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SMART SPEAKER: HIS BLASTER’S VOICE


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

„Spiel’s noch einmal, Sam“ war gestern. Heute adressiert man Wünsche an Alexa oder Googles Assistenten. Die stecken in immer mehr Smart Speakern.


TEST

Smart Speaker mit Sprachsteuerung
HARMAN KARDON CITATION 500 650 €
KLIPSCH THE THREE 500 €
LIBRATONE ZIPP 2 300 €
NETGEAR ORBI VOICE 500 €
RIVA VOICE CONCERT 230 €
YAMAHA MUSICCAST 20 230 €

Artikelbild für den Artikel "SMART SPEAKER: HIS BLASTER’S VOICE" aus der Ausgabe 5/2019 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 5/2019

Wer heute etwas auf sich hält, muss smart sein. Doch der Begriff definiert keine feste Größe. Wer gestern noch als smart galt, guckt heute eher dumm aus der Wäsche. Für einen angesagten Smart Speaker reicht es nicht mehr aus, vernetzt zu sein, streamen zu können und ...

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... sich für Multiroom-Systeme zu eignen: Das neue Zauberwort heißt „zuhören“.

1948, als George Orwell seine legendäre Dystopie „1984“ verfasste, gab es kaum eine schlimmere Vorstellung als die vom „Großen Bruder“, der immer und überall mithört. Doch 1984 ist schon lange Geschichte. Viele von uns brennen geradezu darauf, in ihren hippen Smart Homes ständig belauscht zu werden. Digitale Assistenten sollen ihnen jeden Wunsch förmlich von den Lippen ablesen – sei es nun die Frage nach dem Wetter, Einträgen im Terminkalender oder der Wunsch nach automatischer Musikberieselung via Onlinedienst. Da stört es nicht einmal, dass die dazu nötigen Assistenten Diener zweier Herren sind: Der Google Assistant leitet jeden Befehl direkt an die Server der als Datenkrake berüchtigten Suchmaschine aus den USA weiter. Hinter Alexa steht der Online-Versender Amazon, der auch nicht gerade den Ruf genießt, zu den Vorreitern des Datenschutzes zu gehören.

Doch offenbar bereiten solche Sorgen vielen Menschen gar keine Sorgen, denn der Trend zu sprachgesteuerten Smart Speakern nimmt immer mehr Fahrt auf. Nicht nur Hersteller wie Netgear oder Riva bieten entsprechende Lösungen an, auch die Designer-Dänen von Libratone machen mit. Sogar Traditionsmarken wie Harman Kardon, Klipsch und Yamaha springen auf den Zug auf.

Was den Datenschutz betrifft, handelt es sich um eine Frage, die sich jeder einzelne jeden Tag aufs Neue stellen muss, nicht nur bei den Sprachassistenten. Aber die Sache mit dem Klang folgt trotz allem Hightech einen alten Muster. Und hier kann der Vergleich sechs interessanter Smart Speaker Aufschluss geben, damit es am Ende nicht heißt: „ Alexa, bestelle mir Ohrenschützer.“

HARMAN KARDON CITATION 500: 650 EURO

Vor einigen Jahren veröffentlichten wir an gleicher Stelle den ersten Test der Omni-Serie von Harman Kardon. Der Klang der Multiroom-Lautsprecher überzeugte uns auf ganzer Linie und ließ das große Vorbild Sonos locker hinter sich. Allerdings hatte die im eigenen Haus entwickelte Software noch Macken, die, wenn man die Nutzerbe wertungen im Netz verfolgt, offenbar bis zum Ende nicht abgestellt wurden. Jetzt wagen die Amerikaner einen kompletten Neustart in Sachen Smart Home. Mit der Citation-Serie ist nicht nur der alte Name Geschichte, sondern auch die rundlichen Formen und die glänzenden Kunststoffoberflächen. Die mussten wohnlichen Stoffen weichen und es gibt noch eine viel bedeutendere Neuerung am Citation 500, die durchaus als richtungsweisend für den ganzen Bereich zu werten ist: Auf der Oberseite des ovalen Lautsprechers befindet sich ein farbiges Display mit Touchfunktion. Das unterstützt den Anwender bereits während der Installation, indem es nach der gewünschten Sprache fragt und auf den unverzichtbaren Download der „Google Home“-App hinweist.

