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SIND SIE STARTKLAR?


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 50/2022 vom 08.04.2022

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Manche Zeichen verlernt man nie. Doch auch unsere UW-Zeichensprache ist vor dem Vergessen nicht gefeit. Wie eine gesprochene Sprache müssen die Vokabeln nach längerer Pause ins Gedächnis zurückgeholt werden. Am besten mit regelmäßigen Übungen.

Natürlich ist den meisten Tauchenden Folgendes klar: Wenn die Ausrüstung mehrere triste Monate irgendwo zwischen Mottenkugeln, Kleiderbügeln und Schrankwänden verbracht hat, braucht sie Liebe und Zuwendung. Auf den folgenden Seiten erklären wir, welches Ausrüstungsstück besondere Aufmerksamkeit benötigt. Dafür haben wir mit Fachhändlern gesprochen, die sich mit der Wartung und Instandsetzung gut auskennen. Doch damit nicht genug. Denn wir wissen sehr wohl aus eigener Erfahrung: Die Tauchfrequenz sinkt bei den meisten Menschen im Winter. Manch einer begibt sich sogar komplett in den taucherischen Winterschlaf. Sprich, Tauchen findet nicht oder nur sehr selten statt. Wohl dem, der wenigstens noch gelegentlich in ein Schwimmbad kommt, um dort etwas zu trainieren. Wir zeigen Ihnen, was Sie machen können, um sich Ihr persönliches Frühlingserwachen in Sachen Tauchsport so entspannt und ...

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... interessant wie möglich zu gestalten. Dazu zeigen wir Ihnen praktische Übungen für das Schwimmbad und für das Freiwasser. Doch widmen wir uns nun zuerst der Tauchausrüstung.

DIE AUSRÜSTUNG

Fachhändler Sebastian Reinwald betreibt mit seinem Team den Kölner Tauchshop BlueMarlin und das Indoortauchcenter Dive4Life in Siegburg. Wir haben ihn gefragt, welche Wartungsarbeiten Tauchende selbstständig durchführen können. Er meinte, kleinere Reparaturen, die keine Sicherheitsrelevanz haben, können problemlos selbst durchgeführt werden. Hierzu gehören zum Beispiel das Kleben von kleinen Rissen bei Nassanzügen oder das Wechseln des Mundstücks am Atemregler. Wichtig dabei aber ist: anschließend nicht den Kabelbinder zur Befestigung vergessen. Auch einfache Überprüfungen können Tauchende selbst übernehmen. Da wäre zum Beispiel ein kurzer Check der Nähte der Oberflächenboje oder ein Dichtigkeits-Test des Tarierjackets über Nacht.

Der Tauchcomputer

Sebastian Reinwald sagt: »Bei uns werden vermehrt Tauchcomputer mit geringer Batteriespannung nach der Winterpause abgegeben.« Die meisten Computer gehen bei Nicht-Benutzung in einen Ruhemodus. Doch auch hier verbrauchen sie minimal Strom. Wecken Sie das Gerät und achten Sie auf die Batteriewarnung. Bei älteren Geräten aktivieren Sie den Tauchmodus. Weigert sich der Computer, in diesen zu gehen, ist höchstwahrscheinlich die Batterie leer. Bei einigen Computern kann man die Batterie selbst wechseln. Jedoch lohnt sich der Gang zum Fachhandel. Dort gibt man auf den Batteriewechsel meist eine mehrmonatige Garantie. Dafür wird der Rechner in einer speziellen Apparatur abgedrückt, womit sichergestellt werden kann, dass er dicht ist. Sollte trotzdem Wasser einbrechen, wird der Händler dafür gerade stehen.

