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Sicherheit: Der perfekte Anti-Trojaner-Stick


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Wenn Sie einen virenverseuchten Rechner reinigen müssen, dann ist ein USB-Stick mit bootfähigen Antivirensystemen Gold wert! Wie Sie einen solchen Stick selbst erstellen und welches die besten Systeme sind, erfahren Sie hier. Die Tools gibt’s auf Heft-DVD.


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Eigentlich sollte ja das installierte Antivirenprogramm alle Schädlinge und auch nervige Adware blockieren, bevor sie sich auf dem Rechner festsetzen können. Doch leider klappt das nicht immer. Denn entweder ist der Virus brandneu und äußerst raffiniert, oder die Antivirensoftware konnte sich ...

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Eigentlich sollte ja das installierte Antivirenprogramm alle Schädlinge und auch nervige Adware blockieren, bevor sie sich auf dem Rechner festsetzen können. Doch leider klappt das nicht immer. Denn entweder ist der Virus brandneu und äußerst raffiniert, oder die Antivirensoftware konnte sich keine neuen Updates besorgen und hat den Schädling deshalb durchgelassen. Wenn Sie dann feststellen: Mit meinem Rechner stimmt etwas nicht, ist ein Virenscan fällig. Das können Sie zum Beispiel unter Windows mit einem Zweitscanner erledigen. Empfehlenswert ist da etwa Kaspersky Security Scan (auf Heft-DVD). Das Tool lässt sich parallel zu einem vorhandenen Antivirenprogramm nutzen. Tipps dazu finden Sie im Beitrag „Diese Programme laufen heimlich mit“ auf Seite 30.
Besser ist aber eine gründliche Virensuche mit einem bootfähigen Antivirensystem. Diese Systeme gibt es von vielen Antivirenherstellern kostenlos, auch für einen USB-Stick. Der Vorteil: Sie booten den PC direkt vom Stick aus. Das verseuchte Windows muss nicht gestartet werden. Der Virenscanner hat damit vollen Zugriff auf alle Dateien des Rechners und kann diese genau untersuchen. Natürlich lässt sich so ein System auch auf eine DVD brennen. Hier beschreiben wir den Weg zu einem perfekten Anti-Trojaner-USB-Stick.


„Diese Tools bringen rund 20 Antivirensysteme auf einen USB-Stick: Der perfekte Anti-Trojaner-Stick.“


Ein USB-Stick und ein System: Diese Tools brauchen Sie

Einige Antivirenhersteller bieten für ihr Antivirensystem zusätzlich einen Installer, der das System per Klick auf den USB-Stick bringt. Sie müssen also nur einen USB-Stick anschließen und den Installer starten. In wenigen Fällen müssen Sie im Installer die ISO-Datei (siehe weiter unten) mit dem zugehörigen Antivirensystem auswählen, aber das war es dann auch schon. In der Regel genügt ein Stick mit 1 GB. Das Erstellen dauert wenige Minuten, und schon ist Ihr Antiviren-USB-Stick einsatzbereit.
Welche Systeme einen USB-Stick-Installer bieten, kennzeichnen wir in der Tabelle auf Seite 29 in der Spalte „Geeignet für USB-Sticks“ mit „ja“. Wenn wir den Installer auch auf der Heft-DVD haben, dann steht dort „ja; Installer auf Heft-DVD“.
ISO-Datei auf USB-Stick bringen: Bei Antivirensystemen, die ohne einen Installer für den USB-Stick kommen, liegt das System als ISO-Datei vor. Dieses müssen Sie selber bootfähig auf Ihren USB-Stick bringen. Verwenden Sie dafür das Tool Linux Live (Lili) USB Creator (auf Heft-DVD). Sein einziges Manko ist, dass er keinen Multiboot-Stick erstellen kann. Wer das möchte, greift zu dem Tool Sardu (auf Heft-DVD; siehe auch Seite 27). Doch wenn Sie ohnehin nur ein einziges System auf Ihren USB-Stick bringen möchten, etwa die empfehlenswerte Kaspersky Rescue Disk, ist dieses Tool erste Wahl (bootbare ISO-Datei auf Heft-DVD; die Heft-DVD ist damit direkt startfähig).
So geht’s: Stecken Sie Ihren USB-Stick an den PC. Installieren Sie den Linux Live USB Creator 2.9.4 (auf Heft-DVD) und starten Sie ihn. Wählen Sie in dem Tool unter Schritt 1 den Stick aus. Bei Schritt 2 klicken Sie für unser Beispiel mit Kaspersky Rescue Disk auf „ISO / IMP / ZIP“ und wählen die ISO-Datei von Kaspersky aus. Sie heißt kav_rescue_10.iso. Die übrigen Einstellungen können Sie belassen. Vorhandene Daten werden nicht gelöscht, es sei denn, Sie haben unter Schritt 4 das Formatieren des Sticks gewählt. Um die Erstellung zu starten, klicken Sie abschließend auf das Blitzsymbol unten links.

