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Sinnlich & stark mit aktivem Beckenboden: Pussy Yoga


Herzstück - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 13.02.2020

Zuerst waren wir skeptisch: Yoga, und zwar für den Intimbereich?! Das klingt schon sehr gewagt! Weil aber jede Menge Frauen-Power drinsteckt, ließen wir uns überzeugen …Tänzerin Coco Berlin entwickelte dieses ganzheitliche Beckenboden-Training, um unser weibliches Zentrum zu stärken. Es wirkt wie ein Spa-Besuch auf Körper und Seele, bei dem wir uns von unserer Wahrnehmung leiten lassen dürfen. Sinn und Sinnlichkeit blühen dabei auf. Genauso wie unsere urweibliche Shakti-Energie …


Artikelbild für den Artikel "Sinnlich & stark mit aktivem Beckenboden: Pussy Yoga" aus der Ausgabe 2/2020 von Herzstück. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Herzstück, Ausgabe 2/2020

GESUND SITZEN: Pflanz dich!

Für die tiefe Hocke Beine schulterbreit aufstellen, Po nach unten sinken lassen, Fersen bleiben am ...

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... Boden. Ist dies zu unbequem oder nicht möglich, Decke unterlegen. Üben wir das regelmäßig, werden Muskeln und Gelenke immer geschmeidiger.

VON INNEN STARK: Frauen-Power

Der Beckenboden befindet sich im Zentrum des weiblichen Körpers. Wer Pussy Yoga öfter praktiziert, spürt sie sehr schnell: die innere Kraft, die in jeder Frau von Natur aus angelegt ist.

Coco Berlin gibt Workshops und Online- Kurse mit Fokus auf den Beckenboden. Mehr unter: 7


Der Beckenboden ist wohl der geheimnisvollste Ort unseres Körpers, so etwas wie ein blinder Fleck. Viele Frauen wissen nicht so recht, wo er ist. Heißt es beim Yoga oder Pilates, wir sollen ihn aktivieren, wird untenrum gerne alles angespannt, ohne eindeutig zu wissen, was zu tun ist. „Der Beckenboden ist ein Muskelverbund, der sich in deinem Becken zwischen deinem Schambein, deinem Steißbein und den beiden Sitzbeinhöckern aufspannt“, erklärt Coco Berlin, die sich in ihren Workouts auf den Beckenboden konzentriert. „Du kannst ihn dir wie eine Schale aus einem festen, leicht dehnbaren Material vorstellen.“ Diese Schale trägt die Fortpflanzungs- und Verdauungsorgane. Sie ermöglicht eine gesunde Haltung und sorgt dafür, dass die Schließmuskeln von Darm und Blase ordentlich arbeiten (siehe Kasten auf Seite 18).

Unser Kraft-Ort

Coco hat „Pussy Yoga“ entwickelt, durch das sich der Beckenbereich stärken lässt. Und doch ist‘s so viel mehr als nur ein „übliches“ Beckenboden-Training. „Wie Forscherinnen erkunden wir ein neues Territorium und erstellen nach und nach eine komplette Karte, ein komplettes Bewusstsein und Gefühl“, sagt Coco. Denn erst wenn wir den Beckenboden erspürt haben, können wir ihn auch gezielt stärken. Anders als bei klassischem Yoga gibt‘s keine festen Bewegungs-Folgen. Jede Frau erforscht individuell die Bewegungsmöglichkeiten vom Beckenboden aus. Wer regelmäßig übt, kann so das Becken bestmöglich ausrichten. Studien zeigen, dass ein aufgerichtetes Becken selbstbewusster macht und Stress abbaut. Überhaupt wirkt es sich positiv auf die Psyche aus.

