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Sicher ans Ziel


Wild und Hund - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 17.01.2019

Viele Vierläufer werden während der Fahrt nicht sicher transportiert. Hält die Polizei Sie an, ist die Strafe überschaubar. Doch im Falle eines Unfalls kann es um Leben und Tod gehen.


Agnes M. Langkau

Artikelbild für den Artikel "Sicher ans Ziel" aus der Ausgabe 2/2019 von Wild und Hund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Agnes Langkau

Die Ampel ist rot. Ich stehe an einer großen Kreuzung und warte. Ein Fussgänger quert die Straße. An der Leine führt er einen Ridgeback. Mein Hund befindet sich im Kofferraum. Aus dem Nichts schlägt er an und verbellt voller Inbrunst seinen Artgenossen. Vor Schreck fahre ich zusammen, und befehle ihm, sofort ruhig zu sein. Doch statt der Anweisung Folge zu leisten, versucht er nun, über ...

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Die Ampel ist rot. Ich stehe an einer großen Kreuzung und warte. Ein Fussgänger quert die Straße. An der Leine führt er einen Ridgeback. Mein Hund befindet sich im Kofferraum. Aus dem Nichts schlägt er an und verbellt voller Inbrunst seinen Artgenossen. Vor Schreck fahre ich zusammen, und befehle ihm, sofort ruhig zu sein. Doch statt der Anweisung Folge zu leisten, versucht er nun, über die Rücksitze zu klettern. Es wird grün. Abgelenkt muss ich meine Fahrt fortsetzten.

Solche und ähnliche Gefahrensituationen sind sicherlich dem einen oder anderen Hundebesitzer nicht gänzlich unbekannt. Das ungehorsame Verhalten des eigenen Vierläufers im Auto kann dramatische Folgen haben. Besonders beim Autounfall wirken bei einem Aufprall enorme Kräfte: Ein Hund, der sich ungesichert im Kofferraum befindet, kann bereits bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern sehr schnell zum tödlichen Geschoss für die vorn sitzenden Personen werden. Bei dieser Geschwindigkeit wirkt etwa das 50-Fache des Hundegewichts. Hundeboxen und Geschirre müssen dementsprechend um die 1 000 Kilogramm (kg) standhalten.

Autofahrer sind deshalb verpflichtet, Haustiere im Fahrzeug zu sichern. Ein spezielles Gesetz für den Transport von Hunden gibt es aber bislang nicht. Ein Vierläufer im Auto wird allerdings als Risiko für die Verkehrssicherheit kategorisiert. Deshalb gelten Haustiere laut Straßenverkehrsordnung (StVO) als Ladung, die stets optimal abgesichert werden muss, sodass sie weder zur Gefahr noch zur Ablenkung wird. In § 22 der StVO, Absatz 1 heißt es: „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Fotos: Agnes M. Langkau

Der Anschnallgurt darf ausschließlich mit einem Geschirr verwendet werden und nicht mit einem Halsband, da sonst Strangulationsgefahr besteht.


Trotz der großen Gefahr, die von einem ungesicherten Hund im Auto im Straßenverkehr ausgeht, ist die zu erwartende Strafe für den Fahrer überschaubar: Wird er von der Polizei angehalten, drohen ihm 80 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Außerdem dürfen die Ordnungshüter den Fahrer an der Weiterfahrt hindern.

Tatsächlich greift die Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn ein ungesicherter Hund einen Unfall verursacht oder verschlimmert. Grobe Fahrlässigkeit deckt sie ab, kommt aber nur für fremde Schäden auf und kann den Fahrer mit bis zu 5 000 Euro in Regress nehmen. Beim eigenen Auto zahlt die Vollkasko, dennoch sollte man bedenken, dass sie die Leistung bei grober Fahrlässigkeit kürzt.

Der Hundebesitzer erspart sich viel Ärger, wenn er sich bereits vor dem Welpenkauf für eine geeignete und vor allem sichere Transportmethode in seinem Fahrzeug entscheidet. Natürlich ist ebenfalls die endgültige Größe des Vierläufers und dessen Charakter ausschlaggebend für die Kaufentscheidung, da nicht jedes Modell für jeden Hund infrage kommt. Der Markt bietet hierfür eine Vielzahl von Möglichkeiten:

Der Anschnallgurt

Es gibt viele verschiedene Sicherheitsgurte, mit denen der Hund im Auto angeschnallt werden kann. Einige Systeme sind sowohl für den Beifahrersitz als auch für den Rücksitz verwendbar. Auch hier gibt es unterschiedliche Befestigungsvarianten, zum Beispiel direkt am Gurtschloss oder am Dreipunktgurt. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Gurtlänge nicht zu viel Spiel gibt. Es gilt die Regel, dass sich der Vierläufer maximal hinsetzen und -legen kann. Der Hund sollte stets mit einem Geschirr am Anschnallgurt gesichert werden und nicht mit einem gebräuchlichen Halsband, da sonst im Falle eines Aufpralls Strangulationsgefahr besteht. Das Geschirr muss an die Größe und den Körperbau angepasst sein und darf nicht so stramm sitzen, dass es einschnürt. Die meisten Modelle bestehen aus leichtem Nylon. Da es eine Fülle an verschiedenen Gurtsystemen auf dem Markt gibt, gestaltet sich auch der Preis unterschiedlich. Der reine Anschnallgurt ist mit einem Preis von acht bis 30 Euro verhältnismäßig günstig. Zusätzlich muss ein passendes Hundegeschirr gekauft werden, das durchaus 80 Euro kosten kann. Es gibt jedoch auch Anschnallsysteme, bei denen das Geschirr bereits integriert ist.

Die Schutzdecke für die Rückbank

Bei Trenngittern ist eine gute Qualität entscheidend, damit bei einem Aufprall die Wucht des Hundes abgefangen werden kann.


Foto: Agnes M. Langkau

Die Schutzdecke wird bei den meisten Modellen an den Kopfstützen, den Sitzankern und der Rückbank befestigt. Sie soll verhindern, dass der Hund in den Fussraum fallen kann. Die hohen Seitenteile sollen den Vierläufer vom Herumspringen beziehungsweise Herausspringen abhalten und schützen die Türverkleidung. In der Regel bieten diese Decken nur beim normalen Bremsen sowie bei leichten Kollisionen einen Schutz. Sie können aus verschiedenen Materialen bestehen, wie Baumwolle, rutschfestem Fleece und/oder Polyester. Öffnungen ermöglichen das Durchführen eines Gurtes, sodass der Hund noch zusätzlich angeschnallt werden kann. Aufgrund verschiedener Modellausführungen kann sich die Preisspanne von 20 bis 130 Euro belaufen.

Das Trenngitter für den Kofferraum

Schutzdecken schonen in erster Linie die Polsterung vor Hundehaaren und Schmutz. Bei einem Unfall sind Hunde aber nur unzureichend geschützt.


Foto: Sascha Apel

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Hundegittern fürs Auto, die den Kofferraum vom Fond des Wagens separieren sollen: einerseits die günstigen Hundegitter als Universal-Modell und andererseits die individuellen Maßanfertigungen. Universal-Hundegitter werden für keinen speziellen Autohersteller produziert und können daher in fast jedem entsprechenden Kombi-Fahrzeug verbaut werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Höhen und Breiten. Sie werden hinter den Rücksitzen montiert. Viele auf dem Markt erhältlichen Produkte lassen sich zudem mit Teleskopstangen ausziehen und können somit individuell an das Fahrzeug angepasst werden. Die Maßanfertigung wird exakt nach Vorgaben des Käufers und nach der Größe des Kofferraumes gebaut.

Bei den meisten Produkten muss für die Montage nichts gebohrt werden. Die herkömmlichen Hundegitter sind entweder aus Stahl oder Aluminium. Welches Material geeigneter ist, hängt ganz vom Gewicht des Hundes ab. Bis zu 40 Kilogramm ist ein Gitter aus Aluminium ausreichend. Bei schwereren Vierläufern ist Stahl die sichere Variante. Ein Markenprodukt kostet rund 40 Euro, Sie können aber auch weit über 100 Euro ausgeben. In der mittleren Preisklasse können Sie knapp 80 Euro einrechnen.

Die Hundebox

Aluminiumboxen gibt es in Einzel- oder Doppelausführung. Das patentierte Verschlusssystem leiert nicht aus und klappert nicht.


Negativbeispiel: Billig verarbeitete Kunststoffscharniere (o.) und Seitenwandverbindungen (r.) …


Foto: Michael Woisetschläger

… führen zu durchhängenden Türen und können schweren Hunden nicht standhalten.


Foto: Michael Woisetschläger

Kunststoffboxen sind zwar leicht und preisgünstig, aber längst nicht so stabil wie Aluminiumboxen.


Foto: Thomas Fuchs

Die Bandbreite an verschiedenen Hundeboxen auf dem Markt ist sehr groß, und daher ist es eine Herausforderung für jeden Hundeführer, das passende Modell für sein Auto zu finden. Es gibt welche aus Aluminium oder anderen Metallen, Kunststoff und faltbare Stoffboxen. Prinzipiell können die Boxen entweder auf dem Rücksitz oder im Kofferraum platziert werden.

Die Hundebox aus Aluminium oder anderen Metallen ist im Vergleich zur Kunststoff- oder Stoffbox wesentlich stabiler. Die meisten Metallboxen sind aber für die dauerhafte Installation im Kofferraum gedacht. Vorteilhaft sind auf der Vorderseite leicht abgeschrägte Hundetransportkäfige, die den Platz im Kofferraum optimal nutzen. Neben den Universalprodukten kann man auch individuell gebaute Boxen, die speziell auf die Wünsche des Käufers abgestimmt sind, in Auftrag geben. Stoffausführungen sind leicht zu verstauen, zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht aus und sind im Handumdrehen aufgebaut. Hundeboxen aus Kunststoff gelten grundsätzlich als stabil, leicht und sind einfach zu reinigen. Grundsätzlich sollte man beim Kauf einer Hundebox darauf achten, dass keine scharfen Kanten vorhanden sind. Bei Metallboxen sollten stabile Scharniere verbaut sein, da sonst die Türen schnell durchhängen können. Die Größe der Transportkiste ist vom Fahrzeugtyp und von der Endgröße des Hundes abhängig. Es gibt enorme Preisunterschiede bei der großen Fülle an Modellen, die durch die unterschiedlichen Konstruktionen zustande kommen. Kleine Universal-Kunststoffboxen bekommt man bereits für 20 Euro. Möchte der Kunde eine Individualanfertigung für sein Fahrzeug, können es schnell 800 Euro und mehr werden