Das sind die besten Systeme für Ihren Anti-Trojaner-Stick

In der Tabelle auf Seite 28 haben wir gute und kostenlose Antivirensysteme für den USB-Stick oder die DVD zusammengetragen. Generell gilt: Wählen Sie einen anderen Hersteller als denjenigen, den Sie auf Ihrem System installiert haben. Wenn Sie also die Avira Free Security Suite auf Ihrem Windows nutzen, setzen Sie auf dem USB-Stick das System Kaspersky Rescue Disk ein.

Mit dem Tool Linux Live USB Creator bringen Sie beliebige Linux-Live-Systeme bootfähig auf einen USB-Stick. Das klappt natürlich auch mit den hier vorgestellten Antivirensystemen.


Gute Testergebnisse: Beim letzten Test der Antivirentools unter Linux durch AV-Test (www.av-test.org ) haben mehrere Programme gut abgeschnitten. Entscheidend ist der Test der Linux-Scanner, da die vorgestellten Antivirensysteme fast alle unter Linux laufen. Trotzdem finden die Tools natürlich Windows-Viren. Die Suche nach diesen wurde auch getrennt von Linux-Viren getestet. Gut abgeschnitten haben in dieser Kategorie die Scanner von Eset, Kaspersky, AVG, Avast, Sophos, F-Secure und Bitdefender (Testergebnissen unterhttps:// goo.gl/knuVWa ). Wir empfehlen eines oder mehrere dieser Systeme für Ihren Anti-Trojaner-Stick. Das Tool von F-Secure wird offiziell allerdings nicht mehr angeboten und scheidet im Prinzip aus.
Sollte es zu Startproblemen kommen, versuchen Sie es mit einem System von Anvi, AVG oder Sophos. Weitere Infos dazu unter Startproblem 3.

Das Antivirensystem von Sophos bietet neben zwei weiteren Systemen eine textbasierte Bedienerführung. Das ist dann nützlich, wenn eine grafische Oberfläche wegen Treiberproblemen nicht starten kann.


Startproblem 1: Uefi-Einstellungen und Secure Boot

Sie haben einen bootfähigen USB-Stick erstellt und wollen einen PC damit starten, doch der PC kümmert sich nicht um Ihren Stick, sondern startet wie gewohnt Windows. Das liegt an den Systemen: Keines der vorgestellten Antivirensystem unterstützt einen PC-Start mit Secure Boot (www.pcwelt.de/1594043 ). Die meisten aktuellen PCs haben diese Technik aber aktiviert. Zur Behebung des Problems sind Änderungen im Uefi erforderlich. Dazu ermitteln Sie zunächst die Taste, mit der Sie ins Uefi gelangen. Oft ist das Esc, F2, F8 oder ähnlich. Sie können das durch mehrmaliges Drücken direkt nach dem Einschalten des PCs testen oder im Handbuch oder Internet nachlesen. Klappt das nicht, hilft Folgendes unter Windows 10: Klicken Sie im Windows-Anmeldebildschirm rechts unten die „Herunterfahren“-Schaltfläche an, halten Sie die Umschalt-Taste gedrückt und klicken Sie auf „Neu starten“. Gehen Sie auf „Problembehandlung –› Erweiterte Optionen –› Uefi-Firmwareeinstellungen“, und klicken Sie auf „Neu starten“.
Im Uefi angekommen, suchen Sie nach Optionen wie „CSM“ oder „Legacy Boot“, die meist unter Menüs mit Namen wie „Boot“ zu finden sind. Die Bios-Emulation CSM (Compatibility Support Module) sorgt dafür, dass der PC sowohl im Uefi- als auch im Bios-Modus booten kann. Damit ist die Funktion Secure Boot meist automatisch deaktiviert. Sie finden die Angabe in der Regel in der Nähe der Option CSM.
Übrigens: Bluetooth-Tastaturen, die per USB-Bluetooth-Adapter an den PC angeschlossen sind, funktionieren in der Regel beim Booten des PCs noch nicht. Hier steigen Sie vorübergehend auf eine kabelgebundene Tastatur um.