Die Sinne blühen auf

„Frauen, die sich ihres Beckenbodens sinnlich bewusst sind und ihn einzusetzen wissen, sind authentisch, kraftvoll und sexy“, sagt Coco. „Sie sind mit sich selbst verbunden, wissen, was sie wollen und haben die mentale Klarheit und körperliche Energie, um alles zu erreichen, was sie sich wünschen. Sie leben ihre Sexualität leidenschaftlich und genießen ihr Leben in vollen Zügen.“ Auch die Wahlberlinerin hat durch das Erspüren und Stärken des Beckenbodens zu sich gefunden. „Der Beckenboden hat mir genau das gegeben, was Yogis mit Erdung und dem Wurzelchakra assoziieren, das, was den meisten von uns heute so fehlt und wonach wir uns ständig sehnen“, so Coco.
Ob nun konkret beim Üben, als Lebensphilosophie oder im Liebesleben: Sinnlichkeit und Genuss liegen ihr am Herzen. „Die meisten Frauen haben Probleme, ihre Pussy zu spüren oder sie zu mögen und sie als das zu sehen, was sie ist: der intimste Ort in unserem Körper, der Teil, der die intensivsten Empfindungen wahrnehmen und ekstatische Gefühle auslösen kann – ein Lustzentrum ganz zu unserem Vergnügen“, sagt sie. Die Ursachen dafür reichen meist weit zurück in die Kindheit und Jugend: Früh wird uns beigebracht, Sinnlichkeit zu unterdrücken. So dass wir sie als Erwachsene aus den Augen verloren haben. „Wir verbannen die Sinnlichkeit ins Liebesleben, wo wir auf Knopfdruck die besten Liebhaberinnen sein wollen, während wir im Alltag getrieben von unseren Ambitionen und Zielen alle Lebendigkeit verlieren“, sagt Coco. „Wir nehmen uns selten Zeit, die Sinne zu öffnen, die unbändige Energie im Körper zu fühlen, die ganze Bandbreite der Emotionen zu erleben und uns einfach selbst zu genießen. Kein Wunder, dass so viele Frauen gestresst oder permanent erschöpft sind. Sie tun alles, was sie können, um ihre Ziele zu erreichen, aber kommen nie an. Ich war eine von diesen Frauen, bis ich mich über die Sinnlichkeit ganz neu entdeckt habe.“ Um unsere Sinnlichkeit aufblühen zu lassen kann es anfangs schon helfen sich zum Beispiel bewusst einzucremen, rät sie. Auf Seite 20/21 teilt Coco fünf Übungen mit uns, um den Beckenboden zu erforschen. Dabei kommt es nicht darauf an, die Übungen „perfekt“ zu machen. Viel wichtiger ist, nachzuspüren und aufsteigende Gefühle wahrzunehmen. „Dein Guru bist du selbst, ist dein Körper, ist deine Pussy“, sagt Coco und will dazu beitragen, die Bezeichnung salonfähig zu machen – wird sie doch oft abwertend benutzt. Tatsächlich lässt sie sich zum alteuropäischen Begriff für „Katze“ zurückführen. Sie sieht darin eine Metapher: „Katzen sind zart und süß und wissen sich in Szene zu setzen. Inspirierend ist ihre Art, sich zu entspannen, ihre Kunst Streicheleinheiten völlig zu genießen, ihre selbstbewusste sinnliche Art, sich zu bewegen und ihre Selbstbestimmtheit, Wildheit und Agilität.“ In jeder Frau schlummert so ein genussvolles Kätzchen, aber auch eine selbstbestimmte, mutige Löwin.

Wecken wir sie!

Zum Weiterlesen:
„Pussy Yoga” von Coco Berlin
(Komplett Media Verlag, 18 €)

Wer sich seiner Mitte zuwendet, schöpft aus ihr Kraft und Beweglichkeit


FOTOS; HEIKE KMIOTEK/KOMPLETT MEDIA VERLAG (11), ISTOCKPHOTO (3), PLAINPICTURE, PR, ZENNEDOUT.COM; ILLUSTRATIONEN: ISTOCKPHOTO

ZEIT FÜR DICH: Körper & Seele im Einklang

Wer sich täglich einige Minuten mit dem Beckenboden verbindet (gerne gleich nach dem Aufwachen), wird mit der Zeit ausgeglichener und klarer. Genieße dabei den Moment und deinen Körper.

Pussy Yoga soll sich anfühlen wie ein wohltuender Spa-Besuch. Lassen wir uns daher jeden Tag ein paar Minuten voll und ganz aufs Spüren und Genießen ein …

Übung 1: Pussy-Kuh

Nimm den Vierfüßlerstand ein und lass die Wirbelsäule nach unten durchhängen. Die Halswirbelsäule bleibt in harmonischer Verlängerung mit der Wirbelsäule. Ziehe dann den Bauchnabel nach innen und wölbe den Rücken zu einem Katzenbuckel – der Kopf darf locker hängen bleiben. Gehe in fließenden, harmonischen Bewegungen in diese beiden Positionen über und spüre in dein Becken hinein.
Bei der ersten Position ziehen sich die Sitzbeinhöcker auseinander. Steiß- und Kreuzbein ziehen nach hinten aus dem Körper, weg vom Schambein. Das Becken wird unten weiter, der Beckenboden weit aufgedehnt. Versuche, ihn zu entspannen, damit er schön gedehnt wird. Bei der Katzen-Position zieht sich das Becken wieder zusammen.

Übung 2: Perlenkette

Stelle im Liegen die Beine hüftbreit auf. Lass das Becken nach oben und unten kippen und spüre nach, welche Muskeln aktiv werden. Rolle als nächstes vom Steißbein aus das Becken Wirbel für Wirbel nach oben. Währenddessen ziehst du das Becken behutsam und wie in Zeitlupe hoch und lässt die Wirbelsäule möglichst lange auf dem Boden liegen. „Du kannst dir vorstellen, dass dein Körper eine Statue aus Marmor ist, die auf dem Meeresgrund liegt und von einem Angelhaken, der am unteren Ende deiner Wirbelsäule befestigt ist, ganz langsam nach oben gezogen wird”, rät Coco Berlin. Auf diese Weise löst sich ein Wirbel nach dem anderen von der Erde, wie eine Perlenkette. Bist du ganz oben angelangt, rollst du die Wirbelsäule Wirbel für Wirbel wieder hinab.

