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Sicher ist sicher


Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 28.10.2019

Im Haushalt verunglücken erheblich mehr Menschen als im Straßenverkehr. So schützen Sie sich!


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Bildquelle: Reader´s Digest Deutschland, Ausgabe 11/2019

Mit einem Bein im Gipsverband tritt die Mittsechzigerin aus Hessen an den Infostand der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), um sich beraten zu lassen. Nur wenige Wochen zuvor sei sie im eigenen Heim gestürzt, erzählt sie DSH-Geschäftsführerin Susanne Woelk. Dabei wollte sie nur ihre schönste Salatschüssel aus einem der Oberschränke in der Küche holen. Eigentlich bewahren sie und ihr Mann für solche Fälle eine Trittleiter im Keller auf. Doch diese zu holen, erschien ihr in diesem Moment zu umständlich. Stattdessen ...

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... stieg sie kurzerhand auf einen der Küchenstühle. Die Schüssel aus Steingut wog schwer. Als die Rentnerin mit der Last in beiden Händen vom Stuhl steigen wollte, rutschte dieser weg. Die Frau stürzte und hatte Glück im Unglück. Zwar ist ein Bein gebrochen, aber es hätte viel schlimmer kommen können. 9373 Personen verloren im Jahr 2017 allein in Deutschland bei einem Sturz zu Hause ihr Leben!

„Diese Art Sturz ist leider alltäglich“, berichtet Susanne Woelk. Als Geschäftsführerin der DSH wertet sie Unfalldaten aus und berät Ratsuchende. In der DSH arbeiten unter anderem Ministerien und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zusammen. „In Deutschland verunglücken Jahr für Jahr rund drei Millionen Menschen in den eigenen vier Wänden“, erklärt die Expertin. „Jedes Jahr enden rund 11 000 dieser Unfälle tödlich, deutlich mehr als im Straßenverkehr.“

Auch in Österreich verunglücken erheblich mehr Menschen zu Hause als auf der Straße.

Sturzprävention ist nicht teuer

In ihren Beratungsgesprächen hört Woelk oft die Befürchtung, für mehr Sicherheit müsse das Haus oder die Wohnung aufwendig umgebaut werden. „Das muss nicht sein“, beruhigt sie dann. „Es geht auch einfach und preiswert.“ Ihr Rat: „Besorgen Sie sich als Erstes eine Haushalts- oder Trittleiter mit drei bis vier Stufen. Die bekommen Sie in jedem Baumarkt für relativ wenig Geld. Achten Sie dabei auf das GS-Zeichen, das für ,Geprüfte Sicherheit’ steht. Die Tritte sollten rutschfest und möglichst breit sein, die Leiter einen Sicherheitsbügel zum Festhalten haben.“ Ganz wichtig: Bewahren Sie die Steighilfe griffbereit auf. Etwa in der Vorratskammer, in der Küche oder dort, wo Sie Ihre Putzmittel lagern.

Entschärfen Sie als Nächstes Stolperfallen wie rutschende Teppiche, Läufer, Badezimmer- und Fußmatten. Unterlagen, die es als Vliese oder Gittermatten für jeden Bodenbelag gibt, sorgen für die nötige Bodenhaftung. Glatte Treppenstufen sichern Sie mit aufgeklebten, rutschfesten Streifen. Wenn Sie dabei die erste und letzte Stufe mit farbigen Leuchtstreifen markieren, erleichtern Sie sich und anderen die Orientierung und das Balancehalten.

Die besten Markierungen nützen jedoch nichts, wenn Sie sie nicht erkennen. „Sorgen Sie unbedingt für gute Beleuchtung“, rät Woelk. Immer wieder hört sie bei ihren Beratungsgesprächen von Fällen wie diesem: Ohne das Licht einzuschalten, steigt der Besitzer des Hauses die Kellertreppe hinab. Er weiß ja, wie viele Stufen es sind, und durch ein Kellerfenster fällt auch noch etwas Dämmerlicht. Aber dann tritt er auf der letzten Stufe doch daneben, strauchelt und zieht sich einen Bänderriss zu.

„Bleiben Sie vorsichtig, selbst wenn Sie einen Weg schon tausendmal gegangen sind“, sagt Woelk. Auch wer nachts ins Bad muss, sollte sehen können, wohin er läuft. Lampen in Halbkugelformen, deren Licht nur auf den Boden fällt, machen Sie nicht wacher als nötig. Jede Treppe sollte einen – oder auch zwei – Handläufe haben. Halten Sie diese frei und nutzen Sie sie! Griffe im Bad sorgen dort für sicheren Stand. Tragen Sie dann noch Hausschuhe mit Profil oder Socken mit rutschfesten Gumminoppen, haben Sie Ihr Sturzrisiko deutlich verringert.

Finger weg von der Elektrik!