Startproblem 2: Boot-Auswahlmenü starten

Wenn Sie im Uefi den Secure Boot deaktiviert und auf CSM oder Legacy Boot umgestellt haben, sollte sich beim Booten auch das Boot-Auswahlmenü aufrufen lassen. Das geht mal aus dem Uefi heraus oder über ein vorgelagertes Textmenü, das sich nach dem Druck einer der Funktionstasten nach dem Rechnerstart zeigt. Dieses Boot-Auswahlmenü sollte dann sowohl die interne Festplatte als auch das DVD-Laufwerk und den USB-Stick anzeigen, sofern Sie einen USB-Stick vor dem Rechner-Neustart angesteckt haben. Falls nicht, hilft noch mal eine Blick ins Bios/Uefi unter „Boot“.

Startproblem 3: Die Anzeige am Bildschirm funktioniert nicht

Einige der Antivirensysteme kommen mit sehr alten Linux-Systemen. Das muss für die Erkennung von Viren kein Nachteil sein, denn der Scanner kann sich nach dem Booten über das Internet mit Updates für die Antiviren-Engine und die Virensignaturen versorgen. Doch oft kommt man gar nicht so weit. Der Start scheitert an fehlenden Treibern für die Grafikkarten. Das betrifft hauptsächlich neue Notebooks und Mini-PCs mit seltenen Grafikchips.
Sie sind von dem Problem betroffen, wenn Ihr Antivirensystem zwar bootet und ein Auswahlmenü etwa für die Sprachauswahl zeigt, danach aber mit einem schwarzen Bildschirm stecken bleibt. Versuchen Sie per Bootoption des Antivirensystems, die Bedienerführung mit einer geringeren Auflösung zu starten. Sollte das nicht klappen, setzen Sie stattdessen auf ein Antivirensystem ohne grafische Bedienerführung, wie das von AVG oder Sophos (siehe Tabelle auf Seite 28). Beide bieten eine textbasierte Bedienerführung und stellen keine Anforderungen an die Grafikkarte. Die Bedienung funktioniert über die Tastatur und bezieht dabei die folgenden Tasten mit ein: Pfeiltasten oder die Tabulatortaste, um von Menüpunkt zu Menüpunkt zu springen. Die Enter-Taste, um eine Auswahl zu bestätigen, Esc, um zu einem vorherigen Punkt zurückzugelangen, sowie weitere Tasten, deren Funktion angezeigt wird. Die Tastenkombination Strg-C bricht einen Scan ab. Schließlich können Sie noch das System von Anvi einsetzen, das bei unseren Tests auch auf einem PC funktioniert, bei dem andere grafische Systeme streiken.

