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SMARTE FALTER: KLAPPT DAS GUT?


Smartphone - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 05.06.2020
Artikelbild für den Artikel "SMARTE FALTER: KLAPPT DAS GUT?" aus der Ausgabe 4/2020 von Smartphone. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Smartphone, Ausgabe 4/2020

Klapphandys waren schon einmal Mitte der neunziger Jahre voll im Trend. Motorola konnte damals mit seinem StarTAC überzeugen. Zum größten Erfolg wurde aber das Motorola Razr, das 2003 eingeführt wurde. Im Smartphone-Zeitalter kommen der Klapp-Mechanismus und das Motorola Razr in moderner Form wieder zurück. Klapp-Handys liegen wieder voll im Trend. Mit moderner Technik im Inneren und faltbaren Displays zeigen sie, was in der Smartphone-Entwicklung heute möglich ist.

Faltbare Smartphones, sogenannte Foldables, sind mittlerweile Realität. Es gibt verschiedene Techniken, aber es gibt auch Probleme, die noch ...

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... bewältigt werden müssen. Manche Displays werfen Falten beim Klappen oder das Scharnier funktioniert nach einiger Zeit nicht mehr richtig.

Einige Smartphones klappen so, dass das Display geschützt im Inneren verschwindet. Andere klappen das Handy mit dem Display außen herum und schließlich gibt es noch die Handys, die in der Mitte zusammengeklappt werden. Auch das Material der Displays ist unterschiedlich. Die meisten setzen auf spezielle Kunststoff - folien und einige andere auf ultradünnes Glas. Die Vorteile der Falt-Technik liegen auf der Hand, aus einem herkömmlichen Smartphone wird in kurzer Zeit ein kleines Tablet mit 8 bis 10 Zoll Bildschirmdiagonale. Steckt man es wieder in die Tasche, haben sie nur die Größe eines herkömmlichen Handys oder beim Samsung Galaxy Z Flip sogar nur die halbe Größe. Dafür ist der Samsung-Falter aber aufgeklappt auch nur so groß wie ein normales Smartphone.

SAMSUNG GALAXY Z FLIP

Ein völlig neues Design präsentiert der südkoreanische Hersteller Samsung mit seinem Galaxy Z Flip. Entfaltet wird es nicht so groß wie ein kleines Tablet, sondern nur so groß wie ein gewöhnliches Smartphone mit einem 6,7 Zoll Display. Eingeklappt gibt es nur eine kleine Anzeige für Meldungen für Anrufe oder Nachrichten. Das Display besteht aus biegsamen Ultra Thin Glas, eine ultradünne Glas-Kunststo. -Mischung. Das Galaxy Z Flip kann in verschiedenen Winkeln geö. net bleiben. Das ermöglicht sogar freihändige Selfi es. Für Video-Telefonie kann man das Flip halb aufgeklappt einfach auf den Tisch stellen. Zusammengeklappt ist das Handy mit einer Größe von 73,6 mal 87,4 mm sehr kompakt und taschenfreundlich. Samsung hat auch das Scharnier weiterentwickelt, es wird von zwei Kurvenscheiben unterstützt. Sie stellen sicher, dass der Faltvorgang stabil und fl üssig funktioniert. Kleine Bürstchen sollen dafür sorgen, Fremdpartikel vom Scharnier und der Display-Innenseite abzuhalten.

SPECS

Preis: 1480 Euro / Gewicht: 183 g / Konnektivität: Bluetooth, Display-Auflösung 2636 x 1080 Pixel, 256 GB interner Speicher, Fingerabdruckscanner, 3300 mAh Akku, 10 MP Frontkamera und 12 MP Ultra-Weitwinkel und 12 MP Weitwinkel Hauptkameras.

