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SILVER RAPTOR DC / SILVER TIGER DC:Sportlich und familienfreundlich


Motorboot Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 18.09.2019

Die Modelle „Raptor“ und Tiger aus der Silver Z-Range dieser ursprünglich auf Aluminiumboote spezialisierten finnischen Werft sind nicht nur die ersten Typen, die vollständig aus GFK gebaut werden, die Raptor präsentiert sich darüber hinaus mit 8,05m L.ü.A. auch als das bislang größte Exponat dieser Werft aus dem hohen Norden und ist sogar noch trailerbar mit einem Zugfahrzeug der gehobenen SUV-Klasse. Mit 6,06 Metern Länge deutlich kleiner, aber deswegen nicht weniger spannend: Der kleine Bruder Silver Tiger.


Artikelbild für den Artikel "SILVER RAPTOR DC / SILVER TIGER DC:Sportlich und familienfreundlich" aus der Ausgabe 10/2019 von Motorboot Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorboot Magazin, Ausgabe 10/2019

Praktisch, robust und formschön: „Hybrid“-Bauweise lautete das Erfolgsrezept der Silver Boote: ...

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... Der Rumpf silbern glänzendes, robustes Metall, die Innenschale hingegen formschön aus GFK in der Y-Baureihe. 2017 folgte mit der bis auf die Konsole aus „Voll-Alu“ die X-Serie nach dem Motto „back to the roots“. Doch der Blick auf die globalen Markterfordernisse ließ ab 2018 schließlich den Entschluss reifen, mit der Z-Serie auch jenem „silver-affinen“ Klientel gerecht zu werden, deren Wunschboot zwar mit der Charakteristik dieser skandinavischen Werft d’accord geht, jedoch – aus welchen Gründen auch immer – mehr zum GfK-Bau tendiert.

Design, Konzept, Verarbeitung

Beide neuen GFK-Modelle präsentieren sich als durch und durch hochmoderne, qualitativ exquisiter Vertreter ihrer Zunft. Als echter Hingucker, entworfen und gestaltet von der norwegischen Designagentur „Eker“, basierend auf dem patentierten „Petestep®-Technologie-Rumpf“, der seinen Ruf einen deutlich weicheren Laufes zu haben, kraftstoffeffizient und kursstabil zu sein, bereits unter Beweis stellen konnte. (Siehe auchmotorbootonline.de/boote/petestep-auf-leisen-stufen/ )

Interboot Halle A4-304 Steg 2/2

Kernig, sportlich, sicher vielseitig: Die beiden neuen Silver-Boliden Raptor (li) und Tiger (re) können überzeugen.


Dass aber auch ein ansprechendes Interieur nicht zu kurz kommen darf, versteht sich von selbst. Silver tendiert dabei zu harmonischen Grautönen in Sachen Polsterung, schwarzen Kunststoff-Flächen und braunem, umweltfreundlichem „WPC-Flexiteak“ (Wood-Plastic-Composite), das den skandinavischen Touch zusätzlich unterstreicht und sich auf beiden Modellen wiederfindet.

Silver Raptor

Beim Blick unter Deck der Raptor offeriert ein für diese Bootsgröße riesiges, querstehend konzipiertes Doppelbett opulenten Schlafplatz für zwei Personen. Gasdruckdämpfer unterstützt hochgeklappt, darunter Stauraum satt. Zwei weitere Schlafplätze, als „Hundekojen“, erstrecken sich unter dem Cockpitboden. Backbords schließlich die separate Nasszelle mit Seewassertoilette und Waschbecken, steuerbords eine kleine Sitzbank.

Die Tiger ist alternativ auch als Bowrider verfügbar.


Verschlossen wird der Unterdecksbereich von einer hinter dem Steuerstand verschwindenden, getönten Plexiglastür. Backbords im Außenbereich die Pantry mit Kühlschrank, zweiflammigem Gaskocher, Spüle und ausreichend Stauraum. Gegenüber an Stb.die zweisitzig konzipierte Steuerstandbank, offshoretauglich, mit bestem Seitenhalt, horizontal verschiebbar. Schalthebel, Ruder, diverse fahrtechnische Bedienelemente und der Raymarine-Kartenplotter als Multi-Informationslieferant nutzbar, nach ergonomischen Gesetzmäßigkeiten installiert. Sich daran anschließend, das riesige, aufwändig gepolsterte Sitz-U, umfunktionierbar in eine üppig Sonnenliege und bei gestelltem Persenning-Aufbau, der inaktiv hinter den Rückenlehnen verschwindet, gleichzeitig die zumindest theoretisch möglichen Schlafplätze fünf und sechs. Backbords der Durchgang auf die zweistufige Badeplattform mit flankierenden Stauräumen in der verlängerten Wegerung und unter Trittflächen. Hier auch platziert die Außendusche, Badeleiter, Einfüll-und Entsorgungs-Fittings. Der Weg aufs Vorschiff mit den Ankerkasten flankierenden Relingsbügeln und wird durch einlaminierte Tritte und die zu öffnende Windschutzscheibe erleichtert.

