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SMARTE WACHTER FÜR ALLE


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 23/2021 vom 05.11.2021

Einbrecherschutz

Die dunkle Jahreszeit beginnt, die Tage werden kürzer. Die beste Zeit für Langfinger, die vor allem Eigenheimbesitzern ihr Hab und Gut stehlen wollen. Die Lösung: WLAN-Überwachungskameras, die Nutzer übers Smartphone warnen und auf dem Bildschirm zeigen, was gerade vor der Linse passiert. Streift Nachbars Waldi gerade durch den Garten, oder hebelt ein Einbrecher bereits die Terrassentür aus? Smarte Wächter haben alles im Blick und können je nach Modell auch Laute von sich geben. Damit vertreiben sie Täter und alarmieren die Nachbarn gleich mit. COMPUTER BILD hat vier Überwachungskameras von 70 bis 240 Euro genau unter die Lupe genommen. Ein 70-Euro-Modell machte im Test den Wächter-Job am besten!

Was will ich überwachen?

Die Überwachungskamera muss ein Gehäuse und eine Ausstattung mitbringen, die zu ihrem Einsatzort passen. Und nicht jeder smarte Wächter eignet sich für alle ...

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... Bereiche eines Grundstücks. Möchten Nutzer zum Beispiel ihren Garten im Blick haben, muss die Kamera Wind und Wetter trotzen. Zu den Outdoor-Modellen, die das können, zählt etwa die Arlo Pro 4 – ihr wetterfestes Gehäuse soll laut Hersteller sowohl Regen als auch Temperaturen bis minus 20 Grad überstehen.

In Position bringen

Der kleine Wächter sollte so positioniert sein, dass er die Umgebung optimal einfängt – etwa die Eingangstür oder bestimmte Bereiche auf dem Grundstück.Tipps dazu, wie Sie Ihre Überwachungskamera positionieren, erhalten Sie auf Seite 107.

Mit nur wenigen Handgriffen schrauben Nutzer die Überwachungskamera an die (Haus-) Wand oder stellen sie auf. Alle Kameras ließen sich im Test optimal positionieren, sodass die Linse den gewünschten Bereich korrekt erfasste. Bei einigen Modellen war es aber nötig, ein Strom- kabel zu verlegen. Die Nest Cam und die Arlo Pro 4 laufen per Akku; der muss in regelmäßigen Abständen ans Netz. Die Amazon- Tochter Blink verfolgt einen hybriden Ansatz: Zwar läuft die Kamera selbst über zwei AA-Batterien, der kabellos gekoppelte Hub benötigt jedoch Strom aus der Steckdose.

ALLES IM BLICK!

1 HAUSTÜR

Hier lassen sich Einbrecher als Erstes erspähen und mit der richtigen Kamera abwimmeln.

2 ERSTER STOCK

Ein großer Vorgarten lässt sich aus einer erhöhten Position am besten beobachten.

3 TERRASSENTÜR

Terrassentüren sind meist weniger gut gesichert als Haustüren. Hier lohnt sich eine Kamera.

4 GARTEN

Was für den Vorgarten gilt, ist auch für das übrige Grundstück gültig: Höhe bringt Weitblick.

Handliches Sicherheitszentrum

Für die Einrichtung setzen alle Kameras ein Smartphone voraus. Ebenfalls Pflicht ist ein kostenloser Account beim jeweiligen Hersteller. Bedenklich: Die Online- Dienste verlangen viele Daten, zum Beispiel die Adresse oder auch die Telefonnummer.

Die Einrichtungen führen mit leicht verständlichen Hinweisbildern durch die Installation. Kein Hersteller leistet sich in diesem Punkt grobe Schnitzer oder führt den Nutzer in die Irre. Mit wenigen Wischern lässt sich etwa der Überwachungszeitraum bestimmen oder die Empfindlichkeit einstellen.

Das klappte im Test am einfachsten mit der Logitech-App, die bei der Circle View zum Einsatz kommt. Die Menüs sind schön aufgeräumt und alle wichtigen Optionen lassen sich schnell finden. Auch per Sprache lässt sich die Circle View bedienen, allerdings versteht sie sich nur mit Apples Siri und einem verbundenen HomeKit-System.