Haushaltsunfälle mit Strom sind zwar deutlich seltener als Stürze, aber besonders gefährlich. Stromschläge führen oft zu schweren Verbrennungen oder enden gar tödlich. Mustern Sie beschädigte Kabel oder defekte Elektrogeräte deshalb umgehend aus. „Überlassen Sie die Reparatur solcher Geräte, aber auch deren Installation, unbedingt dem Fachmann“, rät Expertin Woelk. „Wenn Sie ein Elektrogerät reinigen, etwa die Krümellade Ihres Toasters leeren, ziehen Sie auf jeden Fall vorher den Netzstecker.“

„Fehlerstromschutzschalter, auch RCD- oder FI-Schalter genannt, unterbrechen den Stromkreis wenn nötig deutlich schneller als herkömmliche elektrische Sicherungen. „In Neubauten sind sie bereits Pflicht“, erklärt Stefan Holitschka von der Initiative ELEKTRO+, einem Zusammenschluss führender Markenhersteller und Verbände der Elektrobranche. „Stromanschlüsse in älteren Häusern lassen sich durch mobile Schutzschalter nachrüsten. Sie stecken sie, Adaptern ähnlich, zwischen Steckdose und Gerät.“

Schutz vor Feuer und Rauch

Was viele nicht wissen: So mancher Brand wird von Elektrogeräten ausgelöst. Diese müssen nicht einmal defekt sein. Ursache sind immer öfter Ladekabel, die nicht zum Gerät passen, berichtet Woelk. Ihr Rat: „Vergewissern Sie sich, dass Sie nur geeignetes Zubehör verwenden. Legen Sie zudem das aufzuladende Gerät auf einen feuerfesten Untergrund. So vermeiden Sie einen Schwelbrand, falls Ihr Handy zum Beispiel doch einmal überhitzt.“

Trennen Sie Kleingeräte wie Toaster und Kaffeemaschine nach Gebrauch vom Stromkreis. Mit Steckdosen zum Abschalten geht dies besonders einfach. Betreiben Sie Spülmaschine und andere Elektrogeräte nicht unbeaufsichtigt. Wenn Sie mit Gas kochen, achten Sie darauf, dass nichts Brennbares wie Topflappen in die Nähe der Flammen gelangt. Löschen Sie Kerzen, wenn Sie den Raum verlassen.

235 Menschen kamen 2017 in Deutschland bei Hausbränden um. In Österreich brannte es im selben Zeitraum in 519 Privathaushalten. Auch hier waren Tote zu beklagen. Viele Opfer trifft es im Schlaf. Todesursache sind häufig giftige Rauchgase wie Kohlenmonoxid, die sich geruchlos und blitzschnell ausbreiten. „Drei Atemzüge Rauch machen bewusstlos, etwa zehn Atemzüge sind lebensgefährlich“, warnt Woelk. „Um so wichtiger sind Rauchwarnmelder, die bei Feuer lautstark Alarm schlagen!“

Mittlerweile sind diese Geräte zumindest für jedes Schlaf- und Kinderzimmer und den Flur gesetzlich vorgeschrieben. „Für einen lückenlosen Schutz empfehlen wir, jeden Raum mit einem Rauchwarnmelder auszustatten, denn Feuer kann überall ausbrechen“, rät Experte Holitschka. „Besonders wichtig ist der Rauchwarnmelder in der Küche, wo viele Brände entstehen“. Doch Achtung: In der Küche sollten Sie nur Modelle installieren, die zwischen Wasserdampf und Rauch unterscheiden können, um Fehlalarme zu vermeiden.

Testen Sie die Funktion aller Rauchwarnmelder regelmäßig – mindestens aber einmal im Jahr. Dazu drücken Sie die Prüftaste. Ertönt nach einigen Sekunden kein Signalton, ist die Batterie leer oder das Gerät defekt. Auch wenn Rauchwarnmelder einwandfrei arbeiten, sollten Sie sie nach zehn Jahren austauschen. Achten Sie beim Kauf auf geprüfte Qualität. Feuerwehr und Brandschutzexperten empfehlen Geräte mit dem VdS- oder auch Q-Zeichen.

„Eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid droht nicht nur bei Bränden, sondern auch, wenn Abgase aus einer defekten Gastherme oder Heizung ausströmen. Kohlenmonoxid können Sie weder sehen noch riechen“, warnt Holitschka. „Wir empfehlen deshalb die Installation eines Kohlenmonoxidmelders (CO-Melder). Er schlägt akustisch und optisch Alarm, wenn die CO-Konzentration in der Raumluft einen Schwellenwert überschreitet.“

Unabhängig davon, ob Sie einen CO-Melder installieren: Lassen Sie einmal im Jahr Ihre Öl-, Gas- oder Pelletheizung von einem Fachbetrieb prüfen. Sorgen Sie in dem Raum, in dem die Anlage steht, für gute Belüftung. Besprechen Sie den Austausch von Fenstern, den Einbau einer Dunstabzugshaube oder die Ausstattung Ihres Bades mit Raumentlüftung vorab mit dem Schornsteinfeger, sofern sich Ihre Feuerstätte in einem der betroffenen, oder einem angrenzenden Raum befindet.