Nach der problemlosen Installation meldet sich prompt der dienstbare Geist: „Hallo, ich bin dein Google Assistent.“ Das machen zwar auch einige Mitbewerber, aber spätestens, wenn die Musik etwas lauter spielt, trennt sich die Spreu vom Weizen. Während sich die Sprachassistenten dann oftmals taub stellen, erkannte der Harman die Befehle immer noch relativ zuverlässig.


DER REINSTE BASS-ISTENT


Auch bei den Schallwandlern hat Harman einigen Aufwand betrieben. Die Entwickler spendierten dem Citation 500 gleich zwei 2-Wege-Systeme mit je einem 2,5-cm-Hochtöner und einem 13,1-cm-Tieftöner, für die insgesamt 200 Watt Endstufenleistung vorhanden sind. In dieser Klasse ist das schon ziemlich außergewöhnlich, was sich auch im Gewicht von immerhin 7,6 kg niederschlägt.

Sparsamkeit herrscht nur bei den Anschlüssen: Das einzige Kabel führt zur Steckdose. Die Wiedergabe gelingt daher nur über drahtloses Streaming mit Chromecast und Bluetooth. Und weil man beim Streamen aus einer App wie Tune-In die Lautstärke nur umständlich regeln kann, wünscht man sich eine gute Regelung am Gerät. Das ist beim Citation 500 nicht ganz der Fall, weil er ein schlecht gekennzeichnetes Touchfeld vor dem eigentlichen Touchscreen nutzt.

Was die Lautstärke an sich betrifft, herrschte kein Mangel. Der Haman erreichte mühelos hohe Pegel und erzeugte ein großes Klangfeld. Während die Mitten und Höhen keinesfalls vorlaut wirkten, trug der Bass mächtig auf. Die Abstimmung ließ ihn sehr weich erscheinen, wenn man Rockmusik hörte. Allerdings passte der übertriebene Boost perfekt bei harten Elektro-Beats wie „The Fall“ von Eminem, wo der Punch plötzlich total trocken wirkte.

KLIPSCH THE THREE: 500 EURO

Die neueste Version des Klipsch The Three bringt eine ziemlich ausgefallene Verbindung aus dem schuhkartongroßen Nostalgieradio und dem Google Assistant. Der dürfte vermutlich noch nie eine derart noble Behausung vorgefunden haben.

Statt auf Plastik setzen die Amerikaner beim Gehäuse traditionsbewusst auf Holz, was gut klingt und in Verbindung mit dem lauschigen Wollstoffbezug über der Schallwand des kantigen Lautsprechers den Bezug zu klassischen Klipsch-Boxen herstellt. Selbst das Tastenfeld mit seinem Drehknopf zur Lautstärkeregelung besteht aus eloxiertem Metall. Das einzige Zugeständnis an die Moderne sind die vier in die Metallblende eingelassenen LEDs, die zum Beispiel anzeigen, ob das Mikrofon stumm geschaltet ist. Dafür gibt es direkt daneben eine eigene Taste, die dem Wunsch nach Privatsphäre Rechnung trägt.

Wer nämlich die magischen Worte „Ok Google“ ausspricht, der weckt sonst den Geist in der Kiste, was auch durch ein optisches Feedback mit den drei Leuchtdioden auf der Oberseite unterstrichen wird. Dank Dual-Mikrofon klappt das mit dem Hören auch während der Musikwiedergabe ziemlich gut, zumindest, wenn man die von Klipsch versprochenen 106 dB nicht voll ausreizt.

