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So funktioniert der Optionshandel


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Traders - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 28.04.2022
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Bildquelle: Traders, Ausgabe 5/2022

Wieso Optionen sinnvoll sind

Optionen können viele Funktionen erfüllen. Ein Investor mit einem Aktiendepot könnte zum Beispiel mit einer Put-Option sein Depot gegen kurzfristige Kursverluste absichern. Ein Trader mit einer Long-Position in Aktien könnte hingegen Calls gegen seine Aktienposition verkaufen, um ein zusätzliches Einkommen an der Optionsprämie zu erzielen. Ein Trader könnte auch einen Call kaufen, um an einer erwarteten Kursbewegung teilzunehmen. Andernfalls könnte er auch einen Put kaufen, um von einer Abwärtsbewegung zu profitieren.

Begriffserläuterung: Long bedeutet im Optionshandel, dass man eine Optionsposition gekauft hat. Es kann sich dabei sowohl um einen Call als auch einen Put handeln.

Short in Optionen ist man entsprechend, wenn eine Option verkauft wurde. Fachlich spricht man dabei von einem Stillhaltergeschäft. Der Stillhalter möchte so lange warten, bis die Option verfällt. ...

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... Die typische Terminologie, die für Aktien benutzt wird, passt bei Optionen nicht. Bei der Aktienspekulation spricht man von „long“, wenn der Trader auf steigende Kurse setzt, und von „short“, wenn es um fallende Kurse geht.

In der Praxis können sehr einfache, aber auch viele anspruchsvolle Optionsstrategien umgesetzt werden.

Allgemein kann man sagen, dass der Kauf eines Calls den Besitzer an einer Aufwärtsbewegung teilhaben lässt. Der komplizierte Teil besteht darin festzulegen, welchen Call man am besten kauft oder ob eine alternative Strategie, bei der mehr als eine Option verwendet wird, nicht ein besseres Chance/Risiko-Verhältnis bieten könnte.

In Bild 1 finden Sie eine Übersicht der Optionsstrategien. Sie wird Ihnen helfen, den Überblick zu bewahren. Sie zeigt Ihnen die Vielfalt an Möglichkeiten und deutet darauf hin, dass die Komplexität von Optionen nicht in einem einzigen Artikel umfassend erklärt werden kann.

Kombination von Option Spreads

Professionelle Optionstrader verwenden sehr oft Kombinationen von Option Spreads. Es passiert eher seltener, dass sie reine Long-oder Short-Positionen aufbauen.

Option Spreads sind sinnvoll, um spezielle Risiko-und Gewinncharakteristika aufzubauen.

Ein Markt kann steigen, fallen oder sich seitwärts bewegen. Welches Szenario eintreten wird, lässt sich nur bedingt vorhersagen. Deshalb richtet sich der professionelle Optionstrader gerne nach dem „Willen des Marktes“.

Einzelne Optionen zu kaufen könnte man vergleichen mit einem Anzug von der Stange. Option Spreads wären dagegen der maßgeschneiderte Anzug. Er ist speziell auf den Optionstrader zugeschnitten.

Zwei einfache Option Spreads wären der Call-Spread (auch Bull-Spread genannt) und der Put-Spread (Bear-Spread).

Ein Long-Call-Spread entsteht durch den gleichzeitigen Kauf einer Call-Option mit einem geringen Ausübungspreis und dem Verkauf einer anderen Call-Option mit einem höheren Ausübungspreis. Ein Beispiel eines Call-Spreads würde folgendermaßen aussehen: Die zugrunde liegende Aktie wird bei 50 gehandelt. Sie kaufen einen 50er-Call für 6,50 US-Dollar und verkaufen einen 60er-Call für drei US-Dollar. Das Ziel dieses Trades ist es, von einer Aufwärtsbewegung durch den Long-Call zu profitieren und gleichzeitig das Risiko durch den Verkauf der Short-Call-Option zu verringern. In diesem Fall muss allerdings erwähnt werden, dass durch die Short-Call-Option das Gewinnpotenzial limitiert wird.

In Bild 2 zeigt ein Chart das Risiko/Verlust-Verhältnis eines Long-Call-Spreads. Der maximale Gewinn fällt bei diesen Spread an, wenn der Kurs der Basisaktie genau beim höheren Ausführungspreis liegt – in diesem Fall bei 60. Über diesen Preis werden zusätzliche Gewinne der Long-Call-Option durch die Verluste der Short-Option ausgeglichen. Der maximale Verlust dieser Strategie wäre auf die Differenz der erhaltenen und der bezahlten Prämien limitiert. Rechnerisch ergibt das im Beispiel einen Betrag von 3,50 US-Dollar. Ein Long-Put-Spread wäre ein bärischer Trade, bei dem ein Put mit einem höheren Ausübungspreis gekauft und ein anderer mit einem geringeren Ausübungspreis verkauft wird.

Schreiben von gedeckten Calls – eine Option mit einer Aktie verbinden

Die Verbindung der Risiko/Gewinn-Eigenschaften von Optionen und deren Basisaktien wäre ein weiterer Weg, um flexible Optionsstrategien aufzubauen. Ein gutes Beispiel wäre das Schreiben von gedeckten Calls. Das ist der Verkauf von Calls, die aus dem Geld liegen, gegen eine Aktienposition, die bereits im Depot liegt. Hätte man zum Beispiel eine Aktienposition im Depot, die mit einem Kurs von 50 US-Dollar bewertet wäre, könnte man einen Call verkaufen mit einem Ausübungspreis von 60 US-Dollar. Gedeckte Calls sind gewinnbringend, wenn die Aktie zum Verfallstag um den Ausübungspreis des Calls gehandelt wird. Das wäre hier bei 60 US-Dollar der Fall. Solche Trades sollten im Zusammenhang mit Aktien eingegangen werden, deren nächste Zukunft als neutral bis leicht bullisch prognostiziert wird. Falls die Aktie allerdings stark ansteigen sollte – weit über den Ausübungspreis hinaus –, würde man bei der Option Geld verlieren. In Bild 3 ist die Handelsstruktur abgebildet. Das Bild zeigt das Gewinnprofil eines geschriebenen gedeckten Calls zum Verfallstag. Es gibt dabei keine Verlustbegrenzung, doch bevor man mit dieser Position Geld verliert, muss die zugrunde liegende Aktie mindestens um den Betrag steigen, den man für den Verkauf der Call-Option erhalten hat.

Straddle – Sie gewinnen, wenn die Aktie steigt oder fällt

Einer der Vorteile von Optionen ist, dass man richtungsunabhängige Position aufbauen kann. Das ist mit Strategien möglich, die nicht vom Steigen oder Fallen des zugrunde liegenden Basiswertes abhängen. Solche Strategien basieren immer auf der Volatilität. Im Fall von Long-Optionen profitieren Sie von einer Zunahme der Volatilität, bei Short-Optionen von deren Rückgang.

Profis benutzen für den klassischen richtungsunabhängigen Optionshandel den Begriff Straddle. Er entsteht durch den Kauf eines Calls und Puts mit identischen Ausübungspreisen und gleichem Verfallstag. Sobald der Basiswert mehr fällt oder steigt, als für die Optionen an Prämien bezahlt wurden, läuft die Position in den Gewinn.

Ein Beispiel: Stellen wir uns vor, eine Aktie wird zu 50 US-Dollar gehandelt. Der „am Geld“ liegende Call mit einem Ausübungspreis von 50 US-Dollar kostet 6,50

US-Dollar. Der „aus dem Geld“ liegende Put wird dagegen mit 5,50 US-Dollar gehandelt. Diese Preisbewertung lässt übrigens auf eine bullische Markteinschätzung der Aktie schließen. Theoretisch hätten nämlich bei einer neutralen Markteinschätzung Call und Put denselben Preis.

Falls Sie diesen Straddle aufbauen, dann müsste sich die Aktie um mehr als zwölf Punkte bewegen, damit die Position in den Gewinnbereich kommt. Hinzuzurechnen sind natürlich auch die Transaktionskosten. Beim Straddle spielt es also keine Rolle, ob die Aktie steigt oder fällt.

Wenn sie steigt, werden sie mit dem Call Geld verdienen und mit dem Put verlieren. Wenn sie fällt, dann verdienen sie am Put und verlieren am Call. Ihr Risiko ist damit auf den Gesamtpreis der beiden Optionen begrenzt.

Bild 4 zeigt das Gewinn/Verlust-Profil eines Long-Straddle. Der Erfolgsschlüssel dieser Strategie ist es, nur Optionen bei geringer Volatilität des Basiswertes zu kaufen. Eine geringe Volatilität bedeutet immer auch eine niedrige Optionsprämie. Das wiederum verspricht ein hohes Gewinnpotenzial, wenn sich der Basiswert dynamisch in eine Richtung bewegt. Aktien, die sich in einer engen Preisspanne bewegen, haben eine geringe Volatilität und wären somit geeignete Kandidaten für einen Straddle. Diese Optionsstrategie wäre ein guter Weg, um mögliche Ausbrüche zu handeln, bei denen sich der Trader über die Kursrichtung noch nicht im Klaren ist.

In der Praxis versuchen Optionstrader die besten Optionen für diese Art von Long-Volatilitätstrades zu finden.

Dazu ermitteln Sie die aktuelle Volatilität und stellen fest, ob sie vergleichsweise niedrig ist. Falls ja, bedeutet das eine gute Kaufgelegenheit.

Der Verkauf eines Straddle bietet die Möglichkeit, von einer erwarteten Volatilitätsabnahme zu profitieren. Das wäre ein Short-Volatilitätstrade. In diesem Fall sucht der Trader Marktsituationen, bei denen die Volatilität überdurchschnittlich hoch ist und verkauft dann kennzahlidentische Calls und Puts. Der Trader nimmt dabei immer eine hohe Prämie ein, wenn anschließend die Volatilität wieder auf ein normales Niveau sinkt. Die Volatilitätssenkung des Basiswertes reduziert ebenfalls den Wert der Optionen und deren Prämien. Die Differenz kann letztlich als Gewinn verbucht werden. Das Risiko/Gewinn-Profil dieses Trades wäre genau das Gegenteil des Long-Straddle. Zu beachten ist, dass der Gewinn limitiert ist, aber das Risiko nicht. Für die Übernahme des Risikos wird dem Trader in jedem Fall die Optionsprämie bezahlt. Solange sich der Basiswert nicht genügend bewegt, egal in welche Richtung, wird die Prämie nicht aufgezehrt und so dem Trader einen Gewinn bringen. Je näher die Kurse des Basiswertes am Verfallstag am Ausübungspreis liegen, desto höher wird der Gewinn sein. Dieses Beispiel zeigt, welche Flexibilität Optionen bieten können.

Eine bullische oder bärische Richtung annehmen

Wenn Sie zum Beispiel der Meinung sind, dass eine Aktie in naher Zukunft steigen wird, dann könnten Sie das Verhältnis der Calls zu Puts verändern und entsprechend mehr Calls kaufen. Je mehr Calls im Verhältnis zu Puts gekauft werden, desto bullischer sollte ihre Einschätzung des Basiswertes sein. Um jedoch von einem erwarteten Kursverfall des Basiswerts zu profitieren, würde man logischerweise mehr Puts als Calls kaufen. Die Ausnutzung solcher Verhältnisverschiebungen ist eine übliche Technik, um die Flexibilität des Optionshandels zusätzlich zu erhöhen.

Hohe Flexibilität in den Optionsstrategien

Noch mehr Strategien kann man mit dem Einsatz von Im-Geld-oder Aus-dem-Geld-Optionen aufbauen. Ebenso könnte man bei den ausgesuchten Optionen auch mit verschiedenen Fälligkeitsterminen arbeiten.

Einige Trader haben sich auf Optionsstrategien spezialisiert, bei denen sie einen hohen Zeitwert der Option verkaufen und eine Option mit geringem Zeitwert kaufen.

Solche Techniken erlauben es, genau definierte Risikocharakteristika zu kreieren und von verschiedenen Marktsituationen und Kursprognosen zu profitieren.

Die Zeit für den Optionshändler arbeiten lassen Alle Optionen haben die Eigenschaft, mit der Zeit bis zum Fälligkeitstermin an Wert zu verlieren. Auch das ist ein Geschäftsprinzip der Optionshändler. Die professionellen Marktteilnehmer sind eher geneigt, Optionen zu verkaufen als zu kaufen. Sie agieren deshalb gerne als Stillhalter und warten im Idealfall, bis die Option verfällt. Im Gegensatz dazu neigen private Trader zum Kauf von Optionen, weil sie von einer Kursrichtung gehebelt profitieren wollen. Um konstant zu den Gewinnern zu gehören, muss man die Feinheiten des Optionshandels verstehen. Das geht nicht über Nacht und benötigt Erfahrung.

Fazit: Mit den Grundlagen des Optionshandels beginnen Als professioneller Trader muss man immer seine eigenen Kosten im Auge behalten. Die Transaktionskosten von Optionen können teurer sein als der direkte Aktienhandel.

Daher sollte der private Optionstrader die Gesamtkosten beim Aufbau seiner Strategien genauestens beachten.

Die hier vorgestellten Techniken wurden zur besseren Verständlichkeit einfach gehalten. Die meisten erfolgreichen Optionsprofis kaufen nicht einfach Calls, wenn sie der Meinung sind, dass der Markt steigen wird. Sie kaufen auch keine Puts, wenn sie bärisch sind. Sie versuchen möglichst immer Optionskombinationen (Spreads) aufzubauen, um richtungsneutral zu sein.

Abhängig von den Basiswerten passen sie die jeweiligen Volatilitätslevels an und kaufen Optionen möglichst bei geringer Volatilität und verkaufen sie bei hoher. Im Optionshandel ist die Volatilität das A und O. Wer den Optionshandel verstehen will, muss sich unbedingt mit der Thematik beschäftigen. Volatilität ist der Schlüssel zum erfolgreichen Optionshandel und sie bestimmt, ob sie eine billige Option kaufen oder eine teure verkaufen können. Bedenken Sie: An den Märkten gibt es nichts zu verschenken. Es geht darum, kalkulierbare Risiken einzugehen, um systematisch Gewinne zu erzeugen.