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SILBER – EIN EDLER FARBTON FÜR STAUDEN


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.07.2018
Artikelbild für den Artikel "SILBER – EIN EDLER FARBTON FÜR STAUDEN" aus der Ausgabe 5/2018 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 5/2018

1 Silberlaubige Stauden harmonieren wunderbar mit dunklen Blautönen wie hier Stachys byzantina ‘Cotton Bells’ und Salvia nemorosa ‘Blauhügel’. Fotos (7): Tassilo Wengel


In Gartencentern oder auf Pflanzenmärkten dominieren bei den Pflanzen vor allem grünblättrige Arten und Sorten. Schon seltener findet man Pflanzen mit andersfarbigen Blättern, zu denen auch silberblättrige Stauden gehören. Kein Wunder, dass sie auch in Gärten oder gestalteten Freiflächen eher selten verwendet werden. Dabei sind sie gerade für die Gestaltung interessant und gehören nicht einmal zu den Raritäten. Wer bewusst nach solchen ...

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... Arten sucht, wird schnell fündig, denn es steht eine schöne Anzahl interessanter Pflanzen zur Verfügung.

Silberlaubige Stauden lassen sich vielseitig verwenden und setzen mit ihrem edlen Farbton auch in Gemeinschaft anderer Stauden aparte Akzente. Außerdem bleibt die Wirkung der Farbe unabhängig von der Blütezeit über die gesamte Vegetationsperiode erhalten und manche silberlaubigen Arten behalten ihre Blätter auch im Winter.

Sonnenkinder

Auffallend sind zahlreiche Farbnuancen, die von Weiß über Grau bis zu einem silbrigen Blauton reichen. Ursache für diese interessante Farbgebung sind vor allem feine Haare, die das Blatt dicht bedecken und als silbriger Glanz wahrgenommen werden. Diese Merkmale sind Zeichen einer Anpassung der Pflanzen an Stand- orte mit intensiver Sonneneinstrahlung, wie sie vor allem in Steppen, Wüsten und im Hochgebirge vorhanden sind. Die Behaarung schützt die Pflanze vor zu starker Verdunstung, aber auch vor strengen Frösten. Ähnliche Funktionen erfüllen mehlige Beläge auf den Blättern, die als silbergraue oder silberblaue „Bereifung“ erkennbar sind.

Deshalb sind silberlaubige Pflanzen vor allem „Sonnenkinder“, die einen vollsonnigen Standort bevorzugen. Auch gut durchlässiger Boden ist für eine optimale Entwicklung der Pflanzen von Bedeutung. Aus der Fülle der Arten sind einige für die Gestaltung besonders empfehlenswert. Bei der Wahl der Begleitpflanzen sind unbedingt deren Ansprüche zu beachten, da nur solche Arten, verwendet werden können, die ebenfalls viel Sonne vertragen.

2 Artemisia schmidtiana ‘Nana’mit seinen silbrigweißen Polstern vor Eriophyllum lanatum und Salvia nemerosa ‘Ostfriesland’.


3 Eine gelungene Kombination silberner und rosa Farbtöne zeigen Artemisia stelleriana und Geranium gracile ‘Sirak’.


Empfehlenswerte Kombinationen

Auf keinen Fall sollte man auf Edelrauten (Artemisia) verzichten, die mit unterschiedlichen Wuchsformen und Höhen aufwarten können. Recht niedrig bleibt mit fünf bis zwanzig Zentimetern Höhe die Echte Edelraute (Artemisia umbelliformis) mit seidig behaarten Blättern. Sie sind handförmig geteilt und duften zudem aromatisch. Sehr hübsch wirken dazu Pfingstnelken (Dianthus gratianopolitanus), die in verschiedenen Farbsorten vorhanden sind.

Nicht wesentlich höher wird mit 25 Zentimetern die Japanische Zwergsilberraute (Artemisia schmidtiana ‘Nana’). Die silbrigweißen Polster bestehen aus tief geschnittenen, feinen Blättern, über denen sich im Juli unscheinbare Blüten erheben. Partner können goldgelb blühende Wüsten- Goldastern (Eriophyllum lanatum), blau blühende Arten wie Dalmatiner Glockenblumen (Campanula portenschlagiana) oder Steppensalbei (Salvia nemorosa) sowie der Dalmatiner Storchschnabel (Geranium dalmaticum) mit rosa Blüten sein.

Für Rabatten oder Pflanzstreifen vor Südwänden ist die alte, aber sehr schöne Silberraute (Artemisia ludoviciana) zu empfehlen. Sie wächst im Laufe der Jahre zu attraktiven Büschen heran und verbreitet sich leicht durch Wurzelausläufer. Besonders schön ist die Sorte ‘Silver Queen’, die 60 Zentimeter hoch wird und recht wirkungsvoll ist. Die silberweißen Triebe lassen sich auch gut als schmückendes Beiwerk für Sommersträuße verwenden. Schöne Partner könnten Kissenaster (Aster dumosus), Nachtkerzen (Oenothera macrocarpa) oder Katzenpfötchen (Antennaria dioica) sein. Besonders wirkungsvoll sind die blauen Blüten der Katzenminze (Nepeta x faassenii). Auch die Kugeldistel (Echinops ritro) passt dazu, die allein schon wegen ihrer silbergrauen Farbe und den stahlblauen Kugelblüten sehr attraktiv ist.