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1Volle Kanne: Mit bis zu 43 Knoten (ca.80 km/h) auf der Raptor, nicht viel weniger auf der Tiger
(2). Gut erkennbar: Die scharfen Linien und die spezielle Form und Anordnung der Gleitstringer des patentierten Petestep-Rumpfes.

3+4Bestens konzipierte, optimale Platzausnutzung im Decksbereich der Raptor.

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Silver Tiger

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Die Tiger ist das zweite Modell des Herstellers, das mit dem Petestep-Rumpf ausgestattet ist. Der kernige Daycruiser, der alternativ als Bowrider lieferbar ist, hat eine Länge von 6,06 Metern bei einer Breite von 2,36 Metern und einem Leergewicht von 1150 Kilogramm.

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Nicht ganz so opulent und großzügig, aber deswegen nicht weniger solide und edel gibt sich die Silver Tiger trotz der geringeren Größe. Dafür spielt sie ihren Charme als kerniges, versatiles Sportboot voll aus, kann mit pfiffigen Detaillösungen, hoher Funktionalität und ebenfalls großer Familientauglichkeit glänzen. Cabrioverdeck, Sonnenliege achtern, drehbare Stühle + großer Cockpittisch – klar, das alles gibt’s auch bei der Tiger, ist im Nu installiert und benutzerfreundlich kon-zeptioniert. Sogar ein Kocher lässt sich realisieren, so dass auch der Kaffee oder die heiße Suppe garantiert ist.
Auch qualitativ protzt die kleinere Silver selbstbewusst mit den guten Genen der Boots-Familie und ist so trotz geringerer Größe nicht automatisch die „Klasse darunter“. Unter Deck ist die Kajüte der Tiger naturgemäß spartanischer, doch für die Sommernacht zu zweit an Bord reicht‘s allemal. Nur wer preußisches Gardemaß und mehr mitbringt, ist auf der Raptor besser aufgehoben, da hier dann auch die Länge der Koje passt.

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5+6Das Cockpit der Silver Tiger. Bei Regen schützt auf beiden Booten ein Cabrioverdeck.
7Der Steuerstand der Raptor.
8Backbords im Cockpit die vollwertige Pantry mit 2-flammigem Gaskocher, Spüle und Kühlschrank auf der Raptor, doch auch auf der Tiger
(9)gibt’s fließend Wasser und einen Kocher für den Kaffee.

Fahreigenschaften

Silver Raptor

Dank des „Petestep®-Rumpfes“ wird jede Fahrstufe zu einem beeindruckenden Erlebnis, egal, ob bei moderater Revierfahrt mit ca. 6,5 kn, zügiger Marschfahrt um die 22 kn oder Fullspeed, nahe der 43 kn-Marke, knapp 80 km/h. Spurtreu, spontan und bemerkenswert trockenlaufend, folgt das Unterwasserschiff jeder Ruderbewegung, ohne die geringste Neigung sich zu verselbständigen. Trocken, satt und weich das Wiedereinsetzen nach dem Sprung über Wellenkämme, kavitationsfrei die stetig den Radius enger ziehende Kurvenfahrt bei sukzessiv hart gelegtem Ruder unter Volllast, sowohl nach Stb.als auch Bb.
Aus ruhender Position, abrupt den „Hebel auf den imaginären Tisch“ legend, verstreichen gerade `mal läppische vier Sekunden und die brachiale Kraft des 350er Suzuki-Duoprops katapultiert das Silver Raptor ins Gleiten, ohne nennenswerte Sichtbehinderung beim Übergang von der Verdrängerfahrt in Richtung Volllastphase. Auch das Manövrieren auf engstem Raum vollzieht sich völlig unproblematisch, nach einer bis eineinhalb Bootslängen wird jeder Drehkreis wieder geschlossen.

