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Single Sells


musikexpress - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 12.12.2019

Kaum ein Künstler wagt es, im Vorweihnachtsgeschäft ein reguläres Album zu veröffentlichen. Die Masse an Festtagsplatten verdrängt alles andere. Wir schauen mal, was uns in diesem Jahr aufgetischt wird.


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Bildquelle: musikexpress, Ausgabe 1/2020

Why Nachten? Why not. Molly Burch weihnachtet sehr..


Ein Weihnachtsalbum kommt meist einer künstlerischen Verzweiflungstat gleich. Robbie Williams stellt keine Ausnahme dar. Ende November veröffentlichte er THE CHRISTMAS PRESENT. Um Wortspiele war er noch nie verlegen: Der Titel steht im Englischen sowohl für ein Weihnachtsgeschenk als auch für die Weihnachtsgegenwart; in Anspielung an die drei Geister, ...

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... die den Geizkragen Ebenezer Scrooge in Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“ heimsuchen, teilt sich das Doppelalbum auf in die Seiten „Christmas Past“ mit Coverversionen feat. sogar Helene Fischer und die Neukompositionen von „Christmas Future“. Noch origineller wäre der Arbeitstitel „Achtung Bublé“ gewesen, mit dem Williams den kanadischen „König von Weihnachten“ Michael Bublé entthronen wollte. Dessen 2011er-Album CHRISTMAS wurde allein 2018 mehr als eine Milliarde Mal gestreamt; 2019 bringt er mit einer „brandneuen Interpretation von ‚ die Festtage zum Leuchten“ die Festtage zum Leuchten“, wie es sein Label freudig verkündet. Aufgrund seiner weltweiten Anziehungskraft dürfte er Williams zwar in seine europäischen Schranken verweisen. Doch immerhin ist der seinem Idol George Michael einen Schritt näher gekommen. Der ist nicht nur für Xmas-Smash schlechthin verantwortlich, sondern starb 32 Jahre nach „Last Christmas“ genau am ersten Weihnachtsfeiertag. Anfang November lief nun eine Rom Com im Kino an, deren Soundtrack 15 Songs von Wham! und Michael, inklusive seiner ersten posthumen Single „This Is How (We Want You To Get High)“, füllen. Ob nach Williams’ wahrscheinlicher Weihnachts- Nr.-1 im UK, „Bad Sharon“, einst ein sentimentaler Film benannt wird, sei dahingestellt.

Ebenso, ob man eine „Deluxe Anniversary Edition“ zum 25. von Mariah Careys MERRY CHRISTMAS braucht – ein Album, das die „Elusive Chanteuse“ erst vor neun Jahren als MERRY CHRISTMAS II YOU recycelt hat. Übertrieben wirkt auch das Engagement von Idina Menzel, die veröffentlicht zuerst CHRISTMAS: A SEASON OF LOVE und leiht dann ihre Stimme wieder Eiskönigin Elsa in „Frozen II“. Auf dem Soundtrack dazu wird zwar nicht Weihnachten besungen, aber es geht schon viel um Schnee und Eis und so; Weezer machen übrigens auch mit.

Wo wir schon im Indie-Wonderland sind: Das sich am stärksten anbietende Geschenk für den popaffinen Partner kommt heuer von Molly Burch: Mit ihrer Ausnahmestimme rettet die US-Singer/ Songwriterin auf THE MOLLY BURCH CHRISTMAS ALBUM sogar angegammelte Festtagsbraten wie „I’ll Be Home For Christmas“ und „Auld Lang Syne“. Noch erstaunlicher ist, welchen Spaß die Vorabsingle macht: Das unausweichliche „Last Christmas“ wird von einem Dialog der Comedians John Early und Kate Berlant unterwandert. Den Song covert auch ein Drittel von Boygenius: Lucy Dacus sprechsingt und indierockt sich durch den Oldie.

Einfallsreicher zeigt sich Andrew Bird: Auf seinem Julfestalbum HARK! pfeift er sich zwar durch „White Christmas“ und „Oh Holy Night“ – spielt aber auch Vince Guaraldis anrührendes „Skating“ aus dessen Filmmusik zum Peanuts-Meisterwerk von 1965, „A Charlie Brown Christmas“. Der sicherste Neuzugang auf künftigen Alternative-Christmas-Samplern und Playlists von College-Radios zur Festzeit kommt allerdings von der kanadischen Folksängerin Kathleen Edwards: Mit dem durch seine schonungslose Ehrlichkeit dann doch besinnlichen „It’s Christmastime (Let’s Just Survive)“ läutet die Ex- Freundin von Justin Vernon ihr Comeback ein. 2014 zog sie sich aus der Musikwelt zurück, kämpfte gegen ihre Depression und betrieb in Ottawa ein Café mit dem programmatischen Namen „Quitters“. Was wir uns noch gewünscht hätten: Nachdem die Indie-Experimentalisten Why? 2019 stramme sechs EPs veröffentlichten, hätte doch noch eine zum Fest of Love herausspringen können, „Why?te Christmas“ oder so. Na ja, man kann eben nicht alles haben, noch nicht mal zu Weihnachten. Stephan Rehm Rozanes


Achtung Bublé! Robbie W. greift Weihnachtskönig an!