Übung 3: Becken-Acht im Liegen

Stelle im Liegen die Beine hüftbreit auf. Hebe das Becken hoch, so dass du dich in einer angenehmen Position befindest, und male mit der Hüfte eine liegende Acht in die Luft. Bringe dazu erst den rechten Hüftknochen in eine höhere Position und kippe dann das ganze Becken leicht nach rechts. Als nächstes drehst du die Hüfte, so dass der linke Hüftknochen nach oben kommt, und ziehst mit dem Becken nach. Mache dir die Kettenreaktion vom Fuß über das Knie bis hin zum Hüftgelenk und dem Beckenboden bewusst. Führe die Übung ganz locker aus. Hüftgelenke und Wirbelsäule sollen mobilisiert werden. Ändere ab und zu die Dreh-Richtung.

Übung 4: Becken-Uhr im Stehen

Ertaste im Stehen die vier unteren Eckpunkte des Beckens: die Sitzbeinhöcker, vorne das Schambein und hinten das Steißbein. Visualisiere den Beckenboden zwischen diesen vier Punkten. Stelle ihn dir als Uhr vor: Das Schambein steht auf 12 Uhr, das Steißbein auf 6 Uhr, der rechte Sitzbeinhöcker auf 3 Uhr, der linke auf 9 Uhr. Lege einen Finger der linken Hand aufs Schambein und einen Finger der rechten Hand auf den rechten Sitzbeinhöcker (Bild 1). Massiere diese Punkte, um sie fester in deinem Körperbewusstsein zu verankern. Spüre in diesen Bereich, dem ersten Viertel deiner Becken-Uhr, hinein. Stelle ihn dir etwa zehn Atemzüge lang vor. Lass die Hände sinken und spüre nach, was sich im Körper verändert hat. Lege einen Finger der linken Hand aufs Steißbein (6 Uhr) und einen Finger der rechten Hand wieder auf den rechten Sitzbeinhöcker (3 Uhr) (Bild 2).Massiere diese Punkte und spüre in den Bereich deiner Becken-Uhr hinein. Spüre, wie er sich beim Ein- und Ausatmen ausdehnt bzw. zusammenzieht. Spüre in beide Körperhälften hinein. Wiederhole diese Übung mit der linken Seite deines Körpers.

Übung 5: Beckenboden im Plié

Stelle die Füße etwas weiter als schulterbreit auf, die Zehen zeigen locker zu den Seiten. Lass das Becken ins Plié sinken: in eine leichte Hocke, bei der die Fersen auf dem Boden bleiben. Achte darauf, dass die Knie über den Zehen ausgerichtet sind. Bewege das Becken einige Male nach unten und oben und spüre dabei, wie sich das Becken innerlich bewegt. Wenn du nach unten gehst, öffnen sich die Sitzbeinhöcker, sie entfernen sich voneinander. Spüre dieser Bewegung gerne mit den Händen nach. Visualisiere sie auch im Geiste und versuche sie in deiner Vorstellung zu vergrößern. Stelle dir als nächstes vor, wie sich beim Hochkommen der Beckenboden zusammenzieht. Schiebe beim Hinuntergehen das Steißbein nach hinten, so dass der Beckenboden schön gedehnt wird.

Wecke Shakti!

Das Yoni-Mudra steht für die weibliche Schöpfungsenergie. Im Universum und auch in uns …


Ein schöner, wohlklingender Name für die Pussy ist auch „Yoni”. Er stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Quelle”, „Ursprung”. Das zugehörige Mudra bringt die Schöpfungsenergie zum Sprudeln …

Das Yoni-Mudra repräsentiert Shakti, die weibliche Energie im Universum. Verschränke dafür locker und leicht die Finger deiner Hände und lasse sie nach unten (also weg vom Körper) sinken. Lass nun die Daumen aneinanderliegend nach oben zeigen, die Zeigefinger aufeinandergedrückt nach unten. Die Hände formen so sinnbildlich einen weiblichen Schoß.

Das Mudra hilft dir, dich während der Meditation zu entspannen, dich zu konzentrieren und achtsam zu sein. Es wirkt ausgleichend auf die linke und rechte Gehirnhälfte.

Kleine Beckenboden-Schule

Unser Beckenboden besteht aus drei Schichten. Pussy Yoga und Beckenbodentraining aktivieren die innere Schicht (unterstes Bild). Keine Sorge: Im ersten Moment sieht’s komplizierter aus, als es ist …

Die äußere Schicht liegt zwischen Schambein (1) und Steißbein (2, in Illu nicht sichtbar). Das Steißbein liegt hinter der Schambeinfuge (3). Sie schlingt sich wie eine Acht um Harnröhre, Vagina und Anus. Diese Schicht ist gut trainiert. Wir spannen sie an, wenn wir ganz dringend mal „müssen”.

Die mittlere Schicht spannt sich wie ein festes Tuch zwischen beiden Sitzbeinen (4) und dem Schambein (1) auf. Diese Muskelplatte wird bei Beckenboden-Übungen von selbst angemessen aktiviert.

Die innere Schicht spannt sich zwischen Steißbein (2), Schambein (1) und den zwei Sitzbeinhöckern (4) auf. Der Muskelverbund bildet so eine gefächerte trichterförmige Schale. Genau ihn wollen wir beim Training erspüren und aktivieren.