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Smartphone mit Makro-Linse hilft im Pflanzenschutz


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 23.03.2019

Makro-Linsen und Smartphone-Mikroskope sind eine sinnvolle Erweiterung zur Kontrolle und Verbesserung des integrierten Pflanzenschutzes und nach den Erfahrungswerten des PflanzenschutzexpertenMathias Breuhahn eine sinnvolle Investition


Artikelbild für den Artikel "Smartphone mit Makro-Linse hilft im Pflanzenschutz" aus der Ausgabe 12/2019 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 12/2019

(1) Makro-Linse MPOW 20X (Model: MFE4).


(5) Nematoden (Steinernema feltiae), aufgenommen mit Marko-Linse 20x (MPOW).


(2) Salatblattlaus (Nasonivia ribis nigri), Foto mit Marko-Linse 20x (MPOW).


(3) Raubmilbe Hypoaspis (Stratiolaelaos scimitus), Foto mit Marko-Linse 20x (MPOW).


Echter Mehltau auf Salatgurke, aufgenommen mit Marko-Linse 20x (MPOW).


Im Rahmen der ...

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... Digitalisierung hält das Smartphone immer mehr Einzug in das gärtnerische Berufsleben. Heutige Smartphones verfügen über leistungsstarke Kameras, die hervorragend dazu genutzt werden können, Bilder von Pflanzenschäden schnell an Berater zu übermitteln.

Darüber hinaus entwickeln sich auch weitere Innovationen, die den Einsatz des Smartphones speziell zum Thema Pflanzenschutz weiter verbessern können. Eine dieser Innovationen sind die sogenannten Makro-Linsen (siehe Abbildung 1 ). Diese „Clip on“-Linsen werden einfach auf die Smartphone-Kamera gesetzt und verwandeln das Smartphone in ein Mikroskop.

Makro-Linsen zur Identifikation von Schaderregern und Pilzmyzel

Die Makro-Linsen haben den großen Vorteil, dass man mit ihrer Hilfe scharfe Bilder von kleinsten Organismen aufnehmen kann, die bedeutsam für den integrierten Pflanzenschutz sind.

Dies kann besonders bei der Identifikation von bestimmten Schaderregern wie Blattläusen hilfreich sein. Makro-Linsen mit einer 20-fachen Vergrößerung können beispielsweise Siphon- und Beinfarbe sowie Stirnhöcker und Wachsablagerungen sichtbar machen (siehe Abbildung 2 ). Die Vergrößerung ist ebenfalls ausreichend, um Milben zu identifizieren (siehe Abbildung 3 ). Hier ist vor allem die Unterscheidung von Raubmilben und Spinnmilben sowie deren Eiern ein entscheidendes Kriterium für den Bekämpfungserfolg.

Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel die Unterscheidung von abiotischen und biotischen Schadursachen durch Erkennung von Pilzmyzel (siehe Abbildung 4 ). Dadurch kann die Entscheidung für oder gegen Pflanzenschutzmittel erleichtert und der Bekämpfungserfolg kontrolliert werden.

Mit Makro-Linsen Nützlinge kontrollieren

Ein weiterer großer Vorteil der Linsen ist die Möglichkeit der Qualitätskontrolle von Nützlings-Bestellungen. Lebendige Milben in Tüten oder Streugut, sogar lebendige und tote Nematoden können kontrolliert werden (siehe Abbildung 5 ). Dadurch können etwa Reklamationen mit Bildern unterlegt und wertvolle Arbeitszeit eingespart werden.

Im Gegensatz zu den eingesetzten Lupen haben die Marko-Linsen den Vorteil, dass man Aufnahmen sofort digitalisieren kann. Die Aufnahmen können somit archiviert und für die Dokumentation genutzt werden. Ebenfalls kann man sich durch das einfache Übermitteln der Aufnahmen an Pflanzenschutzberater aufwendige Beschreibungen von Schaderregern oder sogar den Weg zum Pflanzenschutzdienst ersparen. Dies ist speziell bei Verdachtsfällen auf Quarantäne-Schaderreger äußerst hilfreich.

(6) Smartphone Mikroskop Nurugo Micro.


Fotos: Mathias Beuhahn

(7) Thrips (Frankliniella occidentalis), aufgenommen mit Nurugo Micro.


Koordinaten der Fundstelle automatisch mit übermitteln

Wenn man auf dem Smartphone eine Koordinaten-Standort-App nutzt, kann sogar der Schädling und die Stelle im Gewächshaus oder auf dem Feld an den Berater übermittelt werden, was ebenfalls Zeit einspart, da der Berater den Befallsherd sofort zuverlässig wiederfinden kann.

Neben der 20-fach vergrößernden Makro-Linse gibt es auch leistungsstärkere Mikroskope, die einen Vergrößerungsfaktor von bis zu 400x ermöglichen (siehe Abbildung 6 ). Diese Linsen ermöglichen es sogar, die Fühlerglieder von Thripsen zu zählen (wichtiges Unterscheidungsmerkmal,siehe Abbildung 7 ). Die Handhabung und Fokussierung ist bei den Mikroskopen allerdings etwas aufwendiger als bei der einfachen „Clip on“-Linse. Das Mikroskop funktioniert sehr viel besser mit Objektträgern. Allerdings kann man sich solche Objektträger einfach selbst basteln. Der Thrips aus der Aufnahme wurde beispielsweise mit durchsichtigem Klebeband fixiert und anschließend fotografiert.

Marko-Linsen und Smartphone-Mikroskope sind nicht teuer

Einfache „Clip-on“-Linsen mit 20-facher Vergrößerung kosten im Durchschnitt zehn bis 20 Euro und sind entweder im Elektronik-Fachhandel oder im Internet unter der Bezeichnung „Smartphone Makro-Linse 20x“ zu finden.

Smartphone-Mikroskope sind etwas kostspieliger, aber ebenfalls mit einem Budget von ungefähr 80 bis 100 Euro zu haben. Die Smartphone-Linsen und Mikroskope passen, soweit nicht anders vermerkt, auf alle Handy-Kameras. Die Erweiterungen sind klein, einfach anzuwenden und verbrauchen keinen Akku. Die Aufnahmen sind nicht so gestochen scharf wie etwa bei Makro-Objektiven einer Spiegelreflexkamera, aber entsprechend günstiger und für die Aspekte des Pflanzenschutzes vollkommen ausreichend.

Der Autor

Mathias Breuhahn
M.Sc. PQM Landwirtschaft und Gartenbau, Projekt „Modellbetriebe Gemüse und Kräuter“