1Der 350er Suzuki mit Dual-Prop bringt die Fuhre mächtig in Schwung.
2+3Aufs Vordeck geht’s durch die mittig aufklappbare Windschutzscheibe. Drei fest einlaminierte Stufen erleichtern den Weg aufs Vorschiff. Die Kabinentür unter Deck verschwindet hinter dem Steuerstand.
4+5Diagonal angeordnetes Doppelbett im Vorschiff der Raptor, Doppelkoje unter dem Vordeck der Tiger.
6Stauraum, Hauptschalter und Sicherungen unter der achterlichen Quersitzbank der Raptor.
7Achtern unter Abdeckungen Kraftstoff-und Wasser-Einfüllstutzen, Fäkalien-Entsorgungs-Fitting, die Außendusche und Fender-Depots.
8Die separate Nasszelle mit Seewasser-WC im Vorschiff der Raptor.

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Silver Tiger

Motorisiert ist die neue Silver mit einem Honda BF 150, der hinsichtlich der Leistung von 150 PS als Maximalmotorisierung die Freigabe der Werft hat. Die Aufkimmung des V-Spantes am Spiegel beträgt gemäßigte 19 Grad. Kernig aber nicht rabiat drückt der Honda die Silver Tiger in die Gleitfahrt. Drei Sekunden aus dem Stand mit zwei Personen an Bord braucht‘s dafür. Bei 30 Knoten liegt eine schöne Reisegeschwindigkeit an und kein Schlagen, kein Poltern, kein Rappeln, kein Wippen oder Pendeln stört die Fahrt trotz kleiner Welle. Die Tiger liegt glatt auf der Kielkante und zieht ihre Bahn. Etwas Trimm am Motor, den Speed noch etwas hoch und herum mit dem Rad! Mit nur wenig Seitneigung trotz hoher Fahrt geht’s eng in die Kurve und enger bis zum rabiat gefahrenen U-Törn. Der Honda röhrt mit gut 6000 Touren und die Silver brennt in Richtung offenes Wasser mit noch etwas mehr Welle. Ganz fein das Aggregat getrimmt werden eben gerade die 42 Knoten geknackt! Da ist man ganz dicht dran am großen Bruder und wir erinnern uns: Da hängt ein Motor der gehobenen Mittelklasse mit 150 PS am Heck! Die Silver Tiger setzt weich und sauber ohne „Slamming“ ein und gibt sich in scharf gefahrener Kehre auch hier im groben Geläuf keine Blöße! Auch hier rotiert der Prop ohne Luft zu ziehen mit festem Grip auch in der scharfen Kehre durchs Wasser hält das Boot mit Druck auf Kurs. So fühlt es sich in jeder Situation sicher und kontrollierbar an und macht dabei einen Mordsspaß!

Silver Raptor


DC Silver Tiger DC


Kontakt

Importeur:
Boat Solutions GmbH Seestraße 8
86919 Utting am Ammersee
Tel.: 08806-956590
Mail: office@boat-solutions.de
www.boat-solutions.de Händlerkontakt:
Fa. Kielwasser, Werder/Havel www.kielwasser-boote.de
Boote Lingrön, Barth www.boote-lingroen.de
SIWA Marinetechnik www.siwa-boote.de

Mein Fazit

Beide Daycruiser sind deutlich mehr als diese Bezeichnung verspricht. Sie überzeugen nicht nur mit jeder Menge pfiffiger, praxisgerechter Konstruktionsdetails, sie bringen auch zwei unterschiedliche Bootscharaktere auf einen Nenner. Zum einen die grundsolide, fahrtechnisch ausgewogene „Familien-und Geselligkeits-Kutschen“, zum anderen rasante, topmoderne „Hightech-Renner“, die auch sportlichste Ambitionen voll und ganz befriedigen dürfte. Fahrtechnisch und qualitativ sind beide Boote ohnehin echte Oberklasse in ihrem Segment, sportlich und familientauglich sind sie sowieso, die Raptor mit einem gewissen „Yacht-Faktor“ sogar für längere Törns, die Tiger als kompakter Allrounder in der DC-Version auf jeden Fall als Weekender.
Claus Breitenfeld – Testredakteur

Messwerte

Silver Raptor DC / Silver Tiger DC