Mit dem Großteil der anderen Überwachungskameras kommunizieren Nutzer per Alexa von Amazon oder Google Assistant. Auf Zuruf lässt sich der Wächter beispielsweise scharf schalten. Das ist wirklich smart. Besitzer eines smarten Displays wie eines Amazon Echo Show 5 (ab 90 Euro) können sich das Livebild anzeigen lassen. Das klappte im Test unter anderem mit den Geräten von Arlo sowie der Google Nest.

Wolkige Aussichten

Klasse: Die kleinen Wächter nehmen Bewegungen wahr, filmen das Geschehen und schicken auf Wunsch auch eine Nachricht an das Smartphone des Nutzers.

Diese essenzielle Funktion stellt Gigaset leider teilweise hinter eine Bezahlschranke. Ohne Abo entdeckt die kompakte Überwachungskamera zwar Bewegungen und schickt eine Nachricht ans Smartphone des Hausherrn; soll jedoch im entscheidenden Augenblick eine Aufnahme erfolgen, müssen Nutzer extra zahlen. Mindestens 99 Cent monatlich sind für diese grundlegende Funktion fällig. Die gibt es im Paket mit weiteren Funktionen wie dem Festlegen von Zonen für die Bewegungsüberwachung und einem einwöchigen Speicher in der Cloud.

Da schnürt Arlo für monatlich rund 3 Euro ein teureres, aber dafür umfangreicheres Paket und macht seine Überwachungskameras sogar smarter. So unterscheidet die Überwachungskamera zwischen Tieren, Menschen und Fahrzeugen. Ein 30-tägiger Cloud-Speicher ist im Paket ebenfalls enthalten.

Ganz ohne Abo geht es aber auch – Yale liefert zum Beispiel alle Funktionen ohne Zusatzkosten. Zudem speichert die Kamera Aufnahmen auf einer microSD- Karte. Damit landen die Videos allerdings auch nicht mehr in der Cloud – wenn ein Dieb auch die Kamera mitgehen ließe, so wären auch die Videos weg.

MEHR SMARTE HELFER

HAUSTÜR

Für die Haustür bieten Arlo, Yale, Blink und Google smarte Türklingeln und Türspione an. Damit lässt sich sehen, wer um Einlass bittet – und mit dem Besu- cher sprechen, ohne dass er das Zuhau- se betritt. Preis: ab 90 Euro.

FENSTER

Für mehr Sicherheit haben Gigaset und Yale smarte Fensterkontakte im Sortiment. Löst einer der Sensoren aus, starten Kameras beispielsweise die Aufnahme und alarmieren gleichzeitig die Hausbewohner.

Preis: ab 35 Euro.

ALARM

Wer sich komplett sicher fühlen will, greift zu einem Alarmsystem, das verschiedene Sensoren und Kameras verbindet. Gigaset und Yale bieten diese Rundumschutz-Pakete an.

Preis: ab 200 Euro.

ARLO VIDEO DOOR- BELL 160 EURO

GIGASET ALARMSYSTEM L 400 EURO

YALE SMART LIVING WINDOW CONTACT 35 EURO

Hingeschaut und hingehört

Alle Kameras filmen mindestens in Full HD (1920 x 1080 Pixel). Sie nahmen im Test sowohl am Tag als auch nachts ohne Probleme auf. Der Nutzer kann sich die Videos nach ihrer Aufnahme anschauen, oder er schaltet per Smartphone-App live ins Wohnzimmer. Die mit Abstand beste Bildqualität bot im Test der Zweitplatzierte: Die Arlo Pro 4 lieferte flüssige Videos mit einer maximalen Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln. Die Clips sind scharf und reich an Details. Einziges Manko: Im Bild stören kleine Klötzchen (Artefakte). Gut hingegen: Auch bei wenig Licht gelingen der Pro 4 ordentliche Aufnahmen. Dafür aktiviert sie ihre Infrarotlinsen und erfasst das Geschehen in Schwarz-Weiß. Oder sie schaltet das eingebaute Flutlicht ein und nimmt in Farbe auf.