Der Atemregler

»Ich rate dringend davon ab, den Atemregler, egal ob erste oder zweite Stufe, selbstständig zu öffnen oder gar zu revisionieren. Profis schrauben viel häufiger an den Atemreglern und haben einen wesentlich schärferen Blick für Beschädigungen aller Art. Nur das Originalwerkzeug und die Originalteile können die volle Funktionalität garantieren«, erklärt Sebastian Reinwald und führt weiter aus: »Meist hat sich der Mitteldruck durch die Nicht-Nutzung über die Wintermonate minimal verändert, was zum Abblasen der zweiten Stufe führen kann. Das sollte fachmännisch nachjustiert werden. Eine vollständige Revision ist nicht in allen Fällen notwendig.« Doch was sollte man überhaupt mit einem Atemregler als erstes machen, wenn er einige Monate nicht benutzt wurde? Kontrollieren Sie die Vollständigkeit. Sind alle vier beziehungsweise fünf Schläuche vorhanden? Checken Sie deren Zustand. Sind Gummischläuche porös? Sind Kunststoffschläuche ausgefranst? Dann sollte ein Fachhändler diese wechseln. Auch der O-Ring an der ersten Stufe sollte überprüft werden. Wenn keine eigene Tauchflasche vorhanden ist, gehen Sie mit dem Atemregler direkt zum Händler. Schrauben Sie ihn an und setzen Sie ihn unter Druck. Es sollte hier unbedingt auf ein Abblasen der zweite Stufe geachtet werden. Der Aufwand für den Servicetechniker, so etwas nachzujustieren, ist nicht riesig. Der Preis für diese Dienstleistung sollte 20 bis 25 Euro keinesfalls überschreiten. Von eigenständigen Atemregler-Revisionen raten wir dringend ab. Zu gefährlich sind die Konsequenzen.

Das Jacket

Eine Dichtigkeitsprüfung ist einfach und kann über Nacht durchgeführt werden: Jacket maximal aufpusten und liegen lassen. Hat sich der Zustand am Morgen verändert, kommt die Badewanne zum Einsatz, ähnlich wie bei einem kaputten Fahrradreifen. Man achtet hier dann auf austretende Blasen. Je nachdem, wo die Luftblasen austreten, sollte man entscheiden, ob man zum Fachhändler geht. Treten die Luftblasen an Nähten oder am Auftriebskörper selbst aus, sollte man das Problem dem Fachpersonal überlassen. Ist ein Ventil locker, dreht man dieses fester zu und testet einfach nochmal. Tritt das Problem weiterhin auf, kann nur noch ein Techniker helfen. Nicht zu unterschätzen sind der Zustand und die korrekte Funktion der Bleitaschen. Auch das sollte Sie nach einer Tauchpause interessieren. Sitzen diese noch fest in den Aufnahmen? Sind die Schnellverschlüsse noch leichtgängig, nicht ausgeleiert?

Die Maske

Die Maske sollte man auf Schimmel und auf Dichtigkeit überprüfen. Auch das Maskenband sollte einer Sichtkontrolle auf eventuelle Risse hin unterzogen werden.

Die Flossen

Ähnlich wie bei der Maske gilt auch hier, mögliche spröde Stellen zu finden, die reißen könnten. Vor allem einfache Fersenbänder aus Gummi können spröde werden. Dehnen Sie daher die Bänder und achten Sie auf leichte Risse. Werden Sie fündig, ist das vielleicht ein guter Grund, die Fersenbänder gegen deutlich solidere Edelstahlfedern, sogenannte Springstraps zu tauschen. Denn bei diesen tritt dieses Problem so gut wie nie auf. Verformt sollten die Flossen natürlich auch nicht sein. Sind sie das, deutet das auf einen Lagerungsschaden hin.

