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Sitzschulung nach der Wanless-Methode: Die Hilfen-Hilfe


Reiter Revue International - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 22.08.2018

Die richtigen Bewegungsmuster im Sattel müssen zuerst im Kopf des Reiters ankommen. Mary Wanless hat ein Lehrsystem entwickelt, das helfen soll, schnell die richtigen Regionen im Körper anzusteuern. Wir wollten wissen, wie es funktioniert.


Artikelbild für den Artikel "Sitzschulung nach der Wanless-Methode: Die Hilfen-Hilfe" aus der Ausgabe 9/2018 von Reiter Revue International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reiter Revue International, Ausgabe 9/2018

Es gibt diese Reiter, die wie angegossen auf dem Pferd sitzen, von den Bewegungen mitgenommen werden, ohne dabei ihre Körperstabilität zu verlieren. Sie sind weder zu ent-noch zu angespannt. Einfach perfekt. Und dann schaffen sie es auch noch, ihren Körper so gezielt einzusetzen, dass er im richtigen Moment feindosierte Impulse an das Pferd sendet, so dass es sich ganz ...

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... mühelos unter ihm bewegt.

So zu reiten, wünscht sich jeder. Doch zwischen Traum und Realität liegen häufig Welten. Die britische Ausbilderin Mary Wanless aber verspricht: Mit dem richtigen Training kann jeder die optimale Einwirkung lernen.

Die Ursachen beheben

Wanless hat eine Methode entwickelt, die dem Reiter seinen eigenen Körper besser erklären und ihn damit nutzbarer machen soll. Die Sitzschulung findet nicht an der Longe statt, sondern während des ganz normalen Reitens. Die Methodik funktioniert für Anfänger genauso wie für Profis –Elaine Butler, eine Ausbilderin, die in Deutschland Seminare für diese Methode gibt, unterrichtet zum Beispiel auch eine polnische Kaderreiterin. Grundsätzlich korrigiert die Methode Sitzfehler dort, wo ihre Ursache liegen und nicht, wo sie sich auswirken.

Wir haben drei Reiter besucht, die nach der Wanless-Methode unterrichtet werden: Philipps Aßner, Alicia Kuhn und Stephanie Moser. Sie zeigen, wie sich die Haltung des Oberkörpers durch die korrekte Schenkellage verbessert, wie sich die Sitzbeinhöcker des Reiters beim Angaloppieren bewegen oder welche Aufgabe die Oberschenkel in den Seitengängen übernehmen. Immer abhängig von ihren individuellen Baustellen, die auch viele Reiter aus ihrem Alltag kennen. Mit den Tipps von unseren Expertinnen Elaine Butler und Hannah Engler aus dem Übungskoffer der Wanless-Methode ist Reiten mit feinen, gezielten Hilfen kein Traum mehr.

Reiter eins

Die Körperdiaginale leicht schief: So kann Philipp Aßner nicht gleichmäßig einwirken.


Philipp Aßner und sein sechsjähriger Wallach

Das sind die Baustellen: Philipp Aßner reitet mit rund getragenen Armen, streckt die Ellbogen weit ab. Er ist schief in seiner Körperdiagonale, sitzt verstärkt auf einem Sitzbeinhöcker. Manchmal kommt er mit seinem Oberkörper hinter die Senkrechte. Mit ihm arbeitet Trainerin Elaine Butler.

Lösungsansatz gegen die Schiefe in der Körperdiagonale:

Elaine Butler fordert Philipp auf, genau auf seine Gewichtsverteilung im Sattel zu achten und nachzuspüren: „Sitze bewusst so, dass du dein Gewicht 50:50 auf beide Seiten verteilst”, sagt Butler. „Verteile zudem dein Gewicht auch auf die Oberschenkel, ohne zu klemmen, sitze deinem Pferd nicht nur schwer mit dem Gesäß im Rücken.”

Philipp Aßner soll sich darauf konzentrieren, auf beide Gesäßhälften 50 Prozent Gewicht zu verteilen.


Ein Elastikband soll Philipp Aßner helfen, sich im Sattel richtig zu positionieren und nicht zu verdrehen.


Der Reiter bekommt ein Elastikband umgebunden, das vom rechten Fuß über den Rücken diagonal hoch zur linken Schulter verläuft.

Das hilft ihm, die fehlerhafte Rumpfrotation zu korrigieren. Zudem unterstützt ihn das Band, nur leichten Kontakt mit dem Steigbügel zu halten. Stemmt er die Fußballen zu fest auf die Bügeltritte, wird das Federn aller Gelenke im Reiterbein behindert. Außerdem hilft ihm das Band, den Unterschenkel nicht vorrutschen zu lassen. Bleibt der Unterschenkel am Platz, kommt Philipp mit seinem Oberkörper automatisch nicht mehr hinter die Senkrechte. Mit dem Band reitet er ein paar Runden. Dann soll er ohne das Gummiband reiten, aber sich einbilden, es wäre noch da. Er soll seine Muskeln genau so nutzen, als ob die Spannung noch auf seinen Körper wirkt.