Die schlechtesten Videos lieferte die Blink. Dass gerade ein Einbrecher im Wohnzimmer steht, ist noch erkennbar. Insgesamt wirken die Aufnahmen aber verwaschen, in der Nacht entstandene Videos sind zudem zu dunkel.

Außer mit einer Linse sind die kleinen Wächter zur Beweissicherung auch mit Mikrofonen ausgestattet. Die Logitech lieferte im Test den besten Ton. Sie fing Umgebungsgeräusche recht klar und laut ein. Am schlechtesten klangen die Clips der Gigaset Camera 2.0 – hier war die Tonwiedergabe blechern und rauschend.

Die eingebauten Mikros haben noch einen weiteren Zweck: Sie ermöglichen zusammen mit den integrierten Lautsprechern eine Zwei-Wege-Kommunikation. Wollen Nutzer während ihrer Abwesenheit das Haustier vom Sofa scheuchen, klappt das mit allen Testkandidaten so ganz einfach. Canary bietet diese Funktion bei der View allerdings nicht kostenlos, sondern nur bei Abschluss eines Abos (rund 10 Euro je Monat). Wer sich gern die Clips im Großformat anschauen will, lädt sie entweder herunter oder öffnet sie direkt im Internet-Browser. Die Testkandidaten von Gigaset und Arlo bieten entsprechende Oberflächen, die denen der jeweiligen Apps ähneln und auch Einstellungen erlauben.

Klasse: Mithilfe von Alarmierungskontakten weiß nicht nur der Nutzer im Ernstfall Bescheid, die Kameras senden etwa Meldungen auch an Familienmitglieder. Die Yale SV-DPFX-B ist besonders mitteilungsfreudig: Bis zu sechs Personen lassen sich mit dieser Kamera verknüpfen.

Einbrecherschreck inklusive

Als Warnung und für die Beweissicherung lassen sich alle Testkandidaten ohne Schwierigkeiten nutzen. Arlo setzt aber noch eins drauf: Der Hersteller stattet die Pro 4 mit einem Flutlicht sowie einer Sirene aus. Das grelle Licht dient nicht nur für Eins-a-Nachtaufnahmen, sondern soll auch ungebetenen Besuch – im besten Fall – vertreiben. Die Sirene tut ihr Übriges und alarmiert, wenn’s gut läuft, auch die Nachbarn.

Die Yale bietet ebenfalls eine Sirene, die ist jedoch alles andere als laut – die schreckt den Langfinger nicht ab, sondern macht ihn auf sich aufmerksam.

[rl]

FAZIT

Ein smarter Wächter muss nicht teuer sein. Das beweist die Yale mit einem Preis von 70 Euro, die knapp vor der mit 240 Euro mehr als dreimal so teuren Arlo Pro 4 den Testsieg holt! Die Yale macht bei Tag und Nacht solide Aufnahmen von Langfingern. Außerdem verfolgt sie den Dieb mit der automatisch schwenkbaren Linse auf Schritt und Tritt (siehe Infos unten). Wer allerdings richtig gute Aufnahmen will, greift besser zur Arlo Pro 4. Deren Videos sind knackscharf und flüssig, wenn auch nicht frei von kleinen Fehlern. Schade: Zum hohen Anschaffungspreis kommen noch weitere Kosten. Den vollen Funktionsumfang samt Cloud-Speicher gibt es nur im Abo.

„Die günstige Yale überraschte mit vielen Funktionen und ordentlichen Videos.“

Robert Ladenthin Redakteur

SCHRITT UND TRITT

Der Testsieger von Yale ist der einzige Testkandidat mit kleinem Motor. Der kann die Kameralinse in fast jede Richtung bewegen. Per Smartphone lässt sich die Cam ausrichten und ein Verfolger-Modus aktivieren, etwa um der Bewegung des Einbrechers zu folgen.

ÜBERWACHUNGSKAMERAS IM VERGLEICH