+ Zusammengeklappt sehr kompakt

- Sehr hoher Preis

SAMSUNG GALAXY FOLD

Samsungs Start in die Faltbarkeit war nicht der glücklichste. Eigentlich sollte das Samsung Galaxy Fold bereits im Mai 2019 auf den Markt kommen. Doch die ersten versendeten Testgeräte wiesen schnell Display-Defekte auf. Und so wurde es dann doch erst September bis es auf den Markt kam und einen Härtetest mit 200.000 Faltvorgängen bestanden hatte. Das Front-Display hat eine Größe von 4,6 Zoll. Aufgefaltet hat das Galaxy Fold ein Display mit einer Diagonale von 7,3 Zoll. Das OLEDKunststo . -Display wird nach innen gefaltet und ist so im Gegensatz zum Huawei Mate X besser vor Kratzern geschützt. Gleich sechs Kameras haben die Südkoreaner eingebaut. Die Hauptkamera hat 12 Megapixel. Dazu kommen noch eine 16 MP Ultraweit-Kamera, ein 12 MP Teleobjektiv mit dem auch ein optischer Zweifach-Zoom möglich ist. Selfi es macht im aufgeklappten Zustand eine 10 MP Kamera, die von einer zweiten 8 MP Kamera für den Unschärfe-E. ekt ergänzt wird. Auf der Vorderseite steht dann noch eine 10 MP Kamera zur Verfügung.

SPECS

Preis: 2100 Euro / Gewicht: 276 g / Konnektivität: 5G, WiFi 6, Display-Auflösung 1536 x 2152 Pixel, 512 GB interner Speicher, Fingerabdruckscanner, Gesichtserkennung, 4235 mAh Akku

+ Gleich sechs Kameras verbaut \

- Zusammengeklappt sehr dick

HUAWEI MATE X

Huawei Mate X ist das Gegenstück zum Samsung Galaxy Fold. Aufgrund der fehlenden Google-Unterstützung ist das Smartphone hierzulande bisher aber nicht auf den Markt gekommen. Die Chinesen haben ein eigenes Betriebssystem entwickelt und versuchen die Google-Apps durch eigene Entwicklungen zu ersetzen. Mit dem Zusatz „s“ ist das klappbare Handy jetzt aber trotzdem auch nach Deutschland gekommen. Es bietet ein 4,6 Zoll großes OLED-Display, das aufgeklappt eine Größe von 8 Zoll erreicht. Das Display klappt nicht nach innen, sondern ist immer an der Außenseite. Verbaut wurde eine 4fach-Kamera von Leica. Durch das Dual-Screen-Design erhält man eine Vorschau der Aufnahme auf beiden Seiten. Zusammengeklappt lässt sich das Huawei Mate X wie ein gewöhnliches Smartphone verwenden, aufgeklappt bietet es das Arbeits- oder Unterhaltungserlebnis eines 8 Zoll großen Mini-Tablets. Mit dem Splitscreen-Modus kann man verschiedene Apps verbinden und so bequem Fotos in eine E-Mail ziehen.

SPECS

Preis: 2499 Euro / Gewicht: 232 g / Konnektivität: 5G, Dual-Sim, Display-Auflösung 2480 x 2200 Pixel, 512 GB interner Speicher, 4500 mAh Akku, Fingerabdrucksensor

MOTOROLA RAZR

Auch Motorola will den Trend zum Falten nicht verschlafen und hat mit dem Motorola Razr Fold ein eigenes Klapphandy entwickelt. Es wird ebenso wie das Samsung Z Flip aufgeklappt. Schon vor der Smartphone-Ära hatte Motorola mit seinem Klapphandy große Erfolge. In der modernen Version wird das 6,2 Zoll große Display in der Mitte gebogen. Zusammengeklappt gibt es auf der Außenseite nur ein kleines Display für Nachrichten, Datum, Uhrzeit oder andere Inhalte. Als Betriebssystem ist wohl bisher nur das nicht mehr aktuelle Android 9 vorgesehen. Mit 6,9 Millimeter ist das Smartphone erstaunlich fl ach, allerdings geht das auch auf Kosten von Ausstattung und Leistung. Mit der Konkurrenz von Samsung und Huawei kann Motorola leider nicht mithalten. Als Hardware gibt es einen schon älteren Mittelklasse-Prozessor und der interne Speicher mit 128 GB kann leider nicht mit zusätzlichen Speicherkarten erweitert werden. Wann das Motorola Razr in Deutschland startet, steht noch nicht fest.