Updates holen: So bringen Sie das System sicher ins Internet

Damit der Scanner Ihres Antiviren-Sticks sich nach dem Starten des PCs mit neuen Updates versorgen kann, benötigt der betroffene Rechner eine Internetverbindung. Problemlos funktioniert das, wenn Sie den PC mit dem LAN-Kabel an den Router anschließen. Wir empfehlen diese Methode, denn so kommen die vorgestellten Systeme zuverlässig ins Internet.
Sollte das bei Ihnen nicht möglich sein, bieten die meisten der Antivirensysteme auch eine Verbindung per WLAN. Diese müssen Sie nach dem Start aber erst noch einrichten. Das geht über den Netzwerk-Verbindungsmanager, den Sie meist rechts unten im Infobereich aufrufen können. Dort wählen Sie, wie bei WLAN-Verbindungen gewohnt, Ihr Netzwerk aus und geben den WLAN-Schlüssel ein.
Vorsicht: Wenn Ihnen etwa ein Bekannter einen vermutlich virenverseuchten Rechner vorbeibringt, dann sollten Sie diesen nur dann in Ihr Heimnetzwerk einbinden (also an den Router anschließen), wenn Sie ihn ausschließlich per Antivirensystem booten. Wollen Sie den Rechner auch mal normal starten, darf er keine Verbindung zu anderen Geräten in Ihrem Heimnetz haben. Denn sogenannte Würmer versuchen nach dem Windows-Start sofort, sich im Netzwerk zu verbreiten. Dafür suchen sie nach Ordnerfreigaben im Netzwerk bei anderen PCs oder NAS-Geräten. Oder sie greifen smarte Geräten wie einen digitalen Videorekorder an und setzen sich dort fest. Möchten Sie einem verseuchten System trotzdem Internetzugang gewähren, haben Sie drei Möglichkeiten: Sie trennen alle anderen Geräte vom Router, indem Sie Ihre LAN-Kabel abziehen, das WLAN abschalten und nur den verseuchten PC anstecken. Oder Sie richten im Router einen Gastzugang ein, der nur Zugriff auf das Internet bietet, aber nicht auf das Heimnetz. Wie das etwa bei der Fritzbox geht, verrät der Ratgeber unterwww.pcwelt.de/2092021 . Ist beides nicht möglich, könnten Sie auch Ihr Smartphone als WLAN-Hotspot einrichten und den PC darüber mit dem Internet verbinden. Allerdings ziehen manche Antivirenprogramme bei einem Update große Datenmengen. Manchmal sind 100 bis 200 MB für Updates fällig. Diese gehen dann zulasten Ihres Mobilfunk-Datenvolumens, das in der Regel begrenzt ist.

Das System von Sophos: Ohne neuerliche Updates aktuell

Sollten Sie für einen verseuchten Rechner keine Internetverbindung herstellen können, dann verwenden Sie das Antivirensystem von Sophos. Dieses holen Sie sich kurz vor dem Scan neu auf einen PC mit Internetanschluss und bringen es auf den Stick oder eine DVD. Das ISO, das Sie dabei erstellen, enthält dann die neuesten Updates.
So geht’s: Entpacken Sie zunächst die Datei sbav_sfx.exe in einen Ordner, etwa C:\sbav. Dann öffnen Sie die Befehlseingabe CMD.exe im Ordner C:\sbav und geben dort den Befehl sbavc sophos.iso ein. Anschließend landet die Datei sophos.iso in diesem Verzeichnis. Darin sind tagesaktuelle Virenupdates enthalten. Nun können Sie aus dem ISO mit dem Linux Live USB Creator einen bootfähigen Anti-Trojaner-Stick erstellen.

Nach dem Systemstart: Updaten, scannen, warten

Bei allen Antivirensystemen präsentiert der Virenscanner nach dem Systemstart seine Bedienerführung und Sie müssen nur noch „Scan“ oder „Prüfen“ wählen. Aber nicht alle Scanner holen sich dann auch neue Updates. Sie sollten deshalb generell erst schauen, ob das Programm einen „Update“-Knopf bietet und diesen zuerst drücken. Die nötige Internetverbindung funktioniert per LAN-Kabel automatisch, bei einer WLAN-Verbindung müssen Sie diese erst noch einrichten (siehe Seite 26).
Vorgehen bei einem Virenfund: Ein kompletter Scan kann bei einer großen Datenmenge mehrere Stunden dauern. Hier ist also Geduld gefragt. Sollte der Scanner einen Schädling melden, kann er diesen meist löschen oder umbenennen. Mit Umbenennen machen Sie nichts falsch, denn das lässt sich im Falle eines Fehlalarms leicht rückgängig machen. Notieren Sie sich dazu den Dateinamen des gemeldeten Schädlings inklusive Pfad sowie allen weiteren gebotenen Daten.
Scansysteme beenden: Nach der Reinigung des PCs starten Sie den Rechner neu. Das Menü fürs Herunterfahren ist bei den meisten Systemen unten links oder oben rechts hinter einem Symbol in einem Programmenü versteckt. Oft muss man dort zunächst den Befehl „Abmelden“ („Log out“) wählen, damit dann ein Menü mit „Neustarten“, „Herunterfahren“ („Shut down“) und „Abmelden“ erscheint. Zur Sicherheit können Sie einen weiteren Virenscan unter Windows ausführen. Empfehlenswert ist dafür ein Onlinescanner. Unterwww.pcwelt.de/147849 finden Sie eine Auswahl guter Onlinetools. Abschließend empfiehlt sich ein Scan mit einem Adware-Scanner. Dieser findet unter Umständen nervige Werbeprogramme, die ein Antivirenprogramm übersieht. Empfehlenswert ist der kostenlose Adwcleaner (auf Heft-DVD), der vorhandene Adware erstaunlich gründlich beseitigen kann.

