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SLOWENIEN: Kleine Wundertüte


Alpentourer - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 28.02.2020

Slowenien kennen viele nach wie vor nur von der Durchreise nach Kroatien. Schade, denn das kleine Land, eingebettet zwischen den Alpen, dem Mittelmeer und dem Dinarischem Gebirge, hat Motorradenthusiasten sehr viel zu bieten. Genug für mehr als einen Urlaub.


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Bildquelle: Alpentourer, Ausgabe 2/2020

Bewaldete Höhen sind typisch für Slowenien, das kleine Land mit ganz großem Motorradkino.


Planica hat die zweitgrößte Skiflugschanze der Welt.


Ruhe findet man am idyllischen Quelltopf der Sava


Von Villach in Kärnten kommend, blicken wir auf die Karawanken-Nordwand. Es ist noch diese eine Barriere, die uns von Slowenien trennt. Wir nehmen die ...

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... Wurzenpass-Straße, die nach 18-prozentigem Anstieg die Grenze zu Slowenien auf einer Höhe von 1076 Metern überwindet und den Blick auf die Julischen Alpen freigibt.

Das beschauliche Podkoren empfängt uns auf slowenischer Seite. Man sieht dem Dorf nicht an, dass wir uns bereits im Zentrum des slowenischer Wintersports befinden. Wenige Kilometer westlich, steht in Planica die zweitgrößte Skiflugschanze der Welt. Im Winter kommen bis zu 10 000 Besucher zu den Flug-Spektakeln. Vorbei am idyllischen Quelltopf der Sava, dem größten Fluss Sloweniens, fahren wir nach Kranjska Gora, so etwas wie das Oberstdorf dieses Landes.

Deal mit der Künstlerin

Der ganze Ort ist auf Wintersport ausgerichtet. In einem Café lernen wir die einheimische Künstlerin Lea Svrzikapa kennen. Die studierte Malerin nimmt uns mit in ihr Atelier, und wir machen einen Deal mit ihr: Sie macht Fotos von uns und setzt diese in künstlerische Porträts um, die war am Ende der Tour mit- nehmen können. Wir sind gespannt und verabschieden uns in die Berge.

Die Statue des Zlatorog markiert die Auffahrt zum kopfsteingepflasterten Vršič


Das erste Highlight erwartet uns auf dem Weg zum höchsten slowenischen Pass, dem 1611 Meter hohen Vršič-Sattel. Insgesamt 50 durchnummerierte Haarnadelkurven bescheren uns opulenten Kurvengenuss. Die Straße wurde im Ersten Weltkrieg von russischen Kriegsgefangenen als Versorgungsweg angelegt. Für die unter unmenschlichen Strapazen zu Tode gekommenen Kameraden wurde die eindrucksvolle Russische Kapelle ganz aus Holz an Kurve acht errichtet.

Hinter dem Pass geht es aussichts- und kurvenreich steil bergab bis zum Ufer der unverschämt smaragdgrün leuchtenden Soča, einem der letzten echten Wildbäche in den Alpen. Am Abzweig nach Bovec gönnen wir uns einen weiteren landschaft- lichen und fahrerischen Leckerbissen und machen uns auf in Richtung Predilpass. Unser Ziel ist die legendäre Stichstraße hinauf zum Parkplatz unterhalb des 2 677 Meter hohen Mangart.

Bis zu 22 Prozent Steigung

Auf einer Länge von zwölf Kilometern schrauben wir uns auf der Mautstraße mit bis zu 22 Prozent Steigung in unzähligen Kehren, durch grob in den Fels gehauene Tunnels und an Steilhängen entlang hinauf bis auf 2 055 Meter und genießen dabei die spektakulären Aussichten über die Ostalpen und ins Friaul.

Auf dem gleichen Weg zurück treffen wir bei Bovec wieder auf die Soča und folgen ihr. Im Ersten Weltkrieg tobten in der Region heftige Schlachten. Besonders eindrucksvoll erinnert das preisgekrönte Kriegsmuseum „Kobariški muzej“ in Kobarid an die grausamen Geschehnisse. Hinter dem Ort verlassen wir das breite Tal und geben uns die herrliche Panorama-Straße über den Kolovrat-Gebirgskamm. Das schmale Sträßchen führt teilweise über Schotter, ist aber problemlos zu befahren. Die Ausblicke reichen von den Julischen Alpen bis zur Adria.

