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SEXUALITÄT: IM GEHIRN REAGIEREN MÄNNER UND FRAUEN ÄHNLICH AUF PORNOS


Spektrum Psychologie - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 18.10.2019

Mehrere Dutzend Studien lassen darauf schließen, dass erotische Bilder das Gehirn bei beiden Geschlechtern auf die gleiche Weise aktivieren.


Artikelbild für den Artikel "SEXUALITÄT: IM GEHIRN REAGIEREN MÄNNER UND FRAUEN ÄHNLICH AUF PORNOS" aus der Ausgabe 6/2019 von Spektrum Psychologie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Spektrum Psychologie, Ausgabe 6/2019

UNSPLASH / MARU LOMBARDO

Männer konsumieren nach wie vor mehr Pornos als Frauen – selbst wenn Letztere langsam, aber sicher aufholen. Entsprechend nahe liegt die Vermutung, dass der Anblick von sexuell eindeutigem Material womöglich auch im Gehirn je nach Geschlecht verschiedene Areale unterschiedlich stark aktivieren könnte. Doch das ist ein Irrtum, sagt nun ein Team vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen um Ekaterina Mitricheva. In einer Metaanalyse, für die sie insgesamt 61 Studien mit mehr als 1800 Probanden unter die Lupe nahmen, konnten die Forscher keine Hinweise auf eine geschlechtsspezifische Verarbeitung finden.
In den Originaluntersuchungen durften sich die Teilnehmer entweder erotische Bilder oder Filme anschauen, während Wissenschaftler ihre Hirnaktivität per fMRT maßen. Im Vergleich zu neutralem Anschauungsmaterial wurde dabei eine ganze Reihe von Arealen aktiv – unter anderem die Inselrinde, die etwa mit Liebes- und Lustempfindungen assoziiert wird, sowie die Amygdala, die eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung von Situationen spielt. Einen Unterschied zwischen Männern und Frauen konnten Mitricheva und ihre Kollegen in dieser Hinsicht über alle Versuchspersonen und Studien hinweg aber nicht ausmachen. Das galt sowohl für hetero- als auch für homosexuelle Teilnehmer; bisexuelle Probanden und Transgender-Personen waren in der Stichprobe zu selten vertreten, um statistisch verlässliche Aussagen über sie zu treffen.
Die Autoren vermuten, dass Studien, die in der Vergangenheit zu anderen Schlüssen gekommen waren, unter anderem auf zu geringen Teilnehmerzahlen beruhten. Aber auch Faktoren wie Hormone, Motivation oder persönliche Ansichten in Bezug auf das verwendete Material könnten durchaus eine Rolle gespielt haben.

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