Der Anzug

Generell sind die meisten Tauchanzüge nach längerer Pause etwas steif. Das wird meist besser, wenn sie wieder nass sind. Es sei denn, die Anzüge sind sehr alt. Vielleicht darf es ja dann auch mal wieder ein neuer Anzug sein. Vorab kann man die Taucherpelle auf Beschädigungen prüfen. Sind die Nähte noch okay? Gibt es kleinere Risse, und sind die Manschetten in gutem Zustand? Vor allem offenzelliges Neopren ist anfällig. Kleinere Arbeiten kann man mit einer Tube Neoprenkleber selbst erledigen. Größere Nahtarbeiten gehen ins Fachgeschäft. Die Reparatur wird dann meist an die Hersteller durchgereicht. Neoprenwerkstätten gibt es mittlerweile auch schon einige, so zum Beispiel Atlantis Berlin. Ebenfalls kurz checken kann man die Funktionalität des Reißverschlusses. Mit etwas Wachs kann man sowohl einem Trocken-als auch einem Nassreißverschluss zu neuem Schwung verhelfen.

Die Flasche

Ein kurzer Blick auf den TÜV-Stempel ist wohl das einfachste. Aber auch das Flaschenventil bedarf einer Überprüfung. Hierfür ist wiederum der Techniker zuständig. Fachhändler Sebastian Reinwald dazu: »Unabhängig von der Jahreszeit sollten auch Flaschenventile regelmäßig revidiert werden. Ein frischer TÜV-Stempel bestätigt nur eine durchgeführte Sichtprüfung oder Festigkeitsprüfung am Flaschenkörper. Die Ventile werden vom TÜV nicht überprüft.« Eine Ventilrevision der Tauchflasche wird in der Regel auch im Fachhandel angeboten. Kostenpunkt für ein Monoventil: zwischen 30 und 50 Euro. Für ein Doppelventil liegen die Preise zwischen 50 und 70 Euro. Die Füllung mit Druckluft ist dabei meist inklusive. Außerdem kann man selbstständig den Fuß abmachen, um das Gerät auf Rost zu checken. Falls Rost vorhanden ist: ab mit der Tauchflasche zum Händler. Äußerlich kann die Flasche aufbereitet werden, was aber nicht alle Händler anbieten. Aber möglich ist es.

Lampen

Hier sollte unbedingt die Brenndauer überprüft werden. Gerade nach längerer Tauchpause ist es sinnvoll, die Lampe mal vollständig zu laden. Wenn man das nicht zur Akkupflege ohnehin schon zwischendurch gemacht hat. Dann nehme man sich einen Eimer mit Wasser und lasse die Lampe etwas brennen. Der Wassereimer dient der Kühlung. Zwar werden die LED-Lampen nicht mehr so heiß, wie es die Halogen-Pedants wurden. Jedoch ist es gerade bei den großen, kräftigen Brennern ratsam, sie nicht der maximalen Hitze auszusetzen.

Fotos: Benjamin Schulze

PRAXISÜBUNGEN

Und nun zu Ihnen! Training ist bekanntlich alles. So auch im Tauchsport. Natürlich sind einige Dinge wie Fahrradfahren, sprich: Man verlernt sie nicht. Doch man gerät aus der Übung. Und gerade als Vorbereitung auf knifflige Situationen hilft es, Automatismen aufzubauen, die durch häufiges Wiederholen verbessert werden. Eine Tauchpause von einigen Wochen oder sogar Monaten führt zum Verlust von den so sicher vorhanden geglaubten Notfallreaktionen. Es gilt also, diese wieder zu fördern und zu trainieren.

Neben diesen Übungen möchten wir Ihnen auch ans Herz legen, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit auf ein Level zu bringen, auf dem Sie rettungsfähig sind: rettungsfähig, um sich selbst bzw. den Tauchpartner in einer Notsituation adäquat unterstützen zu können. Wir zeigen Ihnen Übungen für das Schwimmbad und für die ersten Tauchgänge im Freiwasser.

Im Schwimmbad:

Übung 1

Jacket im Wasser anlegen

(Übung im Freiwasser ebenso möglich) Nach langer Pause eine sinnvolle und gleichzeitig rückenschonende Methode, um ins Tariermittel zu rutschen. Wie war nochmal der Ablauf der Übung? Bauen Sie das Tauchgerät auf. Füllen Sie das Jacket, sodass es später bequem an der Wasseroberfläche schwimmt. Vermeiden Sie aber, es bis zum Anschlag zu füllen. Sonst stehen alle Gurte unter maximaler Spannung, was den Einstieg erschweren kann. Bringen Sie das Gerät ins Wasser, sodass die Flasche unten ist, die Innenseite des Jackets zeigt nach oben.

