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So entwickeln Sie im dezentralen Internet


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TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 29.07.2022

Web3 Developer werden

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Web3 Development ist ein vielversprechendes Betätigungsfeld für Entwickler. Doch es gibt einige Aspekte, die bei einem Um- beziehungsweise Einstieg zu bedenken sind.

Web3 ist aktuell eines der heißesten Buzzwords in der Techszene. Es beschreibt ein neu entstehendes Ökosystem, das auf der Distributed-Ledger-Technologie basiert und Kryptowährungen stärker in den Mittelpunkt rückt. Während der Hype um Web3 allmählich seinen Kulminationspunkt erreicht, wächst die Kluft zwischen den Entwicklern, die in Web3 ein aufregendes neues Paradigma für die Webentwicklung sehen und denjenigen, die nur darauf aus sind, schnell viel Geld zu machen.

So wie Web3 derzeit definiert ist, handelt es sich um eine Vision für das öffentliche Internet, in dem Daten und Inhalte auf Blockchains registriert, mit Token versehen oder über verteilte Peer-to-Peer-Netzwerke verwaltet und abgerufen werden. Web3 ist also ein dezentrales Internet, das Kryptowährungen, NFTs und dezentralisierte Applikationen (DApps) unterstützt.

Web3 erfordert ein neues Modell für die ...

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... Softwareentwicklung auf verteilten Blockchains und markiert somit eine drastische Abkehr von traditionellen Architekturen. Je nach Perspektive bietet sich für Developer durchaus eine Chance, auf den neuesten Trend aufzuspringen. Einer Analyse des Krypto-Risikokapitalunternehmens Electric Capital zufolge ist die Web3-Entwicklergemeinschaft mit 18.000 aktiven Developern noch klein – allerdings seit Anfang 2021 um zirka 75 Prozent gewachsen. Auch Dave Walters, CTO der Personalvermittlungsplattform Hired, sieht einen Aufwärtstrend bei Web3-Entwicklerjobs: „Die relative Nachfrage nach Web3-Jobkandidaten ist seit Anfang 2021 um 67 Prozent gestiegen.“

Web3-Entwicklung: Erste Schritte

Nik Kalyani, Gründer von Decentology, einem Unternehmen, das sich auf Web3-Entwicklungs-Tools spezialisiert hat, sieht in Web3 eine Möglichkeit, die Softwareentwicklung drastisch zu vereinfachen – durch eine klarere Definition von Front-End- und Back-End-Fähigkeiten. „Aus der Sicht eines Entwicklers gibt es eine klare Abgrenzung, welche Skills einsatzfähig und welche noch ausbaufähig sind. Im Backend wählt man eine Blockchain aus, arbeitet mit einer einzigen Sprache und sobald man die Änderungen an der Architektur verstanden hat, kann man anfangen, tiefer über Effizienz und Speicheroptimierung nachzudenken – all diese Dinge, die einen befähigen, ein wirklich guter Smart-Contract-Entwickler zu sein.“ So könnten Front-End-Entwickler oder Designer ihre vorhandenen Fähigkeiten direkt auf Web3-Anwendungen übertragen.

Nader Dabit war leitender Entwickler bei Amazon Web Services (AWS) und wagte im vergangenen Jahr den Sprung zu Web3, als er sich Edge & Node anschloss. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Graph-Indizierungsprotokoll für Blockchain-Daten. Er ist davon überzeugt, dass traditionelle Web-2.0-Entwicklerfähigkeiten in die Web3-Arena übertragbar sind. „Den besten Startpunkt bilden die Dokumentationen von Ethereum und Solidity. Deren Lektüre vermittelt die Grundlagen, um das beliebteste Blockchain-Ökosystem zu verstehen – und wie man Smart Contracts schreibt. Für die meisten Entwickler ist die Lernkurve von Solidity nicht zu steil, da es ähnlich wie C++ und Java funktioniert. Smart Contracts werden inzwischen auch immer öfter in der universellen Programmiersprache Rust geschrieben.“

Darüber hinaus müssen sich Developer mit Web3-Ambitionen auch mit neuen Entwicklungsumgebungen wie Remix vertraut machen und lernen, wie das Deployment auf Ethereum Virtual Machines und Co. läuft. Auch der Mechanismus, wie Transaktionen auf der Blockchain signiert werden, muss verinnerlicht werden – wobei sich MetaMask für diesen Prozess als Standard-Tool etabliert hat.

