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SMARTPHONE-MARKT: DER BOOM IST VORBEI – Stagnation auf hohem Niveau


FOTOwirtschaft - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 13.02.2020

Der Absatz von Smartphones weltweit wächst nicht mehr so stark, wie noch vor einigen Jahren. Auch in Deutschland wurden 2019 voraussichtlich etwas weniger Geräte als 2018 verkauft. Chinesische Hersteller wie Huawei und Xiaomi drängen verstärkt in den europäischen und in den deutschen Markt.


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Chinesische Smartphones drängten 2019 verstärkt in den europäischen Markt.


Smartphones sind ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Wurden im Jahr 2010 weltweit nur rund 300 Millionen Smartphones ausgeliefert, waren es im Jahr 2013 bereits mehr als eine Milliarde. Im Jahr 2018 belief sich der Smartphone- Absatz dann schon auf mehr als 1,4 Milliarden Geräte. Alleine Samsung und Apple konnten 2018 im Jahresverlauf 500 Millionen Smartphones absetzen, davon waren rund 209 Millionen iPhones. 2019 ging der weltweite Smartphone-Markt nach Berechnungen von im Vergleich zu 2018 um 2 Prozent auf 1,37 Mrd. Einheiten zurück. Dies geht aus einer Marktanalyse der Branchen- Experten von Canalys hervor.

Der globale Smartphone-Markt hat sich somit nach Jahren des rasanten Wachstums zu Beginn der 2010er- Jahre im zweite Jahr in Folge etwas abgekühlt. Allerdings nicht lange: So gehen die Marktforscher der International Data Corporation (IDC), einem der weltweit führenden Anbieter von Marktinformationen auf dem Gebiet der Informationstechnologie und Telekommunikation, nach dieser Phase der Stagnation in den nächsten Jahren wieder von einem Wachstum bei den weltweiten Absätzen aus.

Trump-Administration bremst Huawei aus

Seit dem Boom in den 2010er Jahren wird der weltweite Smartphone-Markt von Apple und vor allem Samsung dominiert. Hier jedoch zeichnete sich schon zum Ende des Jahrzehnts deutliche Veränderungen ab. So konnten etwa chinesische Hersteller wie Huawei, Oppo und Xiaomi seither wesentliche Marktanteile gewinnen. Beispiel: 2018 konnte Huawei beinahe so viele Smartphones absetzen wie Apple. Die Mehrheit der Experten ging davon aus, dass das chinesische Unternehmen, das in Sachen Kameratechnik mitder deutschen Leica Camera AG zusammenarbeitet, im Jahr 2019 an Apple vorbeiziehen würde.

Doch da hatten die Analysten die Rechnung ohne US-Präsident Donald Trump gemacht. Nicht nur, dass die Verkäufe in den USA durch den latenten, immer wieder hochkochenden Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China behindert werden. Huawei hat bis heute mit einem weiteren erheblichen Wettbewerbs- Nachteil zu kämpfen. Google musste sich im Mai 2019 dem Telekommunikations- Notstands-Dekret von US-Präsident Trump unterwerfen und die Handelsbeziehungen zu Huawei einstellen.

Huawei-OS bedroht die nationale Sicherheit der USA

In der Folge ließ die Aussicht auf gesperrte oder verzögerte Sicherheits-Updates so manchen potenziellen Huawei-Käufer zögern. Allerdings hat die US-Regierung Huawei und Google bereits am 21. Mai 2019 eine Gnadenfrist eingeräumt. Diese wurde im August bis zum 19. November 2019 und dann noch einmal bis zum 16. Februar 2020 verlängert.

Huawei kündigte bereits an, für über 35 seiner Smartphone-Modelle das auf Android 10 basierende Betriebssystem EMUI 10 bereitzustellen. Daraufhin insistierte Google erneut bei der US-Administration, die Sanktionen gegen den chinesischen Konzern zu lockern, um Huawei weiterhin sein Android-OS sowie Support anbieten zu können. In den Verhandlungen mit der US-Regierung argumentierte der Suchmaschinen- Riese mit der Gefährdung der nationalen Sicherheit, würde Huawei sein eigenes Betriebssystem auf den Markt bringen.

China-Hersteller legen in Europa zu

Auch bei uns in Deutschland befindet sich der Smartphone-Markt mittlerweile in einer „Reifephase“, wie es der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) e.V. bezeichnet. Der Bitkom schätzt den Smartphone-Absatz in Deutschland im Jahr 2019 auf 22,4 Millionen Stück, was geringfügig unter dem Vorjahreswert liegt. Die Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland belaufe sich, so der Digitalverband, auf rund 57 Millionen.

Inzwischen zählt Huawei neben Samsung und Apple zu den beliebtesten Smartphone-Marken in Deutschland und Europa.

Europäischer Markt 2020 bietet Chancen und Risiken

„Europa ist voller Chancen und Bedrohungen“, sagte Canalys Senior Analyst Ben Stanton. „Auf der negativen Seite hat der Brexit bereits Auswirkungen. In Großbritannien beschleunigten sich die Lieferungen von Premium-Geräten von Samsung und Apple vor jedem Brexit- Termin, gefolgt von einem großen Einbruch, da die Händler gezwungen waren, Produkte zu lagern und sich gegen drohende Tarifrisiken abzusichern“, so Stanton. „Dieser kurzfristige künstliche Auftrieb verzerrt den Markt. Und die damit verbundenen Risiken, Kosten und Unsicherheiten belasten die Branche.“

Dennoch gibt es in Europa große Chancen, wie der Canalys-Experte für die EMEA-Region festgestellt hat. So etwa beim Ausbau der 5G-Netze: Die europäische Betreiberlandschaft ist im Vergleich zu einzelnen bevölkerungsreichen Ländern wie den USA oder China zersplittert. Dadurch werde der 5G-Netzausbau langsamer erfolgen. „Diese Fragmentierung bedeutet jedoch, dass die Smartphone-Hersteller über ein weitaus breiteres Spektrum potenzieller Partner verfügen. In einigen Märkten werden deshalb relativ neue Marken wie Xiaomi und Oppo von den Betreibern in einem noch nie da gewesenen Tempo angeboten. Die Betreiber werden auch weiterhin mutige Entscheidungen treffen, während sich der 5G-Kampf in die Mitte des Jahres verschieben wird“, glaubt Stanton.

Smartphones sind heutzutage nicht mehr wegzudenken

Klar ist aber, dass das Smartphone heute wichtiger denn je ist. Denn die Absatzrückgänge der letzten ja bedeuten nicht, dass die Menschen auf einmal weniger Smartphones verwenden. Tatsächlich ist die Bevölkerung mehr denn je abhängig von ihren Smartgeräten. In erster Linie bei der Kommunikation über sämtliche Kanäle. Auch der wachsende Smart Home Bereich verlangt ein smartes und universelles Kommunikationsgerät. Darüber hinaus ist das Smartpone bei einer Vielzahl alltäglicher Aktivitäten mittlerweile unerlässlich, und dazu gehört unter anderem das Fotografieren.

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FOTOS: Pixabay

Quelle: Canalys Smartphone Analysis, Januar 2020

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