SPECS

Preis: 1599 Euro / Gewicht: 205 g / Konnektivität: WLAN, Bluetooth, Display-Auflösung 2142 x 876 Pixel, Hauptkamera 16 MP, Frontkamera 5 MP, 1287 GB Interner Speicher, 2510 mAh Akku, Fingerabdrucksensor

+ Zusammengeklappt sehr kompakt

- Weniger Leistung als die Konkurrenz

ESCOBAR FOLD 2

Das Escobar Fold 2 ist eher ein exotisches Beispiel für faltbare Smartphones. Das fängt damit an, dass der Unternehmer Roberto de Jesús Escobar Gaviria kein geringerer als der Bruder des in den 70er-Jahren berüchtigten kolumbianischen Drogenbosses ist. Zudem ist das Escobar Fold 2 im Grunde eigentlich das Samsung Galaxy Fold, für das man bekanntlich gute 2000 Euro bezahlen muss. Der äußerst günstige Preis ist laut Escobar nur möglich, weil Samsung in China einige Produktionsstätten schloss, die Escobar für einen Bruchteil des Preises kaufte. Ob dies der Wahrheit entspricht ist sehr fraglich. Der bekannte YouTuber Marquess Brownlee bestellte sich das Smartphone, erhielt es aber nicht. Erst als er seine 3,7 Millionen Follower darüber informierte und vor Bestellungen warnte, kam das Smartphone doch noch. Normale Besteller könnten aber auf ihren Einzahlungen sitzen bleiben und das mit Goldfolie bestückte Samsung Galaxy Fold nie erhalten. Vor einer Bestellung wird deshalb dringend gewarnt.

SPECS

Preis: 399 Euro / Gewicht: 276 g / Konnektivität: 5G, WiFi 6, Display-Auflösung 1536 x 2152 Pixel, 512 GB interner Speicher, Fingerabdruckscanner, Gesichtserkennung, 4235 mAh Akku

+ Nichts

- Möglicherweise Betrüger

ROYOLE FLEXPAI

Das chinesische Unternehmen Royole ist der Pionier im Falten von Smartphones. Bereits im Januar 2019 wurde auf der CES das erste faltbare Smartphone vorgestellt. Aufgefaltet verwandelt das FlexPai ein normales Smartphone in ein Mini-Tablet. Im zusammengefalteten Zustand gibt es drei OLED-Displays, die man separat nutzen kann. Die Vorder- und die Rückseite bieten separate Startbildschirme und auf der Seitenkante kann man Infos einblenden. Aufgefaltet bietet sich ein 7,8 Zoll großes Display. Auch beim FlexPai befi ndet sich das Display nach dem Falten auf der Außenseite, ist also ungeschützt. Zudem schließen sich beide Teile beim Knicken nicht ganz. Sie werden nur gebogen, nicht gefaltet. Es bleibt an der Faltstelle also ein kleiner Zwischenraum. Es gibt nur zwei Kameras an der Front: Die eine knipst mit 16 MP, die andere mit 20 MP. Sie besitzen ein normales Weitwinkelund ein Superweitwinkelobjektiv sowie eine Tele-Option. Der interne Speicher kann mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden.

SPECS

Preis: ab 1150 Euro / Gewicht: 320 g / Konnektivität: LTE, WLAN, Display-Auflösung 1920 x 1440 Pixel, 128 bis 512 GB interner Speicher, 3800 mAh Akku

+ Innovative Entwicklung

- Zusammengefaltet ziemlich klobig

TCL FOLD

TCL hat gleich zwei Smartphone-Konzepte vorgestellt, eines zum Aufrollen und eines zum Knicken. Dass wohl interessanteste Konzept ist ein Smartphone mit einem OLED-Display zum Aufrollen. Eingerollt hat das Handy einen 6,75 Zoll großen Bildschirm. Per Knopfdruck wird das Display an der Seite ausgefahren zu einem quadratischen Bildschirm mit einer Diagonale von 7,8 Zoll. Da das zusätzliche Display mit Motorkraft ausgefahren und wieder eingerollt wird, gibt es auch keine Scharniere. Das soll auch dazu führen, dass das Smartphone mit nur 9 Millimeter sehr dünn sein wird.