Öffnen Sie alle Gurte maximal. Denken Sie daran, den Kummerbund am Bauch nach außen zu legen. Die Schultergurte sollten möglichst weit hinten liegen und so weit wie möglich geöffnet sein. Achten Sie auf die Schläuche von Atemregler, Inflator und Finimeter. Diese dürfen nicht innerhalb des Jackets liegen, sondern müssen außerhalb im Wasser herunterbaumeln. Nun setzen Sie sich mit einer Drehbewegung mit dem Gesäß auf den unteren Bereich des Jackets. Sie schieben es sich quasi unter den Po, während der Flaschenboden zwischen Ihren Beinen ist. So sollten Sie sicher sitzen. Das ist ein bisschen wie auf einer Luftmatratze. Nun haben Sie alle Zeit der Welt, beide Arme ruhig nach hinten zu führen, in die Schultergurte hineinzugleiten und sich rücklings auf die Wasseroberfläche zu legen.

Ziehen Sie nun die Schultergurte stramm, damit das Jacket nach oben rutscht. Bleiben Sie weiter auf Ihrem Rücken liegen. Schließen Sie jetzt den Klettverschluss und die Schnalle des Bauchgurts. Nun können Sie sich aufrichten und alle Schläuche verstauen. Bevor Sie abtauchen, bitte Buddy-Check mit dem Tauchpartner durchführen! Wenn Sie abgetaucht sind und nur noch wenig Luft im Jacket ist, bietet es sich an, nochmal die Schultergurte und eventuell den Bauchgurt strammer zu ziehen.

Übungen 2

Slalom schwimmen Verfolgung und Slalom schwimmen Schieben

Diese beiden Übungen sind besser im Schwimmbad ohne Oberflächenströmung durchzuführen. Sie benötigen vier bis fünf Schwimmbretter. Legen Sie diese in gleichem Abstand in einer Reihe auf die Wasseroberfläche. Sie können die Aufgabe mit Tauchgerät oder nur mit Maske, Schnorchel und Flossen machen. Allein geht es natürlich auch, doch zu zweit macht es mehr Spaß. Schwimmen Sie im Slalom um die Schwimmbretter und versuchen Sie, voneinander wegzuschwimmen. Die Übung dient der Kräftigung und der Flossenschlagtechnik. Der Übende schiebt den Vorderen durch das Wasser. Das ist wesentlich anstrengender. Nicht nur das Flossenschlagen, sondern auch das Lenken stellt eine zusätzliche Schwierigkeit dar.

Übung 3

Kommunikation

(Übung im Freiwasser ebenso möglich, gute Sicht ist erforderlich) Ist Ihre Unterwasser-Zeichensprache über die Wintermonate etwas eingerostet? Dann wird es Zeit fürs Vokabeln lernen unter Wasser. Setzen Sie sich mit Ihrem Buddy auf einen sicheren Untergrund und fangen Sie an, sich zu unterhalten. Gehen Sie nach und nach alle Unterwasser-Zeichen durch, die Ihnen beiden einfallen. Nehmen Sie eine Schreibtafel mit, damit Sie gegebenenfalls Missverständisse aufklären können oder sich Anmerkungen für die Nachbesprechung machen können.

Übung 4

Gemeinsam die Tiefe halten

Nun tarieren Sie sich gemeinsam mit Ihrem Buddy in einen Schwebezustand. Versuchen Sie das horizontal in Schwimmlage zu machen. Wenn möglich, in gleicher Aufstiegsgeschwindigkeit. Halten Sie die Tiefe für drei Minuten und simulieren Sie so Ihren Sicherheitsstopp.

