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SICHER REISEN!: SICHER REISEN Plastikgeld oder Bares?


Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 10.07.2018

Wie Sie teure Kosten verhindern: Günstig im Ausland bezahlen und Geld abheben


Artikelbild für den Artikel "SICHER REISEN!: SICHER REISEN Plastikgeld oder Bares?" aus der Ausgabe 3/2018 von Clever reisen!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Clever reisen!, Ausgabe 3/2018

Muss man sich in Euro-Zeiten noch Gedanken machen, wie die Reisekasse auszusehen hat? Wer unterwegs im Ausland nicht draufzahlen will, der sollte es tun. Das gilt umso mehr, wenn die Reise in ein Land außerhalb der EU geht

Nur Bares ist Wahres: Das gilt auf Reisen nicht. Außerhalb Deutschlands hat sich längst das Bezahlen mit der Karte durchgesetzt. Das ist sicherer und auch praktischer, als mit einem dicken Bündel Geldscheine zu verreisen. Und wenn doch Bargeld nötig ist, dann besorgt man sich auch das mit der Karte. Bezahlen ...

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... und Geld abheben kann aber im Ausland teuer kommen, wenn man nicht auf die Gebühren achtet.

Wichtigster Spartipp: So oft wie möglich mit der Karte bezahlen. In den EU-Ländern zückt man dafür die Girocard, vielen noch als EC-Karte bekannt. Voraussetzung ist, dass sie mit dem Maestro-Symbol versehen ist. Ist das der Fall, kann man mit ihr in Geschäften, Restaurants und Hotels wie im Inland ohne Gebühren bezahlen. Das gilt, so die Auskunft der für die Girocard in Deutschland zuständigen Euro-Kartensysteme GmbH, auch für die EU-Staaten, die keinen Euro als Währung haben, also Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechische Republik und Ungarn. Außerhalb der EU - die Karte mit dem Maestro-Symbol wird fast weltweit akzeptiert - werden dagegen Gebühren fällig. Sie liegen je nach Kartenausgeber zwischen ein und zwei Prozent, im Einzelfall auch höher. Ein Anruf bei der Hausbank schafft hier Klarheit.

Ähnliches gilt für Kreditkarten. Innerhalb der EU fallen keine Gebühren beim Bezahlen an. Das gilt übrigens seit Januar 2018 nach der 2. Zahlungsdiensterichtlinie (payment services directive 2) der Europäischen Union nicht nur für Geschäfte an der Ladentheke, sondern auch für Online-Zahlungen. Ausnahme: Die Extragebühr fällt nur für „besonders verbreitete Kreditkarten“ weg. Wer hingegen mit American Express oder Diners Club zahlt, muss weiterhin mit Zusatzkosten rechnen. Außerhalb der EU kann das Bezahlen per Kreditkarte je nach ausgebender Bank mit Gebühren bis zu drei Prozent teurer als mit der Girocard sein.

Wenn es keine Vorteile bei der Kreditkarte gibt, reicht dann die Girocard aus als Urlaubsbegleiter? Innerhalb der EU ist das so - außer man will unterwegs ein Auto mieten. Fast alle Vermieter machen eine Kreditkarte zur Bedingung. Auch einige Hotels lehnen Gäste ohne Kreditkarten ab. Geht die Reise nach Übersee, sollte eine gängige Kreditkarte (Visa oder Master) immer dabei sein. Das gilt vor allem für Länder wie die USA, in denen Kreditkarten tägliches Zahlungsmittel sind, die EC-Karte dagegen eher misstrauisch beäugt wird. Auch rühren viele Ärzte und Krankenhäuser in Nordamerika ohne Vorkasse oder Kreditkarte keinen Finger. Und in Kuba zum Beispiel wird die Girocard gar nicht akzeptiert, sondern nur Visa- oder Master-Kreditkarten.

Und wenn man doch zusätzlich Bargeld braucht? Dann gilt grundsätzlich das Gleiche wie beim Bezahlen mit der Karte. Innerhalb der EU fallen keine zusätzlichen Gebühren beim Geldabheben am Automaten für den Auslandseinsatz an. Allerdings können die Automatenbetreiber - wie im Heimatland - Gebühren für die Nutzung der Automaten berechnen. Sie liegen zwischen 3,50 Euro und sechs Euro. Auskunft darüber gibt die Hausbank oder der Kreditkartengeber. Bei festen Gebühren sollte man möglichst seinen Verfügungsrahmen ausschöpfen, schließlich wird die Gebühr in gleicher Höhe bei jedem Gang zum Geldautomaten fällig.

Da haben es die Kunden einiger international tätiger Banken besser. Mit der Deutsche Bank Card (Maestro/Girocard) erhalten sie weltweit in mehr als 60 Ländern bei den Niederlassungen und den Partnerbanken wie Barclays in Großbritannien oder Scotiabank in der Karibik kostenlos Bargeld, bei den Geldautomaten anderer Banken kostet das ein Prozent, mindestens aber 5,99 Euro. Die Kunden der Hypovereinsbank können innerhalb Europas an allen Geldautomaten der Unicredit Group kostenfrei Bargeld ziehen. Mit der Girocard der Targobank entfallen die Gebühren bei den Automaten der Crédit Mutuel und der CIC Bank in Frankreich und der Targobank in Spanien. Mit der Postbank Sparcard kommt man sogar weltweit an allen Automaten mit Visa-Zeichen kostenlos an Bargeld, allerdings nur vier Mal pro Jahr und bei genügend Guthaben.

Tipp: Viel Geld spart beim Bargeldholen, wer sich die richtige Kreditkarte zulegt. Dann gibt es weltweit kostenlos Bargeld am Automaten. Solche Master- oder Visakarten gibt z.B. von Commerzbank, Santander, Norisbank, DKB, Comdirect, Barclaycard, Pay- back Visa und Wüstenrot. Wo einer der rund zwei Millionen Geldautomaten steht, das sieht man auf www.visa.com/atmlocator oder auf www.mastercard.de (Geldautomaten-Suche unter Privatkunden).

Plastikgeld: Viele Mietwagenverleiher machen eine Kreditkarte zur Bedingung


Achtung Fallstricke! Anders als beim Bezahlen braucht man zum Geldabheben mit der Kreditkarte die Geheimnummer. Und Vorsicht, wenn ein Händler oder ein Geldautomat anbietet, den Betrag zu einem festen Kurs direkt in Euro umzurechnen! Angepriesen wird das zum Beispiel als Sofortumrechnung, Auszahlung mit Umrechnung oder garantierter Wechselkurs. Die sogenannte „Dynamic Currency Conversion“ (DCC) sollte man immer ablehnen und dafür die Option „direkte Auszahlung“ oder „ohne Währungsumrechnung“ wählen, weil sonst ein Dienstleister die Währung umrechnet und nach Gusto eine meist happige zusätzliche Gebühr auf den Wechselkurs draufschlägt. Geldautomaten mit DCCGebührenfalle gibt es besonders häufig in Polen, Tschechien, der Türkei und Großbritannien.

Nicht vergessen: Wer nicht häufig oder in ein für ihn ungewöhnliches Land reist, der sollte seine Bank vor Abreise informieren. Sonst kann es passieren, dass die Karte wegen Missbrauchsverdachts automatisch gesperrt wird. Unangenehm kann es auch werden, wenn man nicht auf das Tageslimit und den Verfügungsrahmen achtet. Wer größere Summen unterwegs bezahlen will oder muss, der sollte das Limit hochsetzen lassen und bei Kreditkarten mit einer Zahlung auf das Kreditkartenkonto sein Verfügungslimit erhöhen. Sonst bleibt der Mietwagen auf dem Parkplatz des Verleihers stehen. Und im Fall eines Diebstahls sollte man die Kartennummern und die Telefonnummer der ausgebenden Banken oder des Sperr-Notrufs (0049/116116) parat haben.

So viel ist der Euro im Urlaub 2018 wer t
Je nachdem, wo man seinen Urlaub in diesem Sommer verbringt, bekommt man für den Euro mehr oder auch weniger für sein Geld. Denn die Kaufkraft des Euro ist im Ausland sehr unterschiedlich meldet der Bankenverband. So muss man in den skandinavischen Ländern tiefer in die Tasche greifen als in Deutschland. Im Osten und Süden Europas können deutsche Touristen dagegen von einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis profitieren. In Polen beispielsweise kann man für einen Euro Waren und Dienstleistungen erhalten, die in Deutschland etwa 1,84 Euro kosten würden. Auch Ungarn ist preisgünstig. Südliche Länder wie Portugal und Griechenland können immerhin noch Kaufkraftvorteile von gut 20 Prozent bieten. In unseren Nachbarländern Österreich und Frankreich ist das Preisniveau ähnlich wie in Deutschland. Traditionell teurer ist der Urlaub im nördlichen Nachbarland Dänemark, wo der Euro nur etwa 74 Cent wert ist. Unter den beliebten Urlaubsländern am teuersten bleibt die Schweiz, auch wenn der Wechselkurs des Schweizer Franken im Vergleich zum Vorjahr gegenüber dem Euro deutlich nachgegeben hat.


Bilder: Depositphotos, Volkswagen AG, pixabay