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So funktioniert das Immunsystem


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 45/2022 vom 02.11.2022
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VOLKSNAH Bei einem ihrer vielen Termine hat sich die Prinzessin angesteckt

Victoria von Schweden, 45 Schützende Impfung

„Gleich zweimal Corona gehabt“

Die Thronfolgerin und ihr Mann hatten sich im Januar erneut mit Covid-19 infiziert. Sorge hatte das Volk vor allem um Prinz Daniel. Der heute 49-Jährige bekam 2009 eine Niere transplantiert, und hat wegen der Medikamente, die er seitdem einnehmen muss, ein geschwächtes Immunsystem. Da beide aber vollständig geimpft sind, gingen beide Erkrankungen relativ glimpflich ab.„SiehattennurleichteSymptome“,gab der Palast bekannt.

Zahl der Woche

77 Prozent der Deutschenwaschen sich mindes- tens 20 Sekunden lang die Hände. 2020 waren es noch 95%.

Etwa eine Billion Wächter kreisen gerade durch Ihren Körper. Ihr wissenschaftlicher Name: Lymphozyten. Ihr Ziel: Feinde aufspüren, identifizieren, eliminieren. Ihre Gegner: Pathogene – krank machende Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Viren. Sie lauern in der Luft, der Nahrung oder ...

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... auf Oberflächen, und unsere Abwehr bekämpft sie mit aller Kraft. „Es ist nach dem Gehirn das zweitkomplexeste System, das wir kennen“, sagt Philipp Dettmer, Autor des Buchs „Immun“. Er erklärt hier, wie es funktioniert.

Wo sitzt das Immunsystem?

Die Abwehrkräfte sind im ganzen Körper verteilt. Unsere äußerste Schutzbarriere besteht unter anderem aus Haut und Schleimhäuten. Diese versuchen, Erreger am Eindringen zu hindern. Bahnen sich diese doch den Weg in den Körper, beginnen die inneren Organe und Abwehrzellen mit ihrem Job. Immunzellen gehören zu den weißen Blutkörperchen, die im Knochenmark und im Thymus (eine Drüse des lymphatischen Systems) heranreifen. Über die Blut- und Lymphbahnen verteilen sie sich dann im Körper und überwachen die Umgebung. Besonders viele sitzen in den Lymphknoten und der Milz.

Kann es auch dazulernen?

Man unterscheidet zwei Arten des Immunsystems: das angeborene und das erworbene. Zu ersterem zählen Schutzbarrieren wie die Haut und Immunzellen, die Schädlinge auf immer die gleiche Weise attackieren. Das erworbene Immunsystem dagegen lernt mit der Zeit dazu. Hat es einen Erreger eliminiert, bildet es sogenannte Gedächtniszellen. „Dringt ein bekannter Feind wieder in den Körper ein, können diese ihn schneller identifizieren und bekämpfen“, so Dettmer.

Der Experte

PHILIPP DETTMER Der Wissenschaftserklärer betreibt den erfolgreichen YouTube-Kanal „Kurzgesagt“

Verfügt es über Spezialkräfte?

Tatsächlich gibt es Einheiten, die nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. „Um keine Ressourcen zu verschwenden, reagiert das Immunsystem in verschiedenen Eskalationsstufen“, erklärt Philipp Dettmer. Reicht die Schlagkraft des angeborenen Immunsystems nicht aus, wird das erworbene aktiviert. „Besonders wichtig sind B- und T-Zellen.“ Die Buchstaben weisen darauf hin, wo diese Zellen reifen: die B-Zellen im Knochenmark, das im Englischen „bone marrow“ heißt, die T-Zellen im Thymus. Präsentiert eine Immunzelle nun die Bruchstücke eines Krankheitserregers auf ihren Rezeptoren, werden über Zwischenschritte diese zwei Kräfte mobilgemacht. Die zytotoxischen T-Zellen, auch „T-Killerzellen“ genannt, zerstören infizierte Körperzellen, die B-Zellen produzieren Antikörper, um Feinde zu bekämpfen.

Wie unterscheidet es Freund und Feind?

Unglaubliche 39 Billionen Bakterien leben im Körper eines Durchschnittsmenschen. Das Immunsystem greift – wenn alles richtig läuft – nur diejenigen an, die krank machen könnten. „Dafür unterscheidet es zwischen Körperfremdem und Körpereigenem“, sagt Dettmer. Für die Erkennung sind die Killerzellen verantwortlich. Eine grundlegende Funktion, denn greifen die Immunzellen körpereigene Zellen an, hat das schwere Folgen wie Autoimmunkrankheiten. „Für diese Aufgabe durchlaufen sie eine Art Ausbildung im Thymus“, so Dettmer.

Lena Meyer-Landrut, 31 Fit-Food und Training

„ Ausgewogen essen“

Die Sängerin und Gattin von „The Voice Kids“-Kollege Mark Foster achtet sehr darauf, sich gut um ihren Körper zu kümmern.„Ichversuchewirklich,sehrgesundzuleben“,betonte sie in einem Interview. Ihr Rezept dafür: viel Sport und eine ausgewogene Ernährung. „Für mich ist es wichtig, Sachen zu essen, von denen ich weiß, woher sie kommen.“

VITALSTOFFE FÜR DIE ABWEHR

Diese prima Powerstoffe unterstützen das Immunsystem:

.Virenhemmer Zink Kommt in Fleisch, Fisch, Käse, Vollkorn, Nüssen und Pilzen vor. Empfohlen: 15 mg täglich.

.Immun-Booster Eisen Steckt vor allem in Leber, Rind- und Lammfleisch, Vollkorn, Pfifferlingen, Hülsenfrüchten. 15 mg täglich.

.Katalysator Magnesium Ideal dafür sind z. B. Vollkorn, Fisch, Bananen, Schokolade, Nüsse. 300 mg täglich.

.Fitmacher Vitamin C Lieferanten sind frisches Obst und Gemüse. 100 mg täglich.

.Abwehr-Animateur Selen Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier, Käse oder Rosenkohl. 30 bis 70 µg täglich.

.Entgifter Schwefel Optimal hierfür sind eiweißhaltige Nahrungsmittel sowie Gemüse und Wurzeln mit Senfölen. 900 mg täglich.

„Dort wird geprüft, ob die Zellen nur körperfremde Zellen erkennen. Nur zwei Prozent der T-Killerzellen bestehen diese Prüfung.“ Diese Zellen zirkulieren dann im Körper. Man kann sie sich wie Polizisten vorstellen, die mittels ihrer Rezeptoren Ausweiskontrollen durchführen. Werden ihnen von Passanten körpereigene Proteine präsentiert, gelten die als ungefährlich.

Gibt es schlechte und gute Immunsysteme?

Was ist dran an der Aussage „Ich habe einfach ein schlechtes Immunsystem“? Wenig, so Experten. Auch Dettmer sieht das so: „Unsere Immunsysteme können unterschiedlich gut auf Erreger reagieren. Es gibt solche, die besonders gut im Kampf gegen Bakterien sind. Und jene, die besser gegen Viren vorgehen. Das liegt an der genetischen Diversität, die uns auch als Spezies schützt, indem wir nicht alle für Erreger gleichermaßen empfänglich sind.“ Immer wieder ist auch zu hören, dass eine sterile Umgebung dafür sorge, dass Kinder häufiger krank werden. „Der Gedanke, dass das Immunsystem abgehärtet werden muss, ist so nicht richtig. Krank sein stärkt den Körper nicht.“ Allerdings sei der Kontakt mit Gräsern oder Tieren durchaus wichtig: „Es geht darum, dass die Abwehr viele Freunde kennenlernt. Je mehr Kinder mit Fremdkörpern in Kontakt kommen, desto mehr Daten sammeln sie, die beim Unterscheiden von Freund und Feind helfen.“

Kann die Abwehr getäuscht werden?

Nicht immer gelingt es dem Immunsystem, schädliche Zellen zu identifizieren, denn manche können es austricksen. Einer der gefährlichsten Gegner ist Krebs. Er resultiert aus der Mutation körpereigener Zellen – das erschwert die Identifikation. Auch andere Erreger können es überlisten. „Malariaerreger verstecken sich in Blutzellen – so sind sie für das Immunsystem unkenntlich.“ Andere verändern immer wieder ihre Antigene und erschweren den T-Zellen so ihre Bekämpfung – wie das Grippevirus.

Altert das Immunsystem?

Tatsächlich wird das erworbene Immunsystem im Laufe eines Lebens schwächer. Zurückzuführen ist das vor allem auf den Thymus. Auf jenes Organ also, in dem die T-Zellen heranreifen und lernen, zwischen Körperfremdem und Körpereigenem zu unterscheiden. Etwa ab dem 14. Lebensjahr wächst es nicht mehr weiter. „Ab etwa 80 Jahren besteht es nur noch aus Fettzellen. Der Körper ist dann also nicht mehr fähig, die T-Zellen, diese Superwaffen des Immunsystems, zu produzieren.“ Allerdings: Wehrlos sind ältere Menschen nicht. Sie können immer noch auf ihre Gedächtniszellen zurückgreifen – und von denen hat man im Alter meist mehr, da mehr Infektionen überstanden wurden.

DANIELA WITTMANN

Evelyn Burdecki, 34 Heftige Erkältung

„Eine ganze Woche Bettruhe“

Der Reality-TV-Star lag im vergangenen Oktober flach. Erst nach einer Woche meldete sie sich dann, noch mit leicht nasaler Stimme, bei ihren Followern zurück.„IchwarinmeinemLebennochniesokrank“,so die quirlige Blondine, „mich hat es richtig erwischt.“ Im halbwegs gesunden Zustand wagte sich die Düsseldorferin dann wieder vor die Tür. Die Tage zuvor war daran allerdings nicht zu denken. Ab und zu habe sie aufstehen können, um ihren Kater Balou zu füttern. Aber auch das habe sich angefühlt, als wäre sie für eine Stunde joggen gewesen.

BUCH-TIPP:

Sie wollen mehr Infos zu unserer faszinierenden Abwehr? Philipp Dettmer erklärt das komplexe Thema in „Immun“ sehr anschaulich und witzig. Ullstein Verlag, 19,99 €

LECKERLI FÜR

Auch unser Darm, der die meisten Immunzellen enthält, spielt eine wichtige Rolle in der Abwehr. Dabei verhindern die „guten“ Bakterien, dass sich krank machende Keime in der Darmschleimhaut ansiedeln und ausbreiten können Was ihnen guttut:

.Ballaststoffe sind Futter für die guten Bakterien. Sie sind z. B. in Vollkornprodukten,

Erol Sander, 53 Fixe Vorsorge

„Ich schwöre auf Zink“

Der Schauspieler sieht dem kommenden Winter entspannt entgegen – denn er hat sein persönliches Hausmittel, um gesund zu bleiben:„Sobaldichspüre,dasseineErkältungimAnmarschist,trinkeichtäglicheinGlasWassermitZinkpulver.“

UNSEREN DARM

Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten sowie Gemüse und Obst enthalten. .Probiotika sind lebensfähige Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien. Die winzigen Helfer, die unter anderem in Joghurt und Kefir, aber auch in

Eingemachtem wie Sauerkraut oder Kimchi stecken, unterstützen den Darm bei seinem Job. .Heilerde wirkt wie ein natürlicher Feuerlöscher bei Problemen wie Sodbrennen. Und kann auch Symptome eines Reizdarms lindern. Die Einnahme des Pulvers (z. B. Luvos-Heilerde magenfein, rezeptfrei, Apotheke) sollte mindestens drei bis sechs Wochen erfolgen.