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SICHER DURCH DEN XIAOMI- DSCHUNGEL


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 06.05.2022

Smartphones

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 10/2022

Redmi ist genau wie Poco eine Untermarke des chinesischen Herstellers Xiaomi. Beide bestücken die günstigeren Preisklassen gleich reihenweise mit Android-Smartphones: Allein mit der Bezeichnung Redmi Note 11 gibt es bislang fünf Modelle, die dann auch noch in diversen Farb-und Speichervarianten erhältlich sind. Ohne „Pro“, mit „Pro“, ohne 5G und mit 5G und dann noch „ “ und „S“. Sie sehen sich alle zum Verwechseln ähnlich und tummeln sich im Preisbereich von 200 bis 400 Euro.

Wer soll da noch durchsteigen? Es hilft nichts. Alle ab ins Testlabor! Wollen wir doch mal sehen, ob wir nicht Licht in den Modell- Dschungel kriegen.

Gegner zum Vergleich

Zwei Erwartungen stehen vor dem Vergleich im Raum. Zum einen gehen viele Android-Fans davon aus, dass neue Modelle besser sind. Zum anderen schwören Xiaomi-Freunde, dass die Chinesen zuverlässig mehr Technik für weniger Euros liefern als Android- ...

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... Platzhirsch Samsung. Darum laufen in diesem Vergleichstest auch der Vorgänger Redmi Note 10 Pro und der Bestseller Samsung Galaxy A52s 5G im Hintergrund mit.

„Xiaomis Redmi- Note-11-Serie bietet nur scheinbar für jeden etwas.“

Michal Huch Stellv. Ressortleiter Telekommunikation und Internet

Schick in Schale geworfen

Jahrelang haben die Hersteller konsequent ihre rutschigen und glänzenden Gehäuse gefeiert. Das Redmi Note 10 Pro hat noch eine dieser typischen Hochglanz- Rückseiten, die COMPUTER BILD zwar unermüdlich kritisiert, aber nicht abgewertet hat.

Doch zum Glück sieht Redmis Dresscode für 2022 in der Note-11-Serie endlich eine matte Oberfläche auf der Rückseite vor, die sowohl die Hand als auch das Auge erfreut – sofern man nicht total auf Fingerabdrücke steht. Sogar die Rahmen sind matt, die Gehäuse sind kantiger und gradliniger. Die Abmessungen folgen dem allgemeinen Trend zu großen Geräten. Selbst die „beiden Kleinen“ Note 11 und 11S sind schon üppige 74 Millimeter breit – zierlich geht nun wirklich anders.

Der Fingerabdrucksensor liegt bei allen Note-11-Modellen gut erreichbar an der Seite und dient auch als Einschalttaste. Alternativ klappt auch das Entsperren per Gesichtserkennung – doch das ist weniger sicher, es lässt sich per Foto austricksen.

Ähnliche Ausstattung

Erfreuliches gibt es für Freunde des kontaktlosen Bezahlens per Handy. Die mussten in der Note-10-Familie noch sorgfältig Datenblätter durchforsten, beim Note-11-Clan gehört Zahlen per Handy zum guten Ton. Die Ausstattung mit schnellem 5G-Datenfunk verrät ein Blick auf die Produktbezeichnung. Steht 5G dran, ist es drin. Sonst nicht.

Immer an Bord ist eine klassische Klinkenbuchse an der Oberseite und der Xiaomi-typische IR- Sender, mit dem Scherzkekse in der TV-Abteilung im Media Markt für Stimmung sorgen können.

Mit IP53 („Schutz gegen fallendes Sprühwasser“) muss man bei den ersten Regentröpfchen zwar nicht sofort in Panik verfallen, richtig wasserdicht zertifiziert ist aber keins der Geräte – auch typisch Xiaomi. Entsprechend verlieren die Geräte im Test hier Punkte. Wie es besser geht, zeigt Samsung. Mit IP67 („Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“) hat das Galaxy A52s bildlich schon die Badehose an und ärgert die Redmis in der Testtabelle.