Kombiübung 3 und 4

Versuchen Sie, die selben Unterwasser-Zeichen aus Übung 3 in exakter Reihenfolge im Schweben zu wiederholen.

Übung 5

Rettung eines bewusstlosen Tauchenders

Diese Übung muss vorab an Land gut gebrieft werden. Ob Sie eine Rettung von vorn oder von hinten anstreben, ist Ihnen überlassen. Machen Sie die Übung so, wie Sie es gelernt haben. Wir beschreiben hier den Übungsablauf für eine Rettung von hinten, da dies die üblichste Methode ist.

Ein Tauchpartner ist Opfer, einer Retter. Das Opfer leert seine Tarierweste und legt sich bäuchlings auf den Beckengrund. Der Rettende taucht von hinten an das Opfer heran und prüft mit einem Kniff in die Schulter, ob das Opfer reagiert. Tipp: Rütteln Sie nicht zu sehr an Ihrem Tauchpartner, sondern kneifen Sie lieber vorsichtig in seine Schulter. Denn starkes Rütteln an einem bewusstlosen Taucher mit erschlaffter Muskulatur kann den Atemregler aus dem Mund rutschen lassen. Wenn der zu Rettende keine Reaktion zeigt, greifen Sie mit Ihrem rechten Arm unter den rechten Arm des Opfers hindurch und fixieren Sie den Atemregler im Mund des Opfers. Sollte der Regler sich nicht mehr im Mund des Opfers befinden, versuchen Sie nicht, ihn wieder zurück in den Mund zu schieben. Retten Sie lieber weiter zügig. Sie halten den Atemregler am besten mit dem Zeigefinger in Position, während Ihr Daumen und Ihre restlichen drei Finger den Kiefer des Opfers fassen und dessen Kopf leicht überstrecken, damit seine Atemwege frei werden und bleiben.

Fotos: Benjamin Schulze

Ihre linke Hand greift jetzt über die linke Schulter des Opfers und nutzt dessen Inflator, um Richtung Wasseroberfläche zu tarieren. Sie können mit den Knien die Flasche Ihres Tauchpartner für mehr Stabilität fixieren. Sollte der Umfang des Opfers Ihre Armspannweite übertreffen, können Sie mit beiden Armen über seine Schultern greifen. Dann ist die Fixierung der Flasche mit Ihren Knien besonders hilfreich, da sie den Nacken des Opfers entlastet.

Füllen Sie am Anfang ruhig kräftig Luft ins Jacket des Opfers. Sie müssen ja sich und Ihren Buddy in Bewegung setzen. Je nachdem, was Sie mit Ihren Beinen machen, können Sie diese auch zum Flossenschlagen verwenden. Das kann gerade am Anfang für einen flinken Start und mehr Schub sorgen. Nun ist Geschwindigkeitskontrolle beziehungsweise Tarierungskontrolle gefragt. Bremsen Sie den Aufstieg auf eine Geschwindigkeit, die Sie nicht in Gefahr bringt. Vermeiden Sie in jedem Fall ein Absacken. Denken Sie daran, auch aus Ihrem Jacket gelegentlich Luft abzulassen. Je größer die Tiefe ist, aus der Sie kommen, desto schwieriger ist diese Aufgabe. Einen Sicherheitsstopp können Sie zu Übungszwecken einfügen. In einer echten Notsituation würden Sie jedoch auf einen solchen Stopp verzichten, damit das Opfer so schnell wie möglich Hilfe an Land erhält.

Wenn Sie an der Wasseroberfläche ankommen, führen Sie folgende Schritte durch: Auftrieb herstellen, Ihren Buddy auf den Rücken drehen, Hilferuf simulieren (bitte bei Übungen nicht wirklich um Hilfe rufen, sondern etwas anderes rufen) und den Brustgurt des Opfers öffnen, damit es besser atmen kann. Dann den Transport starten. Je nachdem, wie stark der Wellengang ist, belässt man den Atemregler im Mund oder nimmt ihn heraus. Auch die Entscheidung, wie man das Unfallopfer durch das Wasser transportiert, wird je nach dessen Zustand gefällt. In jedem Fall sollte man den Verunfallten ansprechen, beruhigen und mit ihm reden.

