Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

SINGLE HOOKBAITING: Abseits-Taktik


karpfen - epaper ⋅ Ausgabe 20/2020 vom 21.02.2020

Die Überschrift klingt nach Fußball - aber hier geht es um Single Hookbaiting! Philipp Schreibt über die vielen Vorteile eines einzelnen Köders, fernab von jeglichem Futterplatz.


Artikelbild für den Artikel "SINGLE HOOKBAITING: Abseits-Taktik" aus der Ausgabe 20/2020 von karpfen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: karpfen, Ausgabe 20/2020

Philipp setzt auf 24er Murmeln, diese werden schnell gefunden.


Super fürs Single Hookbaiting: Strukturarmer, flacher Baggersee.


ideales Single Hookbait-Gewässer:

• möglichst flach
• möglichst klein
• badewannenförmig mit einigen offensichtlichen Strukturen

Das Jahr 2019 hat meine Angelei geprägt wie keine andere Saison zuvor. Natürlich will ich in jedem Jahr versuchen, neue Wege zu gehen und zu experimentieren. Doch in der 19er ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von karpfen. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 20/2020 von POINT OF VIEW SAISONSTART. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
POINT OF VIEW SAISONSTART
Titelbild der Ausgabe 20/2020 von STAUSEEN & TALSPERREN: Frankreich in drei Jahreszeiten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STAUSEEN & TALSPERREN: Frankreich in drei Jahreszeiten
Titelbild der Ausgabe 20/2020 von GOOD TIMES, BAD TIMES. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GOOD TIMES, BAD TIMES
Titelbild der Ausgabe 20/2020 von STAUSEEN & TALSPERREN: Primetime. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STAUSEEN & TALSPERREN: Primetime
Titelbild der Ausgabe 20/2020 von carp zwolle: „Sagt mal Dorschfileeeeeeet …“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
carp zwolle: „Sagt mal Dorschfileeeeeeet …“
Titelbild der Ausgabe 20/2020 von WINTERANGELN: Härteprüfung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WINTERANGELN: Härteprüfung
Vorheriger Artikel
WINTERANGELN: Härteprüfung
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel PRAXIS: On a mission
aus dieser Ausgabe

... Saison bin ich dabei - unbewusst - auf eine Angelei gestoßen, die ich so gar nicht auf dem Zettel hatte. Prinzipiell läuft jede Saison ansatzweise nach denselben Prinzipien ab. Dem Winter folgend, startet das Frühjahr in der Regel im April. Genau in dieser Zeit geht an den meisten Gewässern mit gewichtigen Karp fen die Post ab. Zeltstädte prägen das Bild der Landschaft und säumen das Ufer. Teilweise werden Plätze und Stellen über Wochen belagert, an Bekannte aus der Gruppe übergeben und befischt bis die Laichzeit Ende Mai, Anfang Juni den Zauber beendet. Genau in dieser Zeit, habe ich dieses Jahr vollkommen anders geangelt als jemals zuvor. Warum?

In meiner Zeit als Student bin ich in der Lage gewesen, meine Angelzeiten noch flexibler zu planen. Ich konnte auch mal die Uni säumen, um den Fischen in der besten Zeit des Jahres über mehrere Wochen nachzustellen. Doch mit zunehmenden Arbeitsjahren und immer steigender Komplexität des Berufsfelds und des Arbeitsalltags, gilt es auch für mich, die Zeiten besser einzuteilen. Anders ausgesprochen bedeutet das, die geringere Zeit maximal erfolgreich zu nutzen. So begann eine Phase, in der ich das Single Hookbaiting für mich entdeckte.

DAS IDEALE GEWÄSSER

Ich muss gestehen, dass ich es sehr genieße, einen Futterplatz zunächst zu aktivieren und anschließend sukzessive aufzubauen. Doch auch mit einem geringeren Zeitbudget und ohne viel Futter, lassen sich gute Erfolge erzielen. Dafür braucht man vor allem ein Gewässer, an denen man die Montagen werfen kann. Liegen die Spots an deinem Gewässer in so großer Entfernung, dass ein Boot vonnöten ist, such dir ein anderes! Auch sind stark verkrautete Gewässer keine optimale Wahl, da das Boot oftmals unerlässlich zum Anlanden der Fische ist. Deshalb sind kleinere, krautfreie Gewässer mit Strukturen in Wurfweite optimal zum Single Hookbaiting. In meinen Augen ist es außerdem ein immenser Vorteil, dass ich Nächte zwischen der Arbeit absolvieren kann und dennoch relativ ausgeschlafen zur Arbeit gehe. Warum? Zunächst fange ich weniger, doch nicht immer bedeutet weniger, dass die gefangenen Fische kleiner sind. Skeptische, erfahrene Karpfen lassen sich scheinbar auch mit einzelnen Ködern relativ gut überlisten.