Kurz gesagt: Um Web3-Anwendungen zu erstellen oder zu nutzen, müssen Entwickler sich mit einer neuen Terminologie auseinandersetzen, eine Krypto-Wallet einrichten und die volatilen „Gas“-Gebühren bezahlen, die für Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain fällig werden. All das kann auf Neueinsteiger abschreckend wirken. Zumindest bei letztgenanntem Punkt ist Besserung in Sicht: Alternative Blockchain-Plattformen wie Cosmos, Solana und Cardano werden dank ihrer niedrigeren Transaktionskosten immer beliebter. Daneben gibt auch eine wachsende Zahl von Testnetzen, in denen Web3-Entwickler ihre Smart Contracts gebührenfrei testen können.

Web3 Stack: Status Quo

In seinem aktuellen Stadium fehlt dem Web3-Entwickler-Stack noch die Reife – zudem ist er undurchsichtig und fragmentiert. Aber das könnte sich künftig ändern: „Wenn Ihnen das Kopfzerbrechen bereitet, sind Sie nicht allein. All diese Tools zusammenzuschustern ist komplex und kann zu einer schmerzhaften Entwicklererfahrung beitragen“, schreibt der ehemalige Coinbase-Developer Preethi Kasireddy in einem Blogbeitrag.

Entwickler-Frameworks wie Hardhat wollen es erleichtern, Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain zu erstellen und zu testen. Andere, darunter etwa Polygon, versprechen Web3-Developern, Blockchain-Netzwerke mit nur einem Klick bereitzustellen. Auch die Zahl der Web3-Frameworks und SDKs wird steigen, da das Interesse und die Investitionen in Web3 zunimmt. „Wir befinden uns an einem Wendepunkt, an dem genügend Komponenten vorhanden sind, damit jeder Entwickler den Wechsel von Web 2.0 zu Web3 vollziehen kann“, meint Onur Akpolat, Softwareentwickler bei der Interchain Foundation.

„Für Tech-Profis ist es essenziell, sich über Trends auf dem Laufenden zu halten – von der Virtualisierung über die Cloud bis hin zu Web3“, meint Luke Youngblood, Senior Staff Engineer bei der Krypto-Börse Coinbase und ehemaliger Lösungsarchitekt bei AWS. Wie viele Web3-Entwickler begann Youngblood seine Reise ins dezentrale Internet mit Bitcoin Mining. Ab 2017 begann er, sich in seiner Freizeit Ethereum und die Programmierung von Smart Contracts beizubringen, während er sich in seinem Hauptjob bei AWS mit Blockchain und dem Design verteilter Systeme beschäftigte. Doch schon bald sah er Web3 als potenziellen Karriereweg: „Was mich begeistert, ist die Idee, dass wir unsere Inhalte selbst besitzen und sie nicht in einer zentralisierten Datenbank von Facebook oder Google gespeichert sind.“

Das Web3-Ökosystem wächst rasant – und damit auch die Zahl der Tutorials, Weiterbildungsangebote und Entwickler-Communities:

› Udemy

› Web3 University

› Buildspace

› Coursera

› ETHGlobal

Web3 Developer werden: Traumgehälter im Blick

Trotz allem ist es für Entwickler ein großer Schritt, Vollzeit auf Web3 umzusteigen. Dieser Umstieg hat aber auch einen nennenswerten Vorteil: Geld. Die Gehälter von Vollzeit-Web3-Entwicklern bewegen sich in der Regel im sechsstelligen Bereich – die Unternehmen reißen sich darum, auf den Web3-Zug aufzuspringen. Laut Hired verdienen Web3-Kandidaten in den USA bereits ein durchschnittliches Jahresgrundgehalt in Höhe von 160.000 Dollar.

Dann hat man allerdings die zusätzlichen Vorteile der Web3-Entwicklung noch gar nicht in Betracht gezogen – etwa die Token-Emissionen, deren Wert sich dramatisch steigern kann, wenn ein Projekt in Schwung kommt. „Dieses Element des Web3-Ökosystems zieht einige Leute an, die ausschließlich monetäre Interessen haben“, gibt Dabit von Edge & Node zu.

„Eine Prämisse für Web3 ist, dass jedes Produkt immer auch eine Investitionsmöglichkeit darstellt. Das wäre in etwa so, als ob man, wenn man ein früher Nutzer von Facebook oder Uber war, automatisch auch ein Aktionär dieser Unternehmen wäre. Wenn diese Services durch die Decke gehen, ist man reich“, schreibt Bloomberg-Kolumnist Matt Levine.

