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SMARTE KÜCHE


connect - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 04.01.2019

Während sich das Smart Home mehr und mehr durchsetzt, steckt die smarte Küche noch in den Kinderschuhen – obwohl die Hausgeräte immer intelligenter werden. Was Herd, Kühlschrank und Co bereits draufhaben, zeigt dieser Beitrag.


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Bildquelle: connect, Ausgabe 2/2019

Smart-Home-Technologien sind drauf und dran, ein Massenphänomen zu werden. Besonders beliebt sind einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom zufolge intelligente Lampen, Überwachungskameras und Sprachassistenten. Großes Potenzial versprechen auch smarte Heizungsthermostate und Staubsauger. Andere Hausgeräte stehen auf der Prioritätenskala der Bundesbürger offenbar nicht so ...

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... stark im Fokus – und das, obwohl die einschlägigen Hersteller seit Jahren sehr umtriebig sind, ihre vernetzte „Weißer Ware“ zu vermarkten. Besonders aktiv sind die deutschen Hersteller Bosch, Siemens und Miele sowie die koreanischen Konzerne Samsung und LG.

Dabei lohnt es sich durchaus, sich mit den Vorteilen smarter Küchengroßgeräte auseinanderzusetzen. Denn es geht hier nicht um die Vernetzung als Selbstzweck, sondern um tatsächlich nützliche Funktionen wie die Fernsteuerung oder die KI-Unterstützung beim Backen und Kochen. Allerdings gibt es ein paar Hemmschuhe, die einer schnelleren Verbreitung smarter Hausgeräte entgegenstehen. Dazu gehören hohe Preise – die Vernetzung dient schließlich auch als Differenzierungsmerkmal im Premiumsegment – und Sicherheitsbedenken. Außerdem kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen: So kann man mit der App von Miele keine Siemens-Spülmaschine bedienen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die verschiedenen Technologien miteinander zu verzahnen – vor allem in Form der Allzweckwaffe Alexa, die von allen relevanten Systemen unterstützt wird und sich als universelle Schnittstelle im Smart Home etablieren konnte.

KÜHLSCHRANK

Via App lässt sich der Kühlschrankinhalt unterwegs überprüfen oder die Temperatur steuern.


Seit Jahren steht der „Internet-Kühlschrank“ für die vernetzte Küche. Der Smart Fridge, der eigenständig seinen Inhalt verwaltet und zur Neige gehende Produkte automatisch nachbestellt, ist zwar noch Zukunftsmusik, aber in diese Richtung geht es. Eingebaute Kameras erfassen das Innenleben des Kühlschranks und senden die Bilder an das Smartphone seines Besitzers. So fällt bereits im Supermarkt auf, dass zum Beispiel kein Joghurt mehr da ist. Die Möglichkeiten gehen aber bereits deutlich über die reine Vernetzung hinaus. Mithilfe komplexer Algorithmen soll der vernetzte Kühlschrank künftig als eine Art Ernährungsmanager die Rezept-und Einkaufsplanung vereinfachen.

Samsungs Family Hub dient als Kommunikationszentrale im vernetzten Haushalt.


Hinzu kommen zunehmend Funktionen, die mit dem Kühlen von Lebensmitteln gar nichts mehr zu tun haben. Bestes Beispiel ist der Family Hub von Samsung, der als integrierte Kommunikationszentrale in der Küche dient. Zu diesem Zweck besitzt er ein 21,5 Zoll großes Display, auf dem sich Einkaufslisten, Kalender oder Notizen anzeigen lassen. Zusätzlich fungiert der Bildschirm als Home-Entertainment-System, denn dank Mirroring lässt sich etwa das aktuelle Fernsehbild auf den Kühlschrank spiegeln. Zudem kann man andere Hausgeräte wie Saugroboter oder Waschma-schinen direkt über den Family Hub steuern – sofern diese Geräte die Smart-Home-Plattform von Sam sung unterstützen.

Klopf, klopf: Wie durch Zauberhand verwandelt sich das Display des LG Insta-View in eine durchsichtige Scheibe, die den Blick auf den Inhalt freigibt.


Kühlschrank mit Durchblick

LG hat seinem smarten Kühlschrank InstaView ein noch größeres Display verpasst. Besonderheit dabei: Durch zweifaches Antippen wird das Glas durchsichtig und ermöglicht einen Blick auf den Inhalt, ohne dass man die Tür öffnen muss. Mithilfe von Smart-Tags lassen sich darüber hinaus die Ablaufdaten von Lebensmitteln auf dem Bildschirm verfolgen. Auf Basis der vorhandenen Viktualien schlägt das Gerät sogar Rezepte vor und programmiert auf Wunsch auch gleich den ebenfalls vernetzten Backofen.