Geschwindigkeitsmessung

Inklusive des Redmi Note 11S 5G, das zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar war, stecken in den sechs Note-11-Modellen fünf unterschiedliche Prozessoren. Nur Note 11S und Note 11 Pro konnten sich auf eine Rechenzentrale verständigen. Doch diese scheinbare Vielfalt deckt kein besonders großes Leistungsspektrum ab. Im Benchmark-Test „Geekbench 5 Multicore“ beträgt der Unterschied zwischen dem langsamsten Redmi (Note 11) und dem schnellsten Gerät (Note 11 Pro+ 5G) gerade mal 20 Prozent. Was die Bestwerte des Note 11 Pro+ 5G wert sind, zeigt das Galaxy A52s – es übertrifft das Redmi im Prozessortest um 17,5 Prozent.

Altstar mit richtig Power

Doch Benchmark-Tests sind nur ein Puzzlestück im Testparcours von COMPUTER BILD. Bei den Geschwindigkeitsmessungen von Alltagsaufgaben wie dem Starten von Apps oder der Bedienverzögerung holt das Note 11 Pro+ 5G auf und zieht am Ende mit dem Samsung gleich. Das restliche Testfeld fällt beim Tempo etwas ab. Und zum Thema „Neu ist immer besser“: Zweitstärkste Kraft ist das „alte“ Redmi Note 10 Pro! Auch der Blick auf die Spieleleistung ergibt eine Zweiteilung. Im Test der 3D-Grafikleistung mithilfe des Benchmark-Tests „3D Mark Sling Shot“ setzt sich das Note 11 Pro+ 5G vom Rest der Sippe ab und erreicht mehr als die doppelte Punktzahl des Schlusslichts Note 11. Doch bevor beim Plus die Korken knallen, kommt Samsungs A52s als Partycrasher und zieht beim Spieletempo vorbei. Kurzum: Keines der Redmis ist ein Gaming-Monster. Das größte Talent unter den eher Untalentierten bietet das Note 11 Pro+ 5G. Ernsthafte Gamer sind in der Preisklasse aber falsch – denen reicht auch das Samsung Galaxy A52s nicht.

Akku: Verbrauchen und Laden

Der Test der Akku-Ausdauer verspricht nicht allzu viel Spannung. Die meisten Modelle scheinen mit einer Akkukapazität von 5000 Milliamperestunden (mAh) gut ausgestattet, doch ausgerechnet das teuerste Gerät hat nur 4500 mAh im Gepäck. Zwar bildet das 11 Pro+ 5G damit das Schlusslicht bei der Ausdauermessung, aber der Abstand zu den anderen ist erstaunlich gering. Hinzu kommt: Es hält so lang durch wie das Galaxy A52s, das ebenfalls mit 4500 mAh auskommen muss. Interessant: Besonders effektiv arbeitet das Note 11, das dank seines lahmen, aber sparsamen Antriebs seine Dienste über 13 Stunden anbot. Herausragend!

Hat der leere Akku endlich alle Lichter ausgeknipst, steht im Test die nächste Aufgabe an: Welcher Redmi-Tank ist am schnellsten wieder voll? Wer häufig nur wenig Zeit zum Laden seines leeren Smartphone-Akkus hat, trifft auf erstaunliche Unterschiede: Redmi Note 10 Pro und Galaxy A52s erreichen nach einer Viertelstunde Ladezeit nur einen Akkustand von 13 bis 15 Prozent. Note 11 und 11S schaffen in derselben Zeit grob das Doppelte, beide Pro-Varianten dank 67-Watt-Netzteil sogar 40 Prozent. Und dann gibt es ja noch das „Plus“ – mit seinem 120-Watt-Netzteil ist sein Akku nach einer Viertelstunde schon zu 60 Prozent geladen.

Während das Galaxy A52s – und auch das Redmi Note 11 – für eine komplette Ladung knapp zwei Stunden brauchen, ist das Note 11 Pro+ 5G schon in einer halben Stunde voll geladen – ein Sternchen für das Plus! In diesem Punkt ist es absolute Smartphone-Oberklasse.