Der Signal-Erfinder Moxie Marlinspike schreibt in einem Blogbeitrag mit dem Titel „My first impressions of Web3“ über seine Erfahrungen bei der Entwicklung eines DApp-Prototyps namens Autonomous Art. Mit dieser DApp können Benutzer einen neuen Token für ein NFT prägen, wenn sie zu einem gemeinsamen Kunstwerk beitragen. „Die Kosten für einen visuellen Beitrag steigen mit der Zeit, und die Gelder, die ein Mitwirkender für das Prägen bezahlt, werden an alle vorherigen Künstler verteilt (wenn man sich diese finanzielle Struktur vorstellt, ähnelt sie einer Pyramide). Die Leute am Ende der Schlange interessieren sich nicht unbedingt für Distributed-Trust-Modelle oder Zahlungsmechanismen, aber sie interessieren sich für Geld.“

Madhavan Malolan ist Mitbegründer von Questbook, einem Startup, das Entwicklern helfen will, Geld mit Beiträgen zu Web3-Projekten zu verdienen. Für ihn ist die Web3-Entwicklung vergleichbar mit der Mitarbeit an einem Open-Source-Projekt – allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass man für seine Beiträge materiell entlohnt wird. „Viele Entwickler werden auf Web3 umsteigen, um sich das nicht entgehen zu lassen.“

Andere sehen es als problematisch an, sich nur aus finanziellen Gründen an Web3-Projekten zu beteiligen: „Man verliert etwas, wenn es nicht mehr in erster Linie darum geht, etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun“, meint Chef-Mitbegründer Adam Jacob. „Diesen Anreiz durch Geld zu ersetzen, fühlt sich nicht gut an.“ Oder wie Tim O‘Reilly in einem Blog-Beitrag anmerkt: „Das schnelle Geld, das man mit der Spekulation auf Kryptowährungen verdienen kann, scheint Entwickler und Investoren davon abzulenken, nützliche Dienste für die reale Welt zu entwickeln.“

Das bedeutet nicht, dass das Web3 keine interessanten technischen Herausforderungen für Ingenieure bereithält – es wirft nur die berechtigte Frage auf, was sie motiviert. Für Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin dreht sich nicht nur alles ums Geld, sondern um die Möglichkeit, etwas wirklich Neues zu schaffen: „Vielen Entwicklern liegt wirklich etwas an Dezentralisierung und Vertrauenswürdigkeit“, argumentierte er auf Reddit als Antwort auf Marlinspikes Blogbeitrag.

Trotz seiner Skepsis gibt selbst Marlinspike zu, dass er gut verstehen könne, warum so viele Leute das Web3-Ökosystem so toll finden – vor allem auf „Nerd-Ebene“: „Das schafft einen Raum für Kreativität und Exploration, der ein wenig an die frühen Tage des Internets erinnert.“ Der Softwareingenieur und Web3-Kritiker Stephen Diehl, sieht im dezentralen Internet das Potenzial, einige zwingende Informatikprobleme lösen zu können: „Aus Sicht des Ingenieurs, der diese Technologie tatsächlich anwenden muss, fällt es mir allerdings schwer, nützliche Anwendungen in der Geschäftswelt zu erkennen.“

Web3: Alles nur Hype?

„Bislang ist die Web3 Community überschaubar und bietet den Beteiligten Raum zu experimentieren. Und es finden enorme Investitionen statt“, weiß Ashley Christenson, Senior Community Manager beim NFT-Marktplatz SuperRare. „Ich habe nach so etwas gesucht. Es fühlt sich ein bisschen wie mein Dotcom-Moment an.“

Ein „Dotcom-Moment“ hat zwar etwas sehr Verlockendes, sollte aber immer auch eine Warnung sein, sich zu sehr auf etwas einzulassen, das in großem Stil platzen könnte. In den Augen mehrerer Experten, die sich mit der Web3-Welt beschäftigt haben, halten die Prinzipien der zugrundeliegenden Technologien – Dezentralisierung und Unveränderlichkeit – bei genauerem Hinsehen den Versprechen nicht stand. So sieht es etwa auch Molly White, Softwareentwicklerin bei Hubspot, die in einem Blogbeitrag schreibt: „Den relativ wenigen Plattformen, über die die Blockchain-Daten fließen, wird ein enormes Maß an Vertrauen entgegengebracht. Dadurch werden viele der vermeintlichen Vorteile der Dezentralisierung zunichte gemacht.“

Am Beispiel der jüngsten NFT-Raubzüge verdeutlicht die Developerin: „In einer wirklich unveränderlichen, dezentralen Welt, ist der Code das Gesetz. Keine zentrale Behörde kann eingreifen und die Übertragung eines Vermögenswerts wäre endgültig – unabhängig davon, ob sie auf richtigem Weg erfolgt ist. In diesem Fall konnte jedoch OpenSea als zentraler Handelsplatz eingreifen und den Vermögenswert einfrieren, so dass er für Diebe praktisch wertlos ist. Blockchain-Technologien haben es also irgendwie geschafft, das Schlimmste aus beiden Welten zu vereinen – dezentral, aber nicht wirklich. Unveränderlich, aber nicht wirklich.“