BACKOFEN, KOCHFELD UND DUNSTABZUG

Ein smarter Backofen lässt sich von überall aus einoder ausschalten.


Fragen Sie sich nach dem Verlassen des Hauses auch des Öfteren, ob Sie den Herd nun ausgeschaltet haben oder nicht? Mit einem vernetzten Backofen können Sie ganz beruhigt Ihres Weges gehen, denn dessen Betriebszustand lässt sich auch unterwegs prüfen und steuern. So kann man den Herd oder das Kochfeld bereits vorheizen, bevor man nach Hause kommt, oder sich benachrichtigen lassen, wenn ein Zeitprogramm zu Ende ist. Ein smarter Backofen leistet aber noch mehr: Er unterstützt beim Kochen und Backen, indem er mit dem Smartphone oder Tablet zusammenarbeitet. Etwa, indem er mithilfe eines digitalen Kochbuchs auf Basis vordefinierter Zutaten individuelle Rezepte vorschlägt. Schrittfür-Schritt-Anleitungen vereinfachen die Vor-und Zubereitung des entsprechenden Gerichtes. Auf Wunsch lassen sich anschließend die optimalen Betriebseinstellungen vom Smartphone an den Ofen übermitteln.

Auch ein eher schlichtes Gerät wie der Dunstabzug lässt sich „smartifizieren“.


Über die App werden Garzeiten oder Ofentemperaturen für hinterlegte Rezepte direkt an den Herd geschickt.


Einfach gut kochen

Eine Besonderheit ist der Dialoggarer von Miele: ein neuartiges Elektrogerät, das mit elektromagnetischen Wellen arbeitet – der namensgebende Dialog findet nicht mit dem Benutzer statt, sondern mit den Speisen und sorgt dafür, dass unterschiedliche Zutaten in einem Garvorgang gleichzeitig fertig werden. Über einen speziellen Lieferservice lassen sich mit dem Gerät ausgefeilte Gourmetmenüs zubereiten. Falsch machen kann man dabei nichts, denn der „Koch“ muss die fertig angerichteten Teller nur in den Dialoggarer schieben, der dann via App mit den passenden Einstellungen gefüttert wird.

WASCHMASCHINE

Per App lässt sich definieren, wann die Maschine starten oder wann sie fertig sein soll.


Wozu braucht man eine vernetzte Waschmaschine? Das lästige Ein-und Ausräumen, Aufhängen, Bügeln und Zusammenlegen der Wäsche nimmt einem natürlich auch ein intelligentes Gerät nicht ab. Dennoch gibt es ein paar interessante Features, mit denen sich Wäscheberge leichter bezwingen lassen. Eine relativ simple, aber durchaus nützliche Funktion ist die Zeitschaltung – etwa, um die Waschmaschine mit günstigem Nachtstrom laufen zu lassen, ohne mitten in der Nacht aufstehen zu müssen. Ebenfalls praktisch kann es sein, den Waschvorgang ortsunabhängig via App zu überwachen und zu steuern.

Darüber hinaus haben die Hersteller ihre Premium-Geräte mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet, die nicht viel mit Vernetzung zu tun hat, aber eine echte Hilfe in der täglichen Hausarbeit darstellt. Zum Beispiel, weil die Waschmaschine genau weiß, wie viel Waschmittel sie für eine bestimmte Menge Wäsche braucht. Alles, was sie dazu benötigt, sind Informationen über Farbe, Material und Verschmutzungsgrad der Wäsche. Das Waschmittel muss man nicht etwa von Hand einfül len, die Maschine bedient sich aus einem Vorratsbehälter. Ist der bald leer, informiert sie ihren Besitzer per Push-Nachricht über den drohenden Mangel. Die jeweilige Smart-Home-App gibt darüber hinaus Empfehlungen für das am besten geeignete Waschprogramm. Bei manchen Modellen entscheidet das Gerät dank diverser Sensoren sogar selbst, was zu tun ist und passt die Lauf-, Spül-und Schleuderzeit sowie die Wassertemperatur und -menge automatisch an die Textilien in der Trommel an.

Smarte Geräte dosieren eigenständig die Waschmittelmenge.


SAUGROBOTER

In der Bosch-App lassen sich einzelne Räume auswählen, Sperrzonen definieren und komplette Reinigungspläne erstellen.