Erfolgreich zwischen Allen anderen

Da man keinen Futterplatz anlegt, ist man beim Single Hookbaiting extrem flexibel. Es ist möglich, unterschiedliche Plätze abzufischen und die Fische aktiv zu suchen. Sicherlich muss man sich an vielen Gewässern als „Overnight-Angler“ damit arrangieren, nicht an den Top-Spots sitzen zu können. Denn gerade im Frühjahr - ich habe es oben schon angerissen - geben sich viele Angler am Wasser den Staffelstab in die Hand. Einige Plätze sind im Frühjahr fast nie unbesetzt. Aber das ist überhaupt kein Problem! Die Karpfen spüren den Angeldruck und begeben sich abseits der Hotspots auf die Suche nach fressbaren Dingen. Im Jahr 2014 habe ich für etliche Wochen an einem Paylake gearbeitet. Genau dort zeichnete sich diese Taktik als guter Schlüssel zum Erfolg ab. Die Plätze an Paylakes sind oft nicht weit auseinander. Meist sind diese über eine Woche gebucht und die Angler legen Futterplätze an. Die Karpfen jedoch pendeln häufig zwischen den Plätzen, halten sich in den Sektoren dazwischen auf und wägen sich in Sicherheit. Sie sammeln alle Köder auf, die beispielsweise bei einem Wurf mit dem Rohr misslingen und abseits des Futterplatzes landen. Insofern der Angler den letzten Angeltag nutzt, und links und rechts vom Futter angelt, oder gar hinter dem Futterplatz, so lassen sich gerade an Paylakes Bonusfische gegen Ende einer Session fangen.

FLEXIBILITÄT

Doch wieso sollte diese Abseits-Taktik sich nicht auf öffentliche Gewässer übertragen lassen? Genau! Aus diesem Grund nutzte ich das Frühjahr und befischte immer nur jene Spots, die an besagten Angeltagen nicht von anderen Anglern belagert wurden. Sicherlich werfe ich meine Ruten nicht blind ins Nirvana. In der Regel suche ich mir Anhaltspunkte am Ufer oder schaue nach Aktivitäten. Dann variiere ich die Wurfweiten durch Abstoppen der Montage. Oder ich arbeite mit Distance Sticks und messe die Entfernungen.
Einen großen Vorteil habe ich schon aufgezählt: Ich kann die Fische aktiv suchen. Sehe ich einen buckeln oder springen, werfe ich ihn an. Ich bin also extrem flexibel. Außerdem spare ich Zeit und Geld, wenn ich auf einen großflächig angelegten Futterplatz verzichte.

Auch offensichtliche Stukturen sollte man anfischen.


Philipp hat das Single Hookbaiting voll für sich entdeckt.


WELCHER KÖDER?

Da ich keinen Futterplatz anlege, muss mein Köder eine hohe Lockwirkung besitzen und qualitativ hochwertig sein, um sofort akzeptiert zu werden. Es muss nicht zwingend Farbe im Spiel sein - auch unauffällige Boilies fangen. Für das Single Hookbaiting bevorzuge ich 24er Boilies. Dieser lässt sich weit werfen und verheddert sich - im Gegensatz zu kleinen Ködern - nicht mit dem Leader. Ich glaube auch daran, dass größere Boilies eher ins Auge des Fisches fallen und durch ihre größere Oberfläche mehr Lockstoffe freisetzen. Ob ein Boilie zusätzlich in einem Dip eingelegt wird, kann durchaus einen Unterschied ausmachen - sowohl positiv als auch negativ. Letztendlich ist es keine schlechte Idee, mit einem gedippten Köder zu starten. Besonders im richtig zeitigen Frühjahr, wenn das Wasser noch unter zehn Grad aufweist, dann setze ich regelmäßig auf eine extra Portion Flüssigkeit und soake meine Hookbaits vor dem Angeln.

Sicherlich stellt diese Art des Angelns keine Methode dar, um Massenfänge zu generieren, doch genau das ist mit der Single Hookbait-Taktik auch nicht beabsichtigt. Denn Angler wie ich, mit stark begrenztem Zeitbudget, haben dank des Single Hookbaitings die Möglichkeit, dennoch an gute Fische zu kommen.
Sicherlich habe ich diesen Bericht am Frühjahrsangeln orientiert. Aber mach dir keine Sorgen, ein einzelner Köder funktioniert das ganze Jahr über!

Vorteile der Abseitstaktik:

1. Zeit- und Geld-Ersparnis
2. Flexibilität
3. Erfahrene Fische werden eher angesprochen
4. Minimaler Aufwand


NAHRUNG ABSEITS DER FUTTERPLÄTZE WIRD ARGLOS GENOMMEN.


Im Frühjahr trifft man viele Angler am Wasser. Das kann die Fische dazu bringen, sich in Bereiche mit möglichst geringem Angel- und Befütterungsdruck zurückzuziehen. Ein unauffälliger Single Hookbait, abseits aller anderen, kann dann den Unterschied machen.


Fotos: Philipp Kretzschmar, Lee Morris