Auf ganz ähnliche Weise kommt auch Signal-Erfinder Marlinspike zu dem Schluss, dass vieles von dem, was Web3 den Entwicklern verspricht, immer noch stark an die Abhängigkeit von bestimmten zentralen Plattformen erinnert, die die Ära des Web 2.0 geprägt hat. „Um diese Technologien nutzbar zu machen, konsolidiert sich der Raum wieder einmal um Plattformen“, schrieb er und nannte Infura, Alchemy und MetaMask als bereits etablierte Engpässe für Entwickler.

Der Informatik-Dozent Nicholas Weaver von der UC Berkeley übt noch schärfere Kritik: „Die technischen Grundlagen sind so schrecklich, dass es klar ist, dass sie nur existieren, um die zugrundeliegenden Kryptowährungen anzupreisen“, schreibt er in einem Usenix-Blogpost. „Der eigentliche Nutzen dieser ‚dezentralen‘ Systeme ist in modernen verteilten Systemen bereits vorhanden, und zwar auf eine Weise, die um mehrere Größenordnungen effizienter und leistungsfähiger ist.“

Sogar einer der größten Befürworter des Web3, Coinbase-CEO Brian Armstrong, gab kürzlich auf Twitter zu, dass es immer noch schwierig ist, Dinge dezentral zu entwickeln:

Dennoch sehen viele Entwickler, vor allem jüngere und ambitionierte, das eher als Herausforderung und Chance denn als Hindernis für den Einstieg. Auch Ethereum-Mitbegründer Buterin ist der Meinung, dass die Grenzen von Web3 heute auf „begrenzte technische und finanzielle Ressourcen“ zurückzuführen sind und dass diese Grenzen fallen werden, wenn mehr Entwickler hinzukommen. „Glücklicherweise werden die Abhängigkeiten eine nach der anderen angegangen und gelöst. Es gibt bereits eine Menge Fortschritte. Sobald die allgemeine Arbeit von einigen wenigen engagierten Teams erledigt ist, wird die Erstellung von vertrauenswürdigen Anwendungen für alle Entwicklerteams, die nur noch die Bibliotheken einbinden müssen, viel einfacher werden“, schrieb Buterin auf Reddit.

Web3: Ethische Bedenken

Der Widerstand gegen Web3 beruht auch und insbesondere auf ethischen Bedenken im Zusammenhang mit Token- und NFT-Betrug sowie schwerwiegenden Nachteilen für die Umwelt.

So äußerte etwa die Europäische Zentralbank Bedenken wegen des „exorbitanten CO2-Fußabdrucks“ von Kryptowährungen. Dem Bitcoin Electricity Consumption Index der University of Cambridge zufolge verbraucht Bitcoin Mining pro Jahr 138,9 Terawattstunden Strom – so viel wie ganze Länder. Selbst der Krypto-Gläubige Elon Musk äußerte bereits Sorgen bezüglich der Umweltauswirkungen von Kryptowährungen:

All diese Faktoren machen das Web3 zu einer riskanten Karriereentscheidung. Allerdings birgt dieses Risiko auch enorme Chancen. Schließlich bauen nicht nur Startups und Krypto-Unternehmen am Web3: Meta arbeitet beispielsweise an einer nativen NFT-Funktionalität, praktisch jede große Bank der Welt befasst sich mit Kryptowährungen und erkundet Use Cases für die Blockchain-Technologie. Und auch Google hat laut Bloomberg vor kurzem eine neue Abteilung gegründet, die sich auf „Blockchain und andere verteilte Rechen- und Datenspeichertechnologien der nächsten Generation“ konzentriert.

Dennoch: Sich im jetzigen Stadium für Web3 zu engagieren, kommt einer Partie Blackjack gleich: Es macht Spaß, eventuell gewinnt man neue Freunde und eventuell ist auch ein bisschen Gewinn drin. Allerdings sollte man sich der Risiken bewusst sein.

Scott Carey und Florian Maier

Scott Carey ist Redakteur bei unser IDG-Schwesterpublikation Computerworld in Großbritannien. Der IT-Journalist mit dem Schwerpunkt auf Unternehmensanwendungen moderiert auch Branchenveranstaltungen. Besonders interessieren ihn die großen IT-Player und Cloud-Service-Anbieter. Er hat ein Diplom in Journalistik an der Universität Cardiff in Wales erworben. In seiner Freizeit treibt er Sport, reist viel und beschäftigt sich intensiv mit der Medienlandschaft in Großbritannien.

Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.