Ein weiterer Übungsansatz: Einhändiges Reiten

Geraderücken durch eine Hand auf dem Rücken. Ein Tipp von Elaine Butler.


Den linken Arm soll Philipp nach hinten an den Rücken lehnen. „So kommt seine äußere linke Schulter weiter nach hinten und dadurch zeigt er weniger die fehlerhafte Rotation”, erklärt Butler.

Lösungsansatz gegen die Rücklage des Oberkörpers

Den Winkel zwischen Oberschenkel und Wade beschreibt Elaine Butler als Pizzastück.

Elaine Butler erklärt Philipp Aßner, dass zwischen seiner Wade und dem hinteren Teil des Oberschenkels stets ein Winkel zu halten sei, der „so groß ist, wie ein Stück Pizza”. Philipp soll aktiv darauf achten, dieses imaginäre Stück Pizza quasi mit seiner Wade festzuhalten. Zuvor lag sein Unterschenkel dauerhaft etwas zu weit vorn. Mit diesem Bild und der Muskelspannung, die es erzeugt, erhält er eine sinnvolle Winkelung und arbeitet gleichzeitig mit positiver Körperspannung. Dadurch verteilt sich sein Gewicht besser –sein Pferd honoriert dies mit deutlich schöneren Bewegungsabläufen.

Beim Angaloppieren fällt Philipp besonders gern in die Rücklage. Deshalb gibt es hierfür noch einen weiteren Tipp: „Stell’ dir beim Angaloppieren vor, dass du deine innere Hüfte zum äußeren Pferdeohr führst”, sagt Elaine Butler. Durch die dadurch entstehende minimale Bewegung der Hüfte wird die innere Schulter des Pferdes entlastet und dem Pferd fällt es leichter, die Schulter für den ersten Galoppsprung anzuheben.

Springt das Pferd leichter an, hat Philipp nicht mehr die Idee, er müsse es von hinten anschieben. Denn dass dabei die Rücklage hilft, ist ein Irrtum: Im Gegenteil! Durch die Rücklage entsteht enorm viel Druck auf den Pferderücken. Das Pferd drückt dadurch den Rücken tendenziell eher weg. Wie viel Druck entsteht, wird in der Trockenübung klar, die Elaine Butler alle Reiter machen lässt (siehe Übung rechts oben).

Lösungsansatz für weichere Hände

Elaine Butler erklärt dem Reiter, dass er den Winkel zwischen Ober-und Unterarm variieren muss, um weich in der Anlehnung zu bleiben: „Wenn du angaloppierst, das Pferd anspringt und Schulter und Mähne kommen dir entgegen, dann nutzt du den normalen Armwinkel. Doch wenn dein Pferd landet, senkt es den Hals und du musst den Arm etwas vorstrecken, nicht viel, ein bis zwei Zentimeter aus den Ellbogen heraus.” Dadurch, dass dieses Nachgeben noch nicht automatisch passiert, „springt der Wallach dir gegen das Gebiss und rollt sich ein.” Die Ausbilderin fragt den Reiter, ob er Sorge hat, dass das junge Pferd zu schnell wird, wenn er den Zügel nachgibt und erklärt: „Das Tempo bestimmst du mit dem Sitz –die Hände schiebst du tendenziell nach vorn, denk’ ans ‚Schubkarre schieben’.” Dieses Bild vom Schieben einer Schubkarre hilft enorm, um sich einrollende Pferde dazu zu bringen, die Dehnung zu suchen. Es unterstützt den Reiter, die stabilisierenden Muskeln in seinem Körper zu nutzen, die den Zug nach vorn wieder herstellen. Philipp kann das gut umsetzen. Nicht nur sein Sitz, sondern auch das Gesamtbild verändern sich. Sein Wallach geht zufriedener und nutzt seinen Körper besser.

Für ein besseres Verständnis: was Hohlkreuz und Rücklage auslösen

Fühlen, wie das Pferd fühlt: die Übung im Vierfüßlerstand.


Ein Reiter stellt sich im Vierfüßlerstand auf den Boden, der zweite setzt sich in Höhe des Brustkorbs auf dessen Rücken. Er versucht erst, lotrecht zu sitzen. Dann nimmt er die Hohlkreuzposition ein, dann einen Sitz in Rücklage. Der Reiter, der das Pferd spielt, erklärt, wann er die meiste Belastung spürt. Sie werden sich wundern: Es ist ein absoluter Aha-Effekt, wie viel leichter das Tragen fällt, wenn die Sitzbeinhöcker des Reitenden lotrecht stehen.