Aufgepasst mit Chemikalien

Viele Menschen unterschätzten die Risiken, die der unsachgemäße Umgang mit Chemikalien im Haushalt birgt, berichtet Woelk. Sie reichen von Allergien über Entzündungen der Haut bis zu lebensbedrohlichen Verätzungen der Atemwege. „Beachten Sie die Warnhinweise auf Putzmitteln, und verwenden Sie diese sparsam“, rät die Expertin. „Handschuhe zu tragen ist nie verkehrt.“

Sonst geht es Ihnen womöglich wie einer Frau aus der Region Heilbronn-Franken, die stark verfärbte Kachelfugen im Bad reinigen wollte. Dazu benutzte sie Zitronensäure – in großzügigen Mengen und ohne Handschuhe. Erst als ihre Finger zu schmerzen begannen, schaute sie auf der Verpackung nach und entdeckte den Hinweis auf die Verätzungsgefahr.

Tragen Sie Reinigungsmittel besser mithilfe eines Lappens oder Schwamms auf als sie großflächig zu versprühen. Mit heißem Wasser und einem Mikrofasertuch wischen Sie Fenster und andere glatte Flächen ebenso blitzblank wie mit speziellen Glasreinigern. Das WC reinigen Sie mit Toilettenbürste und ein wenig Essig gründlicher, umweltfreundlicher und sicherer als mit Beckensteinen oder WC-Duftspülern.

Einem verstopften Abfluss rücken Sie mit einer Saugglocke ebenso wirksam, jedoch gesünder als mit dem chemischen Rohrreiniger zu Leibe. „Auf gar keinen Fall sollten Sie verschiedene Reinigungsmittel mischen“, warnt Woelk. „Bewahren Sie sie in den Originalverpackungen und für Kinder unzugänglich auf.“ Dies gilt übrigens auch für Medikamente. Vorsicht beim Heimwerken Bohren, Sägen, Schleifen lassen das Herz vieler Heimwerker höher schlagen, führen aber auch allzu oft zu Verletzungen.

„Lassen Sie beim Hantieren mit Maschinen und Klingen immer die nötige Sorgfalt walten, und lesen Sie vorher die Gebrauchsanweisung“, sagt Woelk. „Vergessen Sie die Schutzbrille beim Bohren und Sägen nicht. Tragen Sie festes, geschlossenes Schuhwerk.“ So sorgen Sie einerseits für sicheren Stand, zum anderen schützen Sie Ihre Füße vor Splittern und herunterfallenden Gerätschaften und Werkteilen. Handschuhe schließlich bewahren Ihre Hände zum Beispiel beim Hobeln und Schleifen vor Abschürfungen und Wunden.

Lesen Sie im nächsten Monat, wie Sie Ihr Zuhause vor Dieben und anderen Eindringlingen schützen

Wir fühlen den Schmerz, aber nicht die Schmerzlosigkeit; wir fühlen die Sorge, aber nicht die Sorglosigkeit; die Furcht, aber nicht die Sicherheit.
ARTHUR SCHOPENHAUER, DT. PHILOSOPH (1788–1860)

STÜRZEN VORBEUGEN

• Leiter benutzen Halten Sie eine Haushaltsleiter mit Sicherheitsbügel griffbereit.

• Stolperfallen entschärfen Legen Sie Vliese unter Teppiche & Co. Machen Sie Ihre Treppenstufen rutschfest.

• Licht anschalten Sorgen Sie für gute Beleuchtung, gerade auch im Treppenhaus.

BRÄNDE VERHINDERN

Aufs Zubehör achten Laden Sie Handy & Co. nur mit dem passenden Ladegerät oder Kabel. Legen Sie es dabei auf einen feuerfesten Untergrund.

Beaufsichtigen Betreiben Sie Elektrogeräte nur in Ihrer Anwesenheit. Das gilt auch für das Aufladen von Akkus.

Strom ausschalten Trennen Sie Küchenkleingeräte nach Gebrauch vom Stromkreis.

Flammen löschen Löschen Sie Kerzen, selbst wenn Sie den Raum nur kurz verlassen.

Rauchwarnmelder nutzen Installieren Sie Rauchwarnmelder. Zumindest für Schlafsowie Kinderzimmer und im Flur sind sie Pflicht!

PUTZEN & WERKEN

• Warnhinweise beachten Nehmen Sie die Warnhinweise auf Haushaltschemikalien ernst.

• Für Belüftung sorgen Verwenden Sie Putzmittel sparsam, und lüften Sie gründlich.

• Schutzausrüstung tragen Beim Heimwerken Schutzbrille und Handschuhe nicht vergessen.


ILLUSTRATION: © GETTY IMAGES/LEREMY