Viele der Antivirensysteme können Sie auch mit einem WLAN verbinden, damit sich der Scanner Updates übers Internet besorgen kann. Das funktioniert ähnlich wie bei Windows über ein Symbol rechts unten im Infobereich.


Multiboot-Stick mit Sardu: Rund 20 AV-Systeme auf einem Stick

Die Software Sardu (Shardana Antivirus Rescue Disk Utility, auf Heft-DVD) vereint mehrere bootfähige Rettungssysteme bequem auf einem USB-Stick. Insgesamt bietet das Tool über 100 Livesysteme aus verschiedenen Rubriken zur Auswahl. Aus der Rubrik Antivirus sind rund 20 Systeme verfügbar. Jedes System, das Sie per Klick auf das Pfeilsymbol am Ende seiner Zeile auswählen, wird als ISO-Datei aus dem Internet heruntergeladen. Später erstellt Sardu aus allen geladenen Systemen den multibootfähigen USB-Stick.

Mit dem kostenlosen Tool Sardu können Sie bis rund 20 Antivirensysteme bootfähig auf einen USB-Stick bringen. Dazu laden Sie ein System zunächst herunter; dann können Sie einen Haken zur Auswahl (links) setzen.


Multiboot bedeutet: Der Stick startet den PC bis zu einem Auswahlmenü mit allen enthaltenen Notfallsystemen. Sie müssen sich dann jeweils für ein System entscheiden, mit dem Sie den PC komplett booten. Möchten Sie den Rechner anschließend mit einem anderen Notfallsystem bearbeiten, starten Sie ihn erneut vom USB-Stick.

Sardu ohne Installation starten und Antivirensysteme auswählen

Entpacken Sie das Programm Sardu in ein beliebiges Verzeichnis auf der Festplatte, etwa „C:\Sardu“. Öffnen Sie den Windows-Explorer und wechseln Sie in das zuvor angelegte Sardu-Verzeichnis. Starten Sie das Programm per Doppelklick auf die Datei Sardu_3.exe. Unter Windows 10 kommt unter Umständen eine Systemwarnung, die vor dem Programm warnt. Mit „Mehr Infos –› Trotzdem ausführen“ lässt sich Sardu_3.exe dennoch starten.
Bestätigen Sie dann die Lizenzbestimmungen mit einem Häkchen vor „Unterstand and agree“ und drücken Sie den Button „Ok“. Sardu startet daraufhin mit einer englischsprachigen Programmoberfläche und dem Hinweis, dass nur (kostenlos) registrierte Nutzer oder zahlende Pro-Nutzer mehrere ISO-Dateien laden können. Eine Registrierung ist somit sehr empfehlenswert. Das geht über „Register“. Sie erhalten einen kostenlosen Lizenzschlüssel, der sich ebenfalls unter „Register“ ins Programm eingeben lässt. Die Sprache stellen Sie über „Language“ auf Deutsch um.
Am oberen Rand des Programmfensters sehen Sie einige Menübefehle, am rechten und linken Rand gibt es einige Funktionsschaltflächen. Stellen Sie den Mauszeiger kurz darauf, und Sie erhalten eine kurze Erklärung zur Funktion.
Ihre erste Aufgabe besteht darin, die gewünschten Live-CDs herunterzuladen und einzubinden. Die Software-Auswahl erfolgt in Sardu über die Buttons auf der linken Seite – „Antivirus“, „Utility“, „Linux Live“ und „Windows“.
Zum Download eines Systems doppelklicken Sie auf den Downloadpfeil am Ende der Zeile. Erst wenn Sardu die nötige ISO-Datei aus dem Internet geladen hat, lässt sich das System per Häkchen am Anfang der Zeile für den USB-Stick auswählen. Nach den Doppelklick auf den Pfeil starten Sie das Herunterladen der ISO-Datei über zweite Ordnersymbol oben links.
Sollte ein Download nicht wie gewünscht klappen, können Sie auf die Weltkugel am Ende der Zeile klicken, um sich die Download-Seite der entsprechenden ISO-Datei im Browser anzeigen zu lassen. Die Seite öffnet sich übrigens auch, sollte der Anbieter des Livesystems keinen Download anbieten. Sie können die Imagedatei dann manuell laden und anschließend in den Sardu-Unterordner „ISO“ kopieren. Liegt der Download der ISO-Datei nur als Archiv vor, müssen Sie es manuell in den ISO-Ordner entpacken. Klicken Sie sich nun nacheinander die gewünschten Live-Systeme zusammen. Sie landen zunächst in einer Download-Liste. Den Sammel-Download starten Sie mit einem Klick auf das entsprechende Icon im linken Fensterbereich und Klick auf den grauen „Start“-Balken oben. Sardu lädt die Datei herunter. Sie sehen den aktuellen Status am Ladebalken.