Leichttraben ohne Pferd: bei zu schwacher Oberschenkelmuskulatur

Viele Reiter haben eine zu schwache Oberschenkelmuskulatur. Daraus folgt zum Beispiel für das Leichttraben: Sie versuchen auf falsche Art und Weise Schwung zu holen. Wer seine Oberschenkel auftrainieren möchte, setzt sich auf seine Waden und hebt dann langsam und gleichmäßig das Gesäß an, bis die Oberschenkel senkrecht stehen. Dabei soll der Oberkörper stets gerade bleiben. Alternative: Ein Bein dabei wenige Zentimeter über den Boden halten und nur aus der Kraft des anderen heraus aufstehen.

Oberschenkeltraining am Boden.


Alicia Kuhn und ihre zwölfjährige Stute

Das sind die Baustellen: Die fliegenden Galoppwechsel sind nicht flüssig. Mit ihr arbeitet Trainerin Elaine Butler.

Wie sitzt der Reiter im Galopp? Eine genaue Vorstellung macht den Wechsel leichter.


Lösungsansatz für den Galoppwechsel

Dieser Fall war so ein richtiges Aha-Erlebnis. Denn das Problem war direkt in dem Moment behoben, in dem Reiterin Alicia Elaine Butlers Erklärung, wie genau sich die Sitzbeinhöcker des Reiters im Galopp bewegen, folgen konnte. Die Bewegung des Reiterbeckens im Galopp entspricht der, mit der man einen Hula-Hoop-Reifen kreisen lässt. Es ist eine dreidimensionale Bewegung, bei der im Sattel die Sitzbeinhöcker diagonal belastet werden –beim Galopp auf der linken Hand zum Beispiel hinten rechts, vorn links im Wechsel. Diese Bewegungen sind minimal –aber unterstützen das Pferd im Bewegungsablauf immens. Den inneren Sitzbeinhöcker vorn zu halten, gelingt am besten, wenn die Reiterin ihren Bauchnabel eine Spur nach außen dreht. Als Alicia diese beiden Dinge, das diagonale Abwechseln der Sitzbeinhöcker und das Drehen des Bauchnabels, umsetzen konnte, gab es kein Wechselproblem mehr.

Hula-Hoop aktiviert die Hüfte. Meistens fällt es einem in eine Richtung leichter.


Hula-Hoop: Sitz im Galopp verbessern

Wer Hula-Hoop übt, kann seinen Sitz im Galopp verbessern. Die Hüftbewegung ist nämlich der im Galopp sehr ähnlich. Die meisten Menschen können es in eine Richtung weitaus besser, als in die andere –und das gleiche gilt dann auch für den Sitz im Galopp.

Stephanie Moser und ihr zehnjähriger Wallach

Das sind die Baustellen: Stephanie Moser kommt manchmal nicht reell zum Aussitzen. Dann sitzt sie nicht im Pferd. Mit ihr arbeitet Trainerin Hannah Engler.

Stephanie Moser sitzt nicht tief im Sattel und bleibt so über dem Pferd.


Lösungsansatz für das Aussitzen

Zunächst soll Stephanie nachspüren: Kann sie ihren Oberkörper verkürzen, um kompakter im Trab auszusitzen? „Hab’ die Idee, nach unten zu schrumpfen. Kannst du den Abstand zwischen Rippen und Hüfte verkürzen?” fragt Trainerin Hannah Engler. Wichtig: Dabei soll die Reiterin nicht versuchen, mit ihren Beinen und Füßen das Zuviel an Oberkörperbewegung abzufangen. Dies führt nämlich zum Klemmen, worauf das Pferd mit Wegdrücken des Rückens und Herausheben aus der Anlehnung reagiert. „Stell Dir vor, du wärst ein paralympischer Reiter und deine Beine würden nur bis zum Knie reichen”, sagt die Reitlehrerin. Das wirkt sofort –jedes Klemmen der Unterschenkel ist weg, dennoch bleibt die Stabilität erhalten. Häufig wird bei Problemen mit dem Aussitzen emp-fohlen, weich mitzugehen, erklärt die Trainerin. Doch genau das könnte zu Schlangenbewegungen des Oberkörpers führen, vor allem bei Reiterinnen mit eher langem Oberkörper.

Sie soll sich vorstellen, ihren Körperschwerpunkt etwas nach unten zu drücken.


