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Sind Bio-Vitamine besser?


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ÖKO-TEST Kompakt Ernährung und Genuss - epaper ⋅ Ausgabe 1/2009 vom 15.02.2009

Bio-Läden verkaufen immer mehr Nahrungser - gänzungsmittel. Deren Inhaltsstoffe sind größtenteils natürlichen Ursprungs. Ob sie deshalb auch besser wirken, ist nicht belegt.


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Alles Bio? Mag sein, aber ob die Kapseln wirklich helfen, ist ungewiss.


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Vitamin-B-Komplex-Kapseln gibt es auch im Bio-Markt. Sie enthalten „biologisch aktive Vitamine“, verspricht der Hersteller. Keine synthetischen Einzelstoffe, sondern Quinoakeimlinge, konzentrierten Weizengrassaft, Spirulina-Algen und Sojalecithin. Alle Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. ...

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Vitamin-B-Komplex-Kapseln gibt es auch im Bio-Markt. Sie enthalten „biologisch aktive Vitamine“, verspricht der Hersteller. Keine synthetischen Einzelstoffe, sondern Quinoakeimlinge, konzentrierten Weizengrassaft, Spirulina-Algen und Sojalecithin. Alle Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Die EU-Oko-Verordnung verbietet den Zusatz synthetisch her gestellter Vitamine und Mi neralstoffe in Bio-Lebensmitteln. Ein Teil der Nahrungserganzungsmittel im Bio-Laden tragt deshalb kein Bio-Siegel. Sie enthalten den ein oder anderen synthetischen Einzelstoff. Oder sie setzen Zusatzstoffe ein, die fur Oko-Lebensmittel nicht zugelassen sind.

Doch die Mehrzahl der Bio-Hersteller setzt bei der Nahrungserganzung auf Rohstoffe, in denen bestimmte Nahr stoffe von Natur aus kon zentriert vorkommen (sie he Kasten). Vom Nonisaft bis zur Maca-Wurzel gibt es die meisten der stark beworbenen Nahrungserganzungen in zwischen auch in Bio-Qualitat. Oko-Winzer verkaufen so gar die Traubenkerne in ihrer Maische als Rohstoff fur Antioxidantienmischungen. Traubenkernmehl steht dann als Zutat auf der Verpackung.

Zu den Schwerpunkten der Bio-Erganzungsnahrung geho ren Suswasseralgen, vor allem aber die verschiedenen Ole, Pflanzenextrakte und Krau terpulver, die auch in der Volksmedizin bekannt sind. Von der Artischocke als Verdauungshilfe bis zum Schwarzkummelol furs Immunsystem. Dabei sind die Grenzen zu tra ditionellen Arzneimitteln wie Heilpflanzensaften oder Lutschpastillen fliesend. Manche Hersteller bieten unter ei ner Marke beides an.

Studien zur Wirksamkeit liegen nicht vor

Das Standardargument der Bio-An bieter lautet: Die Nahrstoffe sind in ihrer na turlichen Zu sammensetzung fur den Kor per besser verwertbar und damit auch wirkungsvoller als synthetische Zusatze. Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut halt diesen Vergleich fur nicht zulassig. „Isoliert man nur das Vitamin C aus der Acerolakirsche, wurde es sich von der synthetisch hergestellten Substanz nicht unterscheiden. Aber ein Acerolakirschenpulver enthalt ja nicht nur Vitamin C, sondern auch andere biologisch wirksame Substanzen.“ Ob sich des halb ein Bio-Nahrungserganzungsmittel positiv auf den Konsumenten auswirke, sei fraglich. Entsprechende Studien, so Dr. Watzl, gebe es nicht.

Kompakt

Das steckt drin

Diese Zutaten finden sich relativ häufig in Bio-Nahrungsergänzungsmitteln:

Acerolakirsche: Die süd- und mittelamerikanische Frucht enthält bis zu zwei Prozent Vitamin C. Sie wird meist als Saftkonzentrat oder als gefriergetrocknetes Pulver eingesetzt.

Algen: Die Süßwasseralgen Afa, Chlorella und Spirulina liefern vor allem Eiweiß. Mineralstoffe und B-Vitamine, insbesondere B12. Bestimmte Meeresalgen werden wegen ihres Gehaltes an Jod oder Calcium zugesetzt.

Bienenpollen und Gelee Royale: Die nährstoffreichen Bienenprodukte sollen Energie zurückbringen, Körperfunktionen harmonisieren und das Immunsystem stärken. Vorsicht, bei Gelee Royale, dem Futtersaft der Königinnenlarven, sind allergische Reaktionen möglich.

Grünlippmuschel: Das Konzentrat aus der neuseeländischen Muschel enthält Glucosa minglykane. Das sind langkettige Zuckerverbindungen, die auch in der Gelenkschmiere vorkommen. Entsprechend werden die Produkte als Vorbeugung gegen knirschende Gelenke eingesetzt. Belegt ist diese Wirkung nicht.

Sanddorn: Das Fruchtfleisch der orangen Beeren ist reich an den Vitaminen A, C und E.

Weizengras: Die jungen Weizenpflanzen werden geerntet und gepresst. Der konzentrierte Saft enthält reichlich Eiweiß, Vitamin C, Carotinoide, Chlorophyll und andere sekundäre Pflanzenstoffe.