Staubsaugen gehört für viele Menschen zu den lästigsten Hausarbeiten. Kein Wunder, dass autonom arbeitende Saugroboter immer beliebter werden. Die fleißigen Boden feger nehmen in doppelter Hinsicht eine Sonderstellung im Bereich der smarten Haushaltshelfer ein: Zum einen stehen sie in vielen Haushalten ganz oben auf der Wunschliste, wenn es um die Anschaffung von Smart-Home-Geräten geht. Zum anderen tun sich die etablierten Hausgerätehersteller schwer, sich in diesem Wachstumssegment durchzusetzen. Der Markt wird dominiert vom US-amerikanischen Saug roboter-Pionier iRobot sowie den chinesischen Anbietern Ecovacs und Dirt Devil. Miele und Co müssen sich also etwas einfallen lassen, um nicht von der spezialisierten Konkurrenz abgehängt zu werden – und das tun sie auch.

Für den Roxxter von Bosch lassen sich via App beispielsweise detaillierte Raum-und Putzpläne erstellen, die Tage, Startzeiten, zu saugende Bereiche und Reinigungsmodi bestimmen. Auch die Sprachsteuerung über Alexa ist möglich. Und für den Scout RX2 entwickelt Miele zusammen mit Poggenpohl und Beschlagspezialist Hettich eine Art Garage: ein Küchenschubfach, in dem der Saug roboter aufbewahrt und geladen wird und in das er selbstständig zurückkehrt, wenn er mit seiner Reinigungstour fertig ist. Einen Termin zur Markteinführung gibt es allerdings noch nicht.

Mieles Saugroboter „wohnt“ künftig in einer speziellen Küchenschublade.


GESCHIRRSPÜLER

Auf Wunsch erledigen Mieles smarte Spülmaschinen ihre Aufgabe zu fest definierten Zeiten.


Auch smarte Geschirrspüler bringen Entlastung bei der Küchenarbeit. So sind die Modelle der Generation G 7000 von Miele mit einer automatischen Dosierfunktion ausgerüstet. Sobald Tabs, Klarspüler oder Salz zur Neige gehen, informieren die Geräte ihre Besitzer per Smartphone oder Tablet und leiten sie auf Wunsch gleich in den Onlineshop des Herstellers weiter, um direkt Nachschub zu ordern. Darüber hinaus sind die Startzeiten über die App frei programmierbar, sodass die Geräte bis auf das Be-und Entladen selbstständig agieren. Weiterentwickelt hat Miele zudem die Kommunikation über Alexa. Auf Zuruf lässt sich beispielsweise die Programmwahl aktivieren.

Farbspielereien

Ähnlich funktionieren die vernetzten Geschirrspüler von BSH. Auch mit den smarten Geräten der Marken Bosch und Siemens lässt sich der aktuelle Status über die App verfolgen. Über den sogenannten Easy-Start-Assistenten übernimmt die Maschine selbst die Wahl des geeigneten Spülprogramms – je nach Geschirrart, Menge und Verschmutzungsgrad.

Zudem hat sich BSH ein besonderes Gimmick ausgedacht: Bei ausgewählten Geschirrspülern lassen sich Farbe und Intensität der Gerätebeleuchtung über die App ändern – passend zur gewünschten Raumatmosphäre oder zum Licht der Dunstabzugshaube, sofern diese ebenfalls in verschiedenen Farben leuchten kann

Ist der Geschirrspüler schon fertig? Um das zu erfahren, muss man nicht unbedingt in die Küche gehen.


KAFFEEMASCHINE

Vernetzte Kaffeemaschinen lassen sich bequem vom Sofa aus über das Smartphone oder auf Zuruf steuern.


Wodurch wird eine Kaffeemaschine smart? Zum Beispiel, indem sie verschiedenste, auch exotische Kaffeespezialitäten eigenständig zubereiten kann. Oder indem sie eine Art „Playlist“ abarbeitet und so jede Per son mit ihrem individuellen Getränk versorgt. Bei technischen Pro blemen kann es auch nützlich sein, wenn der Kundendienst gar nicht ins Haus kommen muss, weil er virtuell auf das Gerät zugreifen kann.

SMART PLUG: TIPP

Wenn es nur um die Zeitsteuerung geht, braucht man kein smartes Haushaltsgerät.

Eine Kernfunktion smarter Hausgeräte ist das automatische Einund Ausschalten per Zeitsteuerung oder von unterwegs. Das lässt sich aber auch mit herkömmlichen Devices realisieren – dazu braucht man lediglich einen vernetzten Zwischenstecker, einen sogenannten Smart Plug. Solche intelligenten Steckdosen, die auch auf Sprachbefehle reagieren und in Smart-Home-Routinen integrierbar sind, gibt es bereits für weniger als 30 Euro.