Die durch das von Firmengründer Paul Klipsch konstruierte Klipschorn berühmt gewordene Marke bleibt ihrem Vollgas-Image selbst im Google- Zeitalter konsequent treu. Um diesen Anspruch adäquat umzusetzen, griffen die Amerikaner zu zwei 5,7-cm-Breitbändern und einem aktiven Bass. Statt der in dieser Gerätekategorie weitverbreiteten Passivmembranen schickt sich hier ein staatlicher 13,3-cm-Tieftöner an, der für langen Hub optimiert wurde und damit sehr viel Luft bewegen kann. Die Passivmembranen mit gleichem Durchmesser gibt es bei Klipsch sozusagen als Dreingabe, damit auch ja genug Druck erzeugt wird in den unteren Oktaven.


THE THREE HAT KRAFT FÜR DREI


50 W Sinus respektive 80 W Musikleistung erwecken das Powerhouse zum Leben. Abgesehen von diesen klassischen Zutaten wirkt The Three aber hochmodern. Das geht so weit, dass kein Analogeingang vorhanden ist – die Musik wird über Chromecast oder Bluetooth zugespielt. Ganz gleich, welche Quelle wir wählten, wir durften stets in opulenten Klängen schwelgen. Zum angenehm warmen Timbre kam ein geradezu kolossaler Bass. Der kostete zwar Punkte in der Ausgewogenheit, punktete aber dafür umso mehr bei Rock, Pop und vor allem bei Hip-Hop. Eminem wirkte enorm mitreißend und druckvoll bis in die untersten Oktaven, profitierte dabei gleichzeitig von der großen Präzision und den schier unerschöpflichen Leistungsreserven. The Three bläst drei kleine Blue tooth-Dosen auf einmal weg.

LIBRATONE ZIPP 2: 300 EURO


EIN MOBILER ALLROUNDER


Die jüngste Inkarnation der Smart-Box aus Dänemark bringt einige Neuerungen, außen wie innen. Nach wie vor bekommt man diesen Lautsprecher in verschiedenen Designs, die sich im wesentlichen durch die in verschiedenen Farben erhältlichen Stoffbezüge unterscheiden. Sie lassen sich per Reißverschluss (daher der Name: Zipper = englisch für Reißverschluss) auswechseln. Allerdings haben die Dänen beim Zipp 2 die Ausrichtung des Reißverschlusses geändert. Beim Urmodell verlief dieser noch senkrecht, nun öffnet man ihn waagerecht, und er läuft komplett um den runden Gehäusezylinder herum. Der Rest der Rolle ist jedoch ausschließlich in Weiß erhältlich, eine schwarze Version wäre hier sicherlich ganz nett gewesen.

In die neue Version stecken die Dänen jede Menge aktuelle Digitaltechnik. Sie lässt sich per Bluetooth oder WLAN ansteuern. Man kann zwei Geräte zum Stereoverbund koppeln und der Zipp 2 versteht sich auf Multiroom-Fähigkeit per Apple AirPlay 2 oder SoundSpace Link. Mit der jüngsten Firmware-Iteration verfügt der bunte Zylinder sogar über eine ausgereifte Spracherkennung. Dazu integriert Libratone nicht weniger als sechs Mikrofone in das Gerät, die ständig in den Raum hineinlauschen und auf das Stichwort „Alexa“ warten. Damit ist klar: Libratone kooperiert mit der Amazon-Sprachassistentin, die einen guten Ruf genießt, besonders was die Qualität der Erkennung und die Tiefe der Reaktionen angeht. Zugabe: Der integrierte Akku sorgt für Musikgenuss auch ohne Steckdose in Reichweite – das bieten nicht sehr viele Konkurrenten.

Im Test machte der Zipp 2 einen guten Gesamteindruck. Nicht zuletzt dank der prima App, die es für iOS und Android gibt. Ruckzuck war der Zipp 2 Teil unseres AirPlay-2-Netzes, spielte Internetradio oder Playlisten über Amazon Music, Spotify oder Tidal und reagierte auf gesprochene Befehle prompt. Der Sound war druckvoll in den Bässen, die tonale Abstimmung eher warm mit zurückhaltenden Mitten. Der Zipp 2 zeigte sich als mobiler Allrounder, der klasse aussieht.