Übung 6

Boje schießen mit und ohne Maske

Das Setzen einer Boje verlernt man leider, kann es aber mit etwas Übung schnell wieder reaktivieren. Auch kann man den Schwierigkeitsgrad nach und nach erhöhen. Am einfachsten: Man setzt sich auf den Beckengrund eines Schwimmbads und lässt die Luft aus seinem Jacket. Dann nimmt man die Boje, entrollt sie und lässt mit dem Oktopus ein wenig Luft in die Boje, damit sie sich aufrichtet. Nun ordnet man die Rolle mit dem Seil, löst dessen Bremse und hält sie gut fest. Dann lässt man einen kräftigen Stoß Luft in die Boje, hält sie so lange fest und lässt sie dann mit einer kurzen Verzögerung los und Richtung Oberfläche schießen. Anschließend zieht man am Bojenseil, damit sich die Boje aufrichten kann.

Die erste Steigerung der Schwierigkeit ckengrund für diese Übung und setzen Ihre Maske ab. Wiederholen Sie nun die obige Übung, jedoch ohne Maske. Als nächstes setzen Sie nach der Übung die Maske wieder auf und begeben sich in einen Schwebezustand. Nun lassen Sie die Boje wieder steigen, doch diesmal im Schweben mit Maske auf. Beim letzten und kompliziertesten Übungsteil schweben Sie ohne Maske und lassen die Boje steigen, ohne abzusacken oder selber zur Wasseroberfläche durchzuschießen. Viel Spaß beim Üben!

Im Freiwasser

Übung 1

Kaltes Wasser im Gesicht, Atmung kontrollieren

Der erste Freiwassertauchgang seit langem? Und das auch noch in einem kalten oder kühlen Gewässer? Machen Sie es sich nicht allzu schwer. Begeben Sie sich in stehtiefes Wasser. Füllen Sie Ihr Jacket so, dass Sie einen sicheren Stand haben. Nehmen Sie den Atemregler in den Mund, atmen Sie über Wasser. Gehen Sie nun langsam in die Knie, sodass Mund und Atemregler unter Wasser sind. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig ein und aus. Wenn Sie merken, dass das gut klappt, gehen Sie langsam weiter in die Knie, bis Ihr Kopf ganz unter Wasser ist. Wenn Sie ruhig und entspannt sind, nehmen Sie den Atemregler aus dem Mund, machen Sie ein paar Luftbläschen und stecken Sie den Regler wieder zurück in den Mund. könnte die folgende sein: Sie bleiben am Be-Stellen Sie sich jetzt wieder aufrecht

hin, sodass Ihr Kopf nicht mehr im Wasser ist. Nehmen Sie die Maske ab, lassen Sie den Regler im Mund und gehen Sie wieder langsam atmend unter Wasser. Kontrollieren Sie Ihre Atmung. Sie sollte stetig und ruhig bleiben. Sie können Ihre Nase zuhalten, sollten diese jedoch nach einigen Atemzügen langsam los lassen und auch die Augen langsam öffnen. Setzen Sie nun unter Wasser Ihre Maske wieder auf und blasen Sie die Maske aus. Der Tauchgang kann beginnen. Wenn Sie möchten, können Sie natürlich die Maske auch unter Wasser abnehmen und wieder aufsetzen. Das ist bei kaltem Wasser jedoch für die meisten Menschen unangenehmer.