Wieder unten an der Soča steuern wir auf die für ihren Wein- und Obstanbau bekannte Region Goriška Brda zu. Etliche Weinkellereien laden zur Verkostung ein, und Familien verkaufen ihre Obst- ernte an Straßenständen. Ein sieben Kilometer langer Abstecher über den Sabotin-Bergrücken gewährt uns ebenfalls weitreichende Ausblicke. Das Ende der Stichstraße markiert das ehemalige, mittlerweile zu einem Café und kleinem Kriegsmuseum umgebaute Wachhaus.

Die Russische Kapelle gedenkt der Menschen, die beim Bau des Vršič-Passes zu Tode kamen.


Die Soča ist eine der letzten Wildwasserflüsse Europas. Leckere Kirschen gibt es dagegen in Goriška Brda


Die Solkan-Brücke führt 55 Meter hoch über die Soča


Über die mächtige und 55 Meter hohe Solkan-Brücke machen wir uns auf in den dichten Ternowaner Wald, durch den eine spektakuläre Straße mit Tunnel und abenteuerlichen Straßenbrücken führt. Über das weitläufige Vipava-Tal erreichen wir Štanjel. Das Dorf besitzt noch eine alte Stadtmauer und ist für den öffentlichen Verkehr ge- sperrt. Wir parken deshalb außerhalb und schlendern durch die mittelalterlichen Gassen. Besonders sehenswert ist der öffentlich zugängliche Ferrari-Garten.

Heimat prominenter Pferde

Am Ende einer kurvenreichen Strecke durch die hügelige Weinlandschaft erwartet uns das weltberühmte, 1580 gegründeten Pferdegestüt Lipica. Entlang ausgedehnter Weiden, eingerahmt von weißen Lattenzäunen, kann man die wunderbaren Tiere beobachten. Aufgrund ihrer schneeweißen Färbung und ihrer Eleganz wurden sie an der Spanischen Hofreitschule in Wien gezielt gefördert und für Paradezwecke trainiert. Unweit des Gestüts befinden sich etliche Karsthöhlen. Eine der spektakulärsten ist die Škocjan-Höhle, die seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.

Slowenien kann aber nicht nur Berge und Höhlen, es kann auch Meer. Zugegeben, 46 Kilometer Küstenstreifen sind nicht gerade üppig, und zum Baden würden wir eher weiter nach Kroatien fahren, aber die Altstädte von Koper und Izola sind von betörendem Charme. Die venezianisch geprägte Küstenperle Piran verströmt darüber hinaus mediterranes Flair vom Feinsten. Den Kontrast dazu bildet das benachbarte mondäne Portorož. Schicke Bars, Cocktail-Lounges und stylische Restaurants drapieren sich um Sloweniens einzigen Sandstrand – und der ist künstlich angelegt.

Der Ferrari-Garten in Štanjel ist öffentlich zugänglich.


Uns zieht es weiter in das slowenisch-kroatische Grenzgebiet. Trotz gemeinsamer EU-Zugehörigkeit wird an den Grenzen zeitweise streng kontrolliert. Vorbei am Künstlerdorf Grožnjan, legen wir einen Stopp in Motovun ein. Das autofreie Dorf thront wie ein Adlerhorst auf einer Kuppe mit Rundum-Sahneblick. Berühmt ist die Region für seine Trüffel. Wir pendeln mehrfach über die Grenze und durchstreifen dabei einsame wie kurvenreiche Landstriche. Spektakuläre Landschaften bietet das Podgorski kras-Plateau, an dessen senkrechter Abbruchkante wir weitreichende Aussichten genießen. Wir kommen uns vor wie im Niemandsland.

