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SEX TABUS


petra - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 05.03.2020

Unsere „schmutzigsten“ BETT-GEHEIMNISSE behalten wir lieber für uns. Zu groß ist die Angst, dafür verurteilt zu werden. Ein Plädoyer für mehr Offenheit


Darüber sprechen wir nicht mal mit der besten Freundin

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Bildquelle: petra, Ausgabe 4/2020

Sexist die schönste Sache der Welt. Und doch halten wir das Thema lieber vornehm unter Verschluss, statt uns offen darüber auszutauschen. Wer mit wem, wie oft, von vorne oder von hinten - darüber sprechen wir vielleicht noch mit der besten Freundin. Aber wenn es so richtig zur Sache geht, ans Eingemachte sozusagen, machen wir alle dicht. Wir schützen unsere Sex-Geheimnisse, als wären sie unser ...

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... größter Schatz. Woran das liegt? Ganz klar, sagen Psychologen: an der „sozialen Erwünschtheit“.

Viele von uns haben große Angst, von anderen für unsere sexuellen Gelüste verurteilt zu werden. Wir fürchten, als „pervers“ oder „unnormal“ abgestempelt zu werden. Aber hier kommt die gute Nachricht: Wenn wir offen über Sex reden, ist jede noch so „versaute“ Sache ganz schnell gar nicht mehr so schambesetzt. Mehr noch: Wir können Erfahrungen teilen und davon profitieren - rein technisch, aber auch was Ideenreichtum und neue Abenteuer angeht. Wie? Zum Beispiel, indem wir über die folgenden drei Deep-Sex-Talk-Themen mal ganz offen in der nächsten Mädelsrunde sprechen:

PROBIER DOCH MAL DEN „KING COCK“

Wenn es um Sextoys geht, schauen die meisten Frauen leider immer noch verlegen zu Boden. Klar, wer verrät schon gerne, dass er ein ganzes Selbstliebe-Arsenal im Schrank liegen hat - vor allem, wenn es sich dabei nicht nur um einen charmanten Vibrator, sondern auch noch um ein paar XXL-Dildos (wie den „King Cock“), Anal-Plugs oder Bondage-Seile handelt … Aber sagen wir’s, wie es ist: Mittlerweile besitzt mehr als die Hälfte aller Frauen Sextoys, laut Tenga-Lustreport sogar ganze 57 Prozent. Ein guter Grund, endlich offen darüber zu reden, wie und womit wir uns selbst eine gute Zeit bescheren können. Auf Tupperware- und Thermomix- Partys vertrauen wir schließlich auch auf die Empfehlungen unserer Liebsten

MEIN MANN WILL ES ANAL - VON MIR

Es gibt genau drei Sex-Stellungen, die nicht tabuisiert werden: die Missionarsstellung, der Doggy- Style und das Reiten in allen Variationen. Aber sobald es um etwas wildere Bettgymnastik geht, halten wir uns im Gespräch mit unseren Freundinnen lieber ganz dezent zurück. Bloß nicht anecken, so das Motto. Analsex hat seit jeher den größten Schmuddel-Touch, vermutlich weil er irgendwie „unrein“ anmutet. Dabei haben wir fast alle schon Erfahrungen damit gemacht - gute und schlechte -, und somit sollte man sich auch darüber dringend austauschen. Besonders spannend ist das neueste Tabu-Thema unter den Anal-Spielereien: Pegging. Dabei verwöhnt die Frau den Mann anal, zum Beispiel mit einem (Strap-on-)Dildo oder mit dem Finger. Das Ziel ist die Stimulation der Prostata, einer der erogensten Zonen des Mannes. Einfach mal nachfragen, beim Liebsten und in der Mädelsrunde: „Ich habe neulich von Pegging gelesen. Habt ihr schon mal? Wie war’s?“ Ein aufregendes Thema, dem Sie sich widmen sollten.

ICH WILL DOMINIERT WERDEN

Die wirklich „wilden“ Sex-Fantasien behalten wir lieber für uns, nicht wahr? Dabei gibt es mittlerweile etliche Studien, die beweisen, dass wir alle keine Unschuldslämmer sind. Im weiblichen Kopfkino laufen die spannendsten Filme: leidenschaftliche Liebe zu dritt, Abenteuer mit Fremden, Dominanz und Erniedrigung, Sex in der Öffentlichkeit und lesbische Liebe (siehe rechts). Laut Christian Joyal, Psychologie-Professor an der Université du Québec, reizen uns BDSM-Sehnsüchte aber ganz besonders: Geschlagen oder gar zum Sex gezwungen zu werden sei eine durchaus verbreitete Fantasie. Allerdings: nur im Kopf, nicht im echten Leben. Tja. An was wohl unsere Freundinnen denken …


DARÜBER SPRICHT MAN NICHT: „Kaum etwas ist so tabubesetzt wie unser Hinterteil“


Dr. Yael Adler In ihrem Buch „Darüber spricht man nicht“ (Droemer) erklärt die Berliner Dermatologin, warum uns mehr Offenheit guttut


FOTOS: ANNEMARIE VAN DRIMMELEN/ JALAG/ SEASONS AGENCY (4)

DIE TOP 5 der erotischen Fantasien von Frauen

1. Erotik zu dritt (49 %)

2. Ein Abenteuer mit einem Fremden (43 %)

3. Dominanz, Erniedrigung und Fesselspielchen (42 %)

4. Sex in der Öffentlichkeit (40 %)

5. Lesbische Liebe (35 %)

Quelle: femtasy.de

Frau Dr. Adler, mit welchen Problemen befassen Sie sich?

Als Dermatologin beschäftige ich mich in erster Linie mit der Haut, den Haaren und Nägeln, aber natürlich auch mit Geschlechtskrankheiten, Allergien und Ausschlägen. Je weiter es bei den Beschwerden unter die Gürtellinie geht, desto schwerer fällt es den Patienten allerdings, offen darüber zu sprechen.

Welches Körperteil hat denn das größte Scham-Potenzial?

Der Intimbereich und der Anus. Kaum etwas ist in unserer Gesellschaft so tabubesetzt wie unser Hinterteil und alles, was mit ihm zusammenhängt.


Welche Sorgen kann einem der Po denn machen?


Etliche: Juckreiz, Fissuren, Abszesse, Hämorrhoiden … Und natürlich Probleme, die im Zusammenhang mit sexuellen Spielarten auftreten.

Also mit Analverkehr, richtig

Genau. Für die einen ist er ein gewaltiges Tabu, für die anderen gehört er zur körperlichen Liebe. Wichtig ist jedoch, bei Letzterem auf eine gute Hygiene zu achten: also bitte nicht nach dem Analverkehr direkt in der Vagina weitermachen. Sonst gelangen Keime hinein, und dann wird’s ungemütlich.

Kann’s anal gefährlich werden?

Ja, zum Beispiel wenn sich eingeführte Gegenstände in den Tiefen der Körperöffnung verirren und im Darm auf Wanderschaft gehen. Beim Einführen von Gegenständen daher unbedingt auf eine Rückholmöglichkeit achten oder auf Toys setzen, die auch dafür gedacht sind.

Was möchten Sie uns noch mit auf den Weg geben?

Sprechen Sie über körperliche Tabus, Fragen und Sorgen offen mit Ihrem Arzt. Dann werden Sie schnell merken, dass Sie mit Ihren Wünschen und Beschwerden nicht allein sind.