Lesezeit ca. 5 Min.
arrow_back

SICHER UNTERWEGS im Herbst


Logo von familie & co
familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 06.10.2022
Artikelbild für den Artikel "SICHER UNTERWEGS im Herbst" aus der Ausgabe 10/2022 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 10/2022

Auch wenn die Blätter fallen und es kühler wird, gibt es noch viele Tage, an denen Radfahren prima möglich ist. Doch ist das Unterwegssein per Zweirad in dieser Jahreszeit auch sicher genug? Diese Frage treibt viele Eltern um, die sich einerseits wünschen, dass ihr Kind sich viel an der frischen Luft bewegt, andererseits aber die Sorge haben, dass ein Unfall passieren könnte. Eine pauschale Antwort darauf gibt es natürlich nicht. Zahlreiche Faktoren wie Alter und Fähigkeiten des Kindes oder auch die Wohnumgebung spielen eine Rolle. Wir erklären, was Eltern wissen und beachten sollten.

Bereit für den Straßenverkehr?

Grundsätzlich gilt: Erst ab einem gewissen Alter sind Kinder von ihrem Entwicklungsstand her in der Lage, sich sicher alleine im Straßenverkehr zu bewegen. Meist ist das ab acht bis zehn Jahren der Fall – wenn die Vorbereitung stimmt. „Leider sehen wir eine wachsende Zahl von Kindern mit ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von familie & co. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2022 von LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Mutprobe: GROSSWERDEN!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Mutprobe: GROSSWERDEN!
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Bin ich SCHÖN?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bin ich SCHÖN?
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von HEUTE NACHT schlaf’ ich mal woanders!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HEUTE NACHT schlaf’ ich mal woanders!
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Abgelaufen – und trotzdem genießbar?
Vorheriger Artikel
Abgelaufen – und trotzdem genießbar?
SPIELSACHEN, die uns begeistern!
Nächster Artikel
SPIELSACHEN, die uns begeistern!
Mehr Lesetipps

... motorischen Problemen“, sagt Josef Weiß, der als Ex- perte Unterrichtsmedien für die Deutsche Verkehrswacht erstellt. Sein Rat an Eltern: „Lassen Sie Ihr Kind von klein an klettern, tollen, Treppen steigen. Der normale Alltag ist der beste Trainingsparcours.“ Gut zum Üben seien auch Roller, Laufrad & Co. Was in welchem Alter am besten passt, lesen Sie im Kasten S. 50. Doch woher wissen Väter und Mütter, ob ihr Kind motorisch fit für die Straße ist – noch dazu, wenn die Wetterbedingungen für zusätzliche Schwierigkeiten sorgen? Die Verkehrswacht rät Eltern zu checken, ob ihr Kind:

• geradeaus fahren und auch bei langsamer Fahrt die Spur halten kann

• sich beim Fahren problemlos in alle Richtungen umschauen kann (Schulterblick)

• ausweichen, die Spur wechseln, beidseitig einhändig fahren und dabei Handzeichen geben kann

• an einer bestimmten Linie zum Stehen kommen kann

• auf ein Signal hin bremsen kann

Im Herbst ist gerade das sichere Bremsen eine wichtige Kompetenz. Kinderfahrräder sollten eine Hand- und eine Rücktrittbremse an ihrem Fahrrad haben und das Kind sollte in der Lage sein, sie gleichzeitig zu benutzen. Eine gute Orientierung, was dem Kind zugetraut werden darf, bietet auch das obligatorische Fahrradtraining in der dritten oder vierten Grundschulklasse, das aus Fahr- und Geschicklichkeitstraining sowie dem Einüben wichtiger Verkehrsregeln besteht. „Die abschließende Prüfung soll vor allem eine Rückmeldung sein, was das Kind bereits gut kann und wo noch Defizite ausgeglichen werden sollten“, so Josef Weiß.

Doch was tun, wenn das Kind noch etwas zu unsicher für die Straße ist? Der Gesetzgeber gibt vor, dass Kinder bis acht Jahren auf dem Gehsteig fahren müssen, bis zehn dürfen sie es. Das heißt aber nicht, dass dies immer einfach und gefahrlos ist. Ein Risiko sind z. B. Ein- und Ausfahrten oder Läden, aus denen unvermittelt Passanten treten können. Besser sei, in einer geschützten Umgebung zu üben, am besten mit Unterstützung von den Eltern. Tipps hierfür finden Eltern in den kostenlosen Broschüren der Verkehswacht:

Wie Kinder den Straßenverkehr erleben

Sehen: Kinder haben ein eingeschränkteres Sichtfeld als Erwachsene. Auch aufgrund ihrer Größe fehlt ihnen oft der Überblick. Das Tiefenschärfesehen, das es uns ermöglicht, Entfernungen einzuschätzen, ist ca. mit neun Jahren gut entwickelt. Fünf- bis Sechsjährige können oft nicht mal erkennen, ob ein Fahrzeug steht oder fährt. Auch mit 14 Jahren können Kinder Geschwindigkeiten nicht optimal einschätzen.

Hören: Das Hörvermögen ist mit sechs Jahren voll ausgebildet, allerdings fällt es Kindern oft schwer, wichtige Geräusche herauszufiltern und zu bestimmen, woher sie kommen. Zudem verarbeiten sie Sinneseindrücke langsamer. Bis zum Alter von ca. acht Jahren verlassen sie sich im Verkehr stärker aufs Sehen.

Gefahrenbewusstsein: Bis ca. sechs Jahren erkennen Kinder eine gefährliche Situation erst, wenn sie eingetreten ist. Ab ca. acht Jahren können sie Gefahren im Vorfeld erkennen und so auch darauf reagieren. Erst mit ca. neun Jahren können Kinder gefährliche Situationen vorbeugend vermeiden.

Geistige Entwicklung: Kinder bis ca. acht Jahren verbinden Gefahren oft mit konkreten Situationen – was sie auf Kreuzung A gelernt haben, wird nicht auf Kreuzung B übertragen. Sie beurteilen Verkehrssituationen nur aus der eigenen Perspektive und lassen sich leicht von anderen Reizen ablenken.

Quelle: Deutsche Verkehrswacht

Route optimal?

Bevor ein Kind sich mit dem Fahrrad allein auf den Weg zur Schule, Oma oder Sportverein macht, ist es ratsam, den Weg zuerst einmal gemeinsam zurückzulegen und den Nachwuchs auf Gefahrenstellen hinzuweisen. Wichtig zu bedenken: Eine Route, die im Sommer gut und sicher war, kann in der dunklen Jahreszeit plötzlich Probleme bieten, etwa durch mangelhafte Beleuchtung, herumliegende Äste oder einen rutschigen Untergrund. Eltern sollten dies im Auge behalten und gegebenenfalls nach Alternativen suchen. Vom Fahren auf gefrorener oder schneebedeckter Fahrbahn rät der Experte ab. Zentral für die Sicherheit eines Kindes im Straßenverkehr ist seine Sichtbarkeit, das gilt natürlich beim Radfahren in Herbst und Winter ganz besonders. Die richtige Kleidung leistet hier einen wichtigen Beitrag. Josef Weiß rät zu einer reflektierenden und hellen Ausstattung von Kopf bis zu den Schuhen. Am (selbstverständlich obligatorischen) Fahrradhelm sollte zusätzlich ein passendes Akku-Rücklicht vorhanden sein oder angebracht werden.

„Wenn Sie wissen wollen, wie gut Ihr Kind im Dunklen zu sehen ist, können Sie es einfach in ein dunkles Zimmer stellen und ein Blitzlichtfoto machen, dann wissen Sie Bescheid“, so der Tipp des Experten von der Verkehrswacht.

Fahrrad flott machen

Zu jeder Jahreszeit gilt: Ein Fahrrad, das sich im Straßenverkehr bewegt, muss verkehrssicher sein. Wenn der Herbst anbricht, kann man dies zum Anlass für einen Sicherheitscheck des Zweirads nehmen. Grundsätzlich sollten Kinderfahrräder eher breite Reifen haben. Vor allem bei einem gebrauchten Rad sollte man auch einen kritischen Blick auf das Profil werfen. Das optimale Funktionieren der Bremsen sollte ebenfalls überprüft werden, unter Umständen müssen sie neu eingestellt werden. „Es gibt recht gute Internet-Tutorials, die zeigen, wie das geht. Die Alternative ist, das Rad in einer Werkstatt checken zu lassen“, so Josef Weiß.

Ein wichtiger Sicherheits-Baustein ist auch beim Zweirad die Sichtbarkeit: Neben einer zuverlässigen Beleuchtung vorn und hinten sind reflektierende Elemente notwendig. „Früher setzte man dabei meist auf Katzenaugen, die in die Speichen geklemmt werden. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie abfallen können und nicht aus jedem Winkel gut sichtbar sind“, erklärt der Experte. Sinnvoll sind außerdem Reifen mit einem reflektierenden Streifen. Bei einem neuen Rad sollten sie Standard sein. Eine gute Ergänzung sind reflektierende Sticks, die an allen Speichen befestigt werden und aus jeder Perspektive zu sehen sind. Doch gerade bei schlechtem Wetter und schummerigem Licht sollte ein Kind nicht nur gut sichtbar sein, sondern auch über ein ausreichendes Risikobewusstsein verfügen. Dabei können auch gemeinsame Autofahrten helfen: „Fordern Sie Ihr Kind doch mal auf, selber darauf zu achten, wie gut verschiedene Fahrradfahrer oder Fußgänger zu sehen sind, wenn man durch die nasse Windschutzscheibe schaut. Ältere können einen solchen Perspektivwechsel bereits verstehen. Sie begreifen auch, dass Autos nicht einfach abrupt stehen bleiben können, sondern einen recht langen Bremsweg haben“, so Josef Weiß.

Das beste Training ist aber immer noch, möglichst oft mit Mama und Papa per Rad unterwegs zu sein. Bei gemeinsamen Ausflügen kann man Kinder auf Gefahrenstellen hinweisen und ganz nebenbei die Bewegung an der frischen Luft genießen.

Radfahren üben von Anfang an

Bevor Kinder zwischen acht und zehn Jahren lernen, mit dem Fahrrad am Verkehr teilzunehmen, sollten sie ihre motorischen Fähigkeiten mit Übungsfahrzeugen trainieren.

Ab einem Jahr sammeln Kinder erste Erfahrungen mit dem Bobbycar. Schon mit zwei Jahren können sie auf ein Laufrad steigen und so u.a. ihren Gleichgewichtssinn und das Lenken üben. Mit etwa vier Jahren sind Kinder reif für ihr erstes Spielfahrrad mit Pedalen. Es ist zum Üben im geschützten Raum konzipiert, nicht als Verkehrsmittel. Stützräder sind nicht hilfreich, ohne sie lernt ein Kind besser, die Balance zu halten. Ein Helm hingegen ist sehr empfehlenswert. Ab dem Kita-Alter kommen Kinder auch mit einem Roller gut zurecht. Er trainiert die Koordination von Bewegung und Gleichgewicht, die auch beim Fahrradfahren wichtig ist. Vorteil ist das geringere Unfallrisiko. Dies gilt jedoch nicht für Kickboards mit kleinen Reifen, die leicht an Hindernissen hängenbleiben.