Übung 2

Tarieren mit der Atmung

Optimalerweise machen Sie diese Übung in der Nähe eines vertikal verlaufenden Seils. Das können Sie erstens sehr gut als visuelle Referenz für Ihr eigenes Auf und Ab nutzen. Zweitens können Sie sich daran festhalten, sollten Sie diese Hilfestellung nach einer längeren Tauchpause benötigen. Versuchen Sie, in Schwimmposition zu bleiben. Tarieren Sie sich schwebend aus in einem Tiefenbereich zwischen drei und fünf Metern. Nun nutzen Sie Ihre Lunge. Atmen Sie nie vollständig ein und vollständig aus. Versuchen Sie, mit den verschiedenen Lungenvolumina zu spielen, damit Sie

Ihr Gefühl für die Lungentarierung wieder aktivieren. Wenn es Ihnen anfangs Sicherheit gibt, können Sie sich auch auf eine Übungsplattform legen und mit langsamen Luftstößen Ihr Jacket füllen, bis Sie merken, dass Sie ins Schweben geraten. Ab dann arbeiten Sie wieder mit der Lunge. Sollte Ihnen die horizontale Lage anfangs schwer fallen, können Sie auch im Knien starten. Sie sollten dennoch versuchen, sich nach einer gewissen Eingewöhnung in eine Schwimmlage zu begeben.

Übung 3

Atmen aus der alternativen Luftversorgung

Die sicher wichtigste Partnerübung ist die Gabe der alternativen Luftversorgung. Sollte es Ihnen aus hygienischen Gründen widersprechen, Ihrem Tauchpartner den Oktopus in den Mund zu geben, sollten Sie diese Übung soweit simulieren, bis Ihr Partner Ihren Atemregler in den Mund nehmen würde. Je nachdem, wie Sie und Ihr Buddy sich fühlen, können Sie die Aufgabe freischwebend oder voreinander kniend ausführen. Mit welchen Schritten Sie diese Übung durchlaufen, sollten Sie vorab gut absprechen. In jedem Fall startet der Luftnehmer mit dem Luftnotzeichen die Übung. Entweder er nimmt sich dann den Oktopus eigenständig, oder der Luftgeber überreicht ihm seinen zweiten Atemregler. Stellen Sie auch eine sichere Verbindung untereinander mit Hilfe eines festen, zupackenden Handgriffs her. Wenn beide Taucher bereit sind, darf auch gern ein paar Minuten in dieser Konstellation getaucht werden. Vergessen Sie nicht, vor dem Auflösen der Verbindung zu kommunizieren, dass die Übung nun beendet wird.

Übung 4

Tauchen ohne Maske

Häufig sehr unbeliebt, aber gerade nach einer Tauchpause eine Pflichtübung. Bei sehr kaltem Wasser reicht ein Fluten der Maske mit anschließendem Tauchen mit voller Maske. Wenn Sie zu dem Personenkreis gehören, der diese Übung im Tauchkurs grade mal so mit Ach und Krach geschafft hat, sollten Sie diese Übung unbedingt machen! Jedoch nicht, ohne vorher die oben beschriebene Übung 1 im Freiwasser gemacht zu haben.

Die goldene Regel bei dieser Übung lautet: Einer führt sie durch, ein anderer überwacht den Übenden. Lassen Sie Wasser in Ihre Maske oder setzen Sie Ihre Maske in einem Rutsch ab. Halten Sie Ihre Maske gut fest oder hängen Sie sie an den Arm. Nun haken Sie sich beim Buddy unter, bringen sich zum Schweben und dann geht des los! Ruhig mal drei bis vier Minuten ohne Maske mit offenen Augen tauchen. Das Anlegen der Maske kann dann je nach Erfahrungsstand im Schweben oder Hocken auf dem Grund erledigt werden,

Wir hoffen, Sie mit diesen Übungen gut und sicher auf die kommende Tauchsaison vorzubereiten und Ihnen Lust gemacht zu haben, endlich wieder den Kopf unter Wasser zu stecken. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesen Übungen haben, schreiben Sie uns doch gerne eine E-Mail an redaktion@tauchen.de oder nutzen Sie dazu einfach einen unserer Social-Media-Kanäle.