Vorbei an ausgedehnten Wald- und Wiesenabschnitten erreichen wir Pivka. In einer ehemaligen Kaserne wurde ein Militärmuseum eingerichtet, das spannend unter anderem über den Balkankrieg informiert. Bis nach Postojna ist es nicht mehr weit. Berühmt ist der Ort für die Adelsberger Grotten. Sie bilden das zweitgrößte Höhlensystem der Erde. Nur neun Kilometer entfernt befindet sich ein weiteres touristisches Highlight. Das Höhlenschloss Predjamski grad aus dem 16. Jahrhundert wurde spektakulär an einer senkrechten Felswand direkt vor einen Höhleneingang gebaut. Ein Geheimgang durch die Grotte ermöglichte die Versorgung im Belagerungsfall.

Prächtiger Ausblick über das Zirknitzer Becken.


See ohne Wasser

Durch die Rakov-Schlucht kommen wir nach Cerknica, das am Rand des Zirknitzer Beckens liegt. In trockenen Phasen erkennt man nicht, was es mit der ausgedehnten Wiesenlandschaft auf sich hat. Denn im Winter und nach starken Regenfällen füllt sich das Becken wie von Zauberhand mit Wasser. Dann entsteht mit 38 Quadratkilometern Fläche und zehn Metern Tiefe der größte See Sloweniens und damit auch das größte sogenannte „Periodische Gewässer“ weltweit. Durch den löchrigen Untergrund des Karst versickert das Wasser in Trockenphasen und kommt erst mit dem Regen wieder zum Vorschein. Besonders eindrucksvoll bestaunen lässt sich der „See ohne Wasser“ von der bewirtschafteten Berghütte auf dem Slivnica-Bergrücken.

Vor uns liegt dann eine der schönsten Bikerstrecken Sloweniens überhaupt. Die Waldstrecke ist kaum befahren, der Grip ist perfekt, und der Rhyth- mus stimmt. Mit wachsender Begeisterung wedeln wir durch den Notrjanski-Regionalpark.

Die Grotten von 3RVtojnska Jama, auch bekannt als Adelsberg, sind beliebt. Wenige Kilometer entfernt schmiegt sich das Schloss Predjamski Grad an den Fels


In einem weiten Bogen nähern wir uns Ljubljana aus westlicher Richtung. Die Landeshauptstadt erinnert mit ihren Jugendstil- und Barockbauten aus der Habsburger Zeit ein wenig an Wien und präsentiert sich wie aus dem Ei gepellt. Wir pausieren einen Tag, um die Stadt zu entdecken.

Hauptsehenswürdigkeiten sind der zentrale Prešeren-Platz mit seinen drei Brücken über den Fluss Ljubljanica, der Rathausplatz Mestni trg und die alles überragende Stadtburg. Entlang der herausgeputzten Fußgängerzone und an den Flussufern reihen sich gemütliche Cafés und elegante Restaurants aneinander. Am Marktplatz Vodnikov trg finden oft Flohmärkte und kulturelle Veranstaltungen statt.

Natürliche Grenze zu Kroatien

Am nächsten Tag verlassen wir Ljubljana in südöstlicher Richtung und kurven an Maisfeldern vorbei durch ausgedehntes Ackerland. Lange, schnelle Kurven und feinster Belag sorgen für ungetrübten Fahrgenuss. Schließlich erreichen wir bei Fara die Kolpa, die als natürliche Grenze zu Kroatien fungiert. Entlang des slowenischen Ufers wurde 2016 abschnittsweise ein Zaun gegen Flüchtende aus dem Osten er- richtet. Die Uferstraße schlängelt sich durch das tief eingeschnittene Tal und ist von dicht bewaldeten Hängen umgeben.

Geschmeidig durch den Nationalpark Triglavski narodni park.


Die drei Brücken und der Vodnikov-Platz zahlen zu den Highlights Ljubljanas.