Das zweite Konzept verfolgt eine völlig neue Herangehensweise. Es ist ein Smartphone, dass man gleich zweimal falten kann. Dazu wurden gleich zwei unterschiedliche Scharniertypen entwickelt. TCL nennt sie Dragon Hinge und Butterfl y Hinge. Der chinesische Hersteller bezeichnet das neue Smartphone-Konzept als „Tri-Fold“. Im aufgefalteten Zustand soll das Handy ganze 10 Zoll groß sein, zusammengeklappt kommt es nur auf 6,65 Zoll. TCL hat aber noch keine Angaben dazu gemacht, wann und zu welchen Preisen die beiden vorgestellten Smartphone-Konzepte auf den Markt kommen werden. Wenn die Informationen stimmen, wird wohl erst das „Tri-Fold“ erscheinen und das Aufroll-Handy erst später.

IPHONE FOLD

Inzwischen sind die ersten smarten Falter bereits auf dem Markt und Ideen gibt es viele weitere. Aber was macht der Smartphone-Erfi nder Apple? Noch hält man sich dort mit dem Thema Foldable sehr zurück, obwohl die Idee doch interessant ist, aus einem herkömmlichen iPhone im Handumdrehen ein iPad zu machen. Es gibt Gerüchte, dass Apple bereits an einem faltbaren Smartphone arbeitet. Ein Ursprung dieser Gerüchte ist ein Apple Patent für ein speziell entwickeltes Scharnier. Es soll dafür sorgen, dass es beim Falten nicht zu Knicken und Dellen auf dem dünnen und fl exiblen Display kommt. Ein anderes Patent zeigt, ähnlich wie bei TCL, ein zweimal gefaltetes iPhone. Die Patente sind nur ein Hinweis, denn der US-Konzern reicht in schneller Folge Patente ein und entwickelt in alle Richtungen. Trotzdem kommen jährlich nur wenige Produkte auf den Markt. Zudem ist Apple dafür bekannt, dass die eigenen Produkte fehlerfrei funktionieren sollen. Apple legt immer sehr viel Wert auf hohe Qualität, um der Konkurrenz immer ein Stück voraus zu seien. Das bedeutet sehr viel Entwicklungszeit. Trotzdem rechnet man in der Branche damit, dass Apple noch in diesem Jahr ein fl exibles iPhone vorstellen wird, das aber nicht vor 2021 auf den Markt kommen wird.

FAZIT

Die Innovation der Foldables ist auf dem Vormarsch, aber bei weitem noch nicht ganz ausgereift. Immer wieder hört man von Rissen, Unebenheiten, Beulen, Verschmutzung in der Klappfalte und anderen Schwierigkeiten. Solche Probleme haben ja schon bei der Einführung des Galaxy Fold und des Huawei Mate X zu größeren Verzögerungen geführt. Dennoch liegen die Vorteile der Falt-Technik klar auf der Hand. Im Handumdrehen kann man aus einem normalen Smartphone ein großes Display machen und damit viel e. ektiver mobil arbeiten. Der andere Weg, wie beim Samsung Galaxy Z Flip, erinnert an die alten Zeiten des Klapphandys und verwandelt die Geräte in Smartphones, die problemlos auch in die kleinste Hosentasche passen.

Noch ist das Angebot an Klapp-Smartphones sehr überschaubar und die Berichte über die Schwachstellen stammen aus den Forschungslabors und von den ersten Testern. Neben den technischen Problemen, die im Laufe der Zeit sicherlich bewältigt werden, haben die smarten Falter aber eine noch größere Schwachstelle. Das größte Handicap ist der Preis. Denn mit 1500 oder gar über 2000 Euro fallen sie noch ein Stück teurer aus als die gegenwärtigen Luxus-Handys.

Die Foldables könnten sich zudem auch zum großen Flop entwickeln. Denn die Frage ist, welche Käufer brauchen wirklich ein Smartphone, das aufgeklappt immer noch kleiner ist, als ein normales Tablet, dafür aber 2000 Euro und mehr kostet und vielleicht erst irgendwann keine technischen Probleme mehr hat? Wieviel Käufer wird es für diese Innovation wohl geben?