherheitsstandards. n Volle Kontrolle: Handy oder Funkschlüssel verloren? Kein Problem, per Browser loggen Sie sich ins System ein und entziehen dem verlorenen Gerät den Zugriff.

SO TESTET COMPUTER BILD

Montage, Einrichten per Handy, tägliche Nutzung an der Tür – bei allen Smart Locks prüfte COMPUTER BILD genau, welche wirklich den Dreh raushaben. Bei wichtigen Testkriterien wie Akkulaufzeit, Motorkraft und Lärmpegel vertrauten die Tester nicht auf die Angaben der Hersteller, sondern prüften im Labor unter möglichst alltagstauglichen Bedingungen nach.

Ausdauer: Wie lange hält der Akku durch?

Im Testaufbau drückte ein Roboter mit seinem Arm immer wieder aufs eingespannte Handy samt Smart-Lock-App, um damit das Schloss zu öffnen und zu schließen. Tedee hielt satte 2649 komplette Schließvorgänge durch. Homematic machte dagegen nach 1000 Runden schlapp. Eine Videokamera dokumentierte den Test. So entgingen den Prüfern keine Meldungen, die vor niedrigem Akkustand warnten.

Motorleistung: Wie kräftig wird gedreht?

Unter Einsatz von professionellen Federwaagen der Marke Pesola simulierten die Tester leichtwie schwergängige Türen mit unterschiedlichem Schließwiderstand. Der Motor von Tedee brachte es auf starke 2,46 Nm, Abus schaffte mit 0,81 Nm nur ein Drittel der Kraft.

Lautstärke: Leisetreter oder Ruhestörer?

Welches Smart Lock dezent werkelt und welches Frau und Kind im Bett aufschrecken lässt, fand COMPUTER BILD beim Messen der Geräuschentwicklung in einem abgeschirmten Schallschutzraum heraus. Die „Flüsterer“ im Test: Abus und Tedee mit 2 bis 3 Sone (so laut wie eine normale Unterhaltung). Dagegen sind die Smart Locks von Homematic und Nuki mit bis zu 10 Sone richtige Krachmacher.

DIESES ZUBEHÖR B RAUCHT’S

Smartphone samt App

Ein Handy ist Pflicht – die darauf installierte App hilft beim Einrichten des Smart Locks und steuert es.

WLAN & Bridge

Hängt das Smart Lock per WLAN-Bridge im heimischen Netzwerk, klappt der Zugriff von unterwegs.

Preis: 80 bis 100 Euro.

Keypad

Handy liegt noch im Büro?

Akku leer? Dank Keypad mit Ziffernfeld öffnet die Tür nach PIN-Eingabe.

Preis: 70 bis 140 Euro.

Funkfernbedienung

Kids ohne Handy freuen sich über einen einfachen Knopf am Schlüsselanhänger. Einfach drücken!

Preis: 40 bis 60 Euro.