Bei Vinica nehmen wir Kurs auf Novo Mesto. Nach abenteuerlichem Kurvenritt auf der gerne für lokale Bergrennen genutzten Strecke empfängt uns die mittelalterliche und sehenswerte Stadt aus dem 14. Jahrhundert. Über Vrčice tauchen wir tief ein in die dichten Wälder des Kočevski Rog-Gebirges, das auch Marschall Titos Partisanen im Zweiten Weltkrieg für sich zu nutzen wussten. Bis zum Kriegsende unentdeckt, richteten sie ganze Dörfer aus Holzhütten im Wald ein. Sie besaßen Büros, Schulen, Druckereien und Krankenhäuser. Ein Hauptquartier war das „Baza 20“, bestehend aus 26 Häusern für 140 Bewohner, das heute als Freilichtmuseum besichtigt werden kann.

In einem weiten Bogen überqueren wir bewaldete Höhen und idyllische Täler und treffen bei Radeče auf das Ufer der mittlerweile zu einem Strom angewachsenen Sava. Bis nach Brežice folgen wir dem Fluss durch das weitläufige Tal. Wir sind im Gebiet der heißen Quellen angekommen. Einen Vorgeschmack gibt uns die Terme Čatež, ein Wellness-Tempel der Superlative. Den Besuchern stehen sieben Außenpools und 2 300 Quadratmeter überdachte Schwimmbadfläche zur Verfügung.

Sloweniens ältester Kurort

Auf dem weiteren Weg durch die Weingegend reihen sich die Bade-Oasen aneinander, darunter die preisgekrönte Therme Olimia, ein Aqualuna-Badepark und weitere Einrichtungen. Die Sahneschnitte aber ist Rogaška Slatina, der älteste Kurort Sloweniens, wo einst gekrönte Häupter zur Live-Musik eines gewissen Franz Liszt auf der Parkbank vor dem Grand Hotel mit den Füßen wippten. „Beauty, Spa und Trallala findet man in Slatina“, dieses Motto kommt mir bei einem Spaziergang in den Sinn.

Uns steht der Sinn mehr nach durstlöschender Wellness, denn Slowenien ist auch Hopfenland. Bis zur Laško-Brauerei, der beliebtesten Biersorte des Landes, ist es nicht mehr weit. Hierzu cruisen wir durch zunehmend einsamere Wald- und Wiesen- landschaften bis nach Laško. Der unansehnliche Betonklotz der Brauerei mit der Eleganz eines Ikea-Hochregallagers ist unübersehbar. Über das innerstädtische Tourist Info Center melden wir uns zur lohnenden Besichtigung an.


Laut dem Guinness-Buch der Rekorde gibt es in Maribor die älteste Weinrebe der Welt.


Da wir schon mal in der Hopfengegend sind, gönnen wir uns eine besondere Bier-Attraktion. Dazu fahren wir über das quirlige Celje, unterhalb der bestens erhaltenen Burg Cilli und nehmen Kurs auf Žalec. Vorbei an kunstvoll gespannten Drahtgeflechten, an denen sich der Hopfen emporrankt, ist der Stadtpark unser Ziel. Die „Fontana Zeleno Zlato“ ist ein Bierbrunnen mit sechs Zapfsäulen. Am Kiosk kaufen wir ein Glas mit einem Chip und los geht‘s. Sechsmal zapfen ist möglich, bis der Chip aufgebraucht ist. Eine tolle Idee, wie wir finden. Motorradreisenden ist dies allerdings nur dann zur Nachahmung empfohlen, wenn sie es als Abschluss einer Tagestour einplanen.

Uns lockt am nächsten Morgen der Nordosten des Landes. Zwischen den sanften Dravinjske Gorice- und Haloze-Gebirgszügen schlängeln wir uns geschmeidig hindurch und erreichen das von einer gut erhaltenen Festungsmauer umgebene Ptuj. Sie ist die älteste Stadt Sloweniens und war bereits lange vor dem Römischen Reich besiedelt. Der markante Stadtturm in der Prešernova ulica eignet sich mehr als perfekt als Startpunkt für eine Stadtbegehung durch die kopfsteingepflasterten Gassen.

Nach Maribor, der zweitgrößten Stadt des Landes, nimmt der Verkehr deutlich zu, und das Gelände wird flacher. Wir stellen unsere Maschinen am zentralen Hauptplatz Glavni trg ab und sind beeindruckt von den pittoresken Gebäuden aus der Habsburger Ära. Nördlich schließt sich die quirlige Fußgängerzone mit vielen Straßencafés an. Am südlich gelegenen Drava-Ufer entdecken wir an einem Langhaus laut Guinness-Buch der Rekorde die mit über 400 Jahren älteste Weinrebe der Welt von der Sorte „Blauer Kölner“.