„Gute Reiter zeigen im Aussitzen keine Schlangenbewegungen des Oberkörpers, sondern Oberschenkel und Oberkörper sind gleichmäßig und stabil am Pferd. Dafür ist ein guter Muskeltonus notwendig”, erklärt Hannah Engler. Ein Bild, das vielen Reitern hilft, den richtigen Muskeltonus zu finden: Sich den eigenen Oberkörper wie einen Karton vorzustellen, der zu allen Seiten prall gefüllt ist. Dieses prall gefüllte, Ausgestopfte, wie die Entwicklerin der Methode, Mary Wanless, es in ihren Büchern bezeichnet, muss der Reiter durch Muskelkraft herstellen. Hannah Engler nutzt ein weiteres Bild: „Die Bewegung, die dein Pferd dir im Trab von unten gibt, ist in etwa so, als ob ein Basketball in dir dribbelt. Du kannst die Intensität bestimmen, indem du vom Zwerchfell aus Druck nach unten machst und den Ball so weniger stark dribbeln lässt.” So kann die Reiterin die Bewegung kanalisieren.

Würde sie nämlich diese Bewegung des Pferdes passiv durchlassen, „dann würde deine Hüfte vom Sattel weggehen, der Oberkörper würde auseinander gezogen, Kopf und Arme wackeln, es würde für dich unbequem und dein Pferd ginge mit Hohlkreuz, um dem Plumpsen zu entgehen.” So dramatisch sieht es nie bei diesem Paar aus –aber die Tendenz wird klar. Jeder Reiter reagiert unterschiedlich auf Bilder –wem das Bild mit dem innerlich dribbelnden Basketball nicht hilft, dem sagt Hannah Engler gern, dass er sich vorstellen soll, er hätte in sich eine Kaffeemaschine, solch eine mit Handfilter, den man nach unten drücken muss. Genau dieses nach unten drücken, diese Bewegung braucht es innerlich, um gut Aussitzen zu können.

„Wenn du dies ein wenig kultiviert hast, dann kannst du den Druck von oben nach unten mitmachen und ihn verlangsamen, um etwas mehr Erhabenheit hineinzubringen”, erklärt Hannah Engler. So kann die Reiterin das Pferd mit unsichtbaren Hilfen hervorragend allein durch ihren Sitz und die Gewichtshilfen unterstützen. „Der Körper des Reiters gibt der Bewegung des Pferdes so einen Rahmen.”

Geheimtipp „Die Steinschleuder”: die Hinterhandaktivität des Pferdes noch mehr ansprechen

Als das schon gut funktioniert, soll Stephanie die Hinterhandaktivität ihres Pferdes noch mehr ansprechen, indem sie beim Aussitzen den „Sling shot”-Sitz nach Mary Wanless einnimmt. Dabei stellt sich der Reiter vor, den Bereich zwischen Knie und Sitzbeinhöcker wie bei einer Steinschleuder so weit wie möglich auseinander zu spannen. Elaine Butler hat dies im Deutschen als den „Katapultsitz” eingeführt. Der Reiter rutscht dabei nur wenige Zentimeter mit den Sitzbeinhöckern auf seinem Sitzfleisch nach hinten, sie bleiben dabei lotrecht. In der Vorstellung sind die Knie der Bereich, in dem das Y der Steinschleuder endet, die Oberschenkel sind das Gummiband, der Oberkörper der Stein. Damit bringt der Reiter seinen kompletten Schwerpunkt etwas mehr nach hinten, hin zu den Hinterbeinen des Pferdes.

Elaine Butler nennt zum Beispiel gern Carl Hester und Charlotte Dujardin als Beispiele, die intuitiv mit dieser Oberschenkel-und Sitzbeinhöckertechnik arbeiten. Auch Stephanies Pferd reagiert sehr gut darauf. Trotz des heißen Sommerwetters und der langen Reitstunde zeigt es die aktivsten Tritte genau in den Momenten, in denen sie diesen Steinschleudersitz nutzt.

Durch die von Wanless als Steinschleudersitz bezeichnete Einwirkung wird das Hinterbein aktiver.


UNSERE EXPERTEN

Elaine Butler
ist zertifizierter Ride-withyour-mind-Coach, ausgebildet bei Mary Wanless in England. Die Ausbilderin ist Engländerin und spricht hervorragend Deutsch. Sie lebt bei Frankfurt und gibt in vielen europäischen Ländern Seminare. In diesem Jahr startet ihr erstes eigenes Ausbildungsprogramm für Reitlehrer und Trainer, die sich auf Sitzschulungen spezialisieren möchten.

www.die-wanless-methode. de/elaine-butler/. De

Hannah Engler
ist zertifizierter Ridewith-yourmind-Coach, ausgebildet bei Mary Wanless in England. Die selbstständige Trainerin und Ausbilderin wohnt in Aachen. Sie hat sich auf Pferdegesundheit und Sitzschulungen spezialisiert.

www.gesunde-pferde.eu