Fast ein Geheimtipp ist der Silber-Wermut (Artemisia stellaria), wegen der gebuchteten Blätter auch Gabelblatt-Silberraute genannt. Die Art wird 20 bis 30 Zentimeter hoch und bildet hübsche Teppiche. Ein wirkungsvoller Partner ist der Schlanke Storchschnabel (Geranium gracile), der auch nur etwa 30 Zentimeter hoch wird und mit der hellpurpurfarbenen Sorte ‘Sirak’ einen attraktiven Vertreter bereithält.

Auf keinen Fall sollte bei Gestaltungen mit silbergrauen Pflanzen der anspruchslose Woll-Ziest (Stachys byzantina) fehlen. Die dicken, weißfilzigen Blätter haben die Form von Eselsohren und bilden eine dichte Rosette, aus denen sich die 40 Zentimeter hohen Blütenstände mit kleinen rosafarbenen Blüten erheben. Möchte man ein schönes Blattpolster haben, schneidet man die Blütentriebe ab. Empfehlenswerter ist die Sorte ‘Silver Carpet’, weil sie kaum Blütenstände bildet. Sie eignet sich bestens als Einfassungspflanze oder Bodendecker. Eine schönes Bild bietet sich, wenn man dazu das Brandkraut (Phlomis russeliana) in den Hintergrund pflanzt, das sich mit seinen hellgelben ballförmigen Blütenständen über dem Woll-Ziest erhebt. Auch die Rote Spornblume (Centranthus ruber) eignet sich mit Höhen von 30 bis 60 Zentimetern als Hintergrund. Empfehlenswerter Partner für den Woll-Ziest sind auch zahlreiche andere Stauden. Dazu gehören goldgelb blühende Arten wie die Goldgarbe (Achillea filipendulina) oder das Großköpfige Wollblatt (Eriophyllum lanatum). Kontrast dazu bringen die blau blühende Katzenminze (Nepeta x faasenii) oder der Steppensalbei (Salvia nemorosa). Er überrascht mit blauen Sorten wie ‘Blauhügel’, ‘Mainacht’ oder ‘Ostfriesland’, aber auch mit weißen Blüten wie der Sorte ‘Adrian’.

4 Helichrysum thianschanicum kombiniert mit Stachys byzantina und dunkellaubiger Heuchera im Vordergrund.


5 Ein Trio silberlaubiger Schönheiten: Anaphalis triplinervis, Satolina chamaecyparissias und Achillea umbellata.


6 Empfehlenswerter Partner für Stachys byzantina ist beispielsweise Centranthus ruber.


7 Ton in Ton: Anaphalis triplinervis ‘Silberregen’, Silene uniflora ‘Weißkehlchen’ und Artemisia ludoviciana ‘Silver Queen’.


8 Kugeldistel (Echinops spaerocephalus ‘Artic Glow’) und Bergknöterich (Aconogonon spec. ‘Johanniswolke’) ergeben ein graziles silbrigweißes Farbspiel.


Foto: GMH/Bettina Banse

Schöne weißfilzige Polster bildet die Griechische Silbergarbe (Achillea umbellata) mit ihren schmalen, fiederteiligen Blättern. Sie erreicht etwa 15 Zentimeter Höhe und wirkt sehr apart in Gemeinschaft von Teppichphlox (Phlox subulata), Pfingstnelken (Dianthus gratianopolitanus), Hornveilchen (Viola cornuta) oder Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis). Letzteres ist eine schöne Staude mit silbergrünen Blättern, die auch gut zum Grauen Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissias) mit seinen filigranen Blättern und den gelben Blütendolden passt. Obwohl ebenfalls gelb blühend, ist die Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa) mit ihren großen Blütendolden ein reizvoller Partner. Farbe bringt dagegen der Blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum), von dem zahlreiche Sorten im Handel sind.

Etwas höher wird die Silber-Imortelle (Anaphalis margaritaceae), die auch ein geeigneter Partner ist. Mit ihren weißen Blütendolden auf 40 bis 60 Zentimeter hohen Stängeln passt sie hervorragend zu dunkellaubigen Pflanzen, zu denen zahlreiche Heuchera-Sorten, purpurvioletter Gewürz-Salbei (Salvia officinale ‘Purpurascens’), aber auch das Hohe Fettblatt (Sedum telephium ‘Matrona’) gehören.

DER AUTOR

Tassilo Wengel ist in in Zwickau/ Sachsen geboren. Nach Abitur und der Ausbildung zum Zierpflanzengärtner absolvierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin ein fünfjähriges Gartenbau-Studium. Seit 1980 ist der Diplom- Gartenbau-Ingenieur als freier Text-und Bildautor für verschiedene Tageszeitungen, Zeitschriften- und Buchverlage tätig.