Es zieht uns wieder in die Berge. Am Drava-Ufer entlang, steuern wir auf das Bachergebirge zu. Über eine zwölf Kilometer lange Schotterpiste nähern wir uns dem 1517 Meter hoch gelegenen Rogla-Pass über die Nordrampe. Die Südrampe ist asphaltiert und wie geschaffen für genüssliche Lastwechsel. Mit Kurs auf die Karawanken nehmen wir noch die majestätisch aufragenden Steiner und Sulzbacher Alpen mit, die östlich vorgelagert sind. Das beste Panorama hat man von Črna aus durch das Meža-Tal.

Rogaška Slatina ist Sloweniens ältester Kurort. Oberhalb von Celje liegt die Burg Cilli


Auf einem 139 Meter hohen Felsen über dem Bleder See thront die älteste Burg des Landes


Roglas Südrampe begeistert uns ebenso wie die für uns an- gefertigten Portrats der Künstlerin Lea Svrzikapa


Auf dem Weg zum Paulitsch-Sattel an der Grenze nach Kärnten breitet sich neben der geschotterten Piste das fantastische Panorama der Ostalpen aus. Über den Seeberg-Sattel fahren wir auf kurvenreicher Strecke zurück nach Slowenien und genießen die Abfahrt durch das idyllische Kokra-Tal bis nach Kranj, mit seiner ebenfalls sehenswerten und befestigten Altstadt über der Kokra-Mündung in die Sava. Über Tržič und Begunje kommen wir nach Bled, einem der touristischen Hotspots Sloweniens. Die einzigartige Lage inmitten der Julischen Bergwelt und am gleichnamigen See lockte bereits im 19. Jahrhundert zahlungskräftige Kurgäste und später Staatschef Tito in das herausgeputzte Kleinod.

Auf der breit und perfekt ausgebauten Landstraße durch das weitläufige Tal der Sava Bohinjka tauchen wir ein in die Bergwelt des Triglavski Narodni Parks. Entspanntes Cruisen ist angesagt bis zum größten permanenten See Sloweniens, dem Bohinjsko jezero. Umrahmt von hohen Gipfeln ruht der See in tiefem Blaugrün vor spektakulärer Kulisse. Über Studor erklimmen wir die Pokljuka-Hochebene, und über das einsame Radovna-Tal schwenken wir nach Westen und kommen zurück zu unserem Ausgangspunkt in Kranjska Gora.

Eine fantastische Reise mit unglaublich vielen landschaftlichen, kulturellen und geschichtlichen Eindrücken, liebenswerten Menschen und kulinarischen Leckerbissen geht zu Ende. Zum Abschluss treffen wir die Künstlerin Lea übrigens tatsächlich wieder, die uns bereits ganz aufgeregt mit den Porträts erwartet. Wir sind begeistert und verbringen noch einen langen, feuchtfröhlichen Abend miteinander, bevor wir die Heimreise antreten.

INFORMATION

Die slowenische Tourismuszentrale ist sehr aktiv und bietet aktuelle deutschsprachige Informationen mit immer neuen Inhalten auf ihrer Website an. slovenia.info

Das private Forum lässt keine Fragen unbeantwortet. Es gibt auch eine eigene Rubrik für Motorradfahrer. forum-slowenien.de

ANREISE

Am schnellsten geht es über die Tauern-Autobahn von Salzburg über Villach/ Klagenfurt. Zur Autobahn-Vignette kommen noch Sonder-Mautgebühren für Tauern-, Katschberg- und Karawanken-Tunnel hinzu, die sich durch Umfahrung einsparen lassen. Grenzübergänge nach Slowenien sind (von West nach Ost): Wurzenpass, Karawankentunnel, Loiblpass und Seebergsattel. Alternativ reist man über Italien an. Lohnenswerte Zwischenziele sind die Dolomiten und die Karnischen Alpen. Gängige Grenzübergänge nach Slowenien sind (von Nord nach Süd): Rateče, Predelpass, Kobarid, Gorizia, Trieste, Muggia.