MODELLE IM VERGLEICH

Fotoqualität im Vergleich

Die Testergebnisse vom Fotomessstand sind vielfältiger als die Datenblätter. 50 Megapixel (MP) Auflösung sind es beim Note 11, sonst 108 MP.Aus jeder Rückseite ragt eine Ultraweitwinkellinse und eine gering auflösende, aber sonst brauchbare Makrolinse.

Obwohl es weder die Tester noch die Analysesoftware interessiert, was die Geräte kosten, gilt auch hier vereinfacht: Teurer ist besser. Gerade das günstige Note 11 schwächelt. Am Tag sind die Fotos noch okay, bei schlechtem Licht trübt Bildrauschen die Qualität, die Frontkamera schwächelt generell. Das Note 11S macht das unter allen Bedingungen schon merklich besser, und die Pro-Modelle sind unterm Strich ähnlich gut wie das Note 10 Pro und das Galaxy A52s. Und auch hier verdient sich das Topmodell sein Plus im Namen. Zwar kommen die beiden Vergleichs-Handys bei wenig Licht am besten klar, aber bei guter Beleuchtung macht das Note 11 Pro+ richtig gute Fotos.

Mangels Telelinse liefert kein Kandidat bei vierfacher Vergrößerung überzeugende Ergebnisse, und der Oldie 10 Pro macht die besten Selfies im Test.

Wer gelegentlich filmt und in die Verlegenheit kommt, sich selbst dabei bewegen zu müssen, wird wenig Freude an der schlechten Bildstabilisierung des Note 11 Pro 5G, Note 11 und 11S haben.

Display: Das Beste zum Schluss

Bis auf das zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbare Note 11S 5G leisten sich alle Note-11-Modelle den Luxus eines kontrastreichen OLED-Bildschirms. Echte Schwächen konnte das Testlabor hier trotz größter Bemühungen nicht aufdecken. Selbst der schlechteste Redmi-Note-Bildschirm ist noch sehr gut.Auch die Helligkeit hat Xiaomi gut im Griff. Bei Bedarf kommen alle in den Bereich von 1000 Candela pro

Quadratmeter und lassen sich auch bei Sonne noch ordentlich ablesen. Während selbst die beiden Einstiegsmodelle mit 90 Hertz Bildschirmwechselfrequenz eine flüssige Darstellung schaffen, scrollt es sich auf den Pro-Modellen mit 120 Hertz noch ruckelfreier. Die ausnahmslos tollen Bildschirme sind ein Hauptargument für die Note-11-Serie.

Schade für Xiaomi, dass das kein besonderer Wettbewerbsvorteil gegenüber Samsung ist, denn die OLED-Pioniere aus Südkorea statten das Galaxy A52s ebenfalls mit einem Display aus, das kaum Wünsche offen lässt.

[mhu]

FAZIT

Sechs Redmis gegen ein Samsung? Was sich zunächst unfair anhört, meistert der Bestseller aus Korea letztlich ziemlich gut. Einzig dem teureren Topmodell Redmi Note 11 Pro+ 5G gelingt es, die Testnote des Galaxys zu knacken – es ist allerdings auch teurer. Abgesehen von der Akkulaufzeit ist das Familienoberhaupt dem Testfeld praktisch überall das entscheidende „Plus“ voraus. Das günstige Note 11 punktet dagegen sowohl mit seinem tollen Display als auch mit herausragender Ausdauer. Wenn es um Tempo und Fotoqualität geht, ist der Aufpreis zum Note 11S aber gut angelegt. Wer’s noch größer mag, bekommt mit den Pro-Modellen mehr Leistung. Und wenn es das Budget zulässt, sollte es am besten gleich ein 5G-Modell sein. Redmi hält sich beim Note-11-Menü klar an das Rezept „Teurer ist besser“. So haben letztlich alle Redmis ihre Daseinsberechtigung.

SMARTPHONES IM VERGLEICH