Mehr Infos entnehmen Sie dem Report, den Sie über das Icon links unten aufrufen. Sind bereits Systeme ausgewählt, sehen Sie, wie groß die Datenmenge des Multibootsystems ist. Zusätzlich überprüfen Sie hier, wie viel Speicherplatz auf dem USB-Stick noch frei ist.
Hinweis: Sollten Sie in Ihrem Software-Archiv bereits ISO-Dateien abgelegt haben, können Sie diese selbstverständlich verwenden und brauchen sie nicht erneut aus dem Internet zu laden. Kopieren Sie die jeweiligen ISO-Dateien in das Sardu-Unterverzeichnis „ISO“. Eventuell ist ein Neustart des Tools notwendig, damit Sardu die jeweiligen Live-Systeme erkennt und zur Installation übernehmen kann.
Klicken Sie im linken Fensterbereich auf den Button der gewünschten Rubrik, also etwa „Antivirus“. Im mittleren Fensterbereich werden die verfügbaren Livesysteme in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.

Multiboot-Stick vorbereiten und ausgewählte Inhalte übertragen

Klicken Sie nach dem Download die Livesysteme zusammen, die Sie auf dem Stick haben möchten. Ist eine ISO-Dateien für das gewünschte System auf der PC-Festplatte im „ISO“-Ordner vorhanden, dann wird das durch ein weißes Häkchen in einem blauen Kasten signalisiert. Außerdem wird der vollständige Pfad zur ISO-Datei angezeigt. Setzen Sie ein Häkchen vor die Systeme, die auf dem Multiboot-Stick landen sollen. Klicken Sie rechts oben auf „Search USB“. Sardu prüft nun, welche angeschlossenen Wechseldatenträger für eine Installation infrage kommen, und zeigt sie im Aufklappfeld darunter an. Wenn Sie viele Notfallsysteme ausgewählt haben, benötigen Sie natürlich einen USB-Stick mit entsprechend großerer Speicherkapazität.
Boot-Stick schreiben: Klicken Sie auf die große Schaltfläche mit dem USB-Stick. Bestätigen Sie die Frage, ob Sie einen bootfähigen Stick erstellen wollen. Sardu kopiert im Anschluss alle erforderlichen Dateien auf den USB-Stick. Über die blauen Balken erkennen Sie den Fortschritt, getrennt nach System und der gesamten Aufgabe. Die Installation ist beendet, sobald sich die Infozeile am unteren Rand des Fensters gelbgrünlich einfärbt.
Nun können Sie einen Rechner mit Ihrem Multiboot-Anti-Trojaner-Stick starten und auf Schädlinge untersuchen.