CHARAKTERISTIK

Die beschriebene Tour ist 1640 Kilometer lang und führt durch alle landschaftlichen Regionen. Die Straßen sind teilweise geschottert, aber gut befahrbar. Sie stellen keine besonderen Herausforderungen an Mensch und Maschine.

TANKEN

Da der Spritpreis staatlich vorgegeben wird, kann man sich Preisvergleiche sparen.

ATTRAKTIONEN

Das weltweit zweitgrößte erschlossene Höhlensystem Adelsberger Grotten mit jährlich mehreren hunderttausend Besuchern ist ganzjährig geöffnet. postojnska-jama.eu

Das am Ufer der Savinja in Laško gebraute Bier der Laško-Brauerei ist das erfolgreichste in Slowenien. Besichtigungen inkl. Bierprobe organisiert die örtliche Tourist Info mittwochs und freitags um 14:30 Uhr für Gruppen ab 10 Personen. pivo-lasko.si

ESSEN UND TRINKEN

Zu den bekanntesten Hauptspeisen zählen klassische Grillgerichte wie Čevapčići oder Ražnjici. Als Nachspeise kommen dünn gerollte Pfannkuchen (Palačinke) häufig auf den Tisch. Und nicht zu vergessen: die berühmte Bleder Kremšnita, die es ebenfalls fast überall in Slowenien gibt.

Wein ist das beliebteste Getränk. Bekannte Sorten sind Rebula, Jakot, Pinot und Chardonnay. Bei den Rotweinen dominieren Merlot und Cabernet Sauvignon. Bei den Bieren sind Laško und Union die Platzhirsche. Hochprozentige Rohrputzer sind der Pflaumenschnaps Slivovka und der Wacholderschnaps Brinjevec. Bei den alkoholfreien Getränken sind die natürlichen Mineralwässer Radenska (mit den drei Herzen) und Donat Mg mit seinem extrem hohen Magnesium-Gehalt am beliebtesten. Beliebt ist auch die „Balkan-Cola“ Cockta.

Das Restaurant Gostilna Kobjeglava westlich von Štanjel gehört zu den besten Lokalen Sloweniens. Vier- bis Acht-Gänge-Menüs geben der Kreativität des Chefkochs breiten Spielraum. Spezialität des Hauses sind die Schinkengerichte. q-komel.com

Die Hausbrauerei Gostinstvo Haler in Podčetrtek braut eigenes Bier und bietet neben Deftigem auch Salate, Vegetarisches, Fisch und Pizzen. Spezialität ist das grüne Bier unter Verwendung von Zitrushopfen. haler-sp.si

Slowenische Kulinarik der Spitzenklasse gibt es im Restaurant Galerija Okusov in Petrovče in einem Nebengebäude des Schlosses Novo Celje. galerijaokusov.si

UNTERKUNFT

Das Hotel Vandot in Kranjska Gora bietet überdachte Stellplätzen für Motorräder. Das reichhaltige Frühstück stammt aus eigener Produktion. vandot.si

Das City Hotel in Ljubljana punktet mit unmittelbarer Altstadtnähe und Steinwurfweite zum Union-Biermuseum. Geboten wird eine Garage (gegen Aufpreis) und ein ausgiebiges Frühstücksbuffet. cityhotel.si

Traumhaft in den Hügeln östlich unweit von Celje gelegen ist der Bio-Bauernhof Tourist Farm Artise. Ein alter Weinkeller wurde mit viel Liebe zum modernen Gästehaus umgebaut. Hervorragendes Frühstück mit hauseigenen Produkten. artisek.si

Direkt an der A1-Autobahn-Ausfahrt Vransko/ Kamnik bietet das Gasthaus Grof neben einem hervorragenden Restaurant auch mehrere 1- bis 3-Bett-Zimmer. Ein großes Frühstücksbuffet und sehr nettes Personal runden den